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Das sportliche Talent - eine Kooperationsaufgabe von Schule und Verein - eine vergleichende Analyse der Förderkonzepte zweier unterschiedlicher Fußballvereine

Examination Thesis, 2004, 101 Pages
Author: Timo Mayer
Subject: Sport - Miscellaneous

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2004
Pages: 101
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 54  Entries
Language: German
Archive No.: V54443
ISBN (E-book): 978-3-638-49651-3
ISBN (Book): 978-3-638-70849-4
File size: 1661 KB

Abstract

Talentförderung verfolgt immer ein bestimmtes Ziel, auf das von der frühesten Jugend an der Schwerpunkt gelegt wird. Ziel ist es nämlich, den zu Fördernden durch langfristige Arbeit derart zu unterstützen, dass eines Tages Erfolge auf nationaler oder sogar internationaler Ebene erzielt werden können. Talentförderung und Leistungssport sind voneinander abhängig, wobei letzteres gleichzeitig seinen Ursprung im Alltagssport bzw. Schulsport findet. Dieses Thema scheint mir sehr wichtig, da es Schülerinnen und Schüler, Eltern, Sportlehrkräfte und Lehrkräfte betrifft. Die Sportlehrkräfte übernehmen dabei die Funktion des Motivators, um talentierte Schülerinnen und Schüler zum Leistungssport anzuregen. Eine Sportlehrkraft sollte abschätzen können, ob ein Kind für eine bestimmte Sportart geeignet ist und es dementsprechend für den Spitzensport animieren. Die Schule trägt also in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden dazu bei, eine pädagogisch verantwortungsvolle Talentförderung sicherzustellen. Ziel der Arbeit ist es, dem Leser die Möglichkeit aufzuzeigen, wie eine Talentförderung unter Berücksichtigung der Schule aussehen kann. Adressaten sollen dabei in erster Linie Lehrkräfte, Eltern, Trainerinnen und Trainer sein, die mit dem Sportler ständig in Kontakt stehen. Aus diesem Grund bedarf es genauester Informationen für diese verantwortungsvolle Personen. Die Kooperationsaufgabe von Schule und Verein soll einen zentralen Aspekt dieser Arbeit ausmachen. Wie bekommt man Leistungssportsport und Schule unter einen Hut ? Schulversäumnisse, Nachhilfeunterricht, Versetzungsprobleme usw. sind Problemfaktoren, mit denen der Sportler konfrontiert wird. Hierfür sind schulische Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung des Leistungssports von Nöten, die wohl am zweckdienlichsten mit Hilfe von leistungssportorientierten Einrichtungen in Form von Internaten erfüllt werden. Einrichtungen dieser Art werde ich im praktischen Teil der Arbeit vorstellen. Dabei habe ich die Talentförderkonzepte der Freiburger Fußballschule und der TSG Hoffenheim ausgewählt, die ich anhand bestimmter Kriterien vergleichen und bewerten werde. Dabei wird klar, dass es unterschiedliche Modelle in der Talentförderung gibt.


Excerpt (computer-generated)

Pädagogische Hochschule Freiburg
Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Realschulen
Prüfungsfach: Sport
Wissenschaftliche Hausarbeit

Das sportliche Talent –
eine Kooperationsaufgabe von Schule und Verein –
eine vergleichende Analyse der Förderkonzepte zweier unterschiedlicher Fußballvereine

eingereicht von:
Timo Mayer

2004

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Talentproblematik
2.1 Dimensionen von Talent
2.1.1 Der statische Talentbegriff
2.1.1.1 Dispositionen
2.1.1.2 Bereitschaft
2.1.1.3 Soziale Umwelt
2.1.1.4 Leistungsresultate
2.1.2 Der dynamische Talentbegriff
2.1.2.1 Aktiver Veränderungsprozess
2.1.2.2 Steuerung durch Training
2.1.2.3 Pädagogische Begleitung
2.2 Die vollständige Definition von Talent

