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Das politisch-administrative System und die Sportselbstverwaltung – theoretische Analyse

Hausarbeit, 2004, 15 Seiten
Autor: Tobit Schneider
Fach: Sport - Sportsoziologie

Details

Veranstaltung: Sport und Politik
Institution/Hochschule: Ruhr-Universität Bochum
Tags: System, Sport, Politik
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 15
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 3  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V54209
ISBN (E-Book): 978-3-638-49465-6
ISBN (Buch): 978-3-640-46804-1
Dateigröße: 173 KB

Zusammenfassung / Abstract

Nachdem sich die Politikwissenschaftler Klaus Heinemann und Rolf Meier Mitte der neunziger Jahre bereits intensiv mit dem Verhältnis des Staats und des organisierten Sports auseinandersetzten, ist die Wiederaufarbeitung Peter Lösches, der die Problematik des Verhältnisses zwischen Staat und Sport anhand eines Strukturierungsansatzes versucht einzugrenzen, Anlass das Thema erneut unter Berücksichtigung aller Aspekte zu beleuchten. Zunächst war es Rolf Meier, der 1995 „das Verhältnis von Interessensverbänden und Staat im Allgemeinen und das Verhältnis vom Deutschen Sportbund nebst Mitgliedverbänden und Staat im Besonderen“ (Meier 1995, 91) untersuchte. Meier tat dies vor allem unter dem Aspekt des Neokorporatismus. 1996 folgte dann ein Beitrag Klaus Heinemanns, der sich ebenfalls mit dem Legitimationsproblemen im Verhältnis von Sport und organisiertem Sport beschäftigte. Heinemann nahm zwar den Begriff des Neokorporatismus in seiner Arbeit wieder auf, doch war der Grundsatz der Autonomie Hauptmerkmal seines Beitrags. So seien „Unabhängigkeit und Selbstverantwortung des Sports fundamentale Grundprinzipien der Sportpolitik der Bundesrepublik Deutschland“ (vgl. Heinemann 1996, 178). Dieses Prinzip, was auch als Subsidiaritätsprinzip verstanden werden kann, schließt sich grundsätzlich mit dem Prinzip des Neokorporatismus aus. Folglich wurden zwei Konzepte für das Verhältnis zwischen Staat und Sport erarbeitet, die sich stark unterscheiden. Auf diesem komplexen Thema aufbauend, versuchte Peter Lösche die Politologie des Sports zu strukturieren. Im folgenden Beitrag wird zunächst die Beziehung von Sport und Politik herausgestellt. Zusammenhänge und Interessenskonflikte werden genauso Thema sein, wie die Vielfalt der Verflechtungen mit Bezug auf das duale System der Sportselbstverwaltung und ihre Zusammenarbeit mit der öffentlichen, staatlichen Sportverwaltung. Thema ist die Frage, inwieweit die Arten der Interaktion von Sport und Staat, also einerseits die als neokorporatistisch in Erscheinung tretende Interaktion und andererseits die Interaktionsweise die dem Subsidiaritätsprinzip folgt, sich kombinieren bzw. sich in das mit dem Sport verflochtene politisch-administrative System gemeinsam einordnen lassen können. Abschließend gilt mein Hauptaugenmerk dem Strukturierungsansatz der Politologie des Sports nach Lösche unter Miteinbeziehung der Konzepte des Neokorporatismus und der Subsidiarität.


Textauszug (computergeneriert)

Ruhr-Universität-Bochum, Fakultät für Sportwissenschaft
Seminar der Sportwissenschaft: Sport und Politik
WS 2003/2004, 3. Semester

Das politisch-administrative System

von: Tobit Schneider

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  1

2. Beziehungen von Sport und Politik 2

2.1 Zusammenhänge und Interessenskonflikte von Sport und Politik 3
2.2 Das duale System – Vielfalt der Verflechtungen 4

3. Interaktionsweisen zwischen Sport und Politik 7

3.1 Subsidiarität  7
3.2 Neokorporatismus 8

4. Schlussbetrachtung 10

4.1 Strukturierungsansatz nach Lösche  10
4.2 Fazit  12

5. Literaturverzeichnis  13

 


 

1. Einleitung

Nachdem sich die Politikwissenschaftler Klaus Heinemann und Rolf Meier Mitte der neunziger Jahre bereits intensiv mit dem Verhältnis des Staats und des organisierten Sports auseinandersetzten, ist die Wiederaufarbeitung Peter Lösches, der die Problematik des Verhältnisses zwischen Staat und Sport anhand eines Strukturierungsansatzes versucht einzugrenzen, Anlass das Thema erneut unter Berücksichtigung aller Aspekte zu beleuchten.

