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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1999, 39 Pages
Author: Christina Manthe
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg (Fachbereich Germanistik)
Tags: Geschichte, Hebräischen, Hauptseminar, Probleme, Etymologie
Year: 1999
Pages: 39
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13331-9
File size: 215 KB
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Excerpt (computer-generated)
Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg
FB 11/Germanistik
SS 1999
HS "Probleme der Etymologie "
Hausarbeit
Die Geschichte des Hebräischen
Vorgelegt von:
Christina Manthe
Geschichte (8)
Germanistik (6)
Gliederung
1. Einleitung S. 3
2.1 Die Einordnung des Hebräischen innerhalb der semitischen Sprachgruppe S. 4
2.1.1 Die Bezeichnung "semitisch" S. 4
2.1.2 Spezifische Kennzeichen der semitischen Sprachen S. 6
2.1.3 Das Verbreitungsgebiet der semitischen Sprachgruppe S. 7
2.1.4 Die Unterscheidung der semitischen Sprachen S. 8
2.2 Nordostsemitisch S. 9
2.3 Westsemitisch S. 11
2.3.1 Südwestsemitisch S. 13
2.3.1.1 Südarabisch S. 13
2.3.1.2 Nordarabisch S. 14
2.3.2 Nordwestsemitisch S. 16
2.3.2.1 Aramäisch S. 16
2.3.2.2 Kanaanäisch S. 18
2.3.2.2.1 Mittelkanaanäisch: Phönizisch S. 19
2.3.2.2.2 Südkanaanäisch S. 20
2.4 Hebräisch S. 21
2.4.1 Biblisches Hebräisch S. 21
2.4.2 Mischna-Hebräisch/Rabbinisches Hebräisch S. 25
2.4.3 Mittelalterliches Hebräisch (Neuhebräisch) S. 27
2.4.4 Modernhebräisch S. 30
2.4.4.1 Die Haskalah S. 30
2.4.4.2 Der Zionismus und Eliezer Ben Yehuda S. 32
2.4.4.3 Israelisches Hebräisch S. 33
2.4.4.3.1 Probleme des Israelischen Hebräisch S. 36
3. Ausblick S. 38
Bibliographie S. 39
1. Einleitung
Nach biblischer Überlieferung und dem Glauben orthodoxer Juden war Hebräisch die Ursprache der Menschheit; da nach Genesis 3,20 Eva (hebr. chawa) die "Mutter aller, die da leben" (chai) war und unverkennbar einen hebräischen Namen trug, läßt sich daraus schlüssig ableiten, daß die gemeinsame Sprache der damals existierenden Menschheit (Adam und Eva) Hebräisch war. Dies hat sich bis zum Turmbau zu Babel offenbar nicht geändert.1
Doch natürlich ist Hebräisch für den aufgeklärten Menschen als "Ursprache" der Menschheit nicht mehr von Bedeutung; vielmehr gründet sich die heutige wissenschaftliche Beschäftigung mit der hebräischen Sprache darauf, daß Hebräisch (1) immer noch Kultsprache der mosaischen Religion und in gewisser Weise auch des Christentums ist, (2) eine der ältesten Kultursprachen der Welt und (3) die einzige Sprache überhaupt ist, die nach 2000 Jahren erfolgreich als Gebrauchssprache wiederbelebt worden konnte.
Der erste Teil der hier vorliegenden Arbeit soll einen Überblick über die dem Hebräischen verwandten Sprachen geben, um es innerhalb der semitischen Sprachgruppe einzuordnen und ihre möglichen Einflüsse zu erklären. Der zweite Teil wird sich ausführlicher mit der Geschichte des Hebräischen beschäftigen.
2.1 Die Einordnung des Hebräischen innerhalb der semitischen Sprachgruppe
2.1.1 Die Bezeichnung "semitisch"
Obschon die Verwandtschaft der wichtigsten semitischen Sprachen "bereits den jüdischen und islamischen Grammatikern des Mittelalters bekannt" war, erwachte das Interesse an der Semitistik im christlichen Europa erst im 16. Jahrhundert; die Bezeichnung "semitisch" selbst wurde 1781 durch L. v. Schlözer zum Ausdruck gebracht.2 Sie geht zurück auf Genesis 10, 21-313 (die Semiten als die Nachkommen des Noahsohnes Sem) und wird als Benennung für eine "Sprachgemeinschaft", "nicht aber [..] ein Volkstum, eine Rasse oder eine Kultur", verwendet,4 "that share common features of phonology, morphology, syntax and vocabulary"5.
