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Das Phänomen der Boy Actors und ihr Publikum am englischen Hof und im Private Theatre (1559-1608)

Hausarbeit, 2005, 13 Seiten
Autor: Anonym
Fach: Theaterwissenschaft

Details

Veranstaltung: Seminar: Boy actors im elisabethanischen und jakobäischen Theater, SS 05,
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Theaterwissenschaft)
Tags: Phänomen, Actors, Publikum, Private, Theatre, Seminar, Theater
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 13
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V57461
ISBN (E-Book): 978-3-638-51916-8
ISBN (Buch): 978-3-638-84385-0
Dateigröße: 196 KB

Zusammenfassung / Abstract

Dieses Buch gibt Einblicke in die englische Theaterkultur zu Zeiten Shakespears und zeigt die Enwicklung und Notwendigkeit des elisabethanischen und jakobäischen Theaters weibliche Rollen mit jugendlichen männlichen Darsteller zu besetzen.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Leipzig
Institut für Theaterwissenschaft
Seminar: Boy actors im elisabethanischen und jakobäischen Theater
Sommersemester 2005

 

Das Phänomen der Boy Actors und ihr Publikum am
englischen Hof und im Private Theatre (1559-1608)

 

 

Inhaltsverzeichnis:


1. Einleitung: Renaissance Theater in GB und boy companies

2. Hauptteil:
2.1. Entstehung Children of the Chapel (boy actors)
2.2. Spielstätten (Blackfriars)
2.3. Stücke und Schriftsteller
2.4. Zuschauer court
2.5. Zuschauer private theatre
2.6. Zuschauer public theatre im Gegensatz zu privat theatre

3. Schluss

 

1. Einleitung

Das Renaissance Theater in England entwickelte sich unter der Herrschaft Königin Elizabeths I. (1558-1603) und ihrem Nachfolger König James I. (1603-1625) (WILD: Renaissance Theatre). Unmittelbar ist das Theater dieser Zeit mit einem Namen verbunden, dem William Shakespeares (1564-1616). Doch zu Beginn des Renaissance Theaters hatten die boy actors der Children Companies, Kindertheatergruppen, ihre großartige, wenn auch nur kurze Ära. Dennoch kamen sie als ein solch gewaltiges Phänomen, dass es ihnen gelang, das Theater der Renaissance in Bezug auf Stücke, Spielweise aber auch Art der Spielstätten nachhaltig zu prägen. Zudem ist es nicht zuletzt ihnen zu verdanken, dass insbesondere das gehobene Publikum empfänglich für eine Theaterkultur wurde, die sich von allen anderen Theatern der Zeit unterschied.

Die boy actors entwickelten sich zum Teil aus den Knabenchören von Privatkapellen und kirchlicher Einrichtungen. Zum Teil entstanden sie aber auch in grammar schools, wo das Aufführen von Dramen dazu dienen sollte, den Knaben wohlhabender Leute sowohl die lateinische Sprache, als auch ein besseres öffentliches Auftreten und eine generell bessere Haltung zu lehren (SHAPIRO:3). Bereits 1516 führten die Chorknaben der Chapel Royal in Windsor und 1525 die Sänger der St. Paul′s Cathedral gelegentlich Stücke am königlichen Hof Heinrichs des VIII. auf. Schon damals waren sie unter dem Namen Children of the Chapel (Royal), sowie Children of Paul′s bekannt, doch erst unter Königin Elizabeth I. gelangten sie zu ihrem späteren Ruhm. (JOKINEN: Children′s Companies).


2. Hauptteil

2.1. Entstehung Children of the Chapel (boy actors)

Die Children Companies freuten sich am elisabethanischen Hofe rasch großer Beliebtheit, bekannte Schriftsteller, wie Marston, Dekker, Middleton und Chapman schrieben für die Paul′s Children. Jonson, Chapman, Marston und Middleton schrieben Stücke für die Children of the Chapel (Royal), die nun unter dem Namen Children of the Queen′s Revels im Blackfriars auftraten. Obwohl die Knaben selbst als Laiendarsteller betrachtet wurden, erhielten ihre Lehrmeister, schon damals ein beträchtliches Gehalt (CHAPMAN:17). Ihre Lehrmeister, die so genannten Master of the Children fungierten als Manager, Leiter, Komponisten, Lyriker, Masken- und Requisitenbildner der Truppen und unterrichteten die Jungen zusätzlich meist selbst in Schauspiel und Gesang.


2.2 Spielstätten (Blackfriars)

Da Theaterdarsteller im Elizabethanischen Zeitalter oft als Vagabunden galten, und sie nach dem Tudor Poor Law erhebliche Strafen zu befürchten hatten (BROWN: 178), war es von großer Bedeutung für die Children Companies, dass sie unter dem Schutze der Königin Elizabeth I. standen. Man schätzte die Aufführungen der Children′s Revels u. a. von Children of St. Paul′s, Children of the Chapel Royal, Westminster Choristers, und Children of the Windsor Chapel. Die Children Companies dienten zunächst nicht dem Profit und wurden anfänglich von der königlichen Familie zu Zwecken der Unterhaltung bei Festbanketts und so genannten court masques1 finanziert. (SHAPIRO:39). Dabei bezogen die Master of the Children ein Gehalt vom Königshof, während die Aufführengen selbst jedoch kein Gewinn abwarfen. Mit zunehmender Kommerzialisierung, sowie dem daraus resultierenden Erwerb eigener Spielstätten wurden jedoch die Aufführungen rentabler und auch die Stücke konnten unabhängig gewählt werden (SHAPIRO: 15).

Als bedeutendste Spielstätten, die der Eigenständigkeit der Companies dienten, gelten das erste (1876-1884) und das zweite (1600-1642) Blackfriars Theater, die sich in einem alten Dominikaner Kloster innerhalb der Stadtmauern Londons befanden. Heinrich VIII. hatte es nach der Hochzeit mit Catherine of Aragon schließen lassen, wobei die leere St. Anne’s Kapelle schon damals vom Master of the Revels2 genutzt wurde, um diverse Theaterrequisiten für die court masques lagern zu können (CHAMBERS:486). 1876 pachtete Richard FERRANT, Master of the Children of the Chapel, einige Räume im westlichen Flügel des früheren Dominikaner Domizil Blackfriars, um für die Auftritte am königlichen Hofe proben zu können (JOKINEN: The Blackfriars Theatre). Dabei gelang es ihm, die Proben so geschickt zu vermarkten, dass zahlreiche zahlende Gäste diese so genannten „Privatvorstellungen“ besuchten. Daher entstammte auch der spätere Name „private theatre“, im Gegensatz zu den Vorstellungen am königlichen Hof. Zu den Motiven bemerkt CHAMBERS das folgende:

[...]


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