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Reggiopädagogik - Der Raum als dritter Erzieher

Subtitle: Zum Einfluss der Raumgestaltung auf die Entwicklung und Förderung von Kindern

Termpaper, 2005, 28 Pages
Author: Nadine Voigt
Subject: Pedagogy - Nursery Pedagogy

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 28
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V58057
ISBN (E-book): 978-3-638-52352-3
ISBN (Book): 978-3-638-68046-2
File size: 838 KB

Abstract

Die Reggiopädagogik ist kein ausgefeiltes Theoriemodell, aus dem sich bestimmte professionelle Handlungsweisen für die elementarpädagogische Praxis ableiten lassen. Sie lässt sich eher als eine Erziehungsphilosophie verstehen, die eine Reihe von Grundannahmen und flexibel handhabbaren Praxiselementen miteinander verbindet. Zu nennen sind vor allem • das Bild vom Kind, • die Bedeutung von Identität und Gemeinschaft, • die Vorstellung von Bildung und Lernen, • die Bedeutung von Projekten, • die Rolle Erwachsener, • die Bildungsfunktion von Räumen (der Raum als "3. Erzieher"). Mit diesen zentralen Elementen stellt sich die Reggiopädagogik als ein Konzept dar, das durch - Optimismus, - Offenheit und - Ganzheitlichkeit eine hohe Attraktivität aufweist, das aber auch von den Beteiligten die Überwindung traditioneller Vorstellung von der helfenden Erzieherin abverlangt, die die Probleme der Kinder löst und es den Kindern „schön machen“ möchte. Berechtigt ist die Frage, ob die Reggio Pädagogik sich nur in den kommunalen Kindertageseinrichtungen in Reggio Emilia realisieren kann, weil sich hier ein unverwechselbares Zusammenspiel von historischen, kulturellen und politischen Bedingungen für die Entfaltung einer spezifischen, theoretisch reflektierten elementarpädagogischen Praxis ergeben hat (vgl. Göhlich, 1990). Geht man von der Reggiopädagogik als einer Erziehungsphilosophie aus, wird man dagegen feststellen, dass die zentralen Grundannahmen der Reggiopädagogik, vor allem die Vorstellung vom aktiven, die Welt erschließenden Kind, relativ unabhängig von den äußeren Rahmenbedingungen umsetzbar sind. Die materiellen und insbesondere personellen Bedingungen elementarpädagogischer Praxis können andererseits die Umsetzungsqualität der Reggiopädagogik erheblich beeinflussen. Hauptaugenmerk der vorliegenden Arbeit liegt auf dem Konzept des dritten Erziehers, sowie auf den architektonischen Gegebenheiten der italienischen Krippen und Kindergärten in Reggio Emilia. Es soll außerdem versucht werden den Einfluss der Architektur sowie der Raumgestaltung auf die Entwicklung der Kinder darzustellen.


Excerpt (computer-generated)

Die Reggio - Pädagogik
Zum Konzept: Der Raum als dritter Erzieher

und

zum Einfluss der Raumgestaltung auf die Entwicklung und Förderung der
Kinder in Tageseinrichtungen

Universität Koblenz-Landau, Campus Landau

Seminar:

Vorschulkonzeptionen
Semester: Sommersemester 2005

Name: Nadine Voigt

Schein:
Leistungsnachweis für die Diplomprüfung in der Studienrichtung
„Pädagogik der frühen Kindheit“

 

 

Inhaltsverzeichnis: 

0. Einleitung 03

1. Die Reggiopädagogik 04
1.1. Zur Entstehung der Reggiopädagogik 05
1.2. Das Konzept der Reggiopädagogik 07
1.2.1. "Pedagogia della Partecipazione" 07
1.2.2. Die hundert Sprachen der Kinder 08
1.2.3. Projekte: Der Weg ist das Ziel 08
1.2.4. Experimentelle Pädagogik 09
1.2.5. Kernpunkte des pädagogischen Handelns 11
1.3. Der Raum als dritter Erzieher 12
1.4. Die Architektur und Raumgestaltung in der Reggiopädagogik 15
1.4.1. Grundlagen der Raumgestaltung 16
1.4.1.1. Konkrete Beispiele 20
1.4.1.1.1. Die Räume der Krippe Acrobaleno 20
1.4.1.1.2. Die Räume der Krippe Diana 22
1.4.1.2. Vielfalt und Fülle von Anschauungsmaterial 23
1.5. Zum Einfluss der Raumgestaltung auf die Entwicklung und Förderung der Kinder 23
1.6. Reggiopädagogik in Deutschland 24

2. Zusammenfassende Diskussion 26

3. Literaturverzeichnis 27

4. Anlagen 28

 

 

0. Einleitung

Die Reggiopädagogik ist kein ausgefeiltes Theoriemodell, aus dem sich bestimmte professionelle Handlungsweisen für die elementarpädagogische Praxis ableiten lassen. Sie lässt sich eher als eine Erziehungsphilosophie verstehen, die eine Reihe von Grundannahmen und flexibel handhabbaren Praxiselementen miteinander verbindet. Zu nennen sind vor allem

· das Bild vom Kind,
· die Bedeutung von Identität und Gemeinschaft,
· die Vorstellung von Bildung und Lernen,
· die Bedeutung von Projekten,
· die Rolle Erwachsener,
· die Bildungsfunktion von Räumen (der Raum als "3. Erzieher").

Mit diesen zentralen Elementen stellt sich die Reggiopädagogik als ein Konzept dar, das durch

- Optimismus,
- Offenheit und
- Ganzheitlichkeit

eine hohe Attraktivität aufweist, das aber auch von den Beteiligten die Überwindung traditioneller Vorstellung von der helfenden Erzieherin abverlangt, die die Probleme der Kinder löst und es den Kindern "schön machen" möchte.

Berechtigt ist die Frage, ob die Reggio Pädagogik sich nur in den kommunalen Kindertageseinrichtungen in Reggio Emilia realisieren kann, weil sich hier ein unverwechselbares Zusammenspiel von historischen, kulturellen und politischen Bedingungen für die Entfaltung einer spezifischen, theoretisch reflektierten elementarpädagogischen Praxis ergeben hat (vgl. Göhlich, 1990).

Geht man von der Reggiopädagogik als einer Erziehungsphilosophie aus, wird man dagegen feststellen, dass die zentralen Grundannahmen der Reggiopädagogik, vor allem die Vorstellung vom aktiven, die Welt erschließenden Kind, relativ unabhängig von den äußeren Rahmenbedingungen umsetzbar sind. Die materiellen und insbesondere personellen Bedingungen elementarpädagogischer Praxis können andererseits die Umsetzungsqualität der Reggiopädagogik erheblich beeinflussen.

Hauptaugenmerk der vorliegenden Arbeit liegt auf dem Konzept des dritten Erziehers, sowie auf den architektonischen Gegebenheiten der italienischen Krippen und Kindergärten in Reggio Emilia.
Es soll außerdem versucht werden den Einfluss der Architektur sowie der Raumgestaltung auf die Entwicklung der Kinder darzustellen.

1. Die Reggiopädagogik

Ihren Namen verdankt die Reggiopädagogik der Stadt, in der sie sich entwickelt hat. Mit dieser Namensgleichheit von Stadt und Pädagogik wird auf die enge Verbundenheit dieses Vorschulkonzepts mit den situativen Gegebenheiten in dieser Stadt hingewiesen. Loris Malaguzzi hat mit seinen Vorstellungen die weltweit beachtete Reggiopädagