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Realisation einer Serigrafie - Reale, virtuelle und vireale Aspekte einer Druckgrafik

Termpaper, 1999, 31 Pages
Author: Ulrich Kellner
Subject: Art - Graphics / Illustration / Print

Details

Category: Termpaper
Year: 1999
Pages: 31
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V5670
ISBN (E-book): 978-3-638-13480-4

File size: 1503 KB


Excerpt (computer-generated)

Schriftliche Vertiefung
einer künstlerisch-praktischen Arbeit:

Realisation einer Serigrafie
Reale, virtuelle und vireale Aspekte einer Druckgrafik




Studiengang Lehramt Kunstpädagogik
Sommersemester 1998

"These two boots of mine have brought me a long way
through rain and sunshine through badlands an better days
well I′ve seen a thousand faces and I′ll see a thousand more
this life is a long journey it′s not over that′s for sure"
(The Bruisers)




Inhalt:

1. Einführung

1.1 Das Prinzip des Siebdrucks
1.2 Die Entwicklung der Siebdrucktechnik bis heute
1.3 Die Serigrafie - Der künstlerische Siebdruck
1.4 Wie ich auf den Siebdruck aufmerksam wurde

2. Die Entstehungsgeschichte meiner Serigrafie

2.1 Erste Entscheidungen: Motivsuche und Wahl des Druckträgers
2.2 Mein Motiv und seine Bedeutung
2.3 Vom Motiv zur Kopiervorlage
2.4 Herstellung einer direkten Fotoschablone
2.5 Vorbereitung und Durchführung des Druckvorgangs
2.6 Veranschaulichung der einzelnen Druckgänge

3. Das Ergebnis

3.1 Reale und virtuelle Erfahrungen

4. Siebdruck als eine Möglichkeit für die pädagogische Praxis?

Literatur und Quellenangaben



1. Einführung

Diese Grafik, welche hier als Fotografie zu sehen ist, entstand innerhalb der Lehrveranstaltung "Von der Vorlage zur Druckgrafik", während des Sommersemesters 1998 in den Kunstpädagogischen Druckwerkstätten der Universität Bremen.
Es handelt sich hierbei um einen manuellen Siebdruck...

1.1 Das Prinzip des Siebdrucks

Diese hier von mir verwendete Technik basiert auf dem Durchdrücken von Farbe durch ein feinmaschiges Gewebe (Sieb), welches straff auf einen Rahmen gespannt ist.
Das Prinzip des Siebdrucks besteht darin, dass Farbe auf ein Sieb aufgetragen, mit einem Schieber (Rakel) gleichmäßig über das gesamte Gewebe verteilt und dabei durch die Öffnungen des Gewebes befördert wird. Die Bereiche des Gewebes, durch die keine Farbe gelangen soll, die also nicht drucken sollen, werden bereits vorher mit einer Schablone abgedeckt. Durch die nicht abgedeckten, also durchlässigen Bereiche des Gewebes, gelangt Farbe auf das zu bedruckende Material (Druckträger), welches sich unter dem Sieb befindet.
Neben den anderen bekannten Druckverfahren (Hochdruck - Tiefdruck - Flachdruck), auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, gehört der Siebdruck demnach zu den Durchdruckverfahren, obwohl es sich eigentlich weniger um ein Druckverfahren, als vielmehr um eine Schabloniertechnik handelt.
Der Unterschied zu allen anderen Druckverfahren ist, dass das Bild beim Siebdruck nicht durch einen Druckstock und durch Druck auf den Druckträger übertragen wird, sondern durch offene (druckende) bzw. geschlossene (nichtdruckende) Gewebepartien.
Ausgangspunkt und bildschaffendes Mittel eines jeden Siebdrucks ist immer eine Schablone, die auf unterschiedliche Art und Weise auf bzw. in das Gewebe gebracht werden kann. Auf die Schabloniertechnik, die ich für meinen Siebdruck verwendet habe, möchte ich in einem der folgenden Abschnitte noch genauer eingehen.

1.2 Die Entwicklung der Siebdrucktechnik bis heute

Das Siebdruckverfahren findet seinen Ursprung in Jahrhunderte alten Schablonentechniken, die von Künstlern und Handwerkern ständig weiterentwickelt wurden. Das Prinzip war jedoch immer das Gleiche: Farbe wurde über eine Schablone, welche aus unterschiedlichen Materialien bestehen konnte, gegeben und die nicht abgedeckten Bereiche "druckten" - d.h. sie ließen die Farbe auf den Bedruckstoff.
Der Wunsch, Formen und Zeichen vervielfältigen zu können, förderte die Entwicklung immer präziserer Schnittschablonen. Doch trotz alledem bot diese Technik nur begrenzte Möglichkeiten. Feine und komplexe Darstellungen konnten mit dieser Methode nicht wiedergegeben werden. Schon beim Druck eines einfachen Kreisrings besteht die Schwierigkeit darin, dass der innere Teil einer solchen Schablone ohne Verbindung herausfallen würde. Er muss daher mit einem Verbindungssteg gehalten werden, den man allerdings später im fertigen Druck als Unterbrechung des Kreisrings deutlich erkennen kann.
In Japan wurde versucht, dieses Problem mittels sehr feiner Verbindungen aus Menschen- oder Tierhaaren zu begegnen. Erst Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte der Japaner Yuzensai Miyasaki-San feine, von einem Netz von Haaren zusammengehaltenen Schablonen, die es möglich machten, auch feinste Muster und Motive zu "drucken". Diese sogenannten Yuzen-Drucke waren somit die Vorläufer heutiger Siebdrucke und man kann zu Recht behaupten, dass der Siebdruck in Japan erfunden wurde.

[...]


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