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Was heißt hier schon gläubig - Standortbestimmung eines kritischen Katholiken

Textbook, 2006, 132 Pages
Author: Dr.med. Ewald Fettweis
Subject: Theology - Miscellaneous

Details

Category: Textbook
Year: 2006
Pages: 132
Bibliography: ~ 24  Entries
Language: German
Archive No.: V56427
ISBN (E-book): 978-3-638-51098-1
ISBN (Book): 978-3-638-69360-8
File size: 952 KB
Notes :
DRS. MED. EWALD FETTWEIS, www.hueftgelenkdysplasie.de, Durch meine anerkannten Arbeiten auf dem Gebiet der Orthopädie, die in meiner Homepage aufgelistet sind, bin ich systemat. wissenschaftliches Arbeiten gewohnt und habe nun hier meinen Standpunkt in religiösen Fragen dargelegt.


Abstract

. Religion ist ein allgemeines menschliches Phänomen, Wahrscheinlich ist der Menschheit eine Uroffenbarung in die Wiege gelegt worden. Die ursprüngliche Religion ist monotheistisch. Erkenntnismöglichkeiten transzendenter Dinge werden erörtert. Unser Verstand ist nicht unser Gott. Der Auferstehungsglaube ist der Angelpunkt des Christentums. Paradiesesgeschichte und Erbsündenlehre werden nach der Botschaft Jesu vom gütigen Gottvater neu interpretiert Die Bibelkritik verlangt ihrerseits Kritik Sie leugnet eine Reihe von Schilderungen im. N.T.Es werden z T. Texte, die zu ihren Aussagen nicht passen, ausgelassen oder ignoriert. Das wird am Johannesevangelium, an der „Flucht nach Ägypten“ und dem Kindermord von Bethlehem ausgeführt. Die Jungfrauengeburt ist nicht zentrales Thema des Christentums. Die Frage, warum Jesus leiden musste, sollte besser lauten, „warum hat Jesus gelebt?“ Dann erfährt der Opfergedanke eine tiefere Sinngebung. Jesu Einstellung zur Gewalt wird dargelegt. Die Fragen Teufel oder „die Macht des Bösen“ werden erörtert, mit den vielfältigen Strategien, die diese Macht mit unheimlicher Logik und erfolgreich anwendet. Unter „Papst und Kirche“ zeigt sich, dass Petrus tatsächlich in Rom war und der Bischof von Rom das Petrusamt hat. Das Papsttums ist unverzichtbar.. Es gibt keinen Grund, Frauen vom Priestertum auszuschließen. Ohne Liebe verbleiben die Behandlung der Geschiedenen und Wiederverheirateten, der Priester, die am Zölibat scheiterten und das Schicksal der Priesterkinder. Das Thema „Wie konnte Gott das alles zulassen“ wird erörtert und die Fragestellung .aufgesplittert. Menschliche Freiheit und deren Einschränkungen. werden erörtert. Die Angriffe auf die Heiligenverehrung werden mit den Worten von Augustinus zurück gewiesen. Die katholische Lehre über Sexualität, Ehe und Familie wird kritisch unter die Lupe genommen. Sexuelle Begehrlichkeit ist keine Strafe für die Erbsünde sondern ein Gottesgeschenk. Die naturrechtliche Lehre über den Zweck der Ehe geht auf Aristoteles zurück, ist also heidnischen Ursprungs, vorwiegend animalisch und ignoriert die Sonderstellung des Menschen und seine Würde. Das Beharren auf dieser Lehre und die angegebenen Lieblosigkeiten haben viele Menschen von der Kirche entfremdet .


