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Termpaper, 2005, 28 Pages
Author: Sergej Küstner
Subject: Pedagogy - Pedagogic Sociology
Details
Institution/College: University of Göttingen (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Tags: Vergleiche, Sozialisationsinstanzen, Jugendalter, Pädagogisches, Seminar
Year: 2005
Pages: 28
Grade: 2
Bibliography: ~ 25 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-51237-4
ISBN (Book): 978-3-638-68233-6
File size: 165 KB
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Abstract
I) Einleitung Sozialisation ist ein langer Prozess, bei dem ein Mensch sich im Laufe seines Lebens verändert, an verschiedene Situationen anpasst und soziale Fähigkeiten (z.B. menschliche Beziehungen und Interaktionen, Erlernen von Sprache, Normen, Traditionen, Rollen usw.) aneignet. Dadurch entwickelt sich der Mensch zu einem handlungsfähigen Individuum, und wird sozusagen ,,das zweite Mal geboren’’.1 Der Sozialisationsprozess beginnt in der frühen Kindheit. Der Zeitraum der Jugend nimmt während der Sozialisation eine besondere Rolle ein. Hier werden die grundlegenden gesellschaftlichen Verhaltensweisen gelernt. In der Vergangenheit war die Jugendzeit für beide Geschlechter sehr kurz; Jungen traten viel früher ins Erwachsenenleben ein, Mädchen heirateten und gründeten eine eigene Familie. Heutzutage haben sich die Jugendzeit und damit die Vorbereitung auf das Erwachsenenleben aufgrund von verschiedenen Faktoren, die im Laufe dieser Hausarbeit erläutert werden sollen, verlängert. Die Sozialisation ist also ein lebenslanger Prozess, der erst im hohen Alter allmählich abschließt. Menschen oder Institutionen, die die menschliche Sozialisation beeinflussen und erst möglich machen, werden als Sozialisationsinstanzen bezeichnet. Für Jugendliche gelten folgende Instanzen als die wichtigsten: Familie, schulische Einrichtungen, Gleichaltrige. Ferner sollen in der Hausarbeit diese Instanzen näher betrachtet und verglichen werden. Darüber hinaus ist es wichtig zu erfahren, wie stark die Sozialisationsinstanzen gegenwärtig die Entwicklung der Jugendlichen beeinflussen und steuern. Meine Hausarbeit gliedert sich in drei Teile: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Im Hauptteil soll der Sozialisationsprozess der Jugendlichen untersucht werden. Der Hauptteil wird ebenfalls in drei Bereiche (Unterkapitel) unterteilt, in dem jeweils eine Sozialisationsinstanz beschrieben werden soll. Im ersten Unterkapitel möchte ich mich mit der Familie beschäftigen, im zweiten mit den schulischen Einrichtungen und im dritten mit den Gleichaltrigen. Die Hausarbeit basiert auf einer Leitfrage: Wie stark beeinflussen die Sozialisationsinstanzen die Persönlichkeit der Jugendlichen bzw. wie groß ist deren Einfluss bei der jugendlichen Identitätsfindung? Im Schluss sollen die Ergebnisse zusammengetragen und ein Ausblick dieses Themas vorgenommen werden.
