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Vom Binnenmarkt zum Euro - Chancen und Risiken einer gemeinsamen Währung

Seminararbeit, 2004, 26 Seiten
Autor: Diplom-Betriebswirt Timo Werner
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

Details

Institution/Hochschule: Hochschule Pforzheim
Tags: Binnenmarkt, Euro, Chancen, Risiken, Währung
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 26
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 23  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V57626
ISBN (E-Book): 978-3-638-52017-1
ISBN (Buch): 978-3-638-66547-6
Dateigröße: 626 KB

Zusammenfassung / Abstract

Seit Unterzeichnung der Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft vor 47 Jahren im Jahre 1957 gab es immer wieder herausragende Politiker, die Pläne zur Verwirklichung einer WWU vorlegten. Nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs hatten visionäre Staatsmänner wie Jean Monnet, Robert Schuman, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer erkannt, dass die Zukunft unseres Kontinents nur in der Schaffung eines geeinten, auf Frieden ausgerichteten Europas liegen kann. Das Thema einer einheitlichen europäischen Währung wird seit mehr als 30 Jahren diskutiert. Bereits im Jahr 1966 setzte sich die EG das Ziel, die WWU bis zum Jahr 1980 zu verwirklichen. Allerdings behinderte die Rezession der 70er Jahre die Arbeit an der WWU und der einheitlichen, gemeinsamen Währung. Der Prozess wurde 1978 wieder aufgenommen, als eine engere Zusammenarbeit bei den Wechselkursmechanismen vereinbart wurde. Ziel der folgenden Arbeit soll es sein, im ersten Abschnitt den Weg vom gemeinsamen Binnenmarkt bis hin zu einer gemeinsamen Währung zu beschreiben. In einem zweiten Schritt sollen anschließend die Vor- bzw. Nachteile einer gemeinsamen Währung beleuchtet werden. Im dritten Abschnitt erfolgt eine Abwägung der Vor- und Nachteile, sowie ein Ausblick über die noch notwendigen Veränderungen der heute bestehenden EWWU. Im Mittelpunkt dieser Betrachtung soll die Schaffung eines einheitlichen Finanzraums und die Verwirklichung der Politischen Union stehen.


Textauszug (computergeneriert)

Vom Binnenmarkt zum Euro - Chancen und
Risiken einer gemeinsamen Währung

von: Timo Werner

SS 2004

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  1

1. Vom Binnenmarkt zum Euro  2

1.1 Vorgeschichte 2
1.2 Die erste Stufe der WWU 3

1.2.1 Der Vertrag der Europäischen Union von Maastricht 3
1.2.2 Vollendung des Binnenmarktes 1993  4

1.3 Die zweite Stufe der WWU 5

1.3.1 Die Gründung des EWI 6
1.3.2 Einführungsszenario für den Euro  6
1.3.3 Der Stabilitätspakt 8
1.3.4 Der Europäische Rat in Brüssel 9
1.3.5 Die Errichtung der EZB 10

1.4 Die dritte Stufe der WWU 10

2 Chancen einer gemeinsamen Währung 11

2.1 Transaktionskosten  11
2.2 Preisstabilität  12
2.3 Währungsschwankungen  12
2.4 Entstehung eines der größten Finanzmärkte der Welt  12
2.5 Markttransparenz im Binnenmarkt  13
2.6 Bedeutungsgewinn der einheitlichen Währung  13

3 Risiken einer gemeinsamen Währung  14

3.1 Fixierung der Wechselkurse 14
3.2 Technische Währungsumstellungskosten  14
3.3 Volkswirtschaftliche Währungsumstellungskosten  15

4. Fazit  15

Anhang 1  IV
Anhang 2  V
Anhang 3  VI
Anhang 4  VI

Literaturverzeichnis VII
 


 


Abkürzungsverzeichnis

BIP = Bruttoinlandsprodukt
EcoFin = Rat Rat der Wirtschafts- und Finanzminister der EU
ECU = European Currency Unit
EG = Europäische Gemeinschaft
ESZB = Europäisches System der Zentralbanken
EU = Europäische Union
EWG = Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
EWI = Europäisches Währungsinstitut
EWS = Europäisches Währungssystem
EWU = Europäische Währungsunion
EWWU = Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
EZB = Europäische Zentralbank
WKM = Wechselkursmechanismus
WWU = Wirtschafts- und Währungsunion


 

1 Einleitung

Seit Unterzeichnung der Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft vor 47 Jahren, im Jahre 1957, gab es immer wieder herausragende Politiker, die Pläne zur Verwirklichung einer WWU vorlegten. Nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs hatten visionäre Staatsmänner wie Jean Monnet, Robert Schuman, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer erkannt, dass die Zukunft unseres Kontinents nur in der Schaffung eines geeinten, auf Frieden ausgerichteten Europas liegen kann. Das Thema einer einheitlichen europäischen Währung wird seit mehr als 30 Jahren diskutiert. Bereits im Jahr 1966 setzte sich die EG das Ziel, die WWU bis zum Jahr 1980 zu verwirklichen. Allerdings behinderte die Rezession der 70er Jahre die Arbeit an der WWU und der einheitlichen, gemeinsamen Währung. Der Prozess wurde 1978 wieder aufgenommen, als eine engere Zusammenarbeit bei den Wechselkursmechanismen vereinbart wurde. Ziel der folgenden Arbeit soll es sein, im ersten Abschnitt den Weg vom gemeinsamen Binnenmarkt bis hin zu einer gemeinsamen Währung zu beschreiben. In einem zweiten Schritt sollen anschließend die Vor- bzw. Nachteile einer gemeinsamen Währung beleuchtet werden. Im dritten Abschnitt erfolgt eine Abwägung der Vor- und Nachteile, sowie ein Ausblick über die noch notwendigen Veränderungen der heute bestehenden EWWU. Im Mittelpunkt dieser Betrachtung soll die Schaffung eines einheitlichen Finanzsystems und die Verwirklichung der politischen Union stehen.

