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Gegenwärtige und künftige Bedeutung von Lebensmitteln aus ökologischer Produktion

Hauptseminararbeit, 2001, 73 Seiten
Autor: Steffen Langner
Fach: Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 73
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V5465
ISBN (E-Book): 978-3-638-13329-6

Dateigröße: 830 KB


Textauszug (computergeneriert)

Gegenwärtige und künftige Bedeutung
von Lebensmitteln aus ökologischer Produktion

Steffen Langner

Inhalt:

0. Einleitung

1. ökologischer und integrierter Anbau


1.1. ökologischer Anbau
1.1.1. Was sind ökologische Lebensmittel?
1.1.2. Was darf sich ,,Öko" nennen?
1.1.3. Gibt es Kontrollen?
1.1.4. Kennzeichnung

1.2. Ökoverordnung
1.2.1. ökologischer Pflanzenbau
1.2.2. Verordnung zur artgerechten Tierhaltung
1.2.3. Verbandsrichtlinien zur artgerechten Tierhaltung
1.2.4. artgerechtes Futter für das Bio-Vieh

1.3. integrierter Pflanzenbau
1.3.1. Definition
1.3.2. Durch neue Methoden zur gläsernen Produktion
(Institut für Agrartechnik, Bornim)

2. BSE und Co


2.1. BSE und Reaktionen
2.1.1. Was ist BSE?
2.1.2. Erste Fälle und Reaktionen darauf
2.1.3. Großbritannien und Europa
2.1.4. Der erste positive Test
2.1.5. BSE-Fälle nach Bundesländer

2.2. MKS und Reaktionen
2.2.1. Was ist MKS?
2.2.2. Verbreitung auf der Erde
2.2.3. Gegenmaßnahmen
2.2.4. Erneuter Ausbruch
2.2.5. Reaktionen

2.3. Andere Lebensmittelskandale

3. Wende als Folge der Skandale?


3.1. Neues Ministerium

3.2. Zehn Empfehlungen des Aktionsbündnis Ökolandbau:
3.2.1. Programm für den ökologischen Landbau mit klaren Zielvorgaben auflegen
3.2.2. den Dialog unter den Akteuren fördern
3.2.3. Verbraucherinformation und Kennzeichnung verbessern
3.2.4. Organisationen des ökologischen Landbaus unterstützen
3.2.5. den ökologischen Landbau im Rahmen der neuen Politik zur Entwicklung der ländlichen Räume fördern
3.2.6. Agrarumweltprogramme: Anreize schaffen für Ökolandbau
3.2.7. Einzelbetriebliche Investitionsförderung an die ökologische Wirtschaftsweise koppeln
3.2.8. Einzelbetriebliche Investitionsförderung an die ökologische Wirtschaftsweise koppeln
3.2.9. Ausbildung, Beratung und Forschung verbessern
3.2.10. Inspektion und Zertifizierung optimieren

3.3. Gesetzesänderungen des BMVEL

4. Marktchancen


4.1. Handel

4.2. Ökolandbau weltweit

4.3. Handelsaufschwung

4.4. Rentiert sich Ökolandbau für den Bauern?
(Studie: BML)
4.4.1. Faktorenausstattung
4.4.2. Produktionsstruktur
4.4.3. Erträge, Leistungen, Preise
4.4.4. Bilanz
4.4.5. Gewinn- und Verlustrechnung
4.4.6. Gewinn

4.5. Änderung des Konsumverhaltens infolge von Lebensmittelskandalen

4.6. Die Chancen des neuen Öko-Prüfzeichens

5. Zusatzstoffe und Aromen


5.1. Zusatzstoffe
5.1.1. Vorgaben
5.1.2. Keine Zusatzstoffe?
5.1.3. Grundbedingungen
5.1.4. Herstellung von Zusatzstoffen
5.1.5. Rechtlich klar geregelt
5.1.6. E-Nummern und ihre Bedeutung
5.1.7. Zusatzstoffe: Sicher und notwendig, der ,,ADI-Wert".