Excerpt (computer-generated)
Georg-August-Universität Göttingen, Pädagogisches Seminar
Die Rolle der Sozialisationsinstanzen bei der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen
SS 2005, Semesterzahl: 6
Vergleiche der wichtigsten Sozialisationsinstanzen im Jugendalter
von: Sergej Küstner
Inhaltsverzeichnis
I) Einleitung 3
II) Vergleiche der wichtigsten Sozialisationsinstanzen im Jugendalter 4-24
1) Die Familie als Sozialisationsinstanz der Jugendlichen 4-11
1.1) Struktur der Familie 4
1.2) Interne familiäre Veränderungen 5-6
1.3) Autorität der Eltern 6-8
1.4) Bildung von beruflichen Interessen der Kinder 8-9
1.5) Probleme in der Familie 9-10
1.6) Familienzusammenhalt – Nachteile und Vorteile 10-11
2) Schulische Einrichtungen 11-19
2.1) Schule als Sozialisationsinstanz 11-12
2.2) Gegenwärtige Bildungssituation in Deutschland 12-13
2.3) Wahlmöglichkeiten 13-14
2.4) Soziale und geschlechtsspezifische Benachteiligung in der Schule 14-15
2.5) Beziehungen zwischen Lehrer und Schüler 15-16
2.6) Schul- und Leistungsangst und Selbstbild 16-18
2.7) Schulentfremdung 18-19
3) Gleichaltrige 19-24
3.1) Jugendliche Subkultur als Sozialisationsinstanz 19-20
3.2) Beziehungen zwischen Gleichaltrigen 20-21
3.3) Interessen und Freizeit 22-23
3.4) Jugendalter und Identitätskrise 23-24
III) Schluss 25-26
IV) Anlagen 27
Literaturverzeichnis 27-28
I) Einleitung
Sozialisation ist ein langer Prozess, bei dem ein Mensch sich im Laufe seines Lebens verändert, an verschiedene Situationen anpasst und soziale Fähigkeiten (z.B. menschliche Beziehungen und Interaktionen, Erlernen von Sprache, Normen, Traditionen, Rollen usw.) aneignet. Dadurch entwickelt sich der Mensch zu einem handlungsfähigen Individuum, und wird sozusagen ,,das zweite Mal geboren’’.1 Der Sozialisationsprozess beginnt in der frühen Kindheit. Der Zeitraum der Jugend nimmt während der Sozialisation eine besondere Rolle ein. Hier werden die grundlegenden gesellschaftlichen Verhaltensweisen gelernt. In der Vergangenheit war die Jugendzeit für beide Geschlechter sehr kurz; Jungen traten viel früher ins Erwachsenenleben ein, Mädchen heirateten und gründeten eine eigene Familie. Heutzutage haben sich die Jugendzeit und damit die Vorbereitung auf das Erwachsenenleben aufgrund von verschiedenen Faktoren, die im Laufe dieser Hausarbeit erläutert werden sollen, verlängert. Die Sozialisation ist also ein lebenslanger Prozess, der erst im hohen Alter allmählich abschließt.
Menschen oder Institutionen, die die menschliche Sozialisation beeinflussen und erst möglich machen, werden als Sozialisationsinstanzen bezeichnet. Für Jugendliche gelten folgende Instanzen als die wichtigsten: Familie, schulische Einrichtungen, Gleichaltrige. Ferner sollen in der Hausarbeit diese Instanzen näher betrachtet und verglichen werden. Darüber hinaus ist es wichtig zu erfahren, wie stark die Sozialisationsinstanzen gegenwärtig die Entwicklung der Jugendlichen beeinflussen und steuern. Meine Hausarbeit gliedert sich in drei Teile: Einleitung, Hauptteil und Schluss. Im Hauptteil soll der Sozialisationsprozess der Jugendlichen untersucht werden. Der Hauptteil wird ebenfalls in drei Bereiche (Unterkapitel) unterteilt, in dem jeweils eine Sozialisationsinstanz beschrieben werden soll. Im ersten Unterkapitel möchte ich mich mit der Familie beschäftigen, im zweiten mit den schulischen Einrichtungen und im dritten mit den Gleichaltrigen. Die Hausarbeit basiert auf einer Leitfrage: Wie stark beeinflussen die Sozialisationsinstanzen die Persönlichkeit der Jugendlichen bzw. wie groß ist deren Einfluss bei der jugendlichen Identitätsfindung? Im Schluss sollen die Ergebnisse zusammengetragen und ein Ausblick dieses Themas vorgenommen werden.
II) Vergleiche der wichtigsten Sozialisationsinstanzen im Jugendalter
1) Die Familie als Sozialisationsinstanz der Jugendlichen
1.1) Struktur der Familie:
Obwohl die Familie heutzutage ihre Bedeutung in Erziehungsfragen allmählich verliert, scheint sie dennoch, eines der wichtigsten Bestandteile der Sozialisation von Jugendlichen und Kindern zu sein. Die Familie befindet sich in einer Situation, in der die Veränderungen der sozialen Lebensstrukturen nicht fließend, sondern sprunghaft stattfinden. Das bedeutet, dass sich die Familie im Laufe der eigenen Entwicklung stark verändert, wobei diese Veränderung durch die Jugendlichen mitgestaltet werden kann. Andererseits ist sie ein Ort der Sicherstellung von individuellen Fähigkeiten und Erfahrungen, die wiederum dort gemacht werden2. Die Struktur der Familie wird von Interaktion und Kommunikation zwischen den Familienangehörigen bestimmt und gleichzeitig ständig verändert3. Kommunikation, Verhaltensstrukturen und Interaktion werden seitens des Kindes durch Anpassung und Nachahmung gelernt. Die Vermittlung wird durch ein (oder auch mehrere) Bezugsperson(en) erleichtert4. Zwischen der Bezugsperson und dem Kind muss sich Vertrauen entwickeln, wenn das Kind die Grundelemente der Sozialisation aneignen möchte. Deshalb ist das Vertrauen die Voraussetzung für die Persönlichkeitsentwicklung eines Individuums5. Das Sozialisationssystem besteht aus mehreren Instanzen, und die Familie ist eine davon. Sie durchläuft mehrere Übergangsphasen, in denen sie sich mit ihren Familienmitgliedern immer wieder verändert. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Familie keine stabile Sozialisationsinstanz ist6.
