Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Thesis (M.A.), 2004, 137 Pages
Author: MA Ulrike Ziegler
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Details
Tags: Gawein, Freund, Eine, Untersuchung, Freundschaft, Gawein, Titelhelden, Iwein, Parzival
Year: 2004
Pages: 137
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 78 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-49901-9
File size: 580 KB
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur
Universität Passau
Gawein als Freund -
Eine Untersuchung der Freundschaft zwischen Gawein und den Titelhelden im "Iwein" und im "Parzival"
Schriftliche Hausarbeit zur Erreichung des Magistergrades
vorgelegt von: Ulrike Ziegler M.A.
vorgelegt im: Dezember 2002
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung ... 1
2. Grundlagen ... 4
2.1 Wortgeschichte: Die Doppelbedeutung von „Freund“ ... 4
2.2 Der soziologische Hintergrund: Verwandtschaft und Freundschaft im Mittelalter ... 6
2.2.1 Die Verwandtschaft ... 7
2.2.2 Die Freundschaft ... 8
2.2.2.1 Parallelen zur Verwandtschaft ... 9
2.2.2.2 Die Gemeinschaft der iuvenes als Pendant zur Artusgemeinschaft ... 11
2.2.2.3 Die Freundschaft als Tugend und Teil der höfischen Erziehung und ihr Zusammenhang mit antiken und christlichen Vorbildern ... 12
2.2.3 Wortgeschichte: „geselle“ und „geselleschaft“ als konkurrierende Begriffe zum „Freund“ und zur „Freundschaft“ ... 17
3. Das Motiv des Freundes in der Artusliteratur ... 19
4. Hartmann von Aue: ´Iwein` ... 21
4.1 Die Freundschaft zwischen Iwein und Gawein ... 23
4.1.1 Die Verse 1 bis 2762: Iweins besondere Beziehung zu seinem Vorbild Gawein und sein gesellschaftlicher Aufstieg durch die Heirat mit Laudine ... 23
4.1.2 Die Verse 2763 – 3540: Gaweins verhängnisvoller Freundesrat und Iweins Wahnsinn ... 30
4.1.2.1 Die Konsequenzen für Iwein ... 32
4.1.2.2 Die Konsequenzen für Gawein ... 32
4.1.3 Die Verse 3505 bis 5575: Die Bewährung Iweins ... 35
4.1.4 Der Freundeskampf zwischen Iwein und Gawein ... 39
4.1.4.1 Der Freundeskampf innerhalb der Artusepik ... 40
4.1.4.2 Das Verkennen als Ausgangssituation beim Kampfbeginn ... 42
4.1.4.3 Die Allegorie von minne und haz ... 46
4.1.4.3.1 Exkurs: Die Freundschaft zwischen Iwein und Gawein als Parallele zu Iwein und Laudine ... 47
4.1.4.3.2 Rhetorik und Antithetik der minne und haz – Allegorie ... 48
4.1.4.4 Die Beschreibung des Kampfes ... 49
4.1.4.5 Das Erkennen der Freunde nach dem Kampf ... 52
4.2.4.5.1 Exkurs: Iweins und Gaweins Stellung zum Recht und die Folgen für den Artushof ... 55
4.1.4.6 Die Reintegration Iweins an den Artushof : Überwindung der Krisis ... 58
4.1.5 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse ... 59
4.1.5.1 Iwein ... 59
4.1.5.2 Gawein ... 60
4.1.5.3 Die Darstellung der Freundschaft im ´Iwein` ... 61
4.2 Sprachliche Untersuchung: Die Verteilung der Lexeme vriunt und geselle in Hartmanns ´Iwein` ... 63
5. Wolfram von Eschenbach: ´Parzival` ... 67
5.1 Exkurs: Das Freundesgleichnis im Prolog des I. Buches ... 69
5.2 Die Bücher I und II: Die Geschichten von Gahmuret ... 71
