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Darstellung der Funktionsweise und Potenziale eines Comprehensive Cancer Centers

Scholary Paper (Seminar), 2006, 19 Pages
Author: Ansgar Schniederjan
Subject: Health Science

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 19
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 29  Entries
Language: German
Archive No.: V55287
ISBN (E-book): 978-3-638-50285-6
ISBN (Book): 978-3-638-83787-3
File size: 213 KB

Abstract

Krebs ist neben den Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Obwohl sich zunehmende Erfolge sowohl in Diagnose als auch Therapie verzeichnen lassen, sinkt die Zahl der Erkrankungen nicht. Sie nimmt mit steigendem Alter der Bevölkerung weiter zu. Über 50 % dieser Tumorerkrankungen sind systemisch, d.h. sie betreffen ein Organ oder mehrere Organe in gleicher Weise oder wirken auf diese. Aus diesem Grund und durch die daraus folgende steigende Komplexität der Krebserkrankungen ist eine Kooperation und interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen notwendig geworden. Das Ziel dieser Zusammenarbeit sollte sein, eine umfassende Behandlung zu gewährleisten, um richtige Diagnose- und Therapiewege für den Patienten einschlagen zu können. Dieser Grundgedanke der „umfassenden“ Behandlung und interdisziplinären sowie multidisziplinären Zusammenarbeit wird mit der Einführung eines Comprehensive Cancer Centers (CCCs) nach amerikanischem Vorbild verfolgt.


Excerpt (computer-generated)

Darstellung der Funktionsweise und Potenziale eines
Comprehensive Cancer Centers

von: Ansgar Schniederjan

7. Fachsemester

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen

2.1 Krebserkrankungen und Folgen für die Bevölkerung
2.2 Interdisziplinäre und multidisziplinäre Zusammenarbeit
2.3 Definition eines Comprehensive Cancer Centers gemäß dem National Cancer Institute

3 Comprehensive Cancer Center

3.1 Ziele, Rahmenbedingungen und Aufgaben

3.1.1 Übergeordnete Ziele und Richtlinien
3.1.2 Aufgaben

3.1.2.1 Wissenschaftliche Aufgaben

3.1.2.1.1 Aufgabengebiete und Funktionsbereiche
3.1.2.1.2 Organisationsstrukturen und Instrumente

3.1.2.2 Nicht-wissenschaftliche Aufgaben

3.2 Darstellung der Potenziale

3.2.1 Potenziale aus Sicht der Patienten
3.2.2 Potenziale aus Sicht der beteiligten Institutionen

3.3 Kritischer Vergleich zwischen Deutschland und den USA

4 Fazit und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

 


Abkürzungsverzeichnis

ADT = Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V.
CCC = Comprehensive Cancer Center
NCI = National Cancer Institute
[...]
 

 


 

1 Einleitung und Aufbau der Arbeit

Krebs ist neben den Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Obwohl sich zunehmende Erfolge sowohl in Diagnose als auch Therapie verzeichnen lassen, sinkt die Zahl der Erkrankungen nicht. Sie nimmt mit steigendem Alter der Bevölkerung weiter zu.1 Über 50 % dieser Tumorerkrankungen sind systemisch, d.h. sie betreffen ein Organ oder mehrere Organe in gleicher Weise oder wirken auf diese.2 Aus diesem Grund und durch die daraus folgende steigende Komplexität der Krebserkrankungen ist eine Kooperation und interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen notwendig geworden. Das Ziel dieser Zusammenarbeit sollte sein, eine umfassende Behandlung zu gewährleisten, um richtige Diagnose- und Therapiewege für den Patienten einschlagen zu können. Dieser Grundgedanke der „umfassenden“ Behandlung und interdisziplinären sowie multidisziplinären Zusammenarbeit wird mit der Einführung eines Comprehensive Cancer Centers (CCCs) nach amerikanischem Vorbild verfolgt.

Zur Darstellung des Themas wird der erste Schritt der Arbeit darin bestehen, die Grundlagen zu erläutern. Hierbei wird besonders auf die Bedeutung von Krebs für die Bevölkerung sowie die damit verbundene, notwendige Interdisziplinarität und Multidisziplinarität eingegangen. Des Weiteren wird eine Definition des CCCs geliefert. In einem zweiten Schritt wird die Funktionsweise dargelegt. Besonderes Augenmerk gilt hierbei den Zielen, Richtlinien und Rahmenbedingungen, Aufgaben und denen sich daraus ergebenden Organisationsstrukturen. Darauf aufbauend lassen sich Potenziale eines solchen Centers erkennen und beschreiben. Dies geschieht sowohl aus Sicht der Patienten als auch aus Sicht der beteiligten Institutionen. Ein kritischer Vergleich der CCC in Deutschland und den USA gibt Einblick über den momentanen Stand der Entwicklung. Die erwartete Steigerung der Behandlungsqualität, die mit der Einführung des CCCs in Deutschland verfolgt wird, wird hinterfragt. In einem Fazit werden ein Resümee gezogen und die wichtigsten Untersuchungsergebnisse aufgezeigt.

