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Die Rolle der Stichprobe im internationalen Vergleich

Termpaper, 2006, 25 Pages
Author: Konrad Brylla
Subject: Sociology - Methodology and Methods

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 25
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 22  Entries
Language: German
Archive No.: V56145
ISBN (E-book): 978-3-638-50914-5
ISBN (Book): 978-3-638-87824-1
File size: 248 KB
Notes :
Eine Hausarbeit über die Stichprobenziehung in der Internationalen Vergleichsforschung; eingegangen wird. Insbesondere auf potenzielle Fehlerquellen und wie man sie umgehen kann.


Abstract

Der internationale Vergleich hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen, was die sukzessiv steigende Zahl vergleichender Studien eindrucksvoll belegt. Doch ebenso eindrucksvoll wie der Bedeutungsgewinn sind auch die Probleme und Meinungsverschiedenheiten rund um dieses Thema. Wie kaum ein anderes Untersuchungsdesign leiden Länder vergleichende Studien unter unklaren Definitionen, Kontroversen und potentiellen Fehlerquellen. Insbesondere die Stichprobe und deren Auswahl ist sehr fehleranfällig. Zufallsstichproben sind nur selten erwünscht und noch seltener überhaupt adäquat durchführbar. Dies kann eine Reihe von Fehlern provozieren und begünstigt auch bewusste Manipulationen. Weiter sind die Möglichkeiten, eine angemessen große Stichprobe zu erhalten aufgrund der kleinen Grundgesamtheit und theoretischer Beschränkungen äußerst restringiert. Dies verursacht unter anderem, dass Modelle in der Vergleichsforschung häufig überdeterminiert sind, bzw. erhöht Gefahr laufen, dies zu werden. Und selbst dann, wenn man diese zwei elementaren Probleme überwunden haben sollte, bleibt immer noch die Frage nach den Interdependenzen zwischen den Untersuchungseinheiten. Kann man diese in Zeiten der Globalisierung noch überwinden? In dieser Arbeit werden diese drei Problempunkte bearbeiten und dabei Lösungsansätze vorgeschlagen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Mannheim
Hauptseminar Untersuchungsdesign
Wintersemester 2005/06, 9. FS

Die Rolle der Stichprobe im internationalen Vergleich

von: Konrad Brylla

 


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitende Worte und Vorgehensweise 3

2.) Was hat man unter (internationalem) Vergleich zu verstehen?  4

2.1.) Versuch einer Definition  4
2.2.) Schwächen und Probleme des internationalen Vergleichs  7

3.) Probleme bei der Auswahl der Untersuchungseinheiten 8

3.1.) Stichprobenauswahl im internationalen Vergleich 8
3.2.) Systematische Verzerrungen bei der Auswahl („Selection Bias“)  10
3.3.) Zensierte Daten 13

4.) Die Problematik der kleinen Fallzahlen („Small N“-Problem)  16

4.1.) Welche Schwierigkeiten bringt das „Small N“-Problem mit sich?  16
4.2.) Umgang mit „Small N“-Problemen – Vergrößerung der Stichprobe 17
4.3.) Umgang mit „Small N“-Problemen – Möglichkeiten des Untersuchungsdesigns 19

5.) Das „Galton“-Problem 20

5.1.) Definition und Konsequenzen  20
5.2.) Lösungsansätze 21

6.) Conclusio 22

7.) Literaturverzeichnis  24


 

 

 

1.) Einleitende Worte und Vorgehensweise

Der internationale Vergleich hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen, was die sukzessiv steigende Zahl vergleichender Studien eindrucksvoll belegt (vgl. Øyen 1990 S. 1). Doch ebenso eindrucksvoll wie der Bedeutungsgewinn sind auch die Probleme und Meinungsverschiedenheiten rund um dieses Thema. Wie kaum ein anderes Untersuchungsdesign leiden ländervergleichende Studien unter unklaren Definitionen, Kontroversen und potentiellen Fehlerquellen. Zunächst versuche ich, eine Definition des internationalen Vergleichs aufzustellen, wobei sich dies aufgrund der wissenschaftlichen Uneinigkeit nicht leicht darstellt. Es wird allerdings schnell klar, dass sich diesbezüglich weniger die Wissenschaftler nicht einigen können, sondern dass das ganze Konstrukt viele Möglichkeiten offen lässt. Entsprechend hielt ich es für sinnvoller, zu Beginn einige dieser Möglichkeiten und potentiellen Interpretationen vorzustellen.

