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Bedürfnis Schlaf - Konzeption eines Objektes für den strategischen Kurzschlaf

Diplomarbeit, 2006, 80 Seiten
Autor: Diplom Designer Frank Ehnes
Fach: Design (Industrie, Grafik, Mode)

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 80
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 18+29Online  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V56929
ISBN (E-Book): 978-3-638-51488-0

Dateigröße: 2413 KB

Zusammenfassung / Abstract

Wenn jemand weit über den Schreibtisch gebeugt, zwischen Kaffeetasse, Maus und Tastatur beim Schlafen ertappt wird, sind spottende Kollegen und verärgerte Chefs nicht weit. Viele sehen im Tagesschlaf ein Sinnbild für Faulheit, Müßiggang oder Respektlosigkeit. Zu einem geregelten Lebensund Arbeitsrhythmus passt so etwas in den Augen der meisten Menschen nicht. Fleiß, Effizienz und Ordnung sind schließlich die wichtigen Tugenden der heutigen Zeit. Doch nicht immer ist Faulheit der Grund für das Schlafen am Tag. Vielmehr sorgt ein grundlegendes gesellschaftliches Problem für immer häufigeres Gähnen: fehlende Zeit. Schlaf ist in unserer modernen „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ zu einem knappen Gut geworden. Das Natürliche wird zum Luxus, jeder zweite Deutsche sehnt sich heute nach mehr Schlaf, wie repräsentative Umfragen zeigen.1 Wachsender Leistungsdruck und eine schwindende Abtrennung zwischen Arbeit und Freizeit rauben immer mehr Menschen die Zeit für nötige geistige und körperliche Erholung. Ein Phänomen, das sich in Zukunft häufen wird, wenn die Globalisierung in Wirtschaft und Produktion weiter so schnell voranschreitet wie in den vergangenen zwei Jahrzehnten.2 Die biologische Uhr, die unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert und für natürliche Leistungstiefs und -hochs verantwortlich ist, wird heute mehr beeinträchtigt denn je. Zunehmend wird der Tagesschlaf deshalb auch zum Thema für Firmen und Betriebe, die sich aufgrund von unkonzentrierten und ermüdeten Mitarbeitern die Frage stellen, wie diesem Problem beizukommen ist. In diesem beruflichen Kontext ist man deshalb vielerorts dazu übergegangen, Tagesschlaf den Angestellten in Form von gezielt eingesetzten Ruhephasen zu gewähren. Welchen Einfluss dies auf die Arbeitswelt hat, und welche Möglichkeiten dabei für das Design bestehen, möchte ich in der folgenden theoretischen Arbeit erläutern. Während im ersten Teil physiologische Grundlagen, soziokulturelle und historische Aspekte untersucht werden, nehme ich anschließend näheren Bezug auf die Charakteristik und Einflussfaktoren des Tagesschlafes und gebe einen Ausblick zum gestalterischen Teil.


Textauszug (computergeneriert)

Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle

Bedürfnis Schlaf - Konzeption eines Objektes für den strategischen Kurzschlaf

Frank Ehnes

 

Inhaltsverzeichnis


Einleitung ... 5


1. Das Wesen des Schlafs ... 7

1.1 Physiologische Grundlagen ... 8
Im Takt der inneren Uhr ... 9
Natürliche Müdigkeitsphasen ... 10

1.2 Was uns sonst noch müde macht ... 11
Fehlende psychische Beanspruchung ... 11
Psychische und körperliche Beanspruchung ... 13
Einflüsse aus der Natur ... 14


2. Schlafkulturen ... 15

2.1 Monophasen-Schlafkultur ... 16
2.2 Siesta-Kultur ... 17
2.3 Nickerchen-Kultur ... 18
2.4 Schlafen im Stundenrhythmus ... 19
2.5 Zusammenfassung ... 20


3. Tagesschlaf in unserer Gesellschaft ... 21

3.1 Vorindustrielle Zeit ... 22
3.2 Beginn einer neuen „Zeitrechnung“ ... 23
3.3 Zeit ist Geld ... 25
3.4 Freiraum im Arbeitsraum ... 26
3.5 Im Halbschlaf zum Erfolg ... 27
3.6 Der Leistungskonflikt ... 29
3.7 Das Design knüpft an ... 31


4. Gestaltungsfaktoren ... 33

4.1 Schlafpositionen ... 34
Gibt es die optimale Position? ... 36

4.2 Umgebung ... 38
Schläfer und Raum ... 38
Ebenen ... 40

4.3 Einfluss der Wahrnehmung ... 42
Geräusche ... 42
Licht ... 43
Strahlungen ... 44
Temperatur ... 44

4.4 Der Schläfer persönlich ... 46
Intimität und Privatsphäre ... 46
Hygiene ... 48
Individualität ... 49
Sicherheit ... 50

4.5 Zwischen Wachen und Schlafen ... 51
Einschlafen und Rituale ... 51
Aufwecken ... 53

4.6 Nutzung ... 54
Stationär oder mobil? ... 54
Kommt Zeit, kommt Schlaf ... 54


5. Gestaltungsansätze ... 57

5.1 Orte für die Napping-Kultur ... 59


6. Zusammenfassung ... 67
6.1 Fazit ... 68
6.2 Zielsetzung für den praktischen Teil ... 69

Quellen ... 71

Literaturverzeichnis ... 72

Internetressourcen ... 73

Abbildungsverzeichnis ... 74

Quellenangaben ... 76

 

 

Einleitung

Wenn jemand weit über den Schreibtisch gebeugt, zwischen Kaffeetasse, Maus und Tastatur beim Schlafen ertappt wird, sind spottende Kollegen und verärgerte Chefs nicht weit. Viele sehen im Tagesschlaf ein Sinnbild für Faulheit, Müßiggang oder Respektlosigkeit. Zu einem geregelten Lebensund Arbeitsrhythmus passt so etwas in den Augen der meisten Menschen nicht. Fleiß, Effizienz und Ordnung sind schließlich die wichtigen Tugenden der heutigen Zeit.
Doch nicht immer ist Faulheit der Grund für das Schlafen am Tag. Vielmehr sorgt ein grundlegendes gesellschaftliches Problem für immer häufigeres Gähnen: fehlende Zeit. Schlaf ist in unserer modernen „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ zu einem knappen Gut geworden. Das Natürliche wird zum Luxus, jeder zweite Deutsche sehnt sich heute nach mehr Schlaf, wie repräsentative Umfragen zeigen.1 Wachsender Leistungsdruck und eine schwindende Abtrennung zwischen Arbeit und Freizeit rauben immer mehr Menschen die Zeit für nötige geistige und körperliche Erholung. Ein Phänomen, das sich in Zukunft häufen wird, wenn die Globalisierung in Wirtschaft und Produktion weiter so schnell voranschreitet wie in den vergangenen zwei Jahrzehnten.2 Die biologische Uhr, die unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert und für natürliche Leistungstiefs und -hochs verantwortlich ist, wird heute mehr beeinträchtigt denn je. Zunehmend wird der Tagesschlaf deshalb auch zum Thema für Firmen und Betriebe, die sich aufgrund von unkonzentrierten und ermüdeten Mitarbeitern die Frage stellen, wie diesem Problem beizukommen ist. In diesem beruflichen Kontext ist man deshalb vielerorts dazu übergegangen, Tagesschlaf den Angestellten in Form von gezielt eingesetzten Ruhephasen zu gewähren.
Welchen Einfluss dies auf die Arbeitswelt hat, und welche Möglichkeiten dabei für das Design bestehen, möchte ich in der folgenden theoretischen Arbeit erläutern. Während im ersten Teil physiologische Grundlagen, soziokulturelle und historische Aspekte untersucht werden, nehme ich anschließend näheren Bezug auf die Charakteristik und Einflussfaktoren des Tagesschlafes und gebe einen Ausblick zum gestalterischen Teil.


1 Das Wesen des Schlafs


1.1 Physiologische Grundlagen

Das Schlafen hat die Menschheit seit ihren Anfängen beschäftigt, fasziniert und gab ihr Rätsel auf. Rund 30 Prozent unseres Lebens verbringen wir damit und das ist in der Tat nicht wenig. Erreichen wir unser sechzigstes Lebensjahr, so können wir sicher sein, 20 Jahre davon geschlafen zu haben.3
Es ist erstaunlich, dass der allgemeine Kenntnisstand über die nächtlichen Vorgänge vielfach recht dürftig ist. Im Mittelalter bezeichnete man den Schlaf sogar als den „Bruder des Todes“4, denn die unheimliche Ruhe eines Schlafenden konnte auf den ersten Blick leicht mit dem Tod verwechselt werden. Der Schlaf galt als etwas Unheimliches, das man nicht erklären konnte. Außerdem war man schutzlos den gefahren der Umwelt ausgeliefert. Wird man aus diesem geheimnisvollen Zustand wieder erwachen? Angesichts dieser bangen Frage ist es nicht erstaunlich, dass viele auch heute noch, trotz unserer modernen Erkenntnisse, vor dem Einschlafen ein Gebet sprechen.5
Dank der Wissenschaft gehören heute die vielen Mythen und Vermutungen, die Jahrtausende lang um den Schlaf kreisten zur Geschichte, obgleich es immer noch vieles näher zu erforschen gibt. Für die meisten Menschen ist das Schlafen so selbstverständlich, dass sie über seine Entstehung und seinen Sinn kaum nachdenken. Erst wenn er gestört ist, rückt er ins Bewusstsein und wird zum „Problem“. Gerade in der heutigen Zeit, wo Stress und Erfolgsdruck zum Alltag gehören, erlangt die Schlafforschung zunehmend an Bedeutung.

 

[...]


1 vgl. Stadler, SZ Wissen, S.22
2 vgl. Stadler, SZ Wissen, S.22
3 vgl. Borbély, www.unizh.ch
4 Borbély, www.unizh.ch
5 vgl. Borbély, www.unizh.ch


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