5.3 Buch III: Parzivals Leben in der Einöde und sein Ausritt zum Artushof ... 72
5.4 Buch IV: Das Königreich Brobarz und Parzivals Ehe mit Condwiramurs ... 74
5.5 Buch V: Parzivals Frageversäumnis ... 76
5.6 Buch VI ... 77
5.6.1 Die Bluttropfen – Szene ... 78
5.6.2 Parzivals Aufnahme in die Tafelrunde ... 81
5.6.3 Der Abschied der Freunde ... 82
5.6.4 Vergleich der wichtigsten Passagen des VI. Buches mit Chrétien ... 86
5.7 Die erste Gawanpartie: Die Bücher VII und VIII. Gawans Funktion als „Katalysator der Menschlichkeit“ innerhalb gestörter Gesellschaften ... 87
5.7.1 Buch VII ... 89
5.7.1.1 Gawan und Obilot ... 89
5.7.1.2 Parzival und Gawan ... 91
5.7.1.3 Vergleich mit Chrétien ... 92
5.7.2 Buch VIII ... 93
5.7.2.1 Das Verhältnis zu Antikonie: Kritik an Gawan? ... 93
5.7.2.2 Die Lösung des politischen Konflikts durch Gawan ... 94
5.7.2.3 Parzivals Kampf gegen Vergulaht ... 95
5.8. Buch IX: Parzivals Umkehr und Selbsterkenntnis durch Trevrizent ... 96
5.9. Die zweite Gawanpartie: Buch X – XIII ... 97
5.9.1 Buch X: Gawan auf dem Weg nach Schastel Marveile ... 97
5.9.1.1 Die Heilung Urjans: Gawans medizinische Fähigkeiten ... 98
5.9.1.2 Gawan und Orgeluse ... 99
5.9.1.3 Vergleich mit Chrétien ... 99
5.9.2 Buch XI: Gawans Kampf auf Schastel Marveile ... 100
5.9.3 Buch XII: Gawan ´heilt` Orgeluse ... 101
5.9.4 Buch XIII: Die Heilung der Hofgesellschaft ... 103
5.9.4.1 Exkurs: Das Freundschaftsgleichnis ... 104
5.9.4.2 Vergleich mit Chrétien ... 105
5.10 Buch XIV: Der Freundeskampf und seine Folgen ... 106
5.10.1 Allgemeines zum Freundes – und Verwandtenkampf ... 106
5.10.2 Der Kampf zwischen Parzival und Gawan ... 107
5.10.3 Die Situation nach dem Kampf ... 112
5.10.4 Die Folgen des Kampfes für Parzival ... 114
5.11 Buch XV: Parzivals Berufung zum Gral ... 115
5.12 Buch XVI: Die Erlösung der Gralsgesellschaft durch Parzival ... 115
5.13 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse ... 116
5.13.1 Parzival ... 116
5.13.2 Gawan ... 117
5.13.3 Die Freundschaft zwischen Gawan und Parzival ... 119
5.14 Sprachliche Untersuchung ... 120
6. Schlusswort ... 122
7. Bibliographie ... 124
1. Einführung
In den klassischen Artusgeschichten sind die Ritter der Artusgemeinschaft durch einen Eid verbunden. Sie geloben, „allen Hilfesuchenden beizustehen, die Schwachen, insbesondere die Frauen, zu beschützen.“1 Dieser Eid der Geselleschaft, der einer praktischen Freundschaft gleicht, ist für die Mitglieder verbindlich. Sie stehen sich treu und loyal gegenüber und treten füreinander ein. Dabei sind zwei der Gesellen um Artus immer enger miteinander verbunden: Gawein und den Titelhelden verbindet meist mehr als eine reine Bündnisfreundschaft. Gawein2 gilt als der vollendetste aller Ritter der Artusgemeinschaft. Er tritt als treuer Freund und Ratgeber der Hauptprotagonisten auf und beeinflusst damit wesentlich das Geschehen. „Er verkörpert das Maß (..)“, so Maria Bindschedler.3 An seiner Klugheit, seinem Taktgefühl und seiner vollendeten Ritterlichkeit können Iwein und Parzival sich messen, von ihm lernen und so ihrer Bestimmung nachkommen.