Insbesondere die Stichprobe und deren Auswahl ist sehr fehleranfällig. Zufallsstichproben sind nur selten erwünscht und noch seltener überhaupt adäquat durchführbar. Dies kann eine Reihe von Fehlern provozieren und begünstigt auch bewusste Manipulationen. Weiter sind die Möglichkeiten, eine angemessen große Stichprobe zu erhalten aufgrund der kleinen Grundgesamtheit und theoretischer Beschränkungen äußerst restringiert. Dies verursacht unter anderem, dass Modelle in der Vergleichsforschung häufig überdeterminiert sind, bzw. erhöht Gefahr laufen, dies zu werden. Und selbst dann, wenn man diese zwei elementaren Probleme überwunden haben sollte, bleibt immer noch die Frage nach den Interdependenzen zwischen den Untersuchungseinheiten. Kann man diese in Zeiten der Globalisierung noch überwinden?

Die drei Problempunkte werde ich in eben dieser Reihenfolge bearbeiten und dabei auch stets Lösungsansätze anbieten. Selbstverständlich gibt es in der Vergleichsforschung noch weitere Schwachstellen fernab der Rolle der Stichprobe, doch war ich aufgrund der Komplexität dieser Methode gezwungen, mein Themengebiet sinnvoll einzuschränken. Die Auswahl der Stichprobe gibt den Ausgangspunkt vor, wobei der eigentliche Startpunkt genau genommen schon vor der Ziehung stattfindet. Dies ist in der Sozialforschung natürlich stets der Fall, doch beim internationalen Vergleich sind Vorüberlegungen diesbezüglich wesentlich spezieller und situationsabhängiger. D.h. während es bei Querschnittserhebungen und Experimenten viele Orientierungspunkte bei der Stichprobenziehung gibt, existiert eine solche mehr oder weniger grobe Mechanik in Vergleichsstudien nur rudimentär bis gar nicht. Wichtige Unterpunkte sind hierbei der „Selection Bias“ und Datenzensierung, wobei es mir wichtig war, beide Aspekte getrennt zu betrachten, weil diese – trotz grundsätzlicher Parallelen – unterschiedlichen Mechanismen unterliegen. Soll heißen: Man darf sich nicht in Sicherheit wiegen, wenn man die Stichprobe auf Basis wohlüberlegter Entscheidungen ausgewählt hat, denn es können noch außerhalb der eigentlichen Auswahlmethodik Fehlerquellen lauern. Direkt daran schließen das „Small N“- und das „Galton-Problem“ an, wobei diese Reihenfolge keine besondere Bedeutung hat. Das Galton-Problem ist bei der Stichprobenziehung ebenso von Bedeutung wie beim Umgang mit kleinen Fallzahlen.

Wichtig ist es mir, insbesondere die Kontroversen in der Forschung aufzuzeigen, bezüglich denen oftmals sehr konträre Positionen existieren. Ich habe mich hierbei stets für die für mich und meine Ziele plausibelsten Positionen entschieden, selbstverständlich auf Basis einer gemeinsamen Logik. Die strittigsten Punkte habe ich zumeist in Fußnoten vermerkt, um den Lesefluss nicht allzu sehr zu behindern. Die oberste Prämisse dieser Arbeit ist es also, die allgemeinen Unstimmigkeiten zu entwirren und Licht in das Pandämonium der zahllosen Positionen zu bringen.

2.) Was hat man unter (internationalem) Vergleich zu verstehen?

2.1.) Versuch einer Definition

Für die Methode des Vergleichs gibt es keine einheitliche und allgemein anerkannte Definition. Im Grunde kann man sagen, dass Sozialwissenschaften immer in irgend einer Form Vergleiche beinhalten.1 Wenn man beispielsweise Normen und normatives Verhalten untersucht, so muss man auch wissen, wie Normabweichungen aussehen. Kein soziales Phänomen kann untersucht werden, ohne es mit anderen sozialen Phänomenen zu vergleichen (vgl. Øyen 1990 S. 4). Wenn man die vergleichende Methode behandelt, darf man auf keinen Fall zu dem Schluss kommen, dass es sich hierbei um eine sehr spezifische Technik oder gar eine Methode zur Datenerfassung handelt. Viel eher stellt sie eine weit gefasste, allgemeine und grundlegende wissenschaftliche Methodik dar (vgl. Lijphart 1971 S. 683). Tatsächlich kann man in der vergleichenden Forschung praktisch alle Daten und Untersuchungsdesigns anwenden: So kann man beispielsweise (Quasi-)Experimente oder Inhaltsanalysen durchführen, Längs- oder Querschnittsdaten, qualitative oder quantitative Daten etc. miteinander vergleichen.

[...]


1 Dieser Meinung sind unter anderem auch King et al., 1994.


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