5.2. Aromen
5.2.1. Definition: Aromen
5.2.2. Aromenverordnung
5.2.3. Warum aromatisieren?
5.2.4. Einschränkungen
5.2.5. Dosierung

6. Produkte aus dem ökologischen Landbau im Vergleich


6.1. Kriterien und Methoden
6.1.1. Qualität
6.1.2. Verkostung
6.1.3. chemisch-analytische Untersuchungsmethoden
6.1.4. die Biophotonen-Messungen (Institut für Biophysik)
6.1.5. der elektrochemische Screening-Test
(FH Weihenstephan/Triesdorf)

6.2. Vergleichsstudien
6.2.1. Vergleich von biologischen und konventionellen Produkten
(Ludwig-Boltzmann-Institut für Biologischen Landbau)
6.2.2. nicht besser, aber schmackhafter?
(Studie: BGVV)

6.2.3. Rückstandsproblematik
(Studie: Stiftung Warentest)
a) Pestizide
b) Schwermetalle
c) Nitrat
6.2.4. Öko-Äpfel schmecken besser
(USA: 5jahres Studie)

7. Ergebnis/Zusammenfassung

 

Einleitung

Kurz vor Beginn des neuen Jahrtausends sind die Blicke nach vorn gerichtet. Neugierig, auch etwas angespannt blicken wir in die Zukunft. ,,Was wird sein?" heißt es, ,,Wie werden wir uns ernähren?", ,,Besser?", ,,Gesünder?". Wer heute etwas über die Zukunft zu sagen hat, hat Konjunktur.
Glaubt man vielen Trendforschern, so steht unsere Ernährung vor einer Zeit des dynamischen Umbruchs. Wo immer wir uns ,,Zwischen Öko-Kost und Designer Food" verorten mögen, eine gesündere, eine funktionalere Ernährung scheint greifbar nahe.
Wir möchten uns hier mit der ,,Öko-Kost" beschäftigen. Dieser Begriff steht für uns nicht allein für spezielle Produkte, mögen diese auch noch so hochwertig sein. ,,Öko-Kost" steht zudem für eine andere Art des Essens, für eine andere Lebensweise. ,,Öko-Kost" zu essen, bedeutet dann Essen als Teil eines umfassenderen Geschehens zu verstehen. Das aber hat wahrlich Geschichte und geht weit hinaus über Ökobilanzen und Ernährungsökologie.
Schon im 19. Jahrhundert fanden Lebensreformer Erfüllung nicht nur im Essen bestimmter Produkte, sondern vielmehr in ihrer bewussten Askese gegenüber mehrheitlich akzeptierten Lebensmitteln. Das andere Essen sollte zeigen, wie anders man selbst war, wie anders das Leben sein könnte. Der nicht notwendige Verzicht war (und ist) Stein des Anstoßes. Die irritierte und herausgeforderte Mehrheit reagiert regelmäßig mit Hohn und Spott.
Eine andere Lebensweise hat andere Bewertungskriterien, die sich nicht nur in alternativen Qualitätsdefinitionen manifestieren, sondern in alternativen Gesellschaftsentwürfen. Utopien dieser Art schaffen immer wieder immer neue Gestaltungsräume. Sie wollen verändern, wollen in gewisser Weise missionieren. Das geht über Wissen, das geht aber auch durch den Appell ans Gemüt und Mitgefühl. Die Lebensreform mag Außenseiter und Aussteiger hervorgerufen haben, doch ihre soziale Basis bildeten stets vorrangig bürgerliche und akademische Gruppen.
Hieraus resultiert eine besondere Attraktivität, so dass weit über die anfängliche Anhängerschaft hinaus neue Befürworter gewonnen werden konnten. Es besteht Einigkeit darüber, dass ,,Öko-Kost" in den nächsten Jahren deutliche Zuwachsraten aufweisen wird, insbesondere weil es sich um Premiumprodukte mit hohem Sozialprestige handelt. Das dem zugrundeliegende alternative Gesellschaftskonzept wird sich dagegen kaum verwirklichen lassen.
Diese Skepsis lässt sich historisch gut begründen, vergleicht man die heutige Situation zum Beispiel mit der in den 30er Jahren. Damals besaß die Lebensreformbewegung schon ähnliche Marktanteile wie in den 90er Jahren und es schien so, als würden sie weitersteigen. Eine natürliche, saisonale, regionale und vorwiegend pflanzliche Kost stellte ja das vorrangige politische Ziel dar. ,,Öko-Kost" bedeutete damals v. a. eine Vielzahl von Vollkornprodukten, Gemüse- und Fruchtsäfte, Margarine aus ungehärtetem Pflanzenfett, hefefreies Gebäck, vollfetter Kakao, brauner Reis, Rohrzucker, Nussfette und ungeschwefelte Südfrüchte, dazu kamen je nach Saison Frischprodukte hinzu; letztere sind Waren, die heute teilweise konventionell erscheinen. Sie wurden jedoch bereits in den 20er Jahren mit dem zuletzt vielzitierten Hippokrates-Zitat ,,Unsere Nahrungsmittel sollen Heilmittel und unsere Heilmittel sollen Nahrungsmittel sein" in den Reformhäusern angeboten.
Der Zweite Weltkrieg beendete jedoch die Phase schnellen Wachstums und danach gelang es der Lebensreformbewegung nicht mehr, den Niedergang der Bewegung aufzuhalten. Erst in den späten 70er Jahren begann ein neuerlicher, sich bis heute erstreckender Wiederaufstieg.
Dieser geht einher mit langsam wachsender Marktorientierung, mit einer wachsenden Palette von Öko-Lebensmitteln, die auch Convenienceaspekte besser berücksichtigen. Der Erfolg ist gepaart mit einer Anspruchsdegression, in der nicht mehr die veränderte Lebensweise, sondern andere, bessere Lebensmittel im Blickpunkt stehen.

