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Analyse des Films "Ronja Räubertochter"

Scholary Paper (Seminar), 2006, 22 Pages
Author: Thetje Sausel
Subject: Cultural Studies

Details

Event: Lieblingsfilm/ Lieblingssendung Seminar zu Medienbiographie und Medienrezeption“
Institution/College: University of Bremen (Kulturwissenschaft)
Tags: Analyse, Films, Ronja, Räubertochter, Lieblingsfilm/, Lieblingssendung, Seminar, Medienbiographie, Medienrezeption“
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 22
Grade: 2 +
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V57933
ISBN (E-book): 978-3-638-52247-2
ISBN (Book): 978-3-638-66271-0
File size: 203 KB

Abstract

Astrid Lindgren war nicht nur erfolgreiche Kinderbuchautorin, sie schrieb auch die zahlreichen Drehbücher für ihre Buchverfilmungen. Ein besonders erfolgreicher und beliebter Spielfilm ist „Ronja Räubertochter“. Das ist nicht nur mein Eindruck, sondern entspricht auch der Bewertung vieler Menschen. So konnte bei einer Umfrage im Seminar „Lieblingsfilm/Lieblingssendung. Seminar zu Medienbiographie und Medienrezeption“ der Film in der Kategorie beliebteste Kinder/Jugendfilme die meisten Stimmen auf sich vereinen. Bei Gesprächen mit Freunden stieß ich ebenfalls immer wieder auf positive Resonanz zu dem Film, er war bei vielen mit schönen Erinnerungen an die Kindheit verbunden. Recherchiert man im Internet mit seinen zahlreichen Filmforen und Userbewertungen, kommt man zu ähnlichen Ergebnissen. So schreibt z.B. Melli, eine Userin einer Filmkritikendatenbank: „Wahnsinn! Selten habe ich einen Film gesehen, der ein Buch so erstklassig und vor allem 1:1 umgesetzt hat. Man ließt das Buch von Astrid Lindgren, sieht den Film und denkt: „Ja, genau so habe ich mir das vorgestellt.““ Meine eigene Einstellung, sowie die positiven Reaktionen haben mich veranlasst, zu untersuchen was den Film so erfolgreich gemacht hat, bzw. wieso er auf viele Menschen positiv wirkt. Warum ist gerade dieser Film in den Gedächtnissen vieler stark verankert? Als Ausgangspunkt für die Untersuchung werde ich meine eigenen Erinnerungen nehmen, bevor ich „Ronja Räubertochter“ genauer analysiere. Aus diesen beiden Teilen werde ich dann Rückschlüsse auf die Besonderheiten des Films ziehen, um die Fragen beantworten zu können.


Excerpt (computer-generated)

Universität Bremen, Medienbiographie und Medienrezeption
WS 2005/06, 5. Semester

Ronja Räubertochter - Was machte diesen Film
so beliebt und erfolgreich?

von: Thetje Sausel

 


Inhaltsverzeichnis

- 1. Einleitung

- 2. „Ronja Räubertochter“: Erinnerungen an einen beeindruckenden Film

- 3. Filmanalyse

- 3.1 Die Rolle Astrid Lindgrens bei der Entstehung des Filmes „Ronja Räubertochter“
- 3.2 Die Filmmusik
- 3.3 Filmische Darstellung einer mittelalterlichen Atmosphäre – die visuelle Inszenierung des Mittelalters und ihren mystischen Wesen
- 3.4 Inhaltliche Analyse/Rollenverteilung

- 4. Zusammenfassung

- 5. Schlusswort

- 6. Quellenverzeichnis

 



 

1. Einleitung

Astrid Lindgren war nicht nur erfolgreiche Kinderbuchautorin, sie schrieb auch die zahlreichen Drehbücher für ihre Buchverfilmungen. Ein besonders erfolgreicher und beliebter Spielfilm ist „Ronja Räubertochter“. Das ist nicht nur mein Eindruck, sondern entspricht auch der Bewertung vieler Menschen. So konnte bei einer Umfrage im Seminar „Lieblingsfilm/Lieblingssendung. Seminar zu Medienbiographie und Medienrezeption“1 der Film in der Kategorie beliebteste Kinder/Jugendfilme die meisten Stimmen auf sich vereinen. Bei Gesprächen mit Freunden stieß ich ebenfalls immer wieder auf positive Resonanz zu dem Film, er war bei vielen mit schönen Erinnerungen an die Kindheit verbunden. Recherchiert man im Internet mit seinen zahlreichen Filmforen und Userbewertungen, kommt man zu ähnlichen Ergebnissen. So schreibt z.B. Melli, eine Userin einer Filmkritikendatenbank: „Wahnsinn! Selten habe ich einen Film gesehen, der ein Buch so erstklassig und vor allem 1:1 umgesetzt hat. Man ließt das Buch von Astrid Lindgren, sieht den Film und denkt: „Ja, genau so habe ich mir das vorgestellt.““2

Meine eigene Einstellung, sowie die positiven Reaktionen haben mich veranlasst, zu untersuchen was den Film so erfolgreich gemacht hat, bzw. wieso er auf viele Menschen positiv wirkt. Warum ist gerade dieser Film in den Gedächtnissen vieler stark verankert? Als Ausgangspunkt für die Untersuchung werde ich meine eigenen Erinnerungen nehmen, bevor ich „Ronja Räubertochter“ genauer analysiere. Aus diesen beiden Teilen werde ich dann Rückschlüsse auf die Besonderheiten des Films ziehen, um die Fragen beantworten zu können.

2. „Ronja Räubertochter“: Erinnerungen an einen beeindruckenden Film

Der Film „Ronja Räubertochter“ war und ist in meinem Leben immer, wenn auch nur latent, ein bedeutsamer Film gewesen. Festgestellt habe ich das jedoch erst, nachdem ich mich im Laufe des Seminars stärker mit ihm auseinandergesetzt habe. Nachdem ich diesen Film bestimmt über zehn Jahre nicht mehr gesehen hatte, kam es durch einen Zufall zu einem abermaligen Ansehen. Ich erinnerte mich zu meinem Erstaunen schon vor dem Sehen an viele Szenen, viele Bilder, und auch Melodien waren mir über den langen Zeitraum im Gedächtnis geblieben, sodass ich während des Filmes anfing die Melodien mitzusummen, Szenen mitzusprechen oder mich auf Ausschnitte schon vorher zu freuen. Verblüffenderweise hatte der Film keineswegs an Emotionalität verloren, ich fühlte mich plötzlich in meine Kindertage zurückversetzt, fühlte die Spannung, Trauer, Freude, Angst usw. Ich bemerkte plötzlich, dass ich über Jahre Textstücke immer wieder in meinem Alltag verwendet hatte, ohne mich ganz bewusst an den ganzen Film zu erinnern, geschweige denn mir seiner Bedeutung bewusst zu werden. So waren es zum Beispiel Szenen mit den Wilddruden, als auch mit den Rumpelwichten, die ich, besonders mit meinen Geschwistern, des Öfteren rezitierte („Wirrr krrriiiegen euch!“ oder etwa „Wiesu denn bluß?“). Diese Figuren zeichneten sich durch ihren besonders märchenhaften, beziehungsweise mystischen Charakter aus, sie hatten einen Sprachfehler, respektive eine besondere Art zu sprechen. Dass meine Geschwister und ich so von diesen Figuren beeindruckt waren, liegt meiner Meinung nach zum Teil an der gruseligen, und doch menschennahen Darstellung (Wilddruden), im Falle der Rumpelwichte eher an dessen wirklich niedlichen Sprachfehler als auch ihrer Naivität, die einem diese Figuren gleich sympathisch(er) machte. Diese Wesen waren zwar nur ein Teil des Filmes, sind jedoch besonders in meinem Gedächtnis verankert.

Eine weitere Rolle spielten, wie auch schon oben erwähnt, die Melodien des Films. An sie konnte ich mich ebenfalls sehr gut erinnern. Sie waren einfach mitzusummen, trotz, oder vielleicht auch wegen ihrer Einfachheit so eindringlich.

Zudem tauchten sie immer wieder auf, sodass die Melodien einen hohen Widererkennungswert haben. Neben diesen Aspekten ist jedoch auch zu bemerken, dass diese Filmmusik den Film atmosphärisch sehr schön unterstreicht und sie für mich damals wie heute den subjektiven Eindruck der herrschenden Stimmungen verstärkte. Nicht zuletzt spielte aber auch das Leben und die Freiheit der Kinder in einer unberührten Natur eine Rolle. Da ich in direkter Nähe zu einem großen Wald aufgewachsen bin und mit meinen Geschwistern einen Großteil meiner Freizeit in demselben verbracht habe, konnte ich mich sehr gut in die Lage Ronjas und Birks versetzen. Die Vorstellung einen Sommer lang in einer Höhle im Wald zu leben war für mich mehr als abenteuerlich und entsprach, ebenso wie das mittelalterliche Leben, einer meiner Kindheitsphantasien. Auch wir bauten Höhlen im Wald, durften allerdings höchstens mal in unserem Garten im Zelt übernachten. Aber auch das Räuberleben im Besonderen spielte eine große Rolle in meiner Phantasie. Ein solches Leben in völliger Unabhängigkeit und ständigem Abenteuer erschien mir in dieser Zeit wirklich erstrebenswert, zumindest für eine kurze Zeit.

[...]


1 Fand im Wintersemester 05/06 an der Universität Bremen im Fachbereich Kulturwissenschaft unter Leitung von Irmbert Schenk statt.

2 Vgl.: http://www.moviesection.de/v3/filme/1222/Ronja_Raeubertochter/ am 12.03.06


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