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Soloalbum. Alles nur Oberfläche? Popliteratur, ihre Kennzeichen und ihre Entwicklung. Am Beispiel des Romans von Benjamin von Stuckrad-Barre.

Termpaper, 2004, 18 Pages
Author: Jan Wirschal
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2004
Pages: 18
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V55053
ISBN (E-book): 978-3-638-50102-6

File size: 203 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Karlsruhe (TH)
Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften
Proseminar Popliteratur
Sommersemester 2003, 5 .Semester

Soloalbum. Alles nur Oberfläche? Popliteratur, ihre
Kennzeichen und ihre Entwicklung. Am Beispiel
des Romans von Benjamin von Stuckrad-Barre

von: Jan Wirschal

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Autor

3. Popliteratur- Merkmale, Wurzeln und Entwicklung

3.1 Merkmale der Popliteratur
3.2 Wurzeln und Entwicklung der Popliteratur- Ein historischer Abriss

3.2.1 DADA- Die Avantgarden
3.2.2 Die 1950´er Jahre: Beat-Literatur
3.2.3 Die 1960´er Jahre: Pop-Art und Postmoderne
3.2.4 Die 1970´er Jahre
3.2.5 Popliteratur heute: Von der Subkultur zum Massenphänomen

4. Soloalbum

4.1 Inhalt
4.2 Stil und die Verwendung von Markennamen
4.3 Medienbezug und Funktion der Marken

5. Fazit

Literatur
 


 

 

1. Einleitung

Benjamin von Stuckrad-Barre hat mit seinem Debütroman „Soloalbum“1 von 1998 einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Dieses Werk, als berühmtes Beispiel für die jüngere deutsche Popliteratur, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Nach einigen biografischen Hinweisen zum Autor, aufgrund des Personenkultes um Stuckrad-Barre durchaus wichtig für die Rezeption des Buches, gebe ich zunächst einen Überblick über Wurzeln, Entwicklung und Merkmale der Popliteratur. Dann werde ich vor diesem Hintergrund die speziellen Eigenarten von „Soloalbum“ untersuchen: Was macht dieses Buch zu „Popliteratur“? Welche Funktion erfüllen Marken und Medien im Roman? Ist das Buch mehr als nur flott geschriebene Unterhaltungslektüre?

Sekundärliteratur ist aufgrund der relativen Neuheit des Buches und des Phänomens Popliteratur, wie es heute verstanden wird, recht spärlich. Als Fachliteratur dienten mir Dirk Franks „Arbeitstexte für den Unterricht. Popliteratur“2, der in seiner Einleitung auf Charakteristika und Entstehung der Popliteratur in Deutschland eingeht, sowie „Popliteratur“ von Thomas Ernst3, der ausgehend von den Dadaisten Ende des Ersten Weltkrieges eine Geschichte der Popkultur hinsichtlich ihrer Wurzeln, Vorläufer und Entwicklung bis heute beschreibt. Des weiteren „Der deutsche Pop-Roman. Die neuen Archivisten“ von Moritz Baßler4, der anhand mehrerer Autorenbeispiele Interpretationsansätze liefert und sich mit Sprache, Stil und Charakteristika der ausgewählten Werke beschäftigt. Darüber hinaus dienten mir die Aufsätze von Leslie A. Fiedler „Überquert die Grenze, schließt den Graben! Über die Postmoderne“5 und „Grenzgänger. Neue deutsche Pop-Literatur“6 von Hubert Winkels als Sekundärliteratur, sowie einige Zeitungsartikel7 und Quellen aus dem Internet.8

2. Der Autor

Benjamin von Stuckrad-Barre ist einer der bekanntesten Vertreter der jungen deutschen Popliteraten. Sein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis und sein präsentes Auftreten in den Medien wurden oft thematisiert: „Er ist eine Erscheinung, wie sie sich die Medien nicht besser hätten ausdenken können, und die sie sich hätten ausdenken müssen, wäre er, Stuckrad-Barre, nicht von selbst auf die Bühne der Öffentlichkeit getappt. Obwohl man von einem Tappen nicht sprechen kann. Eher ist es der Auftritt der Neuen Mitte, wie sie von deren Werbemanagern geradezu herbeigesehnt wird: jung, frech, gutaussehend und von einer Eloquenz, die zwar oft im Trüben fischt, der man dies aber, aufgrund ihres sprudelnden Allumfassens und ihrer gleichzeitigen Boulevardmagazin-Kongruenz, nicht anhört, zumindest nicht auf Anhieb.“9

