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Subtitle: Natur- und Kulturerbe
Termpaper, 2006, 25 Pages
Author: Nicole Rosenthal
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology
Details
Institution/College: University of Freiburg
Tags: Kakadu, Nationalpark, Ressourcenmanagement, Identitätssicherung
Year: 2006
Pages: 25
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-49329-1
ISBN (Book): 978-3-640-26621-0
File size: 246 KB
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Abstract
Das Welterbe des Kakadu Nationalparks liegt im Norden Australiens. Dort wird versucht ein nachhaltiges Ressourcenmanagement der Kulturlandschaft zu betreiben und Möglichkeiten und Chancen für eine Identitätssicherung der dort lebenden Menschen zu finden. Für einen umfassenden Einblick, werden im ersten Teil der Arbeit allgemeine Bereiche wie die geographische Einordnung des Parks, die Kriterien der UNESCO zur Einordnung auf der Welterbeliste sowie geschichtliche Bereiche bezüglich Australiens thematisiert. Während im zweiten Teil konkret der Kakadu Nationalpark, seine Entstehung, sein Management, seine Finanzierung, die Lebensweise der Eingeborenen heute sowie aktuelle Probleme behandelt werden. Abschließend werden die wichtigsten Punkte zusammengefasst und kommentiert.
Excerpt (computer-generated)
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau
Institut für Völkerkunde
Hauptseminar:
Ressourcenmanagement als Identitätssicherung.
Konzepte der UNESCO Welterbeliste
Wintersemester 2005/06
Thema:
Der Kakadu Nationalpark
Natur- und Kulturerbe
Nicole Rosenthal
Fächerkombination: Hauptfach: Historische Anthropologie 07
Nebenfächer: Ethnologie
07
Volkskunde
06
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Geographische Einordnung: Australien, Northern Territory 3
3. Nationalparks 3
3.1. Welterbe 4
4. Die ursprüngliche Lebensweise der Aborigines 6
4.1. Philosophie 6
4.2. Die ursprüngliche Lebensweise der Aborigines im Kakadu Nationalpark 7
5. Die Kolonisation Australiens 8
6. Die Indigenen Australiens heute 9
7. Der Kakadu Nationalpark 10
7.1. Klima 10
7.2. Flora und Fauna 11
7.2.1. Außeraustralische eingeführte Tiere 12
7.2.2. Brände 13
7.3. Die Entstehung des Kakadu Nationalparks 13
7.4. Das Management 14
7.5. Die Finanzierung 15
7.5.1. Uranabbau 15
7.5.2. Tourismus 17
7.6. Die Eingeborenen im Kakadu Nationalpark 19
7.6.1. Felsmalereien 20
8. Schluss 20
9. Literaturverzeichnis 22
9.1. Internetquellen 24
2
1. Einleitung
Der folgende Beitrag stellt das Welterbe des Kakadu Nationalparks im Norden Australiens
vor und geht den Fragen nach wie dort versucht wird ein nachhaltiges Ressourcenmanage-
ment der Kulturlandschaft zu betreiben und welche Möglichkeiten und Chancen für eine
Identitätssicherung der dort lebenden Menschen vorhanden sind. Für einen umfassenden
Einblick, werden im ersten Teil der Arbeit allgemeine Bereiche wie die geographische Ein-
ordnung des Parks, die Kriterien der UNESCO zur Einordnung auf der Welterbeliste sowie
geschichtliche Bereiche bezüglich Australiens behandelt. Während im zweiten Teil konkret
auf den Kakadu Nationalpark, seine Entstehung, sein Management, seine Finanzierung, die
Lebensweise der Eingeborenen heute sowie auf aktuelle Probleme eingegangen wird. Ab-
schließend werden die wichtigsten Punkte zusammengetragen und beurteilt.
2. Geographische Einordnung: Australien, Northern Territory
Australien ist ein über 7, 6 Millionen Quadratmeter großer Inselkontinent, der von etwa 19
Millionen Menschen bevölkert wird.1 (Buchspieß 2005: 64) Die Größe des
Northern Territory
ist etwa 1, 35 Millionen Quadratkilometer. Dieses wird von etwa 170 000 Menschen be-
wohnt, was weniger als ein Prozent der australischen Gesamtbevölkerung ausmacht. In den
letzten Jahren wurden die traditionellen Erwerbsquellen wie Rinderzucht und Goldgräberei
vom Tourismus abgelöst, denn im
Northern Territory
gibt es mittlerweile mehr als 60 Na-
tionalparks und Naturschutzgebiete. (Loertscher 1997: 28)
3. Nationalparks
Die ersten Nationalparks wurden in Australien schon um die Jahrhundertwende gegründet.