1. Vom Binnenmarkt zum Euro

1.1 Vorgeschichte

Der Europäische Rat beauftragte im Rahmen seiner Tagung in Hannover im Juni 1988 eine Arbeitsgruppe, unter dem Vorsitz des Kommissionspräsidenten Delors, die konkreten Etappen zur Verwirklichung der WWU zu prüfen. Der Delors Ausschuss legte einen Plan vor, nachdem die Verwirklichung der WWU in drei Stufen erfolgen sollte.1 Am 26. und 27. Juni 1989 fand die Tagung der Staats- und Regierungschefs der EG in Madrid statt. Im Mittelpunkt des Gipfels standen die Beschlüsse zum Vorhaben der Währungsunion. Die Teilnehmer verständigten sich darauf, dass die WWU unter dem Gesichtspunkt der Vollendung des Binnenmarktes und im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt zu sehen ist. Dem Delors Bericht folgend, sollte die erste Stufe am 01. Juli 1990 beginnen. Durch die zweite und dritte Stufe kommt es zur Übertragung der nationalen Souveränitäten in der Währungspolitik auf ein ESZB.2 Da institutionelle Änderungen im Bereich der Währungspolitik Änderungen der Römischen Verträge erfordern und somit die Einberufung einer Regierungskonferenz, erteilte der Rat den zuständigen Gremien den Auftrag, unverzüglich die Arbeiten zur Vorbereitung dieser Regierungskonferenz aufzunehmen. Bei einer Sondersitzung des Europäischen Rates in Rom wurden eine Reihe von Beschlüssen gefasst, die einen Durchbruch für die Verwirklichung der WWU bedeuteten. Der Europäische Rat verständigte sich auf die Formulierung von Grundzügen der WWU.3 Von entscheidender Bedeutung war die Terminfestlegung für den Beginn der zweiten Stufe der WWU. Sie soll am 01. Januar 1994 beginnen, nachdem der Binnenmarkt vollendet ist, und der neue Vertrag in den Mitgliedstaaten ratifiziert wurde.4

1.2 Die erste Stufe der WWU

Am 01. Juli 1990 begann die erste Stufe der WWU. In dieser Eingangsphase sollte die Koordinierung der Geld- und Fiskalpolitik der Mitgliedsstaaten verstärkt werden mit dem Ziel, Preisstabilität zu erreichen. Des weiteren sollten übermäßige Staatshaushaltsdefizite sowie deren Finanzierung durch die nationalen Zentralbanken vermieden werden.5 Zur Verwirklichung der zweiten und dritten Stufe der WWU musste der EWG – Vertrag überarbeitet werden.6 Die nun folgenden Gipfel beschlossen die Einberufung der Regierungskonferenz zur WWU. Ziel war es, den EWG – Vertrag so zu überarbeiten, um die erforderlichen institutionellen Strukturen zum Übergang in die 2. und 3. Stufe zu schaffen. Im Dezember 1991 vereinbarten die Staats- und Regierungschefs die Verwirklichung der WWU bis zum Jahr 1999 und verabschiedeten den Maastrichter Vertrag.7

1.2.1 Der Vertrag der Europäischen Union von Maastricht

Am 07. Februar 1992 unterzeichneten die EG – Außen- und Finanzminister den Vertrag über die Europäische Union.8 Auf Grund von Ratifizierungsschwierigkeiten trat der Vertrag erst am 01. November 1993 in Kraft.9 Zum einen sieht der Unionsvertrag die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sowie eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich der Innen- und Rechtspolitik der Mitgliedstaaten vor.10 Zum anderen beinhaltet der Vertrag Änderungen und Ergänzungen der bestehenden Verträge11 und damit auch die Umbenennung der EG in EU. Von besonderem ökonomischen Interesse ist das im Vertrag festgeschriebene Ziel einer EWU und deren Verwirklichung in drei Stufen. Eine einheitliche Währung bedeutet gleichzeitig eine einheitliche europäische Geldpolitik, wodurch die Notwendigkeit einer EZB sowie eines ESZB besteht.

[...]


1 Vgl. Deutsche Bundesbank (1992), S.46.

2 Vgl. o.V. (URL), S.1.

3 Vgl. Reichenbach, H. u.a. (1999), S.65.

4 Vgl. Schönfelder, W./Thiel, E. (1996), S.106f.

5 Vgl. Stocker, F. (2001), S.55.

6 Vgl. Europäische Zentralbank (URL), S.2.

7 Vgl. n-tv (URL), S.2.

8 Vgl. Stocker, F. (2001), S.54.

9 Vgl. Europäische Zentralbank (URL), S.2.

10 Vgl. Stocker, F. (2001), S.54.

11 EWG-, EGKS- und Euroatomvertrag


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