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Rezeption des Aufsatzes "Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der großen Theorien" von Ulrich Menzel

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 19 Pages
Author: Martina Janssen
Subject: Politics - International Politics - General

Details

Event: Zur Ethik von Global Governance
Institution/College: University of Bonn (Philosophische Fakultät)
Tags: Rezeption, Aufsatzes, Ende, Dritten, Welt, Scheitern, Theorien, Ulrich, Menzel, Ethik, Global, Governance
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V56219
ISBN (E-book): 978-3-638-50967-1

File size: 227 KB


Excerpt (computer-generated)

Rheinische Friedrich- Wilhelms- Universität Bonn
Philosophische Fakultät
Seminar für Politische Wissenschaft
„Zur Ethik von Global Governance“

Rezeption des Aufsatzes
„Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der großen Theorien“
von Ulrich Menzel

eingereicht von:
Martina Janssen
5. Fachsemester (M.A.)

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klärung zentraler Begriffe
2.1 Der Begriff der Entwicklungstheorie
2.2 Der Begriff der Entwicklung
2.3 Der Begriff der Unterentwicklung

3. Das Scheitern der „großen Theorie“
3.1 Ausgangspunkt der Diskussion
3.1.1 Die politische und wirtschaftliche Differenzierung der Dritten Welt
3.1.2 Auflösen des einheitlichen Interessengegensatzes zwischen Erster und Dritter Welt
3.1.3 Revisionsbedürftigkeit des Zentrum- Peripherie- Modells
3.1.4 Die richtige Strategie- weltmarktintegrativ oder binnenmarktorientiert?

4. Aufstieg und Niedergang der großen Theorien
4.1 Wandel der Entwicklungstheorien im 20. Jahrhundert
4.1.1 Modernisierungstheorien
4.1.2 Das Scheitern der Modernisierungstheorie
4.1.3 Dependenztheorie
4.1.4 Das Scheitern der Dependenztheorie

5. Das Ende der Entwicklungstheorien

6. Das Ende der Einen Welt und die Unzulänglichkeiten der kleinen Theorien

7. Warum wir Entwicklungstheorien brauchen
7.1 Entwicklungstheorien für die „nachhaltige Entwicklung“
7.2 Kultur als Entwicklungsthema
7.3 Ungleiche Entwicklung als Begründung für Entwicklungstheorien

8. Fazit

Bibliographie und Webliographie

 

1.Einleitung

Prof. Dr. Ulrich Menzel1 hat 1992 mit seinem Aufsatz Das Ende der Dritten Welt und das Scheitern der großen Theorie (Menzel, 1992) seine Aussagen von 1983, die er in Der Differenzierungsprozess in der Dritten Welt und seine Konsequenzen für den Nord- Süd- Konflikt und die Entwicklungstheorie (Menzel, 1983) tätigte, radikalisiert und damit eine entwicklungstheoretische Debatte ausgelöst. Es gibt wohl kaum einen bedeutenden Entwicklungstheoretiker der sich in der nachfolgenden Zeit nicht zu Menzels aufgestellten Thesen geäußert hat. In der Zeitschrift der Deutschen Stiftung für internationale Zusammenarbeit (DSE), „Entwicklung und Zusammenarbeit“ (E + Z), sind zwischen 1995 und 1999 viele dieser (kritischen) Äußerungen in Form von fast 30 Artikel erschienen. Mit dem Buch Neue Ansätze zur Entwicklungstheorie (Thiel, 2001) ist 2001 die zweite Auflage einer Zusammenfassung dieser Artikel auf den Markt gekommen. In diesem Zusammenhang meldet sich Menzel eines drittes Mal zu Wort und geht noch einen Schritt weiter, indem er nun über Das Ende der Einen Welt und die Unzulänglichkeiten der kleinen Theorien (Menzel, 2001) schreibt.

Im ersten Aufsatz Zur Neubewertung der Entwicklungstheorie (Thiel, 2001) des besagten Buches stellt Reinold Thiel, mit Bezug auf Menzel, folgende Frage: Wenn also die große Theorie gescheitert war, wie sollte es mit dem Nachdenken über Entwicklung und die Dritte Welt weitergehen (Thiel, 2001, S. 9)? Diese Frage wird in der o. g. gebundenen Fassung aus den verschiedensten Perspektiven durch die verschiedensten Autoren der unterschiedlichsten entwicklungstheoretischen Herkunft diskutiert. Wirtschaftswissenschaftler, Politologen ja sogar Ethnologen melden sich zu Wort um ihre Meinung bezüglich des Scheiterns der „großen Theorie“ kundzutun.

Das Ziel dieser Arbeit wird es nun sein, den gedanklichen Werdegang Ulrich Menzels in den vergangenen 20 Jahren nachzuvollziehen. Wie kommt die Entwicklung, von den Aussagen über einen Differenzierungsprozess in der Dritten Welt bis hin zur These, dass Entwicklungstheorien gänzlich versagt hätten, zustande? Aus diesem gedanklichen Werdegang sollen Schlüsse für die Zukunft der Entwicklungstheorie gezogen werden. Hierzu bedarf es einleitend einer Klärung einiger zentraler Begriffe. Was meinen Begriffe wie Entwicklung und Entwicklungstheorie und welchen Anspruch erheben sie im Bezug auf die Überwindung der Armut der Dritten Welt? Im zweiten Teil wird näher auf Menzels Thesen eingegangen und damit einhergehend auf die beiden großen Entwicklungstheorien- die Modernisierungs- und die Dependenztheorie-, auf die er sichbezieht und die er als Paradebeispiele der gescheiterten „großen Theorie“ anführt. Was verleitet Menzel zu seinen Thesen und wie kommt es zu der Radikalisierung seiner Aussagen? Abschließend sollen einige Überlegungen zur Zukunft der Entwicklungstheorie angestellt werden, die auf ausgewählten Artikeln einiger Autoren des o. g. Buches basieren.

2. Klärung zentraler Begriffe

Menzels Kritik richtet sich gegen die „große Theorie“. Gemeint ist damit in diesem Zusammenhang die Entwicklungstheorie. Der Begriff (Entwicklungstheorie) umfasst eine größere Zahl von Theorien mit unterschiedlichen Gegenstandsbereichen (Mürle, 1997, S. 4). Ein divergierendes Theorieverständnis kann zu Unstimmigkeiten führen, weshalb eine Klärung dieses zentralen Begriffs im Vorhinein sinnvoll ist. Vergleichsweise hier auch Menzels Verständnis von Entwicklungstheorie: „Ich verstehe unter Entwicklungstheorie Aussagen, mit deren Hilfe ... begründet wird, warum es in den Industriegesellschaften Westeuropas, Nordamerikas und Ostasiens zu Wirtschaftswachstum, Industrialisierung, sozialer Differenzierung und Mobilisierung, mentalem Wandel, Demokratisierung und Umverteilung gekommen ist (diese Prozesse nennt man Entwicklung) bzw. warum in den übrigen Teilen der Welt diese Prozesse ausbleiben, nur unvollständig realisiert werden oder lediglich eine Karikatur dieser Prozesse zu beobachten ist.“ (Mürle, 1997, S. 5)

[...]



1 http://www-public.tu-bs.de:8080/~umenzel/inhalt/biografie.html, zuletzt abgerufen am 29.02.2004.


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