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Gesellschaftliche Mehrsprachigkeit am Beispiel der Schweiz

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 21 Pages
Author: Gina Mero
Subject: Speech Science / Linguistics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 4 + 11 Internet  Entries
Language: German
Archive No.: V57804
ISBN (E-book): 978-3-638-52137-6

File size: 105 KB
Notes :
Arbeit mit breitem Rand



Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft
in Germersheim

Hauptseminar:
„Mehrsprachigkeitsforschung“
Sommersemester 2005

Hauptseminararbeit:

„Gesellschaftliche Mehrsprachigkeit in der Schweiz“

von:

Gina Mero

 

 

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 3

1. Sprachgeschichtlicher Hintergrund 4

2. Aktuelle Sprachlandschaft 5

3. Sprachenpolitik 8
3.1 Sprachenfreiheit 9
3.2 Territorialitätsprinzip 10
3.3 Förderung der Mehrsprachigkeit 11

4. Nationalsprache und Identität am Beispiel des Schweizerdeutschen 13

Schlusswort 18

Bibliografie 20

 

 

Einleitung

Die vorliegende Seminararbeit ist im Rahmen des Hauptseminars "Mehrsprachigkeitsforschung" entstanden und untersucht die gesellschaftliche Mehrsprachigkeit in der vielsprachigen Schweiz.

Zu Beginn dieser Arbeit werden die geschichtlichen Hintergründe und die sprachlichen Entwicklungen des Landes kurz untersucht. Dabei bildet die schweizerische Sprachgeschichte ab dem 13. Jahrhundert den Schwerpunkt. Auf eine umfassendere Untersuchung wird verzichtet, da diese nicht wesentlich zum Verständnis des Themas beiträgt.

In einem zweiten Schritt behandelt diese Seminararbeit die Darstellung der aktuellen Sprachlandschaft der Schweiz. Die aus diesem Schritt gewonnenen Ergebnisse liefern die Grundlage für die Erklärung des auf schweizerischen Kontext bezogenen Begriffes der Mehrsprachigkeit. Dabei wird untersucht, inwieweit die Schweiz hinsichtlich der vier offiziellen Landessprachen als tatsächlich mehrsprachig bezeichnet werden kann. Der Einfluss neuer Sprachen in der Schweiz wird dabei ebenfalls berücksichtigt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die historische und zeitgenössische schweizerische Sprachenpolitik. Zunächst werden das Prinzip der "Sprachenfreiheit" und das "Territorialitätsprinzip" erläutert. Anschließend werden einige Beispiele der Förderung von Mehrsprachigkeit auf nationaler und europäischer Ebene aufgezeigt.

Zuletzt wird der Versuch unternommen, das Problem der Nationalsprachenbildung und der Identitätsfrage zu erörtern, der sich aus pragmatischen Gründen auf das Schweizerdeutsch beschränkt.

1. Sprachgeschichtlicher Hintergrund

Die vorliegende Arbeit setzt mit ihrem geschichtlichen Rückblick im Jahre 1291 ein. Auf dieses Jahr wird das geschichtliche Ereignis datiert, bei dem die Alte Eidgenossenschaft zwischen der Urschweiz und den Habsburgern entsteht und gleichzeitig das erste Nationalstaatsdenken aufkommt. Der sogenannte "Rütli-Schwur" liefert das erste sprachliche Zeugnis der Schweiz. "Die Alte Eidgenossenschaft, (...), galt nicht als mehrsprachig, sondern als einsprachig, nämlich deutschsprachig." (Dürmüller, 1996, 11) Im Laufe der Jahre eignet sich die Eidgenossenschaft französisch, italienisch und - rätoromanischsprachige Gebiete an. An der sprachlichen Situation des Landes jedoch ändert sich nichts, denn die unterworfenen Gebiete und somit auch ihre Sprachen galten als nicht gleichberechtigt. "Wenn man von der Regierungsgewalt in den eidgenössischen Ständen ausgeht, dann blieb der Staatenbund bis 1789 rein deutschsprachig." (Arquint, 1982, 62)

Erst in er Phase der "Umwälzung", die im Jahre 1789 einsetzt und den Beginn der Helvetischen Republik markiert, beginnt die erste sprachliche Gleichberechtigung des Französischen und Italienischen. "Erst in der Helvetischen Republik (1789-1815) also wurden die französische und die italienische Sprache auf die gleiche Ebene wie das Deutsche gehoben." (Dürmüller, 1996, 12)

Der entscheidende Vorstoß in Richtung Mehrsprachigkeit erfolgt erst mit der Gründung des Schweizerischen Bundesstaates im Jahre 1848. In der im gleichen Jahr gestalteten Verfassung wurde das Problem der Mehrsprachigkeit festgehalten. Der Vorschlag " Les trois langues parlées en Suisse, l′allemand, le francais et l′italien, sont langues nationales "(Arquint, 1982, 70) galt als Vorlage zur Formulierung des damaligen Artikels 109 der Bundesverfassung über die Nationalsprachen.

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