Mit vorliegender Arbeit wird versucht, eine Prognose für die nähere Zukunft zu erstellen.
Zunächst befassen wir uns mit den verschiedenen Anbaumethoden, konkret mit dem ökologischen Landbau und dem integriertem Anbau. Dabei sollen die Unterschiede zwischen diesen zwei gar nicht so verschiedenen Wirtschaftszweigen und deren Produkte herausgestellt werden. Nach einer Klärung, was ökologische Lebensmittel sind und wie diese gekennzeichnet werden, werden wir auf die Anfang der neunziger Jahre beschlossenen EU-Verordnung zum ökologischen Landbau eingehen und die wichtigsten Eckpunkte erläutern. In dieser Verordnung wurden tierische Produkte bis Ende der neunziger ausgenommen. Erst nachträglich wurden hier Richtlinien erlassen, um einen EU-weiten einheitlichen Standart auch hier zu gewährleisten. Neben dieser Erneuerung der Verordnung stellen wir dann auch noch die Verbandsrichtlinien zur artgerechten Tierhaltung der AGÖL vor. Diese Richtlinien sind zum Teil umfassender als die gesetzlichen Bestimmungen. In einem weiteren Punkt gehen wir noch auf die artgerechte Fütterung des Bio-Viehs ein.
Im Kapitel zum integrierten Pflanzenbau stellen wir diesen vor und befassen uns mit aktuellen Entwicklungen moderner, computergesteuerter Technik des Instituts für Agrartechnik, die es dem Bauern unter Kosteneinsparung ermöglichen, eine bessere Umweltbilanz seiner Produkte und eine nahezu lückenlose Dokumentation des Erzeugungsprozesses darzustellen. Damit könnte der integrierte Anbau zu einem Konkurrenten des biologischen Anbaus werden.

Im zweiten Kapitel befassen wir uns mit den vorherrschenden Lebensmittelskandalen und die Reaktionen darauf.
Zuerst wird BSE vorgestellt und der Hergang der Seuche in England und dann auch in Kontinentaleuropa, insbesondere Deutschland dargestellt, sowie Reaktionen und Äußerungen verantwortlicher Politiker und Verbandsfunktionären.
Danach wird auf die MKS eingegangen. Nach einer Klärung des Sachverhaltes, nennen wir auch hier Gegenmaßnahmen und wieder auch die Positionen der Politiker und Lobbyisten zu diesem Thema.
Abschließend weisen wir, ohne näher darauf einzugehen, auch noch auf andere Lebensmittelskandale hin. Hier wollen wir versuchen zu erläutern, dass die Häufung der Skandale im Lebensmittelbereich zu einer Verunsicherung der Verbraucher geführt hat. Er weiß schon gar nicht mehr, was er noch essen kann und was nicht.

