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Eine Untersuchung zur Struktur der Familie in Erich Kästners Kinderbuch 'Pünktchen und Anton'

Scholary Paper (Seminar), 2006, 17 Pages
Author: Marlies Eberding
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: Ein Autor der Neuen Sachlichkeit – Erich Kästner
Institution/College: University of Potsdam (Institut für Germanistik)
Tags: Eine, Untersuchung, Struktur, Familie, Erich, Kästners, Kinderbuch, Pünktchen, Anton, Autor, Neuen, Sachlichkeit, Erich, Kästner
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 17
Grade: 2.0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V54150
ISBN (E-book): 978-3-638-49416-8

File size: 93 KB
Notes :
In diesen beiden Kinderbüchern von Kästner stehen sich zwei verschiedene Familientypen gegenüber, diese werden untersucht und miteinander verglichen, besonders auch auf die Einstellung des Autors zu ihnen.



Excerpt (computer-generated)

Eine Untersuchung zur Struktur der Familie in
Erich Kästners Kinderbuch ′Pünktchen und Anton′

von: Marlies Eberding

WS 05/06

 


Gliederung

1. Einleitung

2. Die Familien

2.1. Allgemeine Merkmale und die Funktion der Familie

3. Die Familientypen in „Pünktchen und Anton“

3.1. Familie Pogge

3.1.1. Herr Direktor Pogge
3.1.2. Frau Pogge
3.1.3. Luise Pogge

3.2. Familie Gast

3.2.1. Frau Gast
3.2.2. Anton Gast

4. Vergleich

5. Fazit

6. Literatur


 

 

1. Einleitung

Erich Kästners Kinderbücher, wie „Emil und die Detektive“, „Das doppelte Lottchen“ oder „Pünktchen und Anton“, sind Klassiker unter den deutschen Kinderbüchern, welche sogar internationalen Ruhm erlangten und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Auch heute noch wird Kästner gern in der Familie gelesen und für fast jedes Kind ist „Emil und die Detektive“ ein Begriff. Kästner schrieb seine Bücher für 8 – 12 jährige Leser und für deren Eltern in der Weimarer Republik. Was jedoch bewegt die Eltern heute, Kästner für ihre familiären Leselisten auszuwählen?

Ist es die spannende Welt der Großstadt, in der Emil, Pünktchen und Anton ihre Abenteuer erleben? Sind es die utopischen Vorstellungen Kästners, welche auch heute noch zum Träumen anregen oder ist es die Welt der Familie, die Kästner auf unterschiedliche Weise darstellt? Vielleicht ist es aber auch die Thematik des Wandels, dem die Familie unterliegt. Dies war zu Kästners Zeiten, ebenso wie heute, ein aktuelles Thema, welches zur Atraktivität von Kästners Kinderbüchern beitragen könnte. Für jeden Leser ist es ein anderer Grund und es könnten noch einige hinzugefügt werden, ich möchte mich jedoch auf die Familie konzentrieren, die Erich Kästner in seinen Kinderbüchern entwirft und dafür stellvertretend den Roman für Kinder „Pünktchen und Anton“ heranziehen.

In diesem Roman stehen sich zwei Familien gegenüber und es erscheint mir sehr interessant, die verschiedenen Mitglieder der beiden Familien zu untersuchen, z.B. Vater Pogge oder Mutter Gast, und sie am Ende zu vergleichen. Welche verschiedenen Rollenbilder werden in diesem Werk entworfen? Nimmt der Autor zu ihnen Stellung? Welche Familientypen finden wir in Kästners Werk vor? Gibt es einen Typ, den Kästner selbst zu bevorzugen scheint? Dieses und mehr möchte ich in der folgende Arbeit untersuchen und darlegen.

2. Die Familie

Um einen literarischen Text in Bezug auf die Familienstruktur zu untersuchen, sollte vorweg geklärt sein, was eine Familie überhaupt ist. Gibt es bestimmte Merkmale, die eine Familie ausmachen? Welche Familientypen gab es damals in der Weimarer Republik und gibt es noch heute? Unterliegt die Familie wirklich so einem starken Wandel oder gibt es immer noch Merkmale, die durch verschiedene Generationen hindurch bestehen bleiben. Die Familie ist eine universelle Institution, die es in jeder Gesellschaft, in jedem Land und wahrscheinlich auch zu jeder Zeit gegeben hat. Fragt man nach der Beschaffenheit der Familie, sollte die Funktion dieser nicht außen vor gelassen werden. Ich möchte im Folgenden kurz die Merkmale und die Funktion, ebenso wie die Familientypen schildern, um eine Grundlage für meine Untersuchung zu schaffen.

2.1. Allgemeine Merkmale und die Funktion der Familie

Eine Familie kann als die primäre soziale Gruppe einer Gesellschaft angesehen werden, welche in jedem Fall mehr Personen als nur die Ehegatten umfasst.1 Des Weiteren ist eine Familie, neben der biologischen und wirtschaftlichen, eine geistigseelische Lebensgemeinschaft der Eheleute und ihrer Kinder. In dieser Gruppe werden Positionen vergeben, Erwartungen gehegt und Rechte und Pflichten verteilt.2 Die Funktionen einer Familie sind vielseitig, sie lassen sich jedoch auf drei Hauptfunktionen reduzieren, die da wären: Die Sozialisations-Funktion, die wirtschaftliche Funktion und die politische Funktion. Eine Familie bildet ein erstes soziales Netz, sie gibt Hilfestellung bei der Eingliederung in die vorhandene Gesellschaft und bildet somit das Kind primär aus. Die wirtschaftliche Funktion bezieht sich darauf, dass Schutz und Fürsorge für das Kind geboten werden, die Familie ernährt, bekleidet und behaust die Kinder. Die politische Funktion ist dadurch gegeben, dass die in der Familie geborenen Kinder einen legitimen Platz in der jeweiligen Gesellschaft erhalten.3

Im Laufe der Zeit entwickelten sich viele Familienformen, aber die wichtigste ist wohl die Kernfamile (Vater, Mutter und Kinder), sie kommt heute und kam auch damals in der Weimarer Republik vor. In der bürgerlichen Kernfamilie der Weimarer Republik ist der Fokus des Hauses die Familie, um diese herum gruppieren sich die Dienstboten, zu welchen man sich distanziert verhält. Eine zweite Form ist die Ein- Eltern-Familie4, welche durch den Ersten Weltkrieg in der Weimarer Republik meist aus der Mutter und ihren halbverwaisten Kindern bestand. Eine dritte Form von Familie ist die postmoderne Familie.

[...]


1 Vgl. Hettlage, Robert: Familienreport. Eine Lebensform im Umbruch. S. 20

2 Vgl. Hettlage, S.21

3 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Familie vom 17.03.06

4 Vgl. Hurrelmann, Klaus: Lebensphase Jugend, S. 129f


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