Excerpt (computer-generated)

Was heißt hier schon gläubig - Standortbestimmung eines kritischen Katholiken

Ewald Fettweis

 

Inhaltsverzeichnis
 

Vorbemerkungen ... 3

Religion haben? ... 7

Gibt es Gott überhaupt? ... 10

Ist Gott ein persönlicher Gott? ... 13

Über Erkenntnismöglichkeiten in transzendenten, religiösen Dingen ... 14

Welche Religion? ... 18

Auferweckung JESU? Ein leeres Grab? ... 22

Folgen der Anerkennung der Auferweckung JESU für den Glauben ... 26

Die Paradiesesgeschichte ... 28

Das Johannesevangelium und seine sieben Zeichen (Wunder) ... 33

Der Kindermord zu Bethlehem und die Flucht nach Ägypten, zugleich eine Kritik an der Bibelkritik ... 41

Die Jungfrauengeburt (Lk.1, 26-38 und Matth. 1, 18-24) ... 43

Warum mußte JESUS leiden? ... 49

JESUS und das Schwert ... 54

Teufel, Satan, Macht des Bösen, Pforten der Unterwelt, Hölle ... 59

Papst und Kirche ... 70

Autoritäre Macht und Demokratie bei Papst und Kirche jetzt ... 83

“Wie konnte Gott das alles zulassen?” ... 93

Freiheit…. und göttliches Vorherwissen, …. und Gene, .… und Hormone, …. und Rechtfertigungsproblematik ... 100

Heiligenverehrung ... 109

Sexualität, Ehe und Familie ... 117

Und wie bietet sich die katholische Lehre heute dar? ... 119

Gebet ... 124

JESUS ja, Kirche nein? ... 127

Anmerkungen mit Literaturhinweisen ... 129

Der Verfasser ... 134

 

 

Vorbemerkungen

Seit meiner Kindheit stehen christlicher Glaube und Kirchen fast ununterbrochen unter Druck, leiden unter teils offener, teils versteckter Verfolgung und zunehmend auch unter innerkirchlicher Unterminierung bzw. Infragestellung. Bei dieser Situation ist es immerhin erstaunlich, wie viele Menschen dennoch zum Glauben und zu den Kirchen stehen. Keine politische Partei bekommt Sonntag für Sonntag soviel Menschen in Ihre Versammlungsräume wie die Kirchen in ihre Gotteshäuser. Eine zahlenmäßige Konkurrenz sind allenfalls die Fußballstadien. Denn der Fußball ist für viele Menschen eine Art Ersatzreligion.

Die mehr oder minder offene Verfolgung im “3. Reich” (1933 war ich 6 Jahre alt) war gepaart mit einer ideologischen, unchristlichen, ja antichristlichen Indoktrination in Schule und Hitlerjugend, der Staatsjugend, die praktisch obligat war. Immerhin, offener Druck erzeugt Gegendruck, Widerstand. Man weiß, wo der Gegner steht. Nach 1945 kam es bald zum Kirchenkampf auf kaltem Weg, durch Verächtlichmachung und systematischen Abbau christlicher Wertvorstellungen unter Ausnutzung von Meinungsmonopolen und mit anderen Registern subversiver Manipulation. Die Justiz, die an sich genügend Handhabung besitzt, all diesen Dingen Grenzen zu setzen, versagte und versagt in den meisten Fällen. Sie deckt selbst schlimme Exzesse mit dem Hinweis auf freie Meinungsäußerung, künstlerische Freiheit und Pressefreiheit. Es ist wie in einem Guerillakrieg oder bei terroristischen Überfällen: von überall wird geschossen, aus dem Hinterhalt, plötzlich, unerwartet, heimtückisch. Man weiß kaum, wo der Gegner steht. Das kann auf die Dauer für Glauben und Kirchen gleich gefährlich sein wie der offene Druck, wie offene Verfolgung. Beide Methoden arbeiten mit Einschüchterung, die eine mit der Angst vor der existentiellen physischen Bedrohung, die andere mit der Angst, sich lächerlich zu machen, als unwissend, unmodern und unaufgeklärt zu gelten. Nach 1945 war es allerdings zunächst zu einer kurzen religiösen Renaissance gekommen. Die Grauen des 2. Weltkrieges mit zerbombten Städte, Millionen von Toten und grausam verstümmelten und verfolgten Menschen, Katastrophen wie Stalin-grad, Dresden, Hiroshima und Nagasaki, Konzentrationslagern, millionenfachem organisierten Massenmord, Vertreibung, Hunger und anderen Nöten wurden mit Recht als Folgen von Systemen erkannt, die Gott und die Lehre von der Nächstenliebe entthront hatten und eine bessere Welt hatten aufbauen wollen. An die Stelle von Gott trat die Rasse oder die Partei, die alles wußte. Es gab kein unabhängiges, nur Gott verantwortliches Gewissen. Gut war, was dem Staat, der Rasse, dem Volk, dem Aufbau des Sozialismus nutzte. Von Seiten der etablierten Kirche(n) wurde diese Einsicht vielfach nicht im Sinne christlicher Demut, des Dienens und der Armut beantwortet sondern oft mit Triumphalismus, Intoleranz und Beharren auf unhaltbaren Positionen, die manchmal in Wirklichkeit mit dem Kern der christlichen Lehre nichts zu tun hatten sondern mit einem zeitbedingten Weltbild aus vorchristlicher also heidnischer Zeit.

