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Hauptseminararbeit, 2003, 31 Seiten
Autor: Olga Buchholz
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Institution/Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Germanistisches Seminar)
Tags: Emir, Kusturica, Autorenfilmer, Untersuchung, Underground, Hauptseminar, Autorenfilm
Jahr: 2003
Seiten: 31
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 19 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-50628-1
Dateigröße: 210 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Germanistisches Seminar, Hauptseminars: „Autorenfilm“
SS 2003, 13. Semester
Emir Kusturica, ein Autorenfilmer nach einer
Untersuchung von ‚Underground’
von: Olga Buchholz
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Produktion von „Underground“
1.1. Technische Daten
1.2. Inhalt des Films
1.3. Visuelle Gestaltung
2. Deutungsansätze
2.1. Subtexte
2.2. Das Thema des Untergrundes
2.3. Die Wirklichkeit und Illusion in „Underground“
3. Autorenfrage
3.1.Definition „Autorenfilm“
3.2.Biografie Kusturicas
3.3.Kusturicas Arbeitsweise
4. Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Einleitung
In der heutigen Kinolandschaft, so hat es den Anschein, steht für die Filmindustrie in erster Linie die Publikumswirksamkeit ihrer Filme im Vordergrund. Durch die blockbuster- Strategien vor allem amerikanischer Filmstudios schienen und scheinen die rein künstlerisch ambitionierten Projekte einzelner Regisseure von den Leinwänden verdrängt zu werden. Aufgrunddessen können anspruchsvolle Außenseiterproduktionen auch durch Festivalerfolge und gute Kritiken nicht das große Publikum erreichen, das sie womöglich verdienen.
Dennoch scheinen es in der Vergangenheit die Werke individueller Filmkünstler, wie z.B. Hitchcock, Truffaut und Godard, gewesen zu sein, die sich aufgrund ihrer kreativen Handschrift von der Masse des mainstream- Kinos absetzen konnten. Auch deshalb war ich daran interessiert, das Hauptseminar „Autorenfilm“ zu besuchen und so einen Film eines jugoslawischen Regisseurs als Autorenfilm vorstellen zu können. Ein einstündiger Vortrag über den Film „Underground“ reicht bei weitem nicht aus, diesen Film aus verschiedenen Aspekten zu untersuchen und ihn zu verstehen. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich darauf, die Handschrift des Regisseurs Emir Kusturica zu analysieren, seinen Weg als Filmemacher zu studieren und diesen Film als Autorenfilm zu kennzeichnen. Im Zentrum der Arbeit steht das dreistündige Filmepos „Underground“. Der Film thematisiert u.a. die globale Manipulation und zeigt diese am Beispiel der Geschichte Jugoslawiens. Es ist jedoch keine „reale“ Geschichte, sondern ein Gleichnis, das auf eigenwillige, märchenhafte Weise von den Lügen, Missverständnissen und Legenden einer Kellergesellschaft erzählt. Nahezu jede Person, jeder Ort und jede Sequenz in diesem Film repräsentieren symbolhaft einen Kommentar Kusturicas. Diese zahlreichen Symbole und Metaphern zu entschlüsseln ist das Ziel meiner Analyse.
Zu dieser Einleitung muss ich hinzufügen, dass, obwohl Emir Kusturica seinen Platz unter den bedeutenden Regisseuren des zeitgenössischen Films hat, noch keine Publikationen in deutscher Sprache zu seinen Filmen existieren. Im serbisch- und im englischsprachigen Raum, so wie im französischen, sind einige wenige Publikationen zu seiner Filmkunst vorhanden. Für meine Untersuchungen und Analysen verwendete ich die fünf bisherigen Kinofilme des Regisseurs, fremdsprachige Literatur, Zeitungen und Zeitschriften, allgemeine Filmliteratur und Pressehefte, so wie Interviews und Internetquellen.
1. Produktion von ‚Underground’
1.1. Technische Daten
Der Originaltitel des Films „Underground“ heißt „Podzemlje – Bila jednom jedna zemlja“ und würde übersetzt „Untergrund- es war einmal ein Land“ heißen. Dieser Film ist eine Co-Produktion von „Ciby 2000“ Paris mit „Pandora Film“ Frankfurt, „Novo Film“ Budapest, „Komuna Srbija“, „Tschaplin films“ und „RTV Srbija“. Nach achtmonatiger Vorbereitungszeit begannen im Oktober 1993 die Dreharbeiten in Prag. Es wurde 212 Tage gedreht, u.a. in Prag, Sofia und Belgrad. Der Film wurde rechtzeitig für das Filmfestival in Cannes fertig gestellt, Ende Januar 1995.
Emir Kusturica führte Regie und arbeitete zusammen mit Dusan Kovacevic an dem Drehbuch. Dusan Kovacevic studierte an der Theater-Akademie in Belgrad, und hat in der Zeit nach seinem Abschluss zwölf Theaterstücke und zehn Drehbücher verfasst. Die Kamera wurde von Vilko Filac geführt, einem langjährigen Freund Kusturicas, mit dem er bereits bei seinen anderen Filmprojekten zusammen gearbeitet hatte. Die Musik wurde von Goran Bregovic komponiert, der ebenso wie Filac ein langjähriger Freund Kusturicas ist und für dessen frühere Filme die Musik schrieb. Die Darsteller in „Underground“ sind allesamt ausgebildete Schauspieler und von hohem Bekanntheitsgrad in Ex-Jugoslawien. Lazar Ristovski spielt Blacky, Predrag Miki Manojlovic ist zu sehen als Marko, Mirjana Jokovic als Natalija, und Srdjan Todorovic als Sohn Jovan. Slavko Stimac spielt Ivan, Milena Pavlovic spielt Jelena und Ernst Stötzner stellt den deutschen Franz dar. Der Film hat als Kino-Version eine Länge von 192 Minuten, jedoch hat Kusturica Material für eine sechsstündige Version des Films.
1.2. Inhalt des Films
Vordergründig wird die Geschichte einer Gruppe von Partisanen präsentiert, die sich in einem Keller einige Tage vor den deutschen Besatzern verstecken wollten. Jedoch bleibt diese Gruppe jugoslawischer Widerstandskämpfer zwanzig Jahre lang im Versteck, weil sie nach der Beendigung des Krieges weiterhin belogen wurden über den Stand des Krieges. Es wurde ihnen verheimlicht, dass Hitler besiegt und der Krieg beendet wurde. Die Eingangsszene des Films stellt die beiden Protagonisten Blacky und Marko vor, zwei beste Freunde. Kusturica nimmt sich viel Zeit um in dieser Szene die Lebensart und Gemüt dieser zwei Protagonisten zu zeigen. Sogar den Bombenangriff nehmen seine Protagonisten gelassen, indem sie sich bei ihren alltäglichen Morgenbeschäftigungen nicht stören lassen. In der Morgenszene werden während der Bombardierung Belgrads durch die Deutschen am 6. April 1941 auch die übrigen Protagonisten vorgestellt. Die Grausamkeit der Bombardierung zeigt Kusturica durch die Bilder des Zoos in Belgrad. Ivan, der Tierwärter des Zoos, sein Bruder Marko, dessen bester Freund Blacky und Natalija sind die Hauptprotagonisten dieser Geschichte. Als die Deutschen Belgrad besetzen, begeben sich die Partisanen, darunter Marko, Ivan und Blacky, in den Untergrund und bauen Waffen für den Widerstand. Blackys Frau stirbt dort bei der Geburt ihres Sohnes Jovan.
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