Es werden Aspekte angesprochen, die auch anderen Vertretern der jüngeren deutschen Popliteratur (z.B. Christian Kracht, Benjamin Lebert oder Alexa Hennig von Lange) nachgesagt werden, wie ein kommerziell gut verwertbares Gebaren (Aussehen?) in der Öffentlichkeit, das Vermögen, sich in Szene zu setzen und überhaupt die Bereitschaft dazu, in solchem Maße in den Medien vertreten zu sein, wie man es sonst eher von Popstars als von Autoren gewohnt ist. Auch auf eine gewisse Oberflächlichkeit in der Rhetorik wird verwiesen, eine fehlende Tiefe und Bedeutung hinter der beim flüchtigen Lesen, bzw. Hinhören, gekonnt klingenden Formulierungsfassade. Ob nicht doch etwas mehr hinter dieser Fassade aus Wortspielen und –neuschöpfungen steckt, werde ich im Laufe dieser Arbeit versuchen zu klären. Fest steht, dass im Stil der Einfluss des Mediums Film unverkennbar ist (siehe Kapitel 3), und tatsächlich ist „Soloalbum“ im Jahre 2002 verfilmt worden.10

Benjamin von Stuckrad-Barre wurde am 27.01.1975 in Bremen geboren. Nach dem Abitur begann seine journalistische Laufbahn, er arbeitete unter anderem als Musikjournalist für den „Rolling Stone“, schrieb Kolumnen für die „FAZ“, das „jetzt“-Magazin und den „stern“ und arbeitete als Gag-Schreiber für die „Harald-Schmidt-Show“. Er hatte sogar eine Show auf dem Musiksender MTV, in der seine als Spektakel inszenierten Lesungen gezeigt wurden.11 Den Umgang mit den Medien war Stuckrad-Barre also durchaus gewohnt, was, wie später gezeigt, sich auch in seinem Werk bemerkbar macht, als er 1998 mit seinem Debütroman „Soloalbum“ den literarischen Durchbruch schaffte. Es folgten das von seinen Lesereisen erzählende Werk „Livealbum“(1999), die Sammlung einiger essayistischer Beiträge seiner Journalistenlaufbahn „Remix“(1999), und das episodenhafte Werk „Blackbox“(2000).

[...]


1 Benjamin von Stuckrad-Barre: Soloalbum. Köln 2003 (Erstausgabe 1998).

2 Dirk Frank(Hg.): Arbeitstexte für den Unterricht. Popliteratur. tuttgart 2003.

3 Thomas Ernst: Popliteratur. Hamburg 2001.

4 Moritz Baßler: Der deutsche Pop-Roman. Die neuen Archivisten. München 2002.

5 Leslie A. Fiedler: Überquert die Grenze, schließt den Graben! Über die Postmoderne. In: Roman oder Leben. Postmoderne in der deutschen Literatur. Hg. von Uwe Wittstock, Leipzig 1994.

6 Hubert Winkels: Grenzgänger. Neue deutsche Pop-Literatur. In: Sinn und Form 51, H.4, 1994. S.581-610.

7 Artikel: Feridun Zaimoglu: Knabenwindelprosa. In: Die Zeit, Nr.47, 18. November 1999. Maxim Biller: Feige das Land, schlapp die Literatur. In: Die Zeit, Nr.16, 13.April 2000, S.47-49.

8 Internet: www.titel-magazin.de/lit_themen/pop_lit.htm; www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=4418; www.stuckrad-barre.de

9 Internet: www.titel-magazin.de/lit_themen/pop_lit.htm

10 Soloalbum, Regie: Gregor Schnitzler, Produzent: Christoph Müller, Darsteller: Matthias Schweighöfer, Nora Tschirner u.a., Concorde Filmed Entertainment, Deutschland 2002.

11 Barre: Soloalbum. Klappentext S.2. und Internet: www.stuckrad-barre.de


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