Die Menschen wollten sich nicht erneut gängeln lassen und viele wandten sich wieder ab. Hinzu kam eine schnelle wirtschaftliche Erholung, ja ein Wohlstand für viele, wie es ihn früher in Deutschland nicht gegeben hatte und die Wunden des 2. Weltkrieges vernarbten.

Es verbreitete sich zunehmend ein praktizierter Materialismus des Westens und ein ideologischer Materialismus des Ostens, wo Gott keinen Platz hat.

Fast noch schlimmer als die äußere Bedrohung ist aber in den letzten Jahr-zehnten eine Infragestellung religiöser Glaubenswahrheiten und Wertvorstellungen aus dem Innern der Kirchen selber. Bibelforscher zerpflücken die Bibel mit Hilfe von textkritischen und anderen Untersuchungen und lehren uns, daß das alles gar nicht so war, wie man es fast 2000 Jahre für wahr gehalten hatte. Einigkeit besteht aber auch bei diesen Wissenschaftlern nicht. So bezeichnen die einen das Johannesevangelium als das am spätesten entstandene, die anderen als das älteste. Unter Mißachtung der Sätze des LUKAS in der Einleitung zu seinem Evangelium, daß er allem sorgfältig nachgegangen sei, um von der Zuverlässigkeit der Worte “Kunde zu tun”, wird unter Hinweis darauf, daß die Evangelien später geschrieben wurden, gesagt, die Evangelien spiegelten nur den Glauben der Urkirche wieder. Diese Trennung zwischen Worten JESU und dem Glauben der Urkirche halte ich für ungerechtfertigt. Denn dieser gründet ja auf den Worten JESU und seinem Leben. Viele Berichte seien “Lehrerzählungen”, aber in Wirklichkeit gar nicht geschehen, wie zum Beispiel die Flucht nach Ägypten. Das sei im Orient üblich gewesen. Viele Berichte werden bezüglich des Wahrheitsgehaltes mit den Gleichnissen gleichgestellt, obwohl letztere ja eindeutig als erfundene Lehrerzählungen ausgewiesen sind. LUKAS wird also unterstellt, bewußt die Unwahrheit gesagt zu haben oder aber leichtgläubig auf erfundene Geschichten hereingefallen zu sein. Bei Bibelkursen, Tagungen und ähnlichen Gelegenheiten wurde uns manchmal bis zum Erbrechen kundgetan, die Evangelien seien keine Tatsachenberichte, wie wir sie von Funk und Fernsehen kennen, was natürlich richtig ist, aber dennoch die Berichte nicht entwertet. Man sprach bzw. spricht von Entmythologisierung. Nach dem evangelischen Theologen BULTMANN ist auch die Auferstehung JESU nur ein Mythos. Man sagt, die Auferstehung bedeute nichts anderes, als daß die “Sa-che JESU” nach seinem (endgültigen) Tod weitergehe. Die Tausenden von Märtyrern, zigtausenden Ordensfrauen und Mönchen, die auf irdische Lebensfreude, Familie, Wohlstand usw. verzichten bzw. verzichtet haben, wären so eigentlich ganz bedauernswerte arme Phantasten, arme Irre. Man kann die hohe ethische Bedeutung der christlichen Lehre anerkennen. Aber dafür riskieren, vorzeitig gewaltsam in den Tod, das ewige Nichts zu gehen oder auf Lebensglück und Genuß verzichten? Nein Danke!

 

[...]



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