Um die Untersuchung der Freundschaft zwischen Iwein und Gawein, bzw. Parzival und Gawan soll es nun gehen.
Die Handlungsträger im Artusroman sind im Gegensatz zu Gawan noch nicht vollkommen. Sie müssen sich erst bewähren und den rechten Weg finden. In den zu untersuchenden Romanen handelt es sich um Iwein und um Parzival, die vorerst noch aus fehlgeleiteten Beweggründen agieren und erst nach und nach die volle Integration an den Artushof bzw. an den Gralshof schaffen.
Dietrich Homberger hat sich eingehend mit der Gaweinfigur in der gesamten Artusepik befasst und betont die wichtige Funktion des Helden:
„In Gawein hat sich die Artusepik ihren vollkommensten Vertreter geschaffen, der als Wunsch- und Idealbild für lange Zeit Gunst und Geltung besitzt, und es lässt sich sagen, dass er noch vor König Artus, der in vielen Epen eine nur repräsentative Rolle und mehr passive Rolle spielt, handelnd und kämpfend die Fragen der höfischen Gesittung und der ritterlichen Tapferkeit exemplarisch löst. Diese Funktion Gaweins erscheint geradezu als Leitmotiv.“4
Wie schon Xenja von Ertzdorff5 in ihrer Arbeit über die höfische Freundschaft erkannt hat, wird die Freundschaft zwischen Gawein und den Titelhelden im ´Parzival` und und ´Iwein`besonders hervorgehoben und hat eine zentrale Funktion. Es soll nun dargelegt werden, wie die Gaweinfigur charakterisiert wird, wie die Freundschaft Gaweins zu den Helden aufgebaut ist und wie sie sich auf das gesamte Geschehen und die Entwicklung der Hauptfiguren auswirkt.
Um jedoch auf die Besonderheiten der Darstellung dieser freundschaftlichen Beziehungen eingehen zu können, möchte ich vor der Textanalyse die wortgeschichtlichen, soziologischen und motivgeschichtlichen Hintergründe zum Thema der Freundschaft im Mittelalter untersuchen. Dabei werde ich Forschungsergebnisse aus der mittelalterlichen Geschichte zum Thema der Freundschaft miteinbeziehen, da sie den Einstieg in die Thematik und den literaturwissenschaftlichen Zugang erleichtern.
Gerade zur Freundschaftsdarstellung in der mittelhochdeutschen Literatur ist die Forschungslage bisher recht spärlich. Es gibt zwar brauchbare Ansätze, allerdings wurden bei den meisten Interpretationen und Studien die Einflüsse aus Antike und Christentum zu sehr in den Vordergrund gerückt. Zwar lassen sich diese Einflüsse nicht völlig von der Hand weisen, da die christlichen und antiken Schriften bekannt waren und vielen belesenen Autoren auch zugänglich gewesen sein dürften. Jedoch sollten sie nur in Verbindung mit den tatsächlichen, weltlichen Funktionen der Freundschaft in der mittelalterlichen Gesellschaft herangezogen werden. Ich halte es deshalb für sinnvoll, über die historischen und literaturhistorischen Betrachtungen hinaus, anthropologische und soziologische Forschungsergebnisse heranzuziehen, die es ermöglichen, den Rahmen der mediävistischen Perspektive zumindest kurzzeitig zu verlassen.
Bisher hat eine umfassende Sichtweise in den literaturwissenschaftlichen Diskursen oftmals gefehlt, so dass wichtige Einflüsse in den Werken oftmals übergangen oder zu einseitig interpretiert wurden.
Eine relativ gute Grundlage für die Untersuchung der höfischen Freundschaft zwischen Gawein und den Titelhelden im „Iwein“ und „Parzival“ liefert Xenja von Ertzdorff. Sie befasst sich hauptsächlich mit der Beziehung zwischen Iwein und Gawein bzw. Parzival und Gawein.
Gewichtige Ansätze für eine neuere, weitsichtigere Untersuchung der literarischen Darstellung der Freundschaft geben in literaturwissenschaftlicher Hinsicht die Arbeiten von Theodor Nolte6 und Klaus Speckenbach7.
In historischer Sichtweise vervollständigen die Veröffentlichungen von Gerd Althoff8 und Stephen C. Jaeger9 die Darstellung.
Ich werde auf alle diese Forschungsarbeiten und bisherigen Ergebnisse eingehen, um die dargestellte Freundschaft hermeneutisch untersuchen zu können. Bevor man aber näher auf die Freundschaft eingeht, sollte man als Grundlage noch einen kurzen Blick auf die Verwandtschaft im Mittelalter werfen. Wie zu sehen sein wird, ist die Freundschaft im Mittelalter der Verwandtschaft nachgebildet sie ist geradezu institutionalisiert. Deshalb halte ich es für sinnvoll, erst kurz die Bedeutung und Funktion der Verwandtschaft im Mittelalter zu betrachten.
Außerdem ist die Freundschaft der Helden Parzival und Gawein in Wolfram von Eschenbachs Werk zur Verwandtschaft gesteigert. Welche Bedeutung das im Gesamtkontext der Erzählung hat und wie dies zu deuten ist, soll ebenfalls geklärt werden.10
[...]
1 Bindschedler, Maria: Die Dichtung um König Artus und seine Ritter. In: DVjS 31 (1957), S. 84 – 100; hier S. 86.
2 Im Einführungsteil verwende ich die Namensform „Gawein“, die Hartmann von Aue in die deutsche Literatur eingeführt hat.
3 Bindschedler, 1957, S. 94.
4 Homberger, Dietrich: Gawein. Untersuchungen zur mittelhochdeutschen Artusepik. Diss. masch. Bochum: 1969; hier S. 10.
5 von Ertzdorff, Xenja: Höfische Freundschaft. In: DU 14 (1962); S. 35 – 51.
6 Nolte, Theodor: Der Begriff und das Motiv des Freundes in der Geschichte der deutschen Sprache und älteren Literatur. In: Frühmittelalterliche Studien 24 (1990); S. 126 - 144.
7 Speckenbach, Klaus: Freundesliebe und Frauenliebe im Prosa – Lancelot: Sonderausdruck aus: Vox Sermo Res: Beiträge zur Sprachreflexion, Literatur- und Sprachgeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Hrsg. von Wolfgang Haubrich u.a. Stuttgart, Leipzig: S. Hirzle 2001; S. 131 - 142.
8 Althoff, Gerd: Verwandte, Freunde und Getreue. Zum politischen Stellenwert der Gruppenbindungen im frühen Mittelalter. Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft 1990.
9 Jaeger, Stephen C.: Ennobling love. In search of al lost sensibility. Philadelphia, Pennsylvania: University of Pennsylvania Press 1999; die wichtigsten Thesen und Zusammenfassungen sind auch dargestellt in Jaeger, Stephen C.: Liebe im Unterricht – Liebe als Unterricht. Hof und Kathedralschule in der Entstehung der `Höfischen Liebe`. In: Erkennen und Erinnern in Kunst und Literatur: Kolloquium Reisenburg, 4. - 7. Januar 1996 / in Verbindung mit Wolfgang Frühwald, hrsg. von Dietmar Peil. Tübingen: Niemayer 1998. S. 19-34.
10 Ich verzichte aus Gründen der Übersichtlichkeit darauf, an dieser Stelle bereits meine Vorgehensweise zu den beiden Werken Parzival und Iwein zu begründen und darzulegen. Ich schildere dies erst jeweils vor Beginn des jeweiligen Kapitels.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
"Legendarisches" und "Höfisches" in Hartmanns Bearbeitung der Gregorius-Legende
Author: M.A. Matthias ReimGerman Studies - Older German Literature, Mediaevistik, 2004 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Hartmanns "Der arme Heinrich" und die Gattungsproblematik
Author: Frauke KasterGerman Studies - Older German Literature, Mediaevistik, 2004 Download as PDF-file for 8,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: