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Lebensqualität in der ökonomischen Evaluation

Termpaper, 2006, 27 Pages
Author: Master Science Kirsten Herrmann
Subject: Health Science

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 27
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V57127
ISBN (E-book): 978-3-638-51654-9
ISBN (Book): 978-3-638-68482-8
File size: 224 KB

Abstract

Ressourcenknappheit und Kostenexplosion stehen unbegrenzten Bedürfnissen gegenüber und machen ökonomische Evaluation und Erfolgskontrolle unabkömmlich. Prioritätensetzung ist erforderlich im Entscheidungsprozess der Planungsrationalitäten. Parameter und Evaluationsformen müssen festgelegt werden, um größtmögliche Effektivität und Effizienz zu erreichen und um Gesundheitsziele als Handlungskonzepte zu entwickeln. Die ökonomische Evaluation setzt Prioritäten für Handlungsmöglichkeiten unter Beachtung von Zielen und Nebenbedingungen. Das bedeutet unter anderen Optimierung der Input- und Output-Verhältnisse in Allokationsmechanismen. Nutzen und Kosten angewendeter Verfahren und Technologien im Gesundheitswesen müssen wissenschaftlich beurteilt werden. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung wird die Lebensqualität in der ökonomischen Evaluation Gegenstand der Betrachtung dieser Arbeit sein. Grundlagen der ökonomischen Evaluation führen zum besseren Verständnis in die Thematik ein. Kosten und Effekte als Grundbestandteile der ökonomischen Evaluation und Grundprinzipien der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung als Opportunitätskostenansatz und Diskontierung werden definiert und führen zu den verschiedenen Formen der gesundheitsökonomischen Evaluation. Es wird dargestellt welche Rolle der Aspekt Lebensqualität in der Gesundheitsökonomie spielt. Verfahrensansätze, generische, nutzentheoretische und testtheoretische Verfahren zur Bewertung von Lebensqualität werden gegenübergestellt. Qualitative und quantitative Aspekte werden in dem Konzept der QALYs zu einem Outcome verbunden. Grundlagen und Schwierigkeiten der ökonomischen Evaluation werden dann im Zusammenhang mit der Lebensqualität diskutiert. Letztendlich kommt der Entscheidungsanalyse eine zentrale Rolle in der ökonomischen Evaluation zu. Stehen mehrere Handlungsalternativen zur Verfügung, müssen Vor- und Nachteile systematisch gegeneinander abgewogen werden, um zu einem gesundheitsökonomisch vertretbaren Ergebnis zu kommen.


Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule Hildesheim/ Holzminden/ Göttingen
Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit
Seminar: Evaluation und Gesundheitsökonomie
Wintersemester 05/06, 5. Semester

Lebensqualität in der ökonomischen Evaluation

von: Kirsten Herrmann

 


Inhaltsverzeichnis

EINFÜHRUNG 3

1 GRUNDLAGEN ÖKONOMISCHER EVALUATION 5

1.1. KOSTENARTEN 5

1.1.1. Direkte Kosten  5
1.1.2. Indirekte Kosten 7
1.1.3. Intangible Kosten  8

1.2. GRUNDPRINZIPIEN DER WIRTSCHAFTLICHKEITSUNTERSUCHUNG  9

1.2.1. Opportunitätskostenansatz  9
1.2.2. Diskontierung 10
1.2.3. Verschiedene Perspektiven  11

1.3. FORMEN GESUNDHEITSÖKONOMISCHE EVALUATION 11

2. LEBENSQUALITÄT 13

2.1. WIE KANN LEBENSQUALITÄT DEFINIERT WERDEN?  13
2.2. VERFAHRENSANSÄTZE ZUR BEWERTUNG VON GESUNDHEITSZUSTÄNDEN 15

2.2.1. Krankheitsspezifisch - generische Verfahren  16
2.2.2. Psychometrische - nutzentheoretische Verfahren 17
2.2.3. Testtheoretische Verfahren 20

2.3. KONZEPT DER QUALITÄTSKORRIGIERTEN LEBENSJAHRE -QALYS 21
2.4. ENTSCHEIDUNGSANALYSE 23

DISKUSSION  24

LITERATURVERZEICHNIS  26

 


 

Einführung

Wozu brauchen wir ökonomische Evaluation?

Unbegrenzte Bedürfnisse stehen Ressourcenknappheit und Kostenexplosion gegenüber und haben die ökonomische Evaluation und Erfolgskontrolle unabkömmlich gemacht. Prioritätensetzung ist erforderlich im Entscheidungsprozess der Planungsrationalitäten. Um größtmögliche Effektivität und Effizienz zu erreichen und um Gesundheitsziele als Handlungskonzepte zu entwickeln, müssen Parameter und Evaluationsformen festgelegt werden. Die ökonomische Evaluation legt die Rangfolge für Handlungsmöglichkeiten (wirtschaftliches Handeln Rangfolgen impliziert) unter Beachtung von Zielen und Nebenbedingungen fest, weil aus der volkswirtschaftlichen Perspektive unbegrenzte Bedürfnisse begrenzten Ressourcen gegenüberstehen. Gehandelt wird nach dem ökonomischen Prinzip (z. B. weniger Kosten bei gleicher Leistung / Minimalprinzip oder gleiche Kosten bei mehr Leistung / Maximalprinzip). Das bedeutet Optimierung des Input- /Output– Verhältnisses (Großkinsky, 2002, S.36). Durch Allokationsmechanismus (Güter werden gegen Faktorleistung ausgetauscht d.h. Produktion <– > Konsum) kommt es zur Verteilung.

In Evaluation steckt der Begriff „value“, das grenzt die Evaluation von jeder nicht wertenden Untersuchung oder Analyse ab. Die umfassende wissenschaftliche Beurteilung des Nutzens und der Kosten interner und externer Wirkung von Produkten, Verfahren, Projekten, Modellen, Einrichtungen oder Programmen des Gesundheitswesens wird als Evaluation definiert. Innerhalb der Evaluation wird Qualitätssicherung, wissenschaftliche Begleitforschung und Technology Assessment unterschieden. Bewertet werden Relevanz und Effektivität um Nutzen zu bestimmen (Schwartz, 2003, S. 823 ff.).

In der Gesundheitsökonomie werden volkswirtschaftliche, betriebswirtschaftliche und versicherungswissenschaftliche Anätze mit Erkenntnissen aus der Medizin, Psychologie, Soziologie der Politik und technischen Erkenntnissen vereint. Es wird die Bedeutung des Gesundheitswesens und der fließenden Finanzströme, Einflussfaktoren auf den Gesundheitsmarkt, Streuungsmechanismen, das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung und der „Produktion“ des Gutes Gesundheit beschrieben. Das Feld reicht von der Analyse der Entscheidungsprozesse und deren Folgen auf Organisationsformen bis zur Bewertung der therapeutischen Maßnahmen in der ökonomischen Evaluation, Studiendesigns. Outecomegrössen, Studiendesigns werden gegenübergestellt, mit dem Ziel zu einer Wohlfahrtsmaximierung zu gelangen.. Es wird aus dem Blickwinkel der gesamten Gesellschaft bewertet, es kann ein Perspektivwechsel vorgenommen werden (Wasem, 2000, S. 319).

Welche Rolle spielt die Lebensqualität?

Im Gesundheitswesens sind für komplexe Entscheidungsprozesse Verbesserung und Verbreiterung der Informationsgrundlagen erforderlich. Untersuchungsgegenstand sind Interdependenzen, Verhaltensweisen, Produktionsbedingungen, Effektivität und Effizienz im Gesundheitssektor. Die Ergebnisgröße (Outcome), umfasst Veränderungen der Lebenszeitspanne. In den letzten Jahren wird zunehmend die Lebensqualität fokussiert. Quantitative wie auch qualitative Dimensionen bilden die Entscheidungsgrundlage. Es zeigte sich, dass die Lebensqualität, die subjektive Befindlichkeit der Patienten und klinisch objektivierbare Größen (technische Messwerte) nur gering korreliert sein können und die Lebenszeitverlängerung nicht generell höher einzuschätzen ist (Großkinsky, 2002, S.37). Leidl (2000, S. 258) unterstreicht: „Nach Möglichkeit sollte eine ökonomische Evaluation das eigentliche Ziel gesundheitsorientierter Intervention zu erfassen suchen, nämlich die Verbesserung des Gesundheitszustands und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.“

Die Perspektive des Patienten wird zunehmend zur zentralen Bewertungsdimension. Es hat sich ein Paradigmenwechsel vollzogen seid, die WHO nicht nur physische, sondern auch psychische und soziale Komponenten in die Gesundheitsdefinition mit einbezieht. Ein weiterer Grund ist die Zunahme chronischer Erkrankungen und deren Auswirkung auf den Lebenszusammenhang des Patienten. Eine zusätzliche Komponente ist die Skepsis gegenüber den klassischen Zielen, wie reduzierte Symptomatik und verlängerte Lebenszeit. „Health Outcomes“ Indikatoren befassen sich einzig mit dem Aspekt der Patientenzufriedenheit entwickelt aus der Konsumentensouveränität (Schwartz, 2003, S. 830). Aufgrund der zunehmenden Bedeutung wird die Lebensqualität in der ökonomischen Evaluation Gegenstand der Betrachtung in dieser Arbeit sein.

1 Grundlagen ökonomischer Evaluation

Grundbestandteile der ökonomischen Evaluation bilden Kosten (direkte, indirekte) und Effekte (klinische Parameter, restliche Lebensdauer, Lebensqualität, in Nutzeneinheiten bewertete Gesundheitszustände, in Geldeinheiten bewertete Effekte). Im Folgenden werden beide Grundbestandteile definiert und der Zusammenhang mit der Lebensqualität diskutiert (Leidl, 2000, S. 351).

1.1. Kostenarten

1.1.1. Direkte Kosten

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