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Symbol oder Zeichen - Eine Untersuchung zu Michael Meyer-Blancks Entwurf einer Symboldidaktik aus semiotischer Perspektive und der Versuch einer Anwendung auf das 'Symbol'/'Zeichen' Baum

Scholary Paper (Seminar), 2003, 22 Pages
Author: Sebastian Wengler
Subject: Theology - Didactics, Religion Pedagogy

Details

Event: Fantasy im Religionsunterricht - am Beispiel von Tolkins „Der Herr der Ringe“
Institution/College: Humboldt-University of Berlin
Tags: Symbol, Zeichen, Eine, Untersuchung, Michael, Meyer-Blancks, Entwurf, Symboldidaktik, Perspektive, Versuch, Anwendung, Symbol, Zeichen, Baum, Fantasy, Religionsunterricht, Beispiel, Tolkins, Herr, Ringe“
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 22
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 23  Entries
Language: German
Archive No.: V54419
ISBN (E-book): 978-3-638-49634-6

File size: 134 KB
Notes :
Eine Untersuchung zu Michael Meyer-Blancks Entwurf einer Symboldidaktik aus semiotischer Perspektive und der Versuch einer Anwendung auf das „Symbol“/„Zeichen“ Baum.



Excerpt (computer-generated)

Humboldt Universität zu Berlin
Seminar für Praktische Theologie
Religionspädagogisches PS:
Fantasy im Religionsunterricht -
am Beispiel von Tolkins „Der Herr der Ringe“

Symbol oder Zeichen  -
Eine Untersuchung zu Michael Meyer-Blancks Entwurf einer Symboldidaktik
aus semiotischer Perspektive und der Versuch einer
Anwendung auf das „Symbol“/„Zeichen“ Baum

eingereicht von:
Wengler, Sebastian

WS 2002/2003

 

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung ... 2

1. Klassische Symbolhermeneutiken und semiotische Theorien ... 4
1.1. „Symbol” und „Zeichen” in der theologisch-phänomenologischen Symbolhermeneutik ... 4
1.2. „Symbol” und „Zeichen” in semiotischen Theorien ... 5
1.2.1. Die Polemik gegen jegliche Symbol-Zeichen-Dichotomie ... 6
1.2.2. Systematische Ergänzungen ... 6
1.2.3. „Semiotik” in der Rezeption Michael Meyer-Blancks ... 7
1.2.3.1. Charles Sanders Peirce ... 7
1.2.3.2. Charles William Morris ... 8
1.2.3.3. Umberto Eco ... 10
1.2.4. Bewertung der semiotischen Perspektive Michael Meyer-Blancks unter religionsdidaktischem Aspekt ... 11

2. Ein Anwendungsversuch der semiotischen Perspektive auf den Religionsunterricht am Beispiel Baum in Der Herr der Ringe ... 14
2. 1. Religionsunterricht als „kritische Semiose ... 14
2. 2. Der Baum im Signifikationsprozess des Religionsunterricht ... 16
2. 2. 1. Der Baum in der Tolkienschen „Sekundärwelt" ... 6
2. 2. 2. Der Baum in der „Primärwelt" ... 18

3. Schluss ... 20

4. Verwendete Literatur ... 21

 

0. Einleitung

Gegenstand dieser Arbeit ist der Versuch des praktischen Theologen Michael Meyer-Blancks, in der (praktisch-) theologischen Diskussion um die sog. Symboldidaktik einen „zweiten Anlauf” (S. 7-9)1 zu wagen. In Vom Symbol zum Zeichen expliziert er diesen Versuch. Zwar liegt inzwischen eine um ein Kapitel erweiterte Neuauflage dieser Schrift vor - da sich jedoch am theoretischen Ansatz nichts wesentliches geändert hat, werde ich die Erstauflage (1995) für meine Untersuchung zugrunde legen.

Da Meyer-Blanck sich für seinen symboldidaktischen Neuansatz einer der Didaktik im engeren Sinn eher fremden Wissenschaft – welche zudem ihr eigenes „Sprachspiel” (Wittgenstein) entwickelt hat – zugewandt hat, sind einige Bemerkungen über den eigentlichen Untersuchungsgegenstand hinaus notwendig. Fragliche Bezugswissenschaft ist die „Semiotik”. 1969 hat das Gründungskomitee der „International Association of Semiotic Studies” beschlossen, diesen Terminus als allgemeinen Begriff für ein Gebiet, welches zuvor von diversen Autoren unterschiedlich bezeichnet wurde, zu verwenden.2 Das bedeutet, dass die Semiotik sich mit allen Phänomenen, die Zeichen sind resp. Zeichen sein können, beschäftigt. Dabei ist ihr Grundbegriff (Zeichen) selbst Gegenstand der Reflexion. M. a. W.: Semiotiker sind Wissenschaftler, die unter Zuhilfenahme von Zeichen über Zeichen als ihre Gegenstände – deren Funktionsweisen, Erscheinungsformen, etc. – nachdenken. Um sich bei ihren Zeichenanalysen nicht z. B. in semantische Paradoxien aufgrund dieser Selbstbezüglichkeit zu verstricken, hat sich in der Geschichte der Semiotik eine Art „Metasprache” oder besser - eine Notationskonvention, derer sich auch Meyer-Blanck bedient, etabliert. Da dies jedoch keine semiotische Arbeit ist, sondern der Versuch einer Analyse eines speziellen semiotischen Standpunktes (dem Meyer-Blancks), werde ich mich dieser Konvention, bis auf wenige ausgewiesene Ausnahmen, nicht bedienen. Gleichwohl werde ich, über die Standartkonventionen wie „” für Zitate, vage Begriffe, u. s. w. hinaus, die Gepflogenheiten der Sprachanalytik übernehmen und Anführungszeichen verwenden, um über sprachliche Ausdrücke zu sprechen. Meyer-Blancks erklärtes Ziel seiner Rezeption der semiotischen Theorien C. S. Peirces, C. W. Morris` und U. Ecos mit Bezug zu den „klassischen Symbolhermeneutiken- und didaktiken” ist die Reformulierung der “Aufgaben für eine künftige semiotische Revision der Symboldidaktik” (S. 9). Diese Zielsetzung zerfällt in drei wesentliche Aspekte: (i) Die Revision beginnt bei den Grundbegriffen der Symboldidaktik – sie ist zunächst eine „terminologischeRevision” (S. 100) (ii) Unter der semiotischen Perspektive müssen die Aufgaben der Religionsdidaktik neu formuliert resp. neu gestellt werden. (iii) Die Revision ist eine vorläufige – eine „Vorlage”, die noch „kein Treffer” (S. 9) ist.

Zu (i): „Symbol” qua Grundbegriff z. B. der Symboldidaktik hat in der praktischen Theologie v. a. nach der Rezeption der hermeneutischen Symboltheorien P. Tillichs und P. Ricoeurs Einzug gehalten. Inzwischen wurden diese Modelle von z. B. psychologischer oder auch kulturphilosophischer Seite ergänzt, erweitert oder revidiert.3 Da Meyer-Blancks Kritik bei den klassischen Symbolhermeneutiken, deren Symbolverständnis weitestgehend in die Symboldidaktiken z. B. H. Halbfas` oder P. Biehls eingingen, ansetzt, soll in einem ersten Schritt diese Kritik dargestellt und untersucht werden (1.1.). Im folgenden wird Meyer-Blancks positiver Entwurf, welcher die Rezeption dreier semiotischer Theorien umfasst und die „terminologische Revision” rechtfertigen soll , verfolgt und befragt (1.2.).

Zu (ii): Dieser Aspekt betrifft die Formulierung neuer oder veränderter Aufgaben, an denen sich zukünftige Symboldidaktiken (d. h. solche mit einer semiotischen Grundlegung) Meyer- Blanck zufolge orientieren sollten. Die Darstellung und Kritik diese neuen Aufgaben ist Inhalt von 2.1.

Zu (iii): Ob eine „Vorlage trefferfähig” ist oder nicht, sollte in der praktischen Theologie m. E. die jeweilige Praxis zeigen, d. h. in der Religionsdidaktik der Religionsunterricht (RU). Trotzdem möchte ich versuchen, am Beispiel des Symbols oder Zeichens Baum den neuen Ansatz Meyer-Blancks „praktisch“ zu prüfen. Dabei wird das Baumsymbol/-zeichen im Kontext der literarischen „Sekundärwelt” Der Herr der Ringe (DHdR) dem der “Primärwelt” und der Bibel gegenübergestellt (2.2.).

Die grundlegende, allen Aspekten immanente, Frage ist: Was legitimiert den Schritt „Vom Symbol zum Zeichen”?

Obwohl ich bei dieser Untersuchung versuche so weit wie möglich am Text zu bleiben, ist es in diesem Rahmen unabdingbar, dass einige Themen, die der Autor anspricht, nicht eingehender untersucht werden können. So z. B. die Bestandsaufnahme der Rezeptionen von semiotischen Theorien in Homiletik (S. 39-43) und Liturgik (S. 43-48). Auch auf die, von Peirce entwickelte und von Meyer-Blanck als „wichtig” für den Schulunterricht befundene (S. 61), Schlussmethode der „Abduktion” kann ich nicht näher eingehen, da die Behandlung dieser Problematik (i) beim Autor sehr undetailliert und unkritisch stattfindet und (ii) m. E. eher in eine Diskussion der Wissenschaftstheorie oder Logik als in eine spezielle Semiotik gehört.1. Klassische Symbolhermeneutiken und semiotische Theorien

1.1. „Symbol” und „Zeichen” in der theologisch-phänomenologischen Symbolhermeneutik

Bei seinem knappen Durchgang durch die symboltheoretischen Ansätze, welche auf die Theologie im Allgemeinen und die Religionsdidaktik im Besonderen Einfluss nahmen, versucht Meyer-Blanck gemeinsame Merkmale v. a. der Entwürfe P. Ricoeurs und P. Tillichs heraus zu arbeiten. Dem Autor zufolge sind es insbesondere zwei Thesen, welche für die semiotische Kritik an den Symbolhermeneutiken Ricoeurs und Tillichs ausschlaggebend sind. (i) Die „Teilhabemetapher”, die eine Differenzierung zwischen Symbol und Zeichen rechtfertigen soll und (ii) die sprachliche Setzung von „Symbol” qua singulären Terminus resp. logisches Subjekt von dem prädiziert werden kann (S. 14 f.).

[...]


1 Die Seitenverweise nach den Zitaten aus: Michael Meyer-Blanck, Vom Symbol zum Zeichen; finden sich im laufende Text in runden Klammern. Alle weiteren Schriften werden mit Kurztiteln in Fußnoten zitiert. Vollständige Literaturangaben sind unter 4. angeführt.

2 Siehe U. Eco, Entwurf, S. 30.

3 Für eine psychologische Grundlegung der Symboldidaktik siehe v. a.: Heribert Wahl, Glaube und symbolische Erfahrung; Basel – Wien 1994.


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