1.2) Interne familiäre Veränderungen:
Der Übergang von einer traditionellen Familie zur modernen, basierend auf Gleichberechtigung der Eltern, begann bereits Mitte des 20. Jahrhunderts und führte zur Schwächung der Autorität des Vaters. Die Verschiebung der Autoritätsstrukturen begann also nach dem zweiten Weltkrieg7. Auch die Familienstruktur- und größe haben sich verändert. Im Gegensatz zu früher existieren heutzutage mehr Ein-Kind-Familien8. Überhaupt muss erwähnt werden, dass seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts die Familien den traditionellen Erziehungsstilen ihren Rücken gekehrt haben. Zu den neuen Erziehungsmethoden gehören unter anderem solche Leitgedanken wie:
- Nicht den Willen des Kindes brechen.
- Verständnis zeigen.
- Den Kindern als Freund und nicht als Autoritätsperson begegnen.
- Entscheidungen gemeinsam treffen und Kompromisse schließen.
- Gegenseitige Anpassung (Kinder und Eltern lernen gegenseitig voneinander)9.
Wichtig sollte dabei sein, dass die Eltern ihren Kindern nicht die eigenen Normen und Verhaltensmuster einflößen, sondern die Kinder sollten gemeinsam mit ihren Eltern bestehende Schwierigkeiten lösen. Solche Interaktions- und Kommunikationsformen in der Familie beeinflussen die Lebenswelt der Kinder10. Die wesentliche Aufgabe der Eltern ist demnach, die Kinder auf das Leben vorzubereiten und eigenes Wissen und eigene Erfahrungen weiterzugeben. Die neuen Erziehungsmethoden ermöglichen den Kindern, an Familienentscheidungen mehr und öfter teilzunehmen11. Aufgrund dessen kommt es dazu, dass sogar die Eltern selber über ihre eigenen Probleme mit ihren Kindern sprechen und eine gemeinsame Lösung finden wollen. Unter dem Einfluss ihrer Kinder, haben sich die Eltern mit der Zeit stark verändert, da sie von ihren Kindern dadurch ebenfalls sozialisiert werden. Demnach ist die Sozialisation von Jugendlichen ein Wechselwirkungsprozess, bei dem auch Jugendliche Einfluss auf ihre Eltern ausüben12.
[...]
1 K. Kreppner: Sozialisation in der Familie, S.395, in: K. Hurrelmann, D. Ulich (Hg.): Handbuch der Sozialisationsforschung, 2. Auflage, Weinheim und Basel 1982, S.395-422.
2 P.G. Zimbardo: Psychologie, 5. Auflage, Berlin, Heidelberg, New York, London, Paris, Tokyo, Hong Kong, Barcelona, Budapest 1992, S.73 f.
3 Kreppner, Sozialisation in der Familie, Weinheim und Basel 1982, S.397.
4 C. Mühlfeld: Familiensoziologie. Eine systematische Einführung, Hamburg 1976, S.56.
5 Ebd., S.65 f.
6 K. Kreppner: Sozialisation in der Familie, S.323-326, in: K. Hurrelmann, D. Ulich (Hg.): Handbuch der Sozialisationsforschung. Studienausgabe, 5. Auflage, Weinheim und Basel 1998, S.321-334.
7 Y. Schütze: Jugend und Familie, S.242, in: Heinz-Hermann Krüger (Hg.): Handbuch der Jugendforschung, Opladen 1988, S.233-247.
8 R. Peuckert: Familienformen im sozialen Wandel, Opladen 1991, S.74 ff.
9 Schütze, a.a.O., S.243.
10 Kreppner, Sozialisation in der Familie, Weinheim und Basel 1998, S.322.
11 K. Allerbeck, und W. Hoag: Jugend ohne Zukunft? Einstellungen, Umwelt, Lebensperspektiven, München 1985, S. 65.
12 Kreppner, Sozialisation in der Familie, Weinheim und Basel 1998, S.328.
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