Dabei entstanden häufig Interessenkonflikte zwischen Industrie, Bergbaugesellschaften
und der Regierung auf der einen Seite und Naturschützern und Ureinwohnern auf der ande-
ren Seite. In Australien existieren heute mehr als 2000 Schutzgebiete wie
national parks
,
Konservation parks
,
nature reserves
,
nature parks
,
environmental parks
,
state parks
und
historical sites
, die von den eigens dafür vorgesehenen Behörden der einzelnen Bundes-
staaten verwaltet werden. (Lind 1995: 39f)
1 Aus geologischer Sicht wird Australien in drei Großlandschaften unterteilt: Das Ostaustralische Hochland,
das Westaustralische Plateau, die Mittelaustralische Senke. (Loertscher 1997: 21) Das
Commonwealth of
Australia
besteht heute aus sechs Bundesstaaten:
New South Wales (NSW, Hauptstadt Sydney)
,
Victoria
(VIC, Melbourne)
,
Queensland (QLD, Brisbane)
,
South Australia (SA, Adelaide)
,
Western Australia (WA,
Perth)
,
Tasmania (TAS, Hobart)
sowie den Bundes-territorien
Australian Capital Territory (ACT,
Canberra)
und
Northern Territory (NT, Darwin)
. (Buchspieß 2005: 64)
3
3.1. Welterbe
Gut 300 der unterschiedlichen Schutzgebiete in Australien stehen unter den strengen Be-
stimmungen eines Nationalparks und die elf bedeutendsten Naturregionen wurden von der
UNESCO
(United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization)
zum
,,Erbe
der Menschheit"
(Loertscher 1997: 29) erklärt und wurden somit auf die Welterbelist gesetzt.
(ebd.: 21) Die meisten zeigen die außerordentlichsten natürlich entstandenen geologischen
Formationen. Vier davon verbinden sich mit Zeugnissen der Aboriginekultur: der
Kakadu
Nationalpark
, der
Uluru-Kata Tjuta Nationalpark
, die
Willandra Lakes Region
und die
Tasmania Wilderness
. Der Kakadu Nationalpark wurde 1981 mit Erweiterungen 1987 und
1992 in die
World Heritage List
für seine außergewöhnlichen kulturellen und natürlichen
Schätze aufgenommen. (Haala 1997: 65f; Cooper 1997: 67ff) Für die Aufnahme durch die UN-
ESCO in die Liste des Welterbes existieren sechs Kriterien für das Kulturerbe, vier Kriteri-
en für das Naturerbe sowie drei Kategorien für Kulturlandschaften. Die Einordnung des
Kakadu Nationalparks fand anhand folgender Kriterien statt:
Kriterien für das Kulturerbe:
1) Unter den Kriterien für das Kulturerbe ist das erste das anspruchsvollste: Es wird an-
gewendet, wenn es sich um ein Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft handelt, eine ein-
zigartige künstlerische Leistung.
(e.g. im Kakadu Nationalpark die Felsmalereien)
6) Das Objekt ist in unmittelbarer oder erkennbarer Weise mit Ereignissen, lebendigen
Traditionen, mit Ideen oder Glaubensbekenntnissen, mit künstlerischen oder literarischen
Werken von außergewöhnlicher universeller Bedeutung verknüpft.
(e.g. lebendige Traditio-
nen, Ideen und Glaubensbekenntnisse) (http://www.unesco.de/c_arbeitsgebiete/welter-
be_kriterien.htm)
Kriterien für das Naturerbe:
2) Das Objekt liefert ein außergewöhnliches Beispiel von im Gang befindlichen ökologi-
schen und biologischen Prozessen in der Evolution und Entwicklung von terrestrischen,
Frischwasser-, Küsten- und marinen Ökosystemen sowie Pflanzen- und Tiergemeinschaf-
ten.
(z.B. die relativ unberührten Sumpfgebiete und Flüsse)
3) Das Objekt stellt eine überragende Naturerscheinung oder ein Gebiet von außerge-
wöhnlicher natürlicher Schönheit und ästhetischer Bedeutung dar.
(e.g. das Escarpment
und Plateau, sowie die Feuchtgebiete)
4) Das Objekt enthält die bedeutendsten und typischsten natürlichen Lebensräume für in-
4
situ Schutz von biologischer Diversität, einschließlich solcher bedrohter Arten, die aus
wissenschaftlichen Gründen von außergewöhnlichem universellen Wert sind.
(sehr viele
Tierarten, viele endemische Arten) (ebd.)
Die UNESCO hat den Kakadu Nationalpark von sich aus 1998 auf die Kandidatenliste für
Kulturlandschaften gesetzt. Dabei soll das Ausmaß flächenmäßig noch über die National-
park Grenzen hinausgehen. Das Management behandelt den Park allerdings auch ohne of-
fizielle Einstufung als sei es eine Kulturlandschaft. Die australische Regierung möchte aber
das Einverständnis der Aborigines, bevor sie den Park auf die Nominierungsliste setzt.
