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John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit von 1971 - Eine kritische Rekonstruktion der Herleitung der Rawlschen Gerechtigkeitsprinzipien

Scholary Paper (Seminar), 2005, 17 Pages
Author: Steffen Kroggel
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 17
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V54146
ISBN (E-book): 978-3-638-49412-0
ISBN (Book): 978-3-638-87313-0
File size: 141 KB

Abstract

Die von John Rawls in seinem 1971 erschienenen Werk „A Theory of Justice“ präsentierte Vertragstheorie der Gerechtigkeit ist für die politische Theorie der Gegenwart zu einer Art Standartwerk avanciert. Noch heute, über dreißig Jahre nach dem Erscheinen seines Werkes, wird seine Theorie unter anderem in der politikwissenschaftlichen Literatur heftig diskutiert und zeugt damit immer noch von Aktualität. Doch was genau ist Gerechtigkeit? Wann genau gilt ein Wirtschaftssystem oder eine Gesellschaftsform als gerecht? In „A Theory of Justice“ versucht Rawls eine Antwort auf diese Fragen zu finden, indem er eine Theorie der Verteilungsgerechtigkeit entwickelt. Er beschäftigt sich mit der Grundstruktur einer Gesellschaft und postuliert zwei grundlegende Prinzipien, die die „gerechte“ Verteilung der gesellschaftlichen Grundgüter zwischen individuellen und rationalen Akteuren regeln sollen. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Methode, mittels der Rawls zu seinen postulierten Gerechtigkeitsprinzipien gelangt. Dabei wird versucht, Rawls methodisches Vorgehen möglichst klar nachzuzeichnen und kritisch zu hinterfragen.


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Politikwissenschaft
Grundseminar: Moderne Politische Theorie
Wintersemester 2004 / 2005, 03. Semester

John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit von 1971 –
Eine kritische Rekonstruktion der Herleitung der
rawlschen Gerechtigkeitsprinzipien

von: Steffen Kroggel

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  1

2. Die Theorie der Gerechtigkeit von 1971 2

2.1 Die grundlegende Methodik 2

2.1.1 Das Erkenntnisinteresse  2
2.1.2 Die Konzeption der Gerechtigkeit als Fairness 4

2.2 Die zentralen Gedanken der Theorie der Gerechtigkeit 5

2.2.1 Das rationale und vernünftige Wesen  5
2.2.2 Kohärenztheorie als zugrundeliegende Methode  6

2.3 Die Herleitung der Gerechtigkeitsprinzipien aus dem Urzustand 8

3. Fazit - Kritische Würdigung 11

Literaturverzeichnis 15


 

 

1. Einleitung

Die von John Rawls in seinem 1971 erschienenen Werk „A Theory of Justice“ präsentierte Vertragstheorie der Gerechtigkeit ist für die politische Theorie der Gegenwart zu einer Art Standartwerk avanciert. Noch heute, über dreißig Jahre nach dem Erscheinen seines Werkes, wird seine Theorie unter anderem in der politikwissenschaftlichen Literatur heftig diskutiert und zeugt damit immer noch von Aktualität. Dies lässt sich letztlich sicherlich auch auf das Subjekt seiner Arbeit zurückführen, scheint doch gerade der Begriff der Gerechtigkeit in Zeiten zunehmender sozialer aber auch ökonomischer Ungleichheiten auf intra- wie internationaler Ebene eher an Bedeutung zu gewinnen als zu verlieren. Doch was genau ist denn Gerechtigkeit? Wann gilt ein Wirtschaftssystem oder eine Gesellschaftsform als gerecht?

In „A Theory of Justice“ versucht Rawls eine Antwort auf diese Fragen zu finden, indem er eine Theorie der Verteilungsgerechtigkeit entwickelt. Er beschäftigt sich mit der Grundstruktur einer Gesellschaft und postuliert zwei grundlegende Prinzipien, die die „gerechte“ Verteilung der gesellschaftlichen Grundgüter zwischen individuellen und rationalen Akteuren regeln sollen (vgl. Rawls 1975, S. 20 f.). In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit der Methode beschäftigen, mittels der Rawls zu seinen postulierten Gerechtigkeitsprinzipien gelangt. Ziel soll dabei sein, die Vorgehensweise Rawls nachzuzeichnen und kritisch zu hinterfragen. In diesem Kontext werde ich abschliessend auch einige grundlegende, logische Defizite seiner Argumentation ansprechen.

In Kapitel 2.1 soll zunächst das Erkenntnisinteresse John Rawls’ näher beleuchtet und der rawlsche Gerechtigkeitsbegriff dargelegt werden. Dieses Vorgehen erscheint deshalb sinnvoll, weil eine Klärung des Anwendungsbereiches der Theorie der Gerechtigkeit (Kap. 2.1.1) sowie eine genaue definitorische Abgrenzung des Gerechtigkeitsbegriffes (Kap. 2.1.2) für eine korrekte Darlegung Rawls’ Gerechtigkeitstheorie unentbehrlich erscheint. Ziel dieses Kapitels soll es sein, einen Überblick über Rawls’ grundlegendes methodisches Vorgehen zu geben und hat insofern einführenden Charakter. Das darauf folgende Kapitel beschäftigt sich dann konkret mit den wichtigsten Aspekten Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit. Dabei werde ich mich zunächst mit dem zugrundegelegten Akteursmodell beschäftigen (Kap. 2.2.1), welches die Wahl der Gerechtigkeitsprinzipien ebenso beeinflusst wie die Randbedingungen der Wahlentscheidung, die hier ebenfalls näher betrachtet werden sollen (Kap. 2.2.2). Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit von 1971 – Eine kritische Rekonstruktion Seite 1 von 15 Kapitel 2.3 beschäftigt sich schließlich mit den von Rawls postulierten Gerechtigkeitsprinzipien und hinterfragt ihre Herleitbarkeit aus dem Urzustand kritisch. Es bildet damit die Basis für die abschließende Betrachtung im letzten Kapitel. Dabei wird sich die Kritik an Rawls Theorie der Gerechtigkeit allerdings auf die m. E. wichtigsten Punkte beschränken, da die elementaren Defizite seine Theorie dadurch ausreichend beleuchtet werden.

2. Die Theorie der Gerechtigkeit von 1971

Im Folgenden soll nun Rawls Theorie der Gerechtigkeit näher untersucht werden. Dabei werde ich auf die deutsche Übersetzung „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ aus dem Jahre 1975 zurückgreifen. In diesem Kontext sei aber auf Clemens Kauffmann hingewiesen, der darauf aufmerksam macht, dass sich die europäischen Übersetzungen von „A Theory of Justice“ teilweise erheblich vom englischen Originaltext unterscheiden (vgl. Kauffmann 2000, S. 229 ff.). Rawls jedoch stellte dazu fest: „Since this text includes what I believe are significant improvements, the translated editions are superior to the English” (Rawls 1998, S. 295). Insofern erscheint es mir für die vorliegende Arbeit opportun, die deutsche – offenkundig aktuellere - Ausgabe als Referenz zu verwenden.

2.1 Die grundlegende Methodik

In den nächsten beiden Kapiteln sollen zunächst die grundlegenden Überlegungen von Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit dargelegt werden. Dabei werde ich erst sein Erkenntnisinteresse beleuchten, um die Anwendungsbereiche seiner Vertragstheorie zu verdeutlichen (Kap. 2.1.1) und anschließend seinen Gerechtigkeitsbegriff sowie die hieraus resultierende Konzeption seiner Theorie der Gerechtigkeit näher betrachten (Kap. 2.1.2).

2.1.1 Das Erkenntnisinteresse

[...]


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