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Presentation (Elaboration), 2003, 15 Pages
Author: Eva Fründt
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Institution/College: University of Osnabrück (Lehramt GHR mit Schwerpunkt Grundschule)
Tags: Schülertexte, Auseinandersetzung, Zensuren, Schreiben, Kunst
Year: 2003
Pages: 15
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-51955-7
ISBN (Book): 978-3-638-92211-1
File size: 268 KB
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Abstract
Das Bewerten von Schülertexten ist in der Schule fest verankert. Dabei existiert eine Vielzahl von Prüfungs- und Beurteilungsformen, um erbrachte Leistungen der Schüler zu messen. In der vorliegenden Arbeit wird die Beurteilung von Schülerleistungen einerseits durch den Einsatz von Zensuren, andererseits durch verbale und materielle Belohnungen erörtert und kritisch hinterfragt. Darüber hinaus macht die Autorin einen Vorschlag, wie Zeugnisse schülergerecht gestaltet werden können.
Excerpt (computer-generated)
Universität Osnabrück
Seminar: Fachdidaktik Deutsch; Schreiben ist (k)eine Kunst
Lehramt GHR mit Schwerpunkt Grundschule
Referatsausarbeitung zu der Thematik
Schülertexte beurteilen
und eine kritische Auseinandersetzung mit Zensuren
eingereicht von:
E. Fründt
SS 2003
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bewertung eines Schülertextes
3. Belohnungen der Eltern und Lehrer
4. Verschiedene Zeugnistypen
5. Eine kritische Auseinandersetzung mit Zensuren
6. Resümee
7. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Spätestens im ersten Schuljahr lernen Kinder die Kunst des Schreibens. Damit steht ihnen eine völlig neue Dimension der Mitteilung zur Verfügung. Doch bis sie flüssig und korrekt schreiben können, haben sie viele Hürden zu nehmen. Wie ich bei einer Hospitation in einer Grundschule miterlebt habe, lernen Kinder in der ersten Klasse alle Groß- und Kleinbuchstaben des Alphabets zu lesen und zu schreiben. Dieser Lernprozess kann bis in die zweite Klasse andauern. In dieser Zeit verfassen Schüler ihre ersten freien Texte, die noch nicht bewertet werden. Ich war erstaunt, zu welch kreativen Texten Schulkinder bereits in der zweiten Klasse in der Lage sind. Die Rechtschreibfehler werden bei der Bewertung nicht weiter berücksichtigt. Die ersten „richtigen“ Aufsätze werden dann in der dritten Klasse geschrieben. Der Schwerpunkt des Deutschunterrichts wird hierbei auf die „Aufsatzerziehung“ gelegt. Mit diesem Schritt ist nun auch der Lehrer gefordert, da er die Aufsätze bewerten muss. Doch wie kann man Schülertexte gerecht bewerten?
Mein Referatsteil soll meine Kommilitonen mit dieser Frage konfrontieren. Über die Konflikte, die mit der Bewertung auftreten, werden sie sich Gedanken machen. Ich werde zu Beginn einen Überblick über das gerechte Bewerten eines Schülertextes geben. Dieser Einstieg wird meine Zuhörer auf die weiteren Referatsteile vorbereiten. Anschließend werde ich über die Belohnung im Unterricht berichten und Punkte, die während der Diskussion über dieses Thema gefallen sind, in diese Ausarbeitung einbringen. Über die Belohnungen hinaus werde ich verschiedene Zeugnistypen ansprechen. Da hierbei während meines Referates eine lebendige Diskussion aufgekommen ist, werde ich einige Kommentare meiner Kommilitonen einfließen lassen. Abschließen möchte ich diese Arbeit mit einer Diskussion über Noten anhand des Textes „Noten zu Asche- Noten zu Staub“.
2. Die Bewertung eines Schülertextes
Das Bewerten von Leistungen ist in der Schule fest verankert. Die Lehrer übernehmen diese Aufgabe und tragen damit eine sehr große Verantwortung für den weiteren Bildungsweg ihrer Schüler.
Das Bewerten umfasst zwei Formen: das produktorientierte und das prozessorientierte Bewerten. Der Schwerpunkt des produktorientierten Bewertens bezieht sich auf Ergebnisse, „die während des Unterrichts schriftlich oder mündlich erreicht werden“.1 Prozessorientierte Leistungen beziehen sich hingegen auf „geistige Prozesse der Lernenden, Art und Umgang der Kommunikation, der Kooperation, der Problemlösefähigkeit und der Problemlösebereitschaft“.2 Ich möchte hierzu ein Beispiel geben: Es nicht möglich, allein den Aufsatz, der als Klassenarbeit geschrieben wird, prozessorientiert zu beurteilen, da in diesem Moment nur das Endprodukt zählt. Aus diesem Grunde sollte die Vorbereitungszeit vor der Klassenarbeit für die Endzensur berücksichtigt werden. Während dieser Vorbereitungszeit kann der Lehrer die Leistungsentwicklung seiner Schüler beobachten und feststellen, ob Hilfestellungen und Hinweise umgesetzt worden sind. Auf diese Weise kann er die Schülerleistungen prozessorientiert bewerten. Haben die Schüler den Aufsatz dann geschrieben, bewertet der Lehrer allein das Endprodukt. In diesem Falle bewertet er produktorientiert.3
Die Bewertung eines Schülertextes ist nicht so objektiv, wie es vom Lehrer erwartet wird. Jeder Lehrer hat seine Vorlieben und Abneigungen Schülern gegenüber und bewertet Schülerleistungen dementsprechend. Daher vermittelt auch die „Trennung der Beurteilung von sprachlichem Ausdruck und Inhalt [...] nur eine Scheinobjektivität“.4 Das Sprachgefühl eines jeden Lehrers ist verschieden, und er wird den Inhalt des Textes unbewusst nach seinen sprachlichen Vorlieben bewerten. Um ein gerechtes Bewerten von Schülertexten überhaupt zu ermöglichen, unterliegen die unterschiedlichen Texte unterschiedlichen Textmustern, an die sich Schüler und Lehrer zu richten haben.
[...]
1 http://www.learnlinenrw.de/angebote/gemeinsamerunterricht/
leistungsbewertung/pdf/Leistungsbewertung.PDF
2 Ebd.
3 Vgl. http://www.dagmarwilde.de/futvsose00/gruppenjournale/g91tbeurt.html
4 Ebd.
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