Auf die von Ministerin Künast und anderen Politikern aus der EU geforderten Agrarwende gehen wir dann im dritten Kapitel ein. Zunächst wird die Neugliederung des Ministeriums und die Besetzung von Frau Künast als Folge des Vertrauensverlust dargestellt. Eine öffentliche Debatte an der sich Beteiligte aus allen Bereichen engagierten begann. Infolge bildete sich auch das Aktionsbündnis Ökolandbau, deren Vorschläge an das BMVEL, wir dann vorstellen. In diesem Papier werden Forderungen gestellt, damit die Öko-Wende, nach Ansicht des Aktionsbündnisses, gelingen kann. Dabei wurde explizit darauf geachtet, dass keine Forderungen oder Ansprüche gestellt werden, die außerhalb der Kompetenzen des Ministeriums liegen und damit eh unerfüllbar wären.
Hieran anschließend haben wir dann die konkreten Gesetzesänderungen und die Beschlüsse des PLANAK gestellt.

Im vierten Kapitel befassen wir uns mit den Marktchancen ökologischer Produkte. Nachdem wir die Position ökologischer Produkte auf dem internationalen und nationalen Märkten dargestellt haben, befassen wir uns mit dem konkreten Anteil der ökologischen Bewirtschaftung in der Landwirtschaft. Der Aufschwung in diesem Handelssektor wird ebenso beleuchtet. Einer wichtigen Fragestellung, nämlich: ,,Rentiert sich der Ökolandbau auch für den Bio-Bauer?", gehen wir mit einer Auswertung einer Wirtschaftserhebung aus dem Wirtschaftsjahr 98/99 auf den Grund. In dieser Erhebung wurden alle wirtschaftlichen Daten von ca. 450 Betrieben erfasst. Ca. ein drittel dieser Betriebe waren Betriebe des Ökologischen Landbaus.
Ein weiterer Punkt ist hier auch eine mögliche Konsumveränderung des Verbrauchers infolge der Häufung der Lebensmittelskandale in den letzten Jahren und der Verharmlosung durch Politiker und Funktionäre.
Dann, als letzten Unterpunkt, beleuchten wir noch die Chancen des neu eingeführten Öko-Prüfzeichen.
Das fünfte Kapitel widmet sich ausschließlich den Zusatzstoffen und Aromen. Neben den gesetzlichen Vorgaben befassen wir uns hier mit den Grundbedingungen, der Herstellung, den entsprechenden Verordnungen und allgemeinen Grundlagen. E-Nummern und ihre Bedeutung, als auch der ADI-Wert werden hier näher erläutert.

Im sechsten Kapitel wird es spannend. Hier befassen wir uns mit Vergleichen zwischen Produkten aus ökologischer und konventioneller Produktion. Nachdem wir auf Qualitätskriterien eingehen, die schwer zu fassen sind, wenden wir uns den Methoden zur Qualitätsbestimmung zu. Neben den klassischen, der Verkostung und der chemisch-analytischen Labormethode, stellen wir noch andere, neuere Methoden vor. Zum einem die Biophotonen-Messungen (Institut für Biophysik, Kaiserslautern) mit der die Vitalqualität von Lebensmittel untersucht werden kann und zum anderen den elektrochemischen Screening-Test aus der FH Weihenstephan/Triesdorf. Diese beiden Methoden können aber keineswegs die zuvor genannten ersetzen, sondern nur ergänzen.
Im zweiten Teil dieses Kapitels beschäftigen wir uns mit vier verschiedenen Untersuchungen, in denen ökologische und konventionelle Produkte nach unterschiedlichen Methoden verglichen wurden.

Im siebten Kapitel fassen wir unsere in den zuvor genannten Punkten gemachten Erfahrungen zusammen und versuchen einen Trend aufzuzeigen. Darin sollen auch die Marktchancen der biologischen Landwirtschaft und ihrer Produkte eingeschätzt werden.

1. ökologischer und integrierter Anbau

[...]


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