(http://whc.unesco.org/documents/publi_wh_papers_07_en.pdf)
Mögliche Kriterien zur Einstufung als Kulturlandschaft:
2) Die zweite Kategorie ist die organisch entwickelte Landschaft. Sie ist entstanden als Er-
gebnis eines an ihrem Anfang stehenden sozialen, ökonomischen, verwaltungstechnischen
und/oder religiösen Erfordernisses und entwickelte sich zur heutigen Form durch Anpas-
sung an oder als Antwort auf die natürliche Umgebung. Solche Landschaften überliefern
den Prozess ihrer Entwicklung in ihrer Form und der sie bildenden Elemente. Sie fallen in
zwei Unterkategorien:
(für den Kakadu Nationalpark ist b) von Bedeutung:)
b) Eine fortbestehende Landschaft ist eine solche, die dem traditionellen Lebensstil noch
immer eng verbunden, dennoch eine aktive Rolle in der heutigen Gesellschaft spielt, und
deren Entwicklung sich noch fortsetzt. Gleichzeitig zeigt sie eindeutige materielle Zeugnis-
se ihrer Entwicklung in der Vergangenheit.
3) Die letzte Kategorie ist die assoziative Kulturlandschaft. Die Aufnahme solcher Land-
schaften in die Liste des Welterbes begründet sich aus den starken religiösen, künstleri-
schen oder kulturellen Verbindungen zu den mehr natürlichen Elementen der Landschaft.
Kulturelle Zeugnisse treten demgegenüber eher in den Hintergrund und können sogar feh-
len.
(
http://www.fh-koblenz.de/koblenz/
remstecken/rhine99/swr-project/welterbe/convention2-
deutsch.htm)
Aufgrund einer sich im Park befindlichen Uranmiene wurde 1999 diskutiert den Kakadu
Nationalpark auf die
Rote Liste
zu setzen, was bedeutet, dass der Park unter Umständen
von der Welterbeliste genommen worden wäre. Zu diesem Schritt kam es aber nicht. (http://
www.unesco.de/c_aktuelles/uh1-2000_cas.htm)
5
4. Die ursprüngliche Lebensweise der Aborigines
Man geht heute davon aus, dass die Aborigines Australien von Indonesien aus erreicht ha-
ben, als vor etwa 50 000 60 000 Jahren die Meeresspiegel während der Eiszeit tiefer la-
gen. Zu Beginn der europäischen Kolonisation lebten in Australien Schätzungen zufolge
750 000 1 Millionen Eingeborene und es soll etwa zwischen 200 - 300 Sprachen und
Dialekte von denen heute maximal noch 25 gesprochen werden gegeben haben. Die Abori-
gines lebten in Gemeinschaften von bis zu 500 Menschen (Stämmen), die sich in kleinere
Clans von zirka 20 bis 50 Personen und diese wiederum in noch kleinere Horden oder Fa-
milien aufteilten. Sie führten eine konsequente Geburten-kontrolle durch, um die Bevölke-
rungszahl stabil zu halten.2 Die meisten Stämme lebten als Jäger und Sammler und zo-
gen als Nomaden von den Spuren ihrer Ahnen geleitet und mit den Jahreszeiten innerhalb
ihres Landes umher. Sie lebten in einfachen Hütten oder unter Windschirmen, die aus
Zweigen oder Rinde aufgebaut waren. Die soziale Gliederung der australischen indigenen
Völker geschah nach Alter und Wissen. Die Stammesältesten (
Elders
) hatten den größten
Einfluss, trotzdem war die Kultur sehr egalitär, da die
Elders
durch den Gruppenkonsens
bestimmt wurden. Das Leben der Indigenen Australiens wurde von ihren eigenen Gesetzen
(heute
The Law
genannt) bestimmt. Durch diese waren beispielsweise die Heiratsregeln,
Tabus, territoriale Ansprüche usw. festgelegt. (Supp: 1994)
4.1. Philosophie
Auch heute noch ist die Mythologie der Traumzeit die Grundlage der Philosophie und Kul-
tur der australischen Ureinwohner. Dieser entsprechend kennen die Aborigines nicht den
linearen Zeitbegriff der westlichen Zivilisation, die Traumzeit war vor langer Zeit und dau-
ert noch immer an. Ihrer Philosophie zufolge existiert die Erde schon immer und potentiell
war schon immer das Leben vorhanden. Aber erst als die Epoche der Traumzeit begann,
erschufen die Ahnen auf der kahlen, eintönigen schlafenden Welt die topographische
Landschaft, indem sie auf ihr lebten. Wenn sie schliefen, träumten sie die Ereignisse des
folgenden Tages und setzten diese nach ihrem Erwachen um. Jedes Ding konnte sich in Al-
les verwandeln, sowie die Ahnen zugleich Mensch oder Tier sein konnten. Alles wurde
aus der selben Quelle geschaffen: den Träumen bzw. den großen Taten der Ahnen. Als
die Ahnen ihr Werk vollbracht hatten, legten sie sich in der Welt nieder: als Landschafts-
oder Felsenformation, als Felszeichnung oder an anderen besonderen Stellen. Jeder tradi-
2 Wie erst später von Wissenschaftlern herausgefunden wurde, nahmen die Indigenen Australiens
regelmäßig ein Kraut zu sich, das den gleichen Wirkstoff enthält wie die Anti-Baby-Pille, die in unserer
Kultur verbreitet ist. Dadurch wurde einer Empfängnis auf natürliche Weise vorgebeugt.
6
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