2 Grundlagen

2.1 Krebserkrankungen und Folgen für die Bevölkerung

Bei Krebs handelt es sich um das unkontrollierte Wachstum von Gewebe, dass durch die Entartung („Transformation“3) körpereigener Zellen verursacht wird. Diese Zellen können in anderes Gewebe eindringen und dieses zerstören. Krebs kann jede Zellart befallen. Es kann somit keine einzelne, sondern eine Vielzahl von Erkrankungen je nach Gewebe und Zellart sein.4 Krebserkrankungen stehen in Deutschland direkt an zweiter Stelle der Todesursachenstatistik nach den Herz-Kreislauferkrankungen. Es wird davon ausgegangen, dass jährlich ca. 350.000 Bürger an Krebs erkranken, d. h. jeder dritte Bürger wird im Verlauf seines Lebens an dieser Krankheit erkranken und jeder vierte wird daran sterben.5 Durch die vermehrt ansteigende Bedeutung von Krebs für die Bevölkerung sowohl in Deutschland als auch in Europa (siehe Anhang Abb. A 1) vollzieht sich ein Wandel in den Behandlungsmethoden.

2.2 Interdisziplinäre und multidisziplinäre Zusammenarbeit

Eine Kombination verschiedener Behandlungsverfahren sowie eine fächerübergreifende Zusammenarbeit können die Heilungschancen verbessern.6 Ein Arzt alleine ist jedoch nicht in der Lage, die Komplexität der verschiedenen Krebserkrankungen hinreichend beurteilen zu können, um somit die bestmöglichste Behandlungsmethode zu gewährleisten. Daher lässt sich ein Trend zur interdisziplinären und multidisziplinären Zusammenarbeit erkennen. Unter Interdisziplinarität versteht man die Kooperation und Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen.7 Multidisziplinarität bedeutet, dass nebeneinander zur Erreichung einer Sache von verschiedenen Fächern etwas beigetragen wird.8 Aufgrund der Probleme in der Onkologie, die durch den fehlenden interdisziplinären Ansatz und die unzureichende Umsetzung der Basiswissenschaft in die klinische Praxis entstehen, hat der Gesetzgeber reagiert.9 So wurden Modelle zur interdisziplinären Zusammenarbeit angeregt. Mit Einführung des § 140 a ff. SGB V ist der Weg zur integrierten Versorgung geebnet.

Sie bildet eine Schnittstelle zwischen der ambulanten und stationären Versorgung, dessen Ziel es ist, eine interdisziplinäre Behandlung zu gewährleisten. Ein weiteres Beispiel zur interdisziplinären Zusammenarbeit stellen die schon seit langem in Deutschland etablierten Tumorzentren dar. In ihnen findet sich die notwendige Fach- und Sachkompetenz für die Diagnose und Therapie von Krebspatienten. Die Interdisziplinarität und Multidisziplinärität solcher Tumorzentren erfolgt hier aber dezentral und sequentiell und trägt somit zum Scheitern der geplanten umfassenden Zusammenarbeit bei.10 Eine Verbesserung der momentanen Situation erhoffen sich deutsche Tumorzentren mit Einführung des amerikanischen Modells des CCCs.

2.3 Definition eines Comprehensive Cancer Centers gemäß dem National Cancer Institute

[...]


1 Vgl. Universitätsklinikum Freiburg (Comprehensive Cancer Center Freiburg), S.1.

2 Vgl. Diehl, V. (Nationales Zentrum), S. 4.

3 Vgl. Hirsch-Kauffmann, M., Schweiger, M. (1987), S. 341.

4 Vgl. Krebs-Kompass (Was ist Krebs).

5 Vgl. ADT (1999).

6 Vgl. Neubauer, A., Middeke, M. (2005), S. 378.

7 Vgl. NCI (2004), S. 2.

8 Vgl. Wendt, W.R. (Transdisziplinarität und ihre Bedeutung).

9 Vgl. Büchler, M. W. (2005).

10 Vgl. Mross (2002), S. 72.


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