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Hauptseminararbeit, 2006, 20 Seiten
Autor: Claudia Nickel
Fach: Germanistik - Linguistik
Details
Institution/Hochschule: Universität Stuttgart (Abteilung germanistische Linguistik)
Tags: Phänomene, Polysemie, Homonymie, Proseminar, Lexikologie
Jahr: 2006
Seiten: 20
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-50334-1
ISBN (Buch): 978-3-638-77564-9
Dateigröße: 155 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Zu Beginn soll zuerst eine Erklärung des Begriffs "Wort" folgen, bevor zu einer Definition von Polysemie und Homonymie aus der wissenschaftlichen Literatur1 übergegangen wird. Ein Wort wird auch als Lexem bezeichnet und ist definiert als eine zusammengesetzte Einheit aus materialen Formen und den ihnen zugeordneten Bedeutungen. Nach Ferdinand de Saussure bestehen sprachliche Zeichen aus einem Inhalt und einem Ausdruck, wobei diese Verbindung arbiträr (beliebig) und konventionell ist. Viele sprachliche Zeichen sind prinzipiell arbiträr, so dass es keinen ursächlichen, vorbestimmten Zusammenhang zwischen dem Bezeichneten und der Form des Zeichens gibt. Sprachliche Zeichen sind außerdem prinzipiell konventionell, was bedeutet, dass sich die Angehörigen einer Kommunikationsgemeinschaft darüber einigen (meist stillschweigend, nur selten bewusst), mit welchem Ausdruck (oder Zeichen) eine bestimmte Sache bezeichnet wird. Im Folgenden wird eine Definition für Polysemie und Homonymie dargestellt. [...] Im weiteren Verlauf der Seminararbeit soll die Entstehung der Polysemie sowie die Arten und Voraussetzungen der Homonymie beschrieben werden. Schierholz unterstellt diesen Ansätzen, dass sie häufig von subjektiven Entscheidungen und Institutionen der Untersuchenden beeinflusst sind. Ferner bemängelt er, dass zu einer klaren Differenzierung von Polysemie und Homonymie weitgehende Uneinigkeit herrscht. (Schier-holz, 1991: 64) Der zweite Teil der Seminararbeit beschäftigt sich mit dem quantitativen Ansatz von Schierholz. Es geht darum, die Existenz der Polysemie zu klären. Hierbei soll der quantitative Forschungsansatz aufgezeigt werden, da die bisherigen Methoden keine quantitativen Ergebnisse über die Existenz der Polysemie liefern. Außerdem soll aufgezeigt werden, dass empirische Methoden sowohl in der Lexikologie als auch in anderen Forschungsgebieten der Linguistik aufschlussreiche Resultate ergeben können (Schierholz, 1991 Vorwort).
Textauszug (computergeneriert)
Universität Stuttgart
Abteilung germanistische Linguistik
Seminararbeit zum Seminar II: Proseminar - Lexikologie -
Wintersemester 2005/06
Die Phänomene Polysemie - Homonymie
vorgelegt von:
Claudia Nickel
Linguistik (HF, 4. Semester)
Germanistik (HF, 3. Semester)
Stuttgart, Dezember 2005
Inhalt
1. Vorwort 3
2. Einleitung 3
3. Traditionelle Ansätze zur Unterscheidung von Polysemie und Homonymie aus der wissenschaftlichen Literatur 5
3.1. Die Polysemie (nach Schippan, 1984) 5
3.1.1. Entstehung der Polysemie 6
3.1.2 Metaphorische Beziehungen als Ausdruck der Mehrdeutigkeit 6
3.1.3. Metonymische Beziehungen als Ausdruck der Mehrdeutigkeit 7
3.1.4. Hyperonymische Beziehungen als Ausdruck der Mehrdeutigkeit 8
3.2. Homonymie 8
3.2.1. Zwei Arten der Homonymie 9
3.2.2. Voraussetzungen für die Homonymie 10
3.3. Vorschläge zur Abgrenzung von Polysemie und Homonymie nach Sigurd Wichter (1988) 11
3.3.1. Das Etymologiekriterium 12
3.3.2. Das Verwandtschaftskriterium 12
3.3.3. Varianten des Verwandtschaftskriteriums 13
4. Quantitative Ansätze zur Bestimmung von Polysemie und Homonymie nach Schierholz (1991) 15
4.1 Kritische Einwände der traditionellen Ansätze zur Polysemie von Schierholz 15
4.1.1. Polysemie oder Homonymie? 15
4.1.2. Die Definition der Polysemie 16
4.1.3. Die lexikographische Polysemiedarstellung 16
4.2. Die qualitative Vorgehensweise von Schierholz zur Ermittlung der Polysemie 17
5. Polysemie oder Homonymie? - ein Resümee 18
6. Literaturverzeichnis 20
1. Vorwort
Die vorliegende Seminararbeit basiert auf dem von Svetlana Malner und mir am 05. Dezember 2005 gehaltenen Referat innerhalb des Proseminars "Einführung in die Lexikologie" und trägt den Titel "Polysemie und Homonymie - zwei Phänomene". Die vorliegende Seminararbeit ist von mir verfasst.
