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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 42 Pages
Author: Janice Höber
Subject: Pedagogy - The Teacher
Details
Institution/College: University of Potsdam (Institut für Erziehungswissenschaften)
Tags: Herr, Lehrer, Problem, Bedingungen, Umgang, Konflikten, Schule, Theorien, Modelle, Kommunikation
Year: 2005
Pages: 42
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-51448-4
ISBN (Book): 978-3-638-80677-0
File size: 184 KB
Einschätzung des Dozenten: Die Arbeit zeugt von sehr gutem Engagement. Viele Passagen sind gehaltvoll und überzeugend geschrieben. Auch die Einbeziehung der Schülerbefragung ist gewinnbringend. Kritisch einzuschätzen ist der Umfang der Arbeit. Kürzungen der Arbeit wären möglich.
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Abstract
Jeder kennt sie und jeder hat sie von Zeit zu Zeit mehr oder weniger gehäuft - Probleme! So mancher Erwachsener würde an dieser Stelle wahrscheinlich sagen: "Die Jugend von heute hat doch keine Probleme!", doch dem ist nicht so. Kinder und Jugendliche sind vor ihnen genauso wenig gefeit. Allein durch die Entwicklungsaufgaben, die es entsprechend der jeweiligen Altersstufe zu bewältigen gilt, ergeben sich zahlreiche Konflikte, die vor allem dem familiären und schulischen Bereich zuzuordnen sind. Die meisten von ihnen wissen sich selbst zu helfen. Die nötige Unterstützung finden sie im Freundeskreis oder in der Familie. Ob Lehrer auch zu den Ansprechpartnern gehören, wird in der vorliegenden Arbeit zu klären sein. Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass Schüler ihre Probleme ablegen, sobald sie das Schulhaus betreten. Sie sind eine generelle Belastung und können zu emotionalen, kognitiven und/oder physischen Beeinträchtigungen führen. Wenn es keine Anzeichen wie zum Beispiel Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsabbau oder aggressives Verhalten gibt, bekommt man kaum mit, was einen Schüler bedrückt. Demnach ist es als Lehrer besonders wichtig, sensibel für Schülerbotschaften zu sein, die darauf hinweisen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Leider wissen viele Lehrer nicht, was sie in solchen Situationen tun und wie sie dem Schüler gegenüber am effektivsten reagieren sollen. Die meisten verschanzen sich hinter der Maske, die ihnen ihr Beruf bietet, erheben sich über die Schüler und sehen sie dem entsprechend von einer ganz anderen Ebene, was sich in der Regel nachteilig auf das Lehrer-Schüler-Verhältnis auswirkt. Dabei ist es nach ROGERS gar nicht so schwer, wenn man als Lehrer drei Grundhaltungen verwirklicht. Echtheit, bedingungslose positive Wertschätzung sowie Empathie heißen die drei "Zauberworte", mit denen der Lehrer ein Klima schaffen kann, das für die zwischenmenschliche Beziehung sowie die Persönlichkeitsentwicklung des Schülers förderlich ist.
Excerpt (computer-generated)
Universität Potsdam, Institut für Erziehungswissenschaften
Theorien und Modelle der Kommunikation (SoSe 2005)
