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Scholary Paper (Seminar), 2006, 22 Pages
Author: Johannes Mattes
Subject: Pedagogy - School Pedagogics
Details
Tags: Wenn, Peter, Johanna, Verhaltensstrategien, Umgang, Problemschülern
Year: 2006
Pages: 22
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-50735-6
File size: 236 KB
Praxisarbeit mit Interviews, keine Literatur
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Excerpt (computer-generated)
Universität Wien, WS 2005/06
PS Studieneingangsphase
Wenn Peter würgt und Johanna hungert –
Verhaltensstrategien im Umgang mit ′Problemschülern′
von: Johannes Mattes
Inhaltsverzeichnis
1 Prolegomena 3
2 Beschreibung des Forschungsprojektes „Interview“ 5
2.1 Motivation 5
2.2 Vorgehensweise 6
2.3 Ablauf des Projekts und Wiedergabe des Interviews in Form einer qualitativen Interpretation 7
2.4 Auswertung der Daten 18
2.5 Evaluation und pädagogische Konsequenzen 19
3 Reflexion der Lehrveranstaltung 21
1 Prolegomena
Der von fachlicher Seite immer wieder geforderten Rückkopplung zwischen universitärer Lehre und schulischer Praxis in Form von Unterrichtsbeobachtung und Fallbeispielen soll in dieser Arbeit Rechnung getragen werden. Alleiniges Ziel bleibt jedoch nicht, diese spezielle Form von Gedankenaustausch, welche von universitärer und politischer Seite initiiert zur Ausbildung von einheitlichen Qualitätskriterien und einer verstärkten Professionalisierung führen sollte, als Interview persönlich durchzuführen und ihren Ablauf zu beschreiben. Vielmehr erweist sich als zentral, diesen Rückkopplungsprozess auf seine Qualitäten und auch Grenzen bei der Lehrerausbildung zu untersuchen.
Dass gerade in der schulpraktischen Ausbildung die Bedeutung dieses „Aufbruchs in die Schule“ lediglich unterstrichen wird, jedoch nur vereinzelt einer kritischen Evaluation unterzogen und auf die Relevanz subjektiver Strategien verwiesen wird, ist verständlich. Gerade diese spezielle Form von subjektiver Theoriebildung ist allerdings nur höchst individuell praktikabel und setzt eine entwickelte Fähigkeit zur Reflexion und Differenzierung auf Seiten des Rezipienten voraus. Demnach liegt es im Selbstverständnis dieser Arbeit nicht nur mittels Durchführung eines Interviews implizites Berufswissen aus dem kommunikativen Prozess zu extrahieren und als Handlungsanleitung in das persönliche Verhaltensrepertoire zu integrieren, sondern auch mögliche Abwehrstrategien seitens der interviewten Lehrperson aufzuzeigen und zu benennen. Dass diese spezielle Form der Aneignung von Verhaltens- und Kommunikationsstrategien, eines Verstehens am Beispiel, vornehmlich ein Lernen durch Identifikation oder Distanzierung und negativer Markierung erlaubt, muss nach der kritischen Vorgehensweise des Autors auch Erwähnung finden. Vor allem im schulischen Alltag wird allzu schnell zwischen guten und schlechten Lehrern differenziert. Eine Praxis, die sehr verbreitet ist und ein Lernen vom guten Lehrer auch in der Ausbildung nahe legt.
Bei genauer Beobachtung zeigt sich jedoch umso mehr, dass diese segregativen Zuschreibungsprozesse höchst willkürlich von unterschiedlichen psychologischen Schablonen gesteuert ablaufen und eine eindeutige Grenzziehung nicht möglich ist. Dabei soll keinesfalls der Eindruck entstehen, dass der Autor diese Form der Methode ablehnt. Für eine ausführliche und reflexive Form der Analyse erweist es sich aber als unumgänglich auch auf die Grenzen der verwendeten Methode hinzuweisen und diese vor der Schilderung des Forschungsprojekts einer gesonderten Betrachtung zuzuführen. Letztlich gilt es noch zu erwähnen, dass gerade durch den geringen quantitativen Umfang des Quellenmaterials keinesfalls der Anspruch auf Vollständigkeit besteht und bei Auswertung der Daten die Gefahr auftritt Verhaltensweisen des Interviewpartners in einer verallgemeinerten Form wiederzugeben. Ein Interview verrät in der Regel mehr über das Selbstbildnis des Interviewpartners, als über reale Begebenheiten oder zwischenmenschliche Konflikte.
2 Beschreibung des Forschungsprojektes „Interview“
2.1 Motivation
Die Motivation zur Durchführung eines Interviews lag für mich vor allem darin eine neue Forschungsmethode kennen zu lernen. Unterrichtsbeobachtung, als eine der Säulen berufsorientierter Lehrerausbildung, wurde von mir bereits einige Male durchgeführt und bot damit für meinen eigenen Wissensstand keine neuen Erkenntnisse im Bereich der Methodenkompetenz. Ein qualitatives Interview als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen stellte für mich vollkommenes Neuland dar, ein Umstand, der umso mehr ein kritisches Annähern an den methodischen und thematischen Schwerpunkt der Arbeit erforderte.
Der aufdringliche Titel wurde nicht ohne Bedacht gewählt, stellen die ausgewählten Beispiele doch Auszüge aus den geschilderten Erlebnissen des Interviewpartners dar und verweisen auf die Aktualität dieser Problematik. Das breite didaktische Umfeld des Themas „Problemschüler“, einer der wohl am ausführlichsten in der Fachliteratur abgearbeiteten Inhalte, lässt dennoch wie so oft bei pädagogischen Fragestellungen keine eindeutigen Antworten zu. Immer neue Verhaltenstheorien haben sich im Laufe der Geschichte zum Beweis ihrer aufgestellten Hypothesen in die schulische Praxis gewagt und bieten in Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Problemschülers völlig differierende, partielle Lösungsansätze, häufig von politischen Ideologemen überlagert, an.
Die einzelne Lehrperson stellt dabei nicht selten einen Schnittpunkt dar, in dem diese völlig unterschiedlichen, suggerierenden Theoreme ihre Konflikte austragen. Dabei greift der Lehrer auf eklektische Weise wie im Supermarkt zu verschiedensten Modellen und kocht sich zu Hause seine eigenen subjektiven Theorien zusammen. Lässt sich von diesen subjektiven Theorien überhaupt auf ein implizites Berufswissen schließen? Ist diese oftmals praktizierte Verallgemeinerung individueller Aussagen, sozusagen ein induktiver Erkenntnisprozess, zur Gewinnung von implizitem Berufswissen überhaupt zulässig bzw. inwiefern lassen sich diese individuellen Verhaltensstrategien auch auf andere Akteure übertragen? Und wenn ja, kann der Erfolg dieser Modelle auch in der Praxis garantiert werden? Eine Vielzahl von Fragen, die in der vorliegenden Arbeit leider nicht beantwortet werden können. Es sei an dieser Stelle lediglich nochmals darauf verwiesen, wie problematisch diese Lernprozesse ablaufen. Und obwohl diese spezielle Form der Rückkopplung mit der schulischen Praxis zwar einige methodische Probleme aufweist, lässt sich doch ihre spezifische Bedeutung für die Lehrerausbildung kaum schmälern.
[...]
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