2. Einleitung
Zu Beginn soll zuerst eine Erklärung des Begriffs "Wort" folgen, bevor zu einer Definition von Polysemie und Homonymie aus der wissenschaftlichen Literatur1 übergegangen wird. Ein Wort wird auch als Lexem bezeichnet und ist definiert als eine zusammengesetzte Einheit aus materialen Formen und den ihnen zugeordneten Bedeutungen. Nach Ferdinand de Saussure bestehen sprachliche Zeichen aus einem Inhalt und einem Ausdruck, wobei diese Verbindung arbiträr (beliebig) und konventionell ist. Viele sprachliche Zeichen sind prinzipiell arbiträr, so dass es keinen ursächlichen, vorbestimmten Zusammenhang zwischen dem Bezeichneten und der Form des Zeichens gibt. Sprachliche Zeichen sind außerdem prinzipiell konventionell, was bedeutet, dass sich die Angehörigen einer Kommunikationsgemeinschaft darüber einigen (meist stillschweigend, nur selten bewusst), mit welchem Ausdruck (oder Zeichen) eine bestimmte Sache bezeichnet wird.
Im Folgenden wird eine Definition für Polysemie und Homonymie dargestellt.
Edgar Schneider definiert das Phänomen der Polysemie als "Mehrdeutigkeit oder Vieldeutigkeit von Wörtern. Die Tatsache, dass ein Wort mehrere miteinander verbundene/zusammenhängende Bedeutungen hat (Lewandowski ,1979b: 575), wird als eine zentrale Eigenschaft lexikalischer Einheiten bezeichnet (Schippan, 1975: 94). Bedeutsam und zugleich auch problematisch ist die Tatsache insbesondere dadurch, dass durch sie die Einheit des Zeichenbegriffs im Saussure′schen Sinne gesprengt zu werden droht. Somit ist fraglich, ob die Polysemie anhand der wissenschaftlichen Literatur überhaupt zu definieren ist und ob eine Unterscheidung zwischen Polysemie und Homonymie möglich ist.
Köhler (1986: 57) schlägt daher vor, diese beiden Phänomene unter dem Begriff Polylexie zu vereinen. Es stellt sich die Frage, ob das Phänomen der Polysemie überhaupt existiert? In Anbetracht der Unklarheiten bezüglich dieser beiden Phänomene, soll der quantitative Ansatz von Stefan Schierholz miteinbezogen werden.
Homonymie ist ein Zusammenfall von Homographie und Homophonie. Homophonie bedeutet, dass ein Lexem gleich ausgesprochen wird bei unterschiedlicher Orthographie und Bedeutung, z.B. Saite vs. Seite.
Homographie bedeutet, dass ein Lexem gleiche Schreibweise hat jedoch in der Aussprache und Bedeutung sich unterscheidet, z.B. Tenor, mask. [te"no: 6^] vs. Tenor, mask. ["te-no:6^], Bedeutung: der Sänger vs. die gemeinsame Gruppenmeinung.
Man unterscheidet zwei Arten von Homonymie: die totale Homonymie liegt vor, wenn die Lexeme in allen Formenspektren übereinstimmen, außer in ihrer Bedeutung (z.B. die Weiche (Weichheit) vs. die Weiche (Eisenbahnschiene oder Körperflanke). Fest steht, dass solche Fälle äußerst selten sind. Eine partielle Homonymie liegt vor, wenn die Lexeme manche Formenaspekte gleich haben: z.B. Bank/Bänke, fem .vs. Bank/Banken, fem.
Homonyme sind also Ausdrücke gleicher Laut- und Schreibweise, die aber dennoch unter-schiedliche Bedeutungen haben. Deswegen sind Wörter mit solchen Eigenschaften auch als Lexeme getrennt in Wörterbüchern aufgeführt. Wenn man die Ursprünge dieser Wörter und deren Bedeutung zurückverfolgt, wird man auf unterschiedliche Quellen stoßen. Es wird eventuell eine Bedeutungsnähe erkennbar sein, Synonymie jedoch nie.
Im weiteren Verlauf der Seminararbeit soll die Entstehung der Polysemie sowie die Arten und Voraussetzungen der Homonymie beschrieben werden.
Schierholz unterstellt diesen Ansätzen, dass sie häufig von subjektiven Entscheidungen und Institutionen der Untersuchenden beeinflusst sind. Ferner bemängelt er, dass zu einer klaren Differenzierung von Polysemie und Homonymie weitgehende Uneinigkeit herrscht. (Schier-holz, 1991: 64)
Der zweite Teil der Seminararbeit beschäftigt sich mit dem quantitativen Ansatz von Schierholz. Es geht darum, die Existenz der Polysemie zu klären. Hierbei soll der quantitative Forschungsansatz aufgezeigt werden, da die bisherigen Methoden keine quantitativen Ergebnisse über die Existenz der Polysemie liefern. Außerdem soll aufgezeigt werden, dass empirische Methoden sowohl in der Lexikologie als auch in anderen Forschungsgebieten der Linguistik aufschlussreiche Resultate ergeben können (Schierholz, 1991 Vorwort).
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1 Vgl. Bergmann 1973 und 1977, Schippan 2002, Ullmann 1973, Wichter 1988
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