Zunächst war es Rolf Meier, der 1995 „das Verhältnis von Interessensverbänden und Staat im Allgemeinen und das Verhältnis vom Deutschen Sportbund nebst Mitgliedverbänden und Staat im Besonderen“ (Meier 1995, 91) untersuchte. Meier tat dies vor allem unter dem Aspekt des Neokorporatismus. Er trug das Konzept sowie Strukturen des Neokorporatismus zu diesem Thema bei und stellte somit eine klare Interaktionsweise zwischen Politik und Sport heraus. 1996 folgte dann ein Beitrag Klaus Heinemanns, der sich ebenfalls mit dem Legitimationsproblemen im Verhältnis von Sport und organisiertem Sport beschäftigte. Heinemann nahm zwar den Begriff des Neokorporatismus in seiner Arbeit wieder auf, doch war der Grundsatz der Autonomie Hauptmerkmal seines Beitrags. So seien „Unabhängigkeit und Selbstverantwortung des Sports fundamentale Grundprinzipien der Sportpolitik der Bundesrepublik Deutschland“ (vgl. Heinemann 1996, 178). Dieses Prinzip, was auch als Subsidiaritätsprinzip verstanden werden kann, schließt sich grundsätzlich mit dem Prinzip des Neokorporatismus aus.

Folglich wurden zwei Konzepte für das Verhältnis zwischen Staat und Sport erarbeitet, die sich stark unterscheiden. Während das Prinzip des Neokorporatismus auf staatlicher Kontrolle basiert, beruht das Subsidiaritätsprinzip auf Unabhängigkeit und Selbstverantwortung. Auf diesem komplexen Thema aufbauend, versuchte Peter Lösche die Politologie des Sports zu strukturieren. Lösche nahm einen Ansatz der Politikwissenschaft, der drei Ebenen beschreibt (Polity, Politics, Policy), zur Hilfe. Im folgenden Beitrag wird zunächst die Beziehung von Sport und Politik herausgestellt. Zusammenhänge und Interessenskonflikte werden genauso Thema sein, wie die Vielfalt der Verflechtungen mit Bezug auf das duale System der Sportselbstverwaltung und ihre Zusammenarbeit mit der öffentlichen, staatlichen Sportverwaltung. Des weiteren sind die bereits erwähnten Interaktionsweisen Neokorporatismus und Subsidiarität Gegenstand dieser Arbeit. Thema ist die Frage, inwieweit die Arten der Interaktion von Sport und Staat, also einerseits die als neokorporatistisch in Erscheinung tretende Interaktion und andererseits die Interaktionsweise die dem Subsidiaritätsprinzip folgt, sich kombinieren bzw. sich in das mit dem Sport verflochtene politisch-administrative System gemeinsam einordnen lassen können. Abschließend gilt mein Hauptaugenmerk dem Strukturierungsansatz der Politologie des Sports nach Lösche unter Miteinbeziehung der Konzepte des Neokorporatismus und der Subsidiarität.

2. Beziehungen von Sport und Politik

Um die Interaktionsvorgänge zwischen Politik und Sport verstehen bzw. interpretieren zu können, ist ein Basisverständnis des gesamten Kontextes vonnöten. So ist zunächst einmal der Begriff des Sports zu erläutern sowie ferner die Intention einer jeden Politik herauszufiltern. „Im Sport geht es um körperliche Bewegungen, die üblicherweise nach Regeln ablaufen“ (Lösche 2001, 45). Ferner versteht Sport das Streben nach Leistung und das Testen dieser in messbaren Vergleichen. Politik gilt als Handeln, das auf die Bewältigung fundamentaler Probleme innerhalb oder zwischen komplexen Gesellschaftssystemen zielt. So auch bei Konflikten zwischen einer Vielzahl von Interessen. In Deutschland dominiert ein Verständnis von Politik, in der der Staat auch eine zuweisende und damit eine steuernde Funktion einnimmt. Die Allokation bezieht sich auf eine Verteilung von öffentlichen Gütern. Folglich ist die Politik aufgrund ihres Einflusses mit allen komplexen Gesellschaftssystemen verflochten.

2.1 Zusammenhänge und Interessenskonflikte von Sport und Politik

[...]


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