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Termpaper, 2005, 14 Pages
Author: Fabian Wiencke
Subject: Cultural Studies
Details
Institution/College: European University Viadrina Frankfurt (Oder) (Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Tags: Bildungsideal, Wilhelm, Humboldts, Reform, Universität, Anfang, Jahrhunderts, Grundlage, Europäischer, Wissenschaftsentwicklung
Year: 2005
Pages: 14
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-51127-8
File size: 169 KB
Die Arbeit beschäftige sich mit dem humanistischen Bildungsideal Wilhelm von Humboldts und der Reform der Universität zum Anfang des 19. Jahrhunderts.
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Excerpt (computer-generated)
Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Seminar: Grundlagen Europäischer
SS 2005, 1. Semester
Das Bildungsideal Wilhelm von Humboldts und die Reform
der Universität zum Anfang des 19. Jahrhunderts
von: Fabian Wiencke
Gliederung
1. Einleitung
2. Historische Rahmenbedingungen der Humboldtschen Bildungsreformen
3. Das Humboldtsche Bildungsideal und die Reform der Universität
3.1 Darstellung der Denkweise Wilhelm von Humboldts
3.2 Wissenschaft und Universität bei Humboldt
3.3 Wilhelm von Humboldt als Preußischer Direktor für Cultus und öffentlichen Unterricht
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Der Mensch soll in der Lage sein über sich hinaus zu streben, um sich in seiner ganzen Wesenseigentümlichkeit darstellen zu können – mit diesen Worten kann man das Ziel Wilhelm von Humboldts beschreiben eine dem Menschen gerecht werdende Bildung zu gestalten. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Bildungsvorstellungen Humboldts und der Reform der Universität zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Ziel ist es dabei nicht die Gesamttätigkeit Humboldts und die spätere Umsetzung seiner Bildungsvorstellungen vollständig wiederzugeben. Vielmehr soll die Bildungsphilosophie Wilhelm von Humboldts in deskriptiver Weise dargestellt werden, um somit einen Einblick in die Wesenszüge der Humboldtschen Denkart zu gewinnen. Hierbei wird wie folgt vorgegangen: Zunächst wird der historische Kontext erläutert, aus dem heraus die hier behandelte Bildungstheorie entwickelt wurde. Die gesellschaftlichen Umbrüche der damaligen Zeit sind dabei ausschlaggebend. Es folgt eine Darstellung der Humboldtschen Denkweise, unter Zuhilfenahme der Begriffe „Mensch“, „Bildung“ und „Welt“, in die sich diese Denkweise einordnen lässt. Im Weiteren wird die Humboldtsche Konzeption von Wissenschaft und Universität verdeutlicht. Hier zeigt sich der Versuch Humboldts, den philosophischen Erkenntnissen in Bezug auf Bildung eine konkretere Form zu verleihen und sie praktisch umsetzbar zu machen. Um das Verständnis des Humboldtschen Wirkens diesbezüglich abzurunden, folgt eine kurze Ausführung über die Ernennung Humboldts zum preußischen Direktor für Cultus und öffentlichen Unterricht und die Gründung der Universität Berlin. Das abschließende Fazit der Arbeit bietet Raum, die Humboldtschen Bildungsvorstellungen in Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um Bildung, zu interpretieren.
2. Historische Rahmenbedingungen der Humboldtschen Bildungsreformen
Um das Bildungsideal Wilhelm von Humboldts sowie die entsprechenden Reformen des preußischen Bildungssystems Anfang des 19. Jahrhunderts zu verstehen, ist es hilfreich eine kurze Erläuterung der geschichtlichen Ausgangsituation voranzustellen. Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen dieser Zeit bilden den Kontext, aus dem heraus die Humboldtschen Bildungsvorstellungen zu interpretieren sind. In Preußen hatte es seit der Regierungszeit Friedrich des Großen einen anhaltenden Diskurs um die Ausgestaltung eines einheitlichen Bildungssystems gegeben. In Bezug auf die Hochschullandschaft war man sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts uneinig darüber, welche Funktion die Universitäten in Zukunft erfüllen sollten. Zudem verschärfte sich die politische Situation, nachdem die preußische Armee Napoleon bei Jena und Auerstedt im Jahr 18071 unterlegen war und eine geistige sowie organisatorische Erneuerung des preußischen Staates notwendig wurde. Insbesondere die Universitätslandschaft war durch den Verlust der Universität Halle im Zuge der militärischen Niederlage geschwächt worden und die Universität zu Königsberg galt nun einzig als universitäre Institution von einigermaßen hohem Niveau.2 Diese Entwicklungen warfen die Frage auf, wie Bildung inhaltlich und organisatorisch zu gestalten wäre, um den veränderten Verhältnissen dieser Zeit gerecht werden zu können
Im Wettstreit der Bildungskonzepte hatte sich Ende des 18. Jahrhunderts in Preußen die Bildungsauffassung des Neuhumanismus oder deutschen Humanismus durchgesetzt, der inhaltlich im Rahmen des Bildungsideals Humboldts an späterer Stelle tiefer gehend erläutert werden soll. Bei der Denkart des Neuhumanismus handelte es sich um einen Rückgriff auf das Gedankengut der klassischen Antike. Im Unterschied zum Humanismus der Renaissance, der eher als Nachahmung oder Weiterführung der klassischen Antike zu verstehen war, zielte der Neuhumanismus auf das menschliche Streben nach einer idealen Humanität ab.3 Er entsprang der gesellschaftlichen Entwicklung im Zuge der beginnenden Industrialisierung und der damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüche. Die zunehmenden technischen Fortschritte in Form von „Maschinisierung“, der sich beschleunigende Fortschritt in allen Bereichen der Wissenschaft und die Entwicklung des Bürgertums bewirkten weitreichende Veränderungen in Bezug auf die Lebensverhältnisse der Menschen dieser Zeit.4 In dieser Situation war der entscheidender Ausgangspunkt für die Verbreitung des Neuhumanismus unter den kulturellen und geistigen Eliten die Frage, wie die Menschheit an sich in ihrer geistigen und moralischen Verfassung von den Ereignissen profitieren und somit eine Entfremdung durch die Zwänge der Zeit verhindert werden konnte.
[...]
1 Vgl. Das moderne Lexikon, Band 15, Gütersloh 1972, S. 87ff.
2 Vgl. Jahnke, Hans Niels: Mathematik und Bildung in der Humboldtschen Reform, Göttingen 1991, S. 8
3 Vgl. Das moderne Lexikon, Band 13, Gütersloh 1972, S. 163/164
4 Vgl. Menze, Clemens: Die Bildungsreform Wilhelm von Humboldts, Hannover 1975, S.9
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