3. Ein wirksames Talentkonzept
3.1 Talenterkennung
3.1.1 Aspekte der Talenterkennung
3.1.1.1 Leistungsauffälligkeit
3.1.1.2 Retrospektive
3.1.1.3 Talenterkennung als Prozess
3.1.2 Indetermination
3.1.2.1 Entwicklung und Veränderung
3.1.2.2 Komplexität
3.1.2.3 Freiheitsgrade
3.2 Talentförderung
3.2.1 Strategien der Talentförderung
3.2.1.1 Wachsenlassen
3.2.1.2 Reduzierung der Freiheitsgrade
3.2.1.3 Intentionale Vielseitigkeit
3.2.2 Trainingsprinzipien für junge Sportlerinnen und Sportler
3.2.3 Der langfristige Leistungsaufbau
3.2.3.1 Bedeutung des langfristigen Leistungsaufbaus
3.2.3.2 Strukturmodell des langfristigen Leistungsaufbaus
3.2.3.2.1 Ausbildungsetappen
3.2.3.2.2 Altersstruktur
3.2.3.3 Trainingsbelastung
3.2.4 Das soziale Umfeld
3.2.5 Talentprognose

4. Kooperation Schule - Verein
4.1 Entwicklung
4.2 Organisation
4.3 Ziele der Kooperation Schule / Verein - verdeutlicht am Kooperationsprogramm Baden - Württemberg
4.4 Allgemeinpädagogische Sichtweise
4.5 Aspekte der Sportpädagogik
4.6 Schule und Leistungssport
4.6.1 Entwicklung
4.6.2 Ansprüche an die Schule/Schulsport
4.7 Flankierende Maßnahmen juveniler Leistungssportlerinnen und -sportler
4.7.1 Organisationsmodelle
4.7.2 Partnerschulen des Leistungssports
4.7.3 Sportinternate
4.7.4 Sportbetonte Schulen
4.7.5 Sportmedizinische Betreuung
4.7.6 Pädagogische und soziale Betreuung
4.8 Kriterien zur Erfüllung eines Talentförderkonzepts

5. Talentsichtung und Talentförderung an der Freiburger Fußballschule

6. Das Förderkonzept der TSG Hoffenheim

7. Bewertung

8. Zusammenfassung

9. Literaturverzeichnis

 

1. Einleitung

Die Motivation für die Wahl dieses Themas resultiert aus zwei Gründen: Zum einen habe ich im Verlauf meines bisherigen Studiums an einem Seminar über Talentförderung im Sport teilgenommen, das mich dazu bewogen hat, mich mit dieser Thematik näher auseinanderzusetzen. Zum anderen habe ich - schon lange vor der Entstehung dieser Arbeit - großen Gefallen an der Philosophie der ortsansässigen Freiburger Fußballschule gefunden, die für ihre Talentschmiede bekannt ist.

Talentförderung verfolgt immer ein bestimmtes Ziel, auf das von der frühesten Jugend an der Schwerpunkt gelegt wird. Ziel ist es nämlich, den zu Fördernden durch langfristige Arbeit derart zu unterstützen, dass eines Tages Erfolge auf nationaler oder sogar internationaler Ebene erzielt werden können.

Talentförderung und Leistungssport sind also voneinander abhängig, wobei letzteres gleichzeitig seinen Ursprung im Alltagssport bzw. Schulsport findet.

Dieses Thema scheint mir sehr wichtig, da es Schülerinnen und Schüler, Eltern, Sportlehrkräfte und Lehrkräfte betrifft. Die Sportlehrkräfte übernehmen dabei die Funktion des Motivators, um talentierte Schülerinnen und Schüler zum Leistungssport anzuregen. Eine Sportlehrkraft sollte abschätzen können, ob ein Kind für eine bestimmte Sportart geeignet ist und es dementsprechend für den Spitzensport animieren. Sollte es bereits in der Klasse ein Kind geben, das Sport leistungsorientiert ausübt, so müsste die Lehrkraft sich über die zusätzlichen Belastungen, denen das Kind ausgesetzt ist, im Klaren sein und ihm Verständnis und Hilfe entgegenbringen.

