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Der fantastische Abenteuerroman - Exemplarische Analyse und Kennzeichnung anhand des Kinderbuches 'Ronja Räubertochter' von Astrid Lindgren

Hauptseminararbeit, 2006, 33 Seiten
Autor: Judith Anschütz
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

Details

Veranstaltung: Abenteuerromane der Kinder- und Jugendliteratur
Institution/Hochschule: Universität zu Köln
Tags: Abenteuerroman, Exemplarische, Analyse, Kennzeichnung, Kinderbuches, Ronja, Räubertochter, Astrid, Lindgren, Abenteuerromane, Kinder-, Jugendliteratur
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 33
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V56744
ISBN (E-Book): 978-3-638-51352-4
ISBN (Buch): 978-3-638-59870-5
Dateigröße: 402 KB

Zusammenfassung / Abstract

In dieser Hausarbeit befasse ich mich mit Astrid Lindgrens Kinder- bzw. Jugendbuch "Ronja Räubertochter". Mit einem Gesamtwerk von weit über 100 Titeln ist Astrid Lindgren eine der weltweit bekanntesten Kinderbuchautorinnen. Zu ihren bekanntesten Figuren gehört neben "Michel aus Lönneberga" und "Pippi Langstrumpf" auch "Ronja Räubertochter". Sich dem großen medialen Angebot an Büchern und Filmen von Astrid Lindgrens Werken zu entziehen, ist kaum möglich. Für Ronja Räubertochter habe ich mich entschieden, da dieses Buch für mich als Kind unverzichtbar war. Die aufregende, naturbelassene und wilde Welt der Ronja Räubertochter konnte ich mir anhand von Text und Bild zu meiner eigenen machen. Auf die Frage hin, ob Kinder Astrid Lindgren brauchen, hat die Schriftstellerin selbst geantwortet: "Ja, wenn man dem glaubt, was sie schreiben, sieht es so aus." (Surmatz 2001, 837). Ich für meinen Teil brauchte sie als Kind und brauchte besonders ihre Ronja Räubertochter. Dieses letzte große Werk der bekannten Schriftstellerin fesselt nicht nur die jungen Leser, sondern auch Erwachsenen haben, durch die Perfektion der Schreibkunst Astrid Lindgrens, Freude beim (Vor-)Lesen. Junge Leser würden den Roman "Ronja Räubertochter" zweifelsohne zu den Abenteuerromanen zählen, doch wie kann es sein, dass die Geschichte fantastische Elemente aufweist, wo doch ein wesentliches Kennzeichen der Abenteuerlektüre die Realistik ist? "Fantastik" und "Abenteuerroman" stehen sich kontrovers gegenüber. Die Gattung der Abenteuererzählungen zeichnet sich durch das Kennzeichen durchgehenden Realismus aus. Der fantastischen Abenteuergeschichte hingegen fehlt die durchgängige Realistik und löst sich so vom herkömmlichen Abenteuerroman ab. In dieser Hausarbeit möchte ich darauf eingehen, wie es trotzdem möglich ist, den realistischen Abenteuerroman mit fantastischen Elementen zu verbinden, ohne dass der Abenteuercharakter verloren geht. Dazu werde ich zunächst Abenteuerliteratur, fantastische Kinder- und Jugendliteratur und realistische Kinder- und Jugendliteratur kennzeichnen. Zudem werde ich die Person des Abenteuerhelden und die der Abenteuerheldin näher erläutern. Im zweiten Teil werde ich die erworbenen Kenntnisse auf Astrid Lindgrens "Ronja Räubertochter" anwenden und erarbeiten, inwiefern diese Erzählung Kennzeichen des Abenteuerromans und der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur aufweist. Ermittelt werden soll, ob die Geschichte der Ronja Räubertochter beiden Genres zugewiesen werden kann. Ist dieses der Fall, so wäre die mögliche Kombination von fantastischen Elementen und Abenteuerliteratur anhand eines Beispiels belegt und diente als ein Beweis für die Existenz fantastischer Abenteuerliteratur in Abgrenzung zur realistischen Abenteuerliteratur. Abschließend wird diese Fragestellung nochmals kurz für die Kinder- und Jugendliteratur allgemein beleuchtet. In einer Zusammenfassung werden die wichtigsten Erkenntnisse abschließend in Kürze dargestellt.


Textauszug (computergeneriert)

Universität zu Köln
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Seminar für Deutsche Sprache und ihre Didaktik
Moderne Abenteuerromane für jugendliche LeserInnen
Modul Kinder- und Jugendliteratur

Der fantastische Abenteuerroman.
Exemplarische Analyse und Kennzeichnung anhand des Kinderbuches
„Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren.

von

Judith Anschütz

5. Semester
Lehramt Sonderpädagogik

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 3

2. Was ist Abenteuer? S. 4
2.1 Definition Abenteuerliteratur S. 4
2.2 Der Abenteuerheld S. 6
2.3 Die Abenteuerheldin S. 8

3. Fantastik versus Realismus S. 9
3.1 Merkmale fantastischer Kinder- und Jugendliteratur S. 9
3.2 Unterschiede zur realistischen Kinder- und Jugendliteratur S.11

4. Analyse von "Ronja Räubertochter" von Astrid Lindgren S.12
4.1 Inhalt S.12
4.2 Zur Autorin Astrid Lindgren S.13
4.3 Die Protagonisten S.14
4.3.1 Ronja S.14
4.3.2 Birk S.15
4.3.3 Lovis S.16
4.3.4 Mattis S.16
4.4 Ist die Erzählung "Ronja Räubertochter" ein Abenteuerroman? S.16
4.4.1 Momente des Aufbruchs S.17
4.4.2 Das Wagnis S.18
4.4.3 Außergewöhnliche Momente S.19
4.4.4 Die Bewährung S.20
4.4.5 Spannungssteigerung S.22
4.4.6 Dynamik des Handlungsverlaufs S.24
4.5 Ronja als AbenteuerheldIn S.25
4.6 Gehört die Erzählung "Ronja Räubertochter" zur fantastischen Kinder- und Jugendliteratur? S.27

5. Fantastik und Abenteuer: Der fantastische Abenteuerroman? S.29

6. Zusammenfassung S.31

 

 

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit befasse ich mich mit Astrid Lindgrens Kinder- bzw. Jugendbuch "Ronja Räubertochter". Mit einem Gesamtwerk von weit über 100 Titeln ist Astrid Lindgren eine der weltweit bekanntesten Kinderbuchautorinnen. Zu ihren bekanntesten Figuren gehört neben "Michel aus Lönneberga" und "Pippi Langstrumpf" auch "Ronja Räubertochter". Sich dem großen medialen Angebot an Büchern und Filmen von Astrid Lindgrens Werken zu entziehen, ist kaum möglich.

Für Ronja Räubertochter habe ich mich entschieden, da dieses Buch für mich als Kind unverzichtbar war. Die aufregende, naturbelassene und wilde Welt der Ronja Räubertochter konnte ich mir anhand von Text und Bild zu meiner eigenen machen. Auf die Frage hin, ob Kinder Astrid Lindgren brauchen, hat die Schriftstellerin selbst geantwortet: "Ja, wenn man dem glaubt, was sie schreiben, sieht es so aus." (Surmatz 2001, 837). Ich für meinen Teil brauchte sie als Kind und brauchte besonders ihre Ronja Räubertochter.

Dieses letzte große Werk der bekannten Schriftstellerin fesselt nicht nur die jungen Leser, sondern auch Erwachsenen haben, durch die Perfektion der Schreibkunst Astrid Lindgrens, Freude beim (Vor-)Lesen.

Junge Leser würden den Roman "Ronja Räubertochter" zweifelsohne zu den Abenteuerromanen zählen, doch wie kann es sein, dass die Geschichte fantastische Elemente aufweist, wo doch ein wesentliches Kennzeichen der Abenteuerlektüre die Realistik ist? "Fantastik" und "Abenteuerroman" stehen sich kontrovers gegenüber.

Die Gattung der Abenteuererzählungen zeichnet sich durch das Kennzeichen durchgehenden Realismus aus. Der fantastischen Abenteuergeschichte hingegen fehlt die durchgängige Realistik und löst sich so vom herkömmlichen Abenteuerroman ab.

In dieser Hausarbeit möchte ich darauf eingehen, wie es trotzdem möglich ist, den realistischen Abenteuerroman mit fantastischen Elementen zu verbinden, ohne dass der Abenteuercharakter verloren geht. Dazu werde ich zunächst Abenteuerliteratur, fantastische Kinder- und Jugendliteratur und realistische Kinder- und Jugendliteratur kennzeichnen. Zudem werde ich die Person des Abenteuerhelden und die der Abenteuerheldin näher erläutern.

Im zweiten Teil werde ich die erworbenen Kenntnisse auf Astrid Lindgrens "Ronja Räubertochter" anwenden und erarbeiten, inwiefern diese Erzählung Kennzeichen des Abenteuerromans und der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur aufweist.

Ermittelt werden soll, ob die Geschichte der Ronja Räubertochter beiden Genres zugewiesen werden kann. Ist dieses der Fall, so wäre die mögliche Kombination von fantastischen Elementen und Abenteuerliteratur anhand eines Beispiels belegt und diente als ein Beweis für die Existenz fantastischer Abenteuerliteratur in Abgrenzung zur realistischen Abenteuerliteratur. Abschließend wird diese Fragestellung nochmals kurz für die Kinder- und Jugendliteratur allgemein beleuchtet.

In einer Zusammenfassung werden die wichtigsten Erkenntnisse abschließend in Kürze dargestellt.

2. Was ist Abenteuer?

Wie Erhebungen ergeben haben, wird die Abenteuerliteratur in der Lektüre der Heranwachsenden zunehmend bedeutender. Besonders die Altersgruppe der Zehn- bis Zwölfjährigen gehört zu der Spitzengruppe der Rezipienten. (Vgl. Baumgärtner 2000, 429) Worin der besondere Reiz dieser literarischen Gattung liegt, soll in diesem Kapitel durch ihre spezielle Kennzeichnung geschildert werden.

2.1 Definition Abenteuerliteratur

Etymologisch betrachtet ist das mittelhochdeutsche "aventiure" der Vorläufer des Wortes "Abenteuer". Allerdings wurde die Wortbedeutung auf dem Weg zum heute gebräuchlichen "Abenteuer" verengt. Das Abenteuer ist als Fortsetzung des Märchens zu verstehen, allerdings ohne das Wunder als solches, welches mit "aventiure" aber unwiderruflich verbunden ist. An Stelle des Wunders steht beim heutigen "Abenteuer" die Naturgesetzlichkeit aller Vorgänge. Das Abenteuer ist vielmehr realistischer als "aventiure", welches sich in mythologischen, geschichtlich-sagenhaften Bereichen bewegt. Alle Vorgänge müssen im Bereich des Möglichen oder der wahrnehmbaren Wirklichkeit liegen. (Vgl. Hölder 1967, 75)

"Adventiure" stammt ursprünglich von dem vulgärlateinischen "advenire". Übernimmt man seine Wortbedeutung ins Deutsche, so kann man damit "etwas, das geschieht, sich ereignet" beschreiben. "Demnach ist ein Abenteuer etwas, das dem Menschen zustößt und nicht von ihm selbst, etwa auf Grund zielbewussten, planmäßigen Handelns herbeigeführt wird." (Vgl. Baumgärtner 2000, 415) Eng verknüpft ist der Begriff des Abenteuers mit Glück, Los und Schicksal. In den Grimmschen Märchen wird das "adventura" als "stets ungewöhnliches, seltsames, unsicheres Ereignis oder Wagnis" charakterisiert. (Vgl. Hölder 1967, 78)

Über die tatsächliche, typische Kennzeichnung von Abenteuerliteratur gibt es in der Sekundärliteratur unterschiedliche Ansichten. Unbezweifelt ist allerdings, dass das Hauptmerkmal dieses Genres in der auf Spannung angelegten Erzählstruktur liegt. (Vgl. Baumgärtner 2000, 417)

Diese Spannung wird durch die gesteigerte Dynamik des Handlungsverlaufes erreicht. (Vgl. Marquardt 1988, 125) In wechselvoller Buntheit reihen sich Geschehnisse aneinander, die den Leser in seinen Bann ziehen und somit als spannend empfunden werden. Über Umwege kommt es zu einem befriedigenden Schluss, wobei sich Held und Gegenspieler, Freund und Feind, Aufgabe und Hindernis, Chance und Gefahr gegenüber stehen. Auf und Ab der Steigerungen, Höhepunkte, Wendungen, Bedrohungen, ein Wagnis, die Rettung und das letztendliche Glück führen zu dieser erregten Bewegtheit. (Vgl. Maier 1993, 160)

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