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Hausarbeit, 2006, 11 Seiten
Autor: Johannes Heieck
Fach: Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Details
Tags: Schopenhauers, Argument, Preisschrift, Grundlage, Moral
Jahr: 2006
Seiten: 11
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 1 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-50078-4
Dateigröße: 87 KB
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Universität Konstanz
Wintersemester 2005/06
Geisteswissenschaftliche Sektion
Fachbereich: Philosophie
Proseminar: Arthur Schopenhauer: „Preisschrift über die Grundlage der Moral“
Schopenhauers metaphysisches Argument in
seiner „Preisschrift über die Grundlage der Moral“
von
Johannes Heieck
1. Fachsemester
Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung
II. Hauptteil
II.1: Der Paragraph 21
II.2: Der Paragraph 22
II.3: Schopenhauers Kritik am Christentum
II.4: Schopenhauers Kritik an Kant
II.5: Schopenhauers Moralkonzeption
III. Schluss
IV. Literaturverzeichnis
I.: Einleitung
Nachdem Schopenhauer in seiner „Preisschrift über die Grundlage der Moral“ das Mitleid als die Triebfeder aller moralischen Handlungen nachgewiesen hat, entschließt er sich, der Arbeit noch eine Zugabe beizufügen. Er ist bei seinen Untersuchungen zu der Ansicht gelangt, dass allein die Metaphysik in der Lage ist, dem Menschen die „letzte Befriedigung und Beruhigung“1 zu gewähren. Dieser möchte er sich in den letzten beiden Paragraphen seiner Preisschrift widmen.
Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über diese beiden letzten Paragraphen geben. Zunächst soll der Gedankengang Schopenhauers wiedergegeben werden. In den darauf folgenden Abschnitten soll gezeigt werden, welche verschiedenen Elemente ihn bei der Entwicklung seiner eigenen Metaphysik beeinflusst haben. Hierbei sollen seine Ausführungen zur Philosophie Immanuel Kants ebenso betrachtet werden, wie seine Beziehung zur Christlichen Heilslehre und seine offenkundige Affinität zum Buddhismus.
II.1: § 21
Zu Beginn seiner Ausführungen stellt Schopenhauer klar, dass er der eigentlichen Aufgabe der königlich dänischen Gesellschaft der Wissenschaften bereits genügt hat. Seine „metaphysische Auslegung der ethischen Grundlage“2 möchte er als eine über das eigentlich geforderte hinausgehende Zusatzleistung verstanden wissen.
Durch seine bisherige Arbeit hat Schopenhauer das „Urphänomen“3 der Moral aufgedeckt. Dieses erkläre zwar alle aus ihm folgenden moralischen Sachverhalte, es selbst bleibt jedoch unklar. Zum letztendlichen Verständnis dieses Urphänomens ist eine Metaphysik unausweichlich. Sowohl die Religion als auch die Philosophie seien sich dahingehend einig, dass der moralische Wert einer Handlung gleichzeitig auch ein metaphysischer ist und über die sichtbaren Auswirkungen eben jener hinaus geht. Diese ethische Ebene steht für Schopenhauer in direkter Verbindung zum wahren Dasein der Welt.
Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen stellt Schopenhauer eine These auf. Für ihn ist jedes Menschenleben auf den Tod hin ausgerichtet und er vertritt die Meinung, dass jeder Mensch sein Leben in moralischer Rücksicht beenden möchte. Als Beispiele hierfür seien die „Zeugnisse der Alten“4 denen des Christentums vorzuziehen, da diese noch nicht durch das christliche Weltbild beeinflusst sind. Er führt sodann Perikles vor, der auf dem Sterbebett von all seinen hervorragenden politischen Verdiensten nichts wissen will und nur bestätigt haben möchte, dass er nie einen Menschen in Trauer versetzt hat. Geradezu kontrastierend zum großen Athener Staatsmann, beschreibt Schopenhauer als nächstes einen „rohe[n] fünzehnjährige[n] Negerjungen“5 , der, als er auf einem Schiff im Sterben liegt, nur durch die Aussage seiner Mannschaftskameraden, er habe nie einen unter ihnen gekränkt oder beleidigt, beruhigt werden kann.
Aus diesen Beispielen schlussfolgert Schopenhauer induktiv, dass jeder Sterbende mit seiner Umwelt ins Reine kommen möchte. Einen weiteren Beleg für die Annahme eines metaphysischen Grundes sieht Schopenhauer in der Tatsache, dass der Mensch gerne bereit ist, für intellektuell erbrachte Leistungen Lob entgegen zu nehmen, dies jedoch bei moralisch wertvollen Taten ablehnt. Es scheint beinahe so, als würde das erhaltene Lob den moralischen Wert der Leistung mindern.
[....]
1 Schopenhauer, Arthur: Kleinere Schriften, Erste Auflage, suhrkamp taschenbuch wissenschaft, Stuttgart/Frankfurt am Main 1960, S. 798
2 Ebenda, S. 801
3 Ebenda, S. 798
4 Ebenda, S. 799
5 Ebenda, S. 799
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