Die Schule trägt also in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden dazu bei, eine pädagogisch verantwortungsvolle Talentförderung sicherzustellen.

Ziel der Arbeit ist es, dem Leser die Möglichkeit aufzuzeigen, wie eine Talentförderung unter Berücksichtigung der Schule aussehen kann. Adressaten sollen dabei in erster Linie Lehrkräfte, Eltern, Trainerinnen und Trainer sein, die mit dem Sportler ständig in Kontakt stehen. Aus diesem Grund bedarf es genauester Informationen für diese verantwortungsvollen Personen.
Beginnen möchte ich die Arbeit mit dem theoretischen Teil der Talentproblematik, um den Leser mit dem Talentbegriff vertraut zu machen. Auf dieser Basis gehe ich über zu einem theoretischen Talentkonzept, das ich unter den Aspekten der Talenterkennung, Talentförderung und Talentprognose darstellen werde.

erationsaufgabe von Schule und Verein soll einen zentralen Aspekt dieser Arbeit ausmachen. Wie bekommt man Leistungssportsport und Schule unter einen Hut ? Schulversäumnisse, Nachhilfeunterricht, Versetzungsprobleme usw. sind Problemfaktoren, mit denen der Sportler konfrontiert wird. Hierfür sind schulische Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung des Leistungssports von Nöten, die wohl am zweckdienlichsten mit Hilfe von leistungssportorientierten Einrichtungen in Form von Internaten erfüllt werden. Einrichtungen dieser Art werde ich im praktischen Teil der Arbeit vorstellen. Dabei habe ich die Talentförderkonzepte der Freiburger Fußballschule und der TSG Hoffenheim ausgewählt, die ich anhand bestimmter Kriterien vergleichen und bewerten werde. Dabei wird klar, dass es unterschiedliche Modelle in der Talentförderung gibt.

Ich habe die beiden Förderkonzepte aus dem Fußballsport ausgewählt, da ich selbst aktiver Fußballer bin und mir vorstellen kann, die Rolle des Fußballtrainers einmal zu übernehmen. Als vereinserfahrener Spieler und potentieller Trainer bin ich mir auf der einen Seite den Interessen des Vereins bewusst. Als angehender und verantwortungsbewusster Pädagoge weiß ich auf der anderen Seite, dass mein Handeln von den zukünftigen Interessen der mir anvertrauten jungen Menschen bestimmt sein muss. Die dabei entstehende Nahtstelle könnte zu einer interessanten Aufgabe für mich persönlich werden.

2. Die Talentproblematik

Die Auseinandersetzung mit dem Begriff der Talentproblematik erfolgt in der Regel, um Talente rechtzeitig zu entdecken und sie in einem bestimmten Handlungsfeld zu fördern. Die Talentproblematik hat sich daher in den letzten Jahren zu einem sehr bedeutenden Thema in der Talentförderung des Hochleistungssports entwickelt. Dasselbe gilt auch für andere Bereiche, in denen Höchstleistungen erbracht werden, wie z.B. in der Musik oder in den Naturwissenschaften. Man meint damit Personen mit besonderen Veranlagungen oder Fähigkeiten, von denen man sich bei einer gezielten Förderung auf einem bestimmten Gebiet überdurchschnittliche Leistungen verspricht. Bei der Bearbeitung des Talentbegriffs stoßen wir allerdings auf Schwierigkeiten, da „es bisher keinen operrationalisierten Talentbegriff gibt und somit adäquate Messvorschriften , Beobachtungskategorien, leistungsdiagnostische Verfahren oder Normen der Talentbestimmung fehlen“ (Martin, Nicolaus, Ostrowski & Rost 1999, S. 157).

Der Begriff des Talents wird mit einem Phänomen gleichgesetzt, das uns jedoch relativ unbekannt ist. Trotzdem gibt es in der Praxis des Sports unzählbare solcher Talente. Bei der Annäherung des Talentbegriffs spielen die Begrifflichkeiten Talent, Begabung und Eignung eine zentrale Rolle.

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