Für die semitische Sprachgruppe wird, wie für das Indogermanische, ein Urtypus ("Proto-Semitic") vorausgesetzt,6 der zwar nicht mehr zu rekonstruieren ist, aber doch charakteristische Merkmale erkennen läßt.7 Wohl eher spekulativ ist die Vermutung Körners, es habe eine "semitisch-hamitisch-indoeuropäische[] Sprachgemeinschaft um 6000 v. Chr." bestanden, die allerdings "nicht mehr lokalisierbar" sei.8
Körner nimmt wegen des großflächigen Verbreitungsgebiets eine wahrscheinliche frühe Aufspaltung dieser Ursprache in Dialekte an;9 heutzutage treten etwa siebzig verschiedene semitische Sprachen oder Dialekte auf10. Dabei ist jedoch zu beachten, daß die Grenzen des semitischen Verbreitungsgebietes und der Zugehörigkeit zum Semitischen nicht klar festgelegt werden können, da auch Sprachen wie beispielsweise das Libysche - als hamitische Sprache mit dem Semitischen verwandt11 - Züge aufweisen, die eine Klassifizierung als semitisch nicht ganz abwegig erscheinen lassen.12
Sáenz-Badillos merkt ferner an, daß bei der Zuordnung einzelner Sprachen zum Semitischen von einigen Forschungsrichtungen nicht nur sprachliche, sondern auch geographische, historische und kulturelle Gegebenheiten berücksichtigt würden, obschon die unsichere Überlieferung diesen Sachverhalten höchstens den Stellenwert von Hypothesen zuweisen kann.13
Die semitische Sprachgruppe gilt als verwandt mit der hamitischen, mit Ägyptisch, (Libysch-)Berberisch und Kuschitisch14 sowie Tschadisch und eventuell Omotisch, mit der sie zusammen den sogenannten afro-asiatischen oder hamito-semitischen Sprachstamm bildet.15
2.1.2 Spezifische Kennzeichen der semitischen Sprachen
Kennzeichnend für die semitischen Sprachen sind einmal zahlreiche emphatische Konsonanten, das heißt pharyngalisierte (Rachenlaute) und glottalisierte (Knacklaute). Für das Semitische ist ferner die Wurzelflexion charakteristisch, also die Beugung von - meist drei - "Radikalen" (deswegen auch "Triliteralität" genannt).
In der Morphologie des Verbs gibt es "zwei Aspektformen mit unterschiedlichen Konjugationsmustern"; einerseits das Perfekt, das das Präteritum ausdrückt, andererseits das Imperfekt zur Darstellung von Präsens respektive Futur.16
Das "reiche Diathesen-System"17 der semitischen Sprachen enthält "Konjugationsformen" zur "Modifikation[] des Verbalbegriffes"; im Hebräischen sind dies sieben, Binjanim genannte Stammesmodifikationen.18 Die Grundform, Pa′al oder Kal, besteht aus dem Grundstamm des Verbs; das Pi′el drückt die Intensität der Handlung oder den Kausativ aus. Ebenfalls kausative, dazu aber noch deklarative Bedeutung hat das Hif′il, während das Hitpa′el reflexive oder reziproke Handlungen bezeichnet. Nif′al, Pu′al und Hof′al sind die Passivformen von Pa′al, Pi′el und Hif′il.
[...]
1 Genesis 11, 1: "Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache", bis "der HErr daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache" (11, 9).
2 Bauer/Leander 1; Bußmann 680f. ("Semitisch"); Körner 13.
3 Kutscher 3.
4 Körner 13.
5 Kutscher 3; vgl. Körner 13.
6 Körner 13; Kutscher 3.
7 Kutscher 3.
8 Körner 14.
9 Körner 13.
10 Sáenz-Badillos 3.
11 Kutscher 4.
12 Sáenz-Badillos 4.
13 Sáenz-Badillos 6f.
14 Kutscher 4.
15 Bußmann 54f. ("Afro-Asiatisch").
16 Bußmann 681 ("Semitisch").
17 Bußmann 681 ("Semitisch").
18 Simon 51.
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