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Scholary Paper (Seminar), 2005, 18 Pages
Author: Susanne Schlink
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Tags: Journalismus, Sicht, Cultural, Studies, Systemtheorie, Journalismusforschung
Year: 2005
Pages: 18
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 23 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-50043-2
ISBN (Book): 978-3-638-78255-5
File size: 126 KB
Die Arbeit setzt sich mit der unterschiedlichen Behandlung des Journalismusbegriffes in der Systemtheorie und in den Cultural Studies auseinander. Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gibt es und wie sind diese zu bewerten?
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Abstract
Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat der Journalismus einen Wandel erfahren. Vor allem mit dem Aufkommen der privaten Fernsehanstalten Mitte der 1980er Jahre hat das deutsche Medienpublikum eine Fülle an Unterhaltungsprogrammen erhalten. Der Journalismus, nun zunehmend auf wirtschaftliche Interessen bedacht, hat sich mehr und mehr auf Unterhaltung spezialisiert, zu Lasten des an Fakten orientierten Informationsjournalismus. „Entpolitisierung“, „Personalisierung“, „Boulevardisierung“, ja, sogar „Schreinemakerisierung“ lauten die – meist negativ belasteten – Begriffe, die den heutigen populären Journalismus charakterisieren. Diese Tendenz ist auch durch das Aufkommen neuer Formate und Genres zwischen Faktizität und Fiktionalität, die insbesondere die aktuellen Fernsehangebote prägen, zu beobachten. Reality-TV, politische Talk-Shows und Doku-Dramen bieten Information und Unterhaltung zugleich. „Journalismus ist nicht mehr über seine Informationsfunktion und über die Erfüllung einer öffentlichen, am Gemeinwohl ausgerichteten Aufgabe definierbar, sondern dient zunehmend der Unterhaltung und befriedigt ökonomische Interessen“. Um diese Entwicklung angemessen erfassen zu können, wird der Ruf nach einer veränderten Journalismusforschung laut. Innerhalb der Diskussion in der Deutschen Kommunikationswissenschaft, haben sich zwei Konzepte herauskristallisiert: Der Cultural Studies Approach einerseits und die Systemtheorie auf der anderen Seite. Die Hauptvertreter im deutschen Raum sind Rudi Renger, Elisabeth Klaus und Margreth Lünenborg, sowie Armin Scholl und Siegfried Weischenberg. In der vorliegenden Arbeit soll nun der jeweilige Journalismusbegriff der beiden theoretischen Ansatzpunkte herausgearbeitet und gegenübergestellt werden. Ferner werden grundlegende Eigenschaften der beiden Forschungsdisziplinen erklärt und ihr erhoffter Ertrag für die Journalismusforschung erläutert. Da es kein einheitliches Konzept von Cultural Studies bzw. nicht die Systemtheorie gibt, beschränken sich die folgenden Ausarbeitungen auf die Literatur der oben genannten Vertreter.
Excerpt (computer-generated)
Ludwigs-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
Seminararbeit im Rahmen des Seminars „Neuere Theorieansätze: Journalismusforschung“
Hauptfach Kommunikationswissenschaften (Bachelor)
Journalismus aus Sicht der Cultural Studies und der Systemtheorie
eingereicht von:
Susanne Katharina Schlink
Wintersemester 2005/06
Inhaltsverzeichnis:
1 Informations- vs. Populärer Journalismus ... 3
2 Journalismusforschung heute ... 4
2.1 Aktueller Trend ... 4
2.1.1 Die Kritik an der momentanen Journalismusforschung ... 4
2.2 Was sind Cultural Studies? ... 5
2.2.1 Wissenschaftstheoretisches Verständnis ... 5
2.2.2 Kulturbegriff ... 6
2.2.3 Machtbegriff ... 6
2.2.4 Theorien ... 7
2.3 Die Systemtheorie ... 7
3 Journalismusforschung im Rahmen der Cultural Studies und der Systemtheorie ... 10
3.1 Definition ... 10
3.2 Gegenstand ... 11
3.3 Macht ... 12
3.4 Kultur ... 13
3.5 Leistung des Journalismus ... 13
3.6 Rezipientenrolle ... 14
3.7 Empirische Studien 15
4 Schlusswort ... 16
5 Literaturverzeichnis ... 17
1 Informations- vs. populärer Journalismus
Innerhalb der letzten Jahrzehnte hat der Journalismus einen Wandel erfahren. Vor allem mit dem Aufkommen der privaten Fernsehanstalten Mitte der 1980er Jahre hat das deutsche Medienpublikum eine Fülle an Unterhaltungsprogrammen erhalten. Der Journalismus, nun zunehmend auf wirtschaftliche Interessen bedacht, hat sich mehr und mehr auf Unterhaltung spezialisiert, zu Lasten des an Fakten orientierten Informationsjournalismus.
„Entpolitisierung“, „Personalisierung“, „Boulevardisierung“, ja, sogar „Schreinemakerisierung“ (Weischenberg 1997, zitiert nach Klaus/Lünenborg 2000) lauten die – meist negativ belasteten – Begriffe, die den heutigen populären Journalismus charakterisieren ( vgl. Klaus/Lünenborg 2000, Renger 2004). Diese Tendenz ist auch durch das Aufkommen neuer Formate und Genres zwischen Faktizität und Fiktionalität, die insbesondere die aktuellen Fernsehangebote prägen, zu beobachten. Reality-TV, politische Talk-Shows und Doku-Dramen bieten Information und Unterhaltung zugleich (Lünenborg 2002).
„Journalismus ist [...] nicht mehr über seine Informationsfunktion und über die Erfüllung einer öffentlichen, am Gemeinwohl ausgerichteten Aufgabe definierbar, sondern dient zunehmend der Unterhaltung und befriedigt ökonomische Interessen“ (Scholl 1997, S. 483). Um diese Entwicklung angemessen erfassen zu können, wird der Ruf nach einer veränderten Journalismusforschung laut. Innerhalb der Diskussion in der Deutschen Kommunikationswissenschaft (vgl. Klaus/Lünenborg 2000, Scholl 2000), haben sich zwei Konzepte herauskristallisiert: Der Cultural Studies Approach einerseits und die Systemtheorie auf der anderen Seite.
Die Hauptvertreter im deutschen Raum sind Rudi Renger, Elisabeth Klaus und Margreth Lünenborg, sowie Armin Scholl und Siegfried Weischenberg. In der vorliegenden Arbeit soll nun der jeweilige Journalismusbegriff der beiden theoretischen Ansatzpunkte herausgearbeitet und gegenübergestellt werden. Ferner werden grundlegende Eigenschaften der beiden Forschungsdisziplinen erklärt und ihr erhoffter Ertrag für die Journalismusforschung erläutert.
Da es kein einheitliches Konzept von Cultural Studies bzw. nicht die Systemtheorie gibt, beschränken sich die folgenden Ausarbeitungen auf die Literatur der oben genannten Vertreter, um den Rahmen der Seminararbeit nicht zu sprengen.
2 Journalismusforschung heute
2.1 Der aktuelle Trend:
Getreu dem Motto „minimale journalistische Leistungen [führen] zu maximalen ökonomischen Erfolg“ (Renger 2004, S. 359) geht das Medienprogramm weg vom Informations- hin zum marktorientierten und populären Journalismus, denn mit Unterhaltungsangeboten können nicht nur mehr Leser bzw. Zuseher erreicht werden, sondern dessen Produktion ist auch noch günstiger als die von Nachrichtenangeboten. Das führt unter anderem auch dazu, dass die Medienmacher zwischen ihrer journalistischen Verantwortlichkeit, die ihnen gesetzlich durch das Grundgesetz und die Staatsverträge auferlegt ist, einerseits und der Verantwortlichkeit gegenüber Märkten, Verlegern, Teilhabern und Geldgebern andererseits stehen. (Renger 2004).
Den Gesetzen der Medienökonomie folgend, ist das Erreichen eines großen Publikums überlebenswichtig für Medien. Und das Publikum konsumiert Medien nicht nur aus kognitiven, sondern viel mehr aus affektiven Gründen. Habitualisierung oder Eskapismus sind nur einige der Gründe, warum Rezipienten ein bestimmtes Nutzungsverhalten zeigen. Zur Befriedigung dieser Bedürfnisse eignen sich Unterhaltungsangebote besser als Orientierungsangebote, die vom Rezipienten größere Aufmerksamkeit fordern. (Lünenborg 2002).
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