Semesterzahl: 9. Hochschulsemester
"Herr Lehrer, ich habe ein Problem!" - Bedingungen für den
erfolgreichen Umgang mit Konflikten in der Schule
von: Janice Höber
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema 1
1.2 Abgrenzung des Themas 2
1.3 Gang der Untersuchung 3
2. Konflikte
2.1 Was versteht man unter dem Begriff Konflikt?
2.1.1 Intrapersonale Konflikte 5
2.1.2 Interpersonelle Konflikte 6
2.2 Der Konfliktbegriff bei Kindern und Jugendlichen (FB) 7
3. Entwicklungsaufgaben und daraus resultierende Konflikte
3.1 Konfliktauslösende Faktoren während der Kindheit 8
3.2 Konfliktauslösende Faktoren im Jugendalter 11
3.3 Konfliktauslösende Situationen bei Kindern und Jugendlichen (FB) 14
4. Der Umgang mit Konflikten
4.1 Konfliktverhalten 15
4.2 Konfliktbewältigung bei Kindern und Jugendlichen (FB) 16
4.3 Der Lehrer als Ansprechpartner? (FB) 17
4.4 Erwartungen an den Gesprächspartner (FB) 18
5. Die Klientenzentrierte Psychotherapie nach CARL ROGERS
5.1 Abriss zur Entwicklung 19
5.2 Die Theorie des klientenzentrierten Ansatzes 20
5.3 Echtheit 21
5.3.1 Wirkungen auf den Klienten 22
5.4 Wertschätzung und Anteilnahme 23
5.4.1 Wirkungen auf den Klienten 24
5.5 Empathie 24
5.5.1 Wirkungen auf den Klienten 25
5.6 Die drei Grundhaltungen in ihrer Anwendung 25
5.7 Der therapeutische Prozess 26
5.8 Anwendungsmöglichkeiten in der Pädagogik 27
6. “Herr Lehrer, ich habe ein Problem!”
6.1 Die Frage nach dem Problembesitz 28
6.2 Was Lehrer tun können, wenn Schüler ein Problem haben 29
6.2.1 Passives Zuhören 29
6.2.2 Bestätigende Reaktionen 29
6.2.3 Der Gebrauch von Türöffnern 30
6.2.4 Aktives Zuhören 30
7. Äußere Einflussfaktoren
7.1 Der zeitliche Rahmen 31
7.2 Räumliche Bedingungen 32
7.3 Stimmung des Lehrers 32
8. Schlussbetrachtung 33
9. Literaturverzeichnis 34
10. Anhang
Fragebogen (blanko)
Fragebogen einer 13-jährigen Schülerin
Fragebogen eines 18-jährigen Schülers
Anmerkung:
An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass Zitate aus wissenschaftlichen Quellen und älteren Veröffentlichungen original belassen werden. Die Neuregelungen der Deutschen Rechtschreibung finden in diesen Passagen folglich keine Anwendung. Des Weiteren ist zu beachten, dass alle Bezeichnungen wie Lehrer, Schüler, Therapeut und Klient die weibliche Form mit einschließen.
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
Jeder kennt sie und jeder hat sie von Zeit zu Zeit mehr oder weniger gehäuft - Probleme! So mancher Erwachsener würde an dieser Stelle wahrscheinlich sagen: “Die Jugend von heute hat doch keine Probleme!”, doch dem ist nicht so. Kinder und Jugendliche sind vor ihnen genauso wenig gefeit. Allein durch die Entwicklungsaufgaben, die es entsprechend der jeweiligen Altersstufe zu bewältigen gilt, ergeben sich zahlreiche Konflikte, die vor allem dem familiären und schulischen Bereich zuzuordnen sind. Die meisten von ihnen wissen sich selbst zu helfen. Die nötige Unterstützung finden sie im Freundeskreis oder in der Familie. Ob Lehrer auch zu den Ansprechpartnern gehören, wird in der vorliegenden Arbeit zu klären sein. Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass Schüler ihre Probleme ablegen, sobald sie das Schulhaus betreten. Sie sind eine generelle Belastung und können zu emotionalen, kognitiven und/oder physischen Beeinträchtigungen führen. Wenn es keine Anzeichen wie zum Beispiel Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsabbau oder aggressives Verhalten gibt, bekommt man kaum mit, was einen Schüler bedrückt. Demnach ist es als Lehrer besonders wichtig, sensibel für Schülerbotschaften zu sein, die darauf hinweisen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Leider wissen viele Lehrer nicht, was sie in solchen Situationen tun und wie sie dem Schüler gegenüber am effektivsten reagieren sollen. Die meisten verschanzen sich hinter der Maske, die ihnen ihr Beruf bietet, erheben sich über die Schüler und sehen sie dem entsprechend von einer ganz anderen Ebene, was sich in der Regel nachteilig auf das Lehrer-Schüler-Verhältnis auswirkt. Dabei ist es nach ROGERS gar nicht so schwer, wenn man als Lehrer drei Grundhaltungen verwirklicht. Echtheit, bedingungslose positive Wertschätzung sowie Empathie heißen die drei “Zauberworte”, mit denen der Lehrer ein Klima schaffen kann, das für die zwischenmenschliche Beziehung sowie die Persönlichkeitsentwicklung des Schülers förderlich ist.
1.2 Abgrenzung des Themas
Die vorliegende Arbeit geht davon aus, dass Kinder und Jugendliche zu keiner Zeit vollkommen frei von Problemen sind und dass sie dadurch in ihrem Erleben, Verhalten und Handeln beeinflusst werden. Zu diesem Thema wurde eine schriftliche Befragung durchgeführt, an der insgesamt 93 Schüler teilgenommen haben. Die Ausführungen bauen zum Teil auf die Ergebnisse des Fragebogens auf oder werden durch sie ergänzt. Die Abschnitte sind im Inhaltsverzeichnis durch die Abkürzung FB gekennzeichnet. Das erste Kapitel wird sich mit dem Begriff Konflikt beschäftigen, um eine für diese Arbeit gültige Definition zu formulieren. Dabei sollen vor allem die intra- sowie interpersonellen Konflikte im Vordergrund stehen, da diese im Hinblick auf die Kinder und Jugendlichen am wesentlichsten erscheinen. Das zweite Kapitel beschreibt die Entwicklungsaufgaben der Kinder und Jugendlichen. Um zu zeigen, dass diese sehr umfassend und die daraus resultierenden Konflikte dem entsprechend sehr vielseitig sein können, erfährt dieser Abschnitt bewusst eine besondere Gewichtung, die sich in der ausführlichen Darlegung widerspiegelt. Im dritten Kapitel wird es um den Umgang mit Konflikten gehen. Dabei soll mit Hilfe des Fragebogens herausgearbeitet werden, ob sich die Kinder und Jugendlichen schon jemals einem Lehrer anvertraut haben und wie sie ihre entsprechende Antwort begründen.
Darauf aufbauend beschäftigt sich das vierte Kapitel mit der Klientenzentrierten Psychotherapie von CARL ROGERS, wobei es nach einem kurzen Abriss zur Entwicklung und einem Einblick in die Theorie vor allem um die drei Grundhaltungen Echtheit, bedingungslose positive Wertschätzung sowie Empathie gehen soll. Der klientenzentrierte Ansatz hat sich in einer Vielzahl von Tätigkeitsfeldern als effizient erwiesen. Um dies deutlich zu machen, verwendet die vorliegende Arbeit die in den letzten Jahren von ROGERS favorisierte Bezeichnung personenzentrierter Ansatz beziehungsweise personenzentrierte Haltung. Entsprechend ließen sich auch für die Benennungen ‘Therapeut’ und ‘Klient’ allgemeinere Begriffe wie ‘Berater’ und ‘Ratsuchender’ einsetzen. Diese Möglichkeit wurde zwar registriert, findet in dieser Arbeit jedoch keine Berücksichtigung.
Das fünfte Kapitel wird sich mit THOMAS GORDON und seiner Lehrer-Schüler-Konferenz beschäftigen, wobei es in erster Linie um die von ihm vorgestellten Methoden gehen soll, die Lehrern helfen, mit Schülerproblemen umzugehen. Um die Ausführungen abzurunden, werden im sechsten Kapitel äußere Einflussfaktoren genannt. Diese haben zwar nichts mit der persönlichen Einstellung des Lehrers zu tun, sollten jedoch Beachtung finden, da sie das Lehrer-Schüler-Gespräch beeinflussen können. Der Themenkomplex Kommunikation findet in dieser Arbeit keine Berücksichtigung, da davon ausgegangen wird, dass sich der Schüler mit seinem Problem an den Lehrer wendet. Er also die aktive Rolle einnimmt, während der Lehrer in erster Linie drei Grundhaltungen verwirklichen sollte.
1.3 Gang der Untersuchung
Um die theoretischen Aspekte zum Thema Bedingungen seitens des Lehrers für den erfolgreichen Umgang mit Konflikten von Schülern ansatzweise zu prüfen und zu stützen, habe ich mich für die häufig verwendete Forschungsmethode der Befragung entschieden. Diese Technik dient der Erfassung von Daten mit Hilfe der Beantwortung von Fragen, die einer bestimmten Zielgruppe gestellt werden. Dies kann sowohl schriftlich, in Form eines Fragebogens, als auch mündlich erfolgen. In diesem Fall spricht man von einem Interview.1 Aus organisatorischen Gründen habe ich für mein Vorhaben die schriftliche Variante gewählt.
Ein Fragebogen ist eine schriftliche Zusammenstellung von geschlossenen oder offenen Fragen, um unter anderem Informationen über die Einstellungen, Gefühle, Motive oder die Persönlichkeit von Menschen zu erhalten. Die Beantwortung von geschlossenen Fragen verlangt eine Entscheidung zwischen zwei oder mehreren Antworten. Dabei kann es sich um “Ja” oder “Nein”, um eine Skala von “Stimme völlig zu” bis “Lehne völlig ab” oder um eine Auswahl von Antwortmöglichkeiten handeln.2 Die Versuchsperson sollte sich für die Antworten entscheiden, von denen sie denkt, dass sie ihre eigene Person am besten repräsentieren. Im Gegensatz dazu stehen die offenen Fragen, die keine Alternativen vorgeben. Sie verlangen von der Versuchsperson, ihre Antwort in eigene Worte zu fassen. In beiden Fällen gilt es, die Fragen so kurz und präzise wie möglich zu formulieren und das Vorstellungsvermögen der Befragten nicht zu überfordern.3 Jede Form birgt Fehlerquellen in sich, die hinsichtlich der Validität zu berücksichtigen sind. So können die Versuchspersonen aus unterschiedlichen Gründen falsche Antworten geben: wenn es ihnen zum Beispiel peinlich ist, ihre wahren Gefühle zu offenbaren, wenn sie sich an Vergangenes nicht genau erinnern können oder wenn sie die Fragen nicht richtig verstanden haben. Bei der Auswertung sollte dieser Aspekt berücksichtigt werden.
An der durchgeführten Befragung haben von den geplanten 100 Probanden letztendlich 93 teilgenommen. Während in der 7. Klasse die Anzahl der weiblichen Teilnehmer mit 30 zu 17 überwiegt, ist das Verhältnis bei den Dreizehnklässlern mit jeweils 23 sehr ausgeglichen. Aus organisatorischen Gründen fand die schriftliche Befragung während des Unterrichts statt. Dadurch konnte zwar einerseits das Verhältnis von weiblichen und männlichen Teilnehmern nicht beeinflusst werden, andererseits waren jedoch Aufsicht führende Lehrer vor Ort, so dass gewährleistet werden konnte, dass die Schülerinnen und Schüler ihren Fragebogen allein bearbeitet und vollständig abgegeben haben. Um den Schülern mögliche Bedenken zu nehmen, habe ich den Fragebogen anonym bearbeiten lassen. Die Mädchen und Jungen sollten lediglich ihr Alter und ihr Geschlecht angeben. An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass die verwendete Forschungsmethode sowie die Anzahl der Probanden nicht ausreicht, um allgemein gültige Aussagen zu treffen. Hierfür hätte man möglicherweise eine Feldstudie betreiben müssen.
2. Konflikte
2.1 Was versteht man unter dem Begriff Konflikt?
[...]
1 vgl. HOBMAIR, H. (1995), S. 53
2 vgl. ZIMBARDO, P. G. (19956), S. 25
3 vgl. FISCH, H. (19965), S. 76
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