Termpaper, 2001, 12 Pages
Author: Magister Artium Christian E. Schulz
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: University of Münster (Seminar für Ur- und Frühgeschichte)
Tags: Raubzüge, Wikinger, Dots, Verbreitungskarten
Year: 2001
Pages: 12
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13547-4
ISBN (Book): 978-3-638-75664-8
File size: 176 KB
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Abstract
Die Raubzüge der Wikinger sind sicherlich eines der interessantesten und zugleich blutigsten Kapitel in der Geschichte des Mittelalters und prägten den Begriff der Wikingerzeit. Dieser Zeitraum erstreckt sich vom ausgehenden 8. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts. Genauer wird die Wikingerzeit auf die Jahre zwischen dem ersten in historischen Quellen erwähnten Angriff 789 auf Portland in Wessex und der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer 1066 festgelegt.
Excerpt (computer-generated)
Raubzüge der Wikinger
von Christian E. Schulz
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Probleme des archäologischen Nachweises
III. Heimgesuchte Gebiete
IV. Taktische Konzepte bei Raubzügen
V. Die Raubzüge - ein Überblick
VI. Zusammenfassung
VII. Literatur
I. Einleitung
Die Raubzüge der Wikinger sind sicherlich eines der interessantesten und zugleich blutigsten Kapitel in der Geschichte des Mittelalters und prägten den Begriff der Wikingerzeit. Dieser Zeitraum erstreckt sich vom ausgehenden 8. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts. Genauer wird die Wikingerzeit auf die Jahre zwischen dem ersten in historischen Quellen erwähnten Angriff 789 auf Portland in Wessex und der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer 1066 festgelegt.
Woher aber stammt der Begriff Wikinger? Hierzu gibt es eine Vielzahl von Ansätzen. So wird von einigen angenommen, Wikinger leite sich von der nordischen Endung vik = Kampf ab, was zwar die Sache treffen könnte, aber in phonetischer Hinsicht nicht plausibel erscheint. Ebenso wird das nordische Wort vig = Bucht als Ursprung genannt. Demnach würde "Wikinger" einen Seeräuber bezeichnen, der seinen Opfern in einer Bucht auflauert, einen Buchtbewohner. Dies aber wäre kein Charakteristikum von Wikingern, denn alle Seefahrer halten sich zeitweise dort auf. Auch wurde versucht, den Begriff "Wikinger" von der norwegischen Landschaft Vik her zu erklären, so daß ein Wikinger einfach jemand war, der aus Vik stammte. Die sicherlich plausibelste Erklärung bietet die Bedeutung von viking als einem Seekrieger, der sich auf langer Fahrt von der Heimat wegbegibt. Eine Übersetzung, die nicht nur im nordischen Sprachkreis benutzt wurde, sondern auch in anderen Quellen bezeugt ist. Wikinger sind somit keine ethnische Gruppe, sondern ist ein Sammelbegriff für Skandinavier, die sich auf Beutezug außer Landes befanden.
II. Probleme des archäologischen Nachweises
Der nur auf archäologischen Quellen basierende Nachweis von Wikingerzügen ist nicht allzu einfach, was daran liegt, daß Wikinger in den Gebieten, die von ihnen geplündert wurden, von ihrer Beute keine erkennbaren Spuren hinterließen. In der frühen Wikingerzeit ist das meiste davon in die Heimatländer verschleppt worden. Erst später, als Wikinger dazu übergingen, in den von ihnen heimgesuchten Gebieten von festen Ausgangspunkten zu operieren und später sogar dort zu siedeln, also sich für längere Zeit am gleichen Ort aufhielten, sind sie auch archäologisch faßbar. In Horten und Gräbern in Skandinavien und den außerskandinavischen Siedlungsgebieten von Wikingern sind eine Anzahl von Funden zu Tage gekommen, die aus Plünderungen stammen könnten. Es sind dies vor allem Buch- und Reliquienschreinbeschläge und anderes Kirchengerät, das teilweise zu Schmuck umgearbeitet wurde. Eindeutig als Beute zu identifizieren sind jene Gegenstände jedoch auch nicht, da immer auch die Möglichkeit besteht, daß es sich um Handelsgüter in irgendeiner Form handelt. Zudem ist es möglich, daß Beutestücke, sei es nun Kirchengerät, Schmuck oder Münzen des Metalls wegen eingeschmolzen wurden und deshalb heute nicht mehr als solche erkennbar sind.
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