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Max Weber - Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

Autor: Anne Weber
Fach: Soziologie - Klassiker, Grundlagen und Theorierichtungen

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Details

Veranstaltung: Modernisierungstheorien
Institution/Hochschule: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 18
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 158 KB
Archivnummer: V54990
ISBN (E-Book): 978-3-638-50053-1

Textauszug (computergeneriert)

Max Weber - Die protestantische Ethik und
der Geist des Kapitalismus

von: Anne Weber

 


1. Einleitung

2. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

2.1 Die Lehre Calvins und das Dogma von der Gnadenwahl
2.2 Askese und rationale Lebensführung
2.3 Die Folge: Kapitalismus
2.4 Was bleibt von der Religion?
2.5 Wertsphären und Bürokratisierung

3. Kritik an der Weberschen Theorie

 


 

1. Einleitung

Im Mittelpunkt des Interesses Max Webers steht die Frage danach, was Moderne ist und wie bzw. wo sie entsteht. Als besonders modern stuft Weber den westeuropäischen Bereich ein, und er versucht aufzudecken, warum sich gerade Westeuropa zu einer spezifisch modernen Gesellschaft entwickelt hat. Um Antworten zu finden, stellt Max Weber Untersuchungen in verschiedenen Bereichen an, wie zum Beispiel Wirtschaft, Politik, Kunst, Staat und Religion. Hierbei stellt er fest, dass alle diese Bereiche eines gemeinsam haben, und zwar Rationalität. Einzig im Okzident findet Weber also eine Rationalität der gesamten Lebensführung vor. Rationalität bedeutet zunächst einmal einen gesellschaftlichen Prozess, indem der Alltag zunehmend durch Kalkulation und rationales Handeln bestimmt ist. Es geht also um Ordnung und Systematisierung zum Zwecke der Effektivitätssteigerung. Rationalität an sich ist allerdings kein typisch okzidentales Phänomen. Es stellt sich lediglich die Frage, warum gerade im Okzident die Rationalität auf alle Lebensbereiche übergegangen ist und zu einer Rationalität der gesamten Lebensführung geführt hat. Besonders wichtig ist hierbei die ökonomische Rationalität, die ein wichtiges Merkmal des modernen Kapitalismus ist. Im Gegensatz zu praemodernen Gesellschaften, in denen Wirtschaft zum Zwecke der Bedarfsdeckung nachgegangen wird, steht im modernen Betriebskapitalismus die Akkumulation des Geldes im Vordergrund.

Es ging Max Weber also vorrangig darum, die folgenden Fragen zu klären: Warum entstand gerade im Okzident eine spezifisch moderne Gesellschaft? Warum dehnte sich speziell im Okzident die Rationalität auf alle Lebensbereiche aus? Und warum entstand gerade im Okzident der spezifische, moderne und rationale Betriebskapitalismus?

Um diese Fragen zu beantworten, vergleicht er praemoderne Kulturen mit dem Okzident. Er beschäftigt sich also zum Beispiel mit chinesischen und indischen Gesellschaften. Besonders entscheidend ist für Max Weber allerdings die Religion der jeweiligen Gesellschaft bzw. der jeweiligen Kultur. Somit beschäftigt sich Weber vor allem mit der Rolle des Protestantismus hinsichtlich der okzidentalen Sonderentwicklung. Er versucht herauszufinden, welchen Einfluss religiöse Einstellungen auf die Ausbildung der jeweiligen Wirtschaftsstruktur haben. Weber sieht hier insbesondere eine Wahlverwandtschaft zwischen bestimmten Maximen der protestantischen Ethik und dem modernen, rationalen und okzidentalen Betriebskapitalismus. Er sieht also im Protestantismus die Wurzel des modernen Kapitalismus. Im Zuge seiner Untersuchungen entsteht ca. 1904/05 das Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“.

2. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

2.1 Die Lehre Calvins und das Dogma von der Gnadenwahl

Ausgangspunkt für Max Webers Thesen sind die Lehren des Reformators Calvin. Im Vordergrund dieser Lehre steht das Dogma von der Gnadenwahl. Calvin geht davon aus, dass Gott den Menschen in die Welt einfügt und sofort darüber entscheidet, ob dieser Mensch erwählt ist oder nicht. Gott allein entscheidet also über Seligkeit oder Verdammnis jedes einzelnen Menschen. Somit stehen unmittelbar nach der Geburt sowohl das diesseitige als auch das jenseitige Schicksal des Menschen fest.

An dem feststehenden Entschluss Gottes, kann der Mensch auch nichts ändern. Es besteht also weder die Möglichkeit durch gute Taten oder eine gute Führung im Leben die Gnade Gottes zu erlangen und somit selig zu werden, noch kann der Mensch durch schlechte Taten oder eine schlechte Lebensführung seine Erwähltheit verspielen. Keine Taten, egal ob gut oder schlecht, ändern also etwas an der Wahl Gottes bezüglich Seligkeit oder Verdammnis. Des weiteren gibt es für den Menschen keine Möglichkeit herauszufinden, ob er erwählt ist oder nicht. Es gibt also kein Mittel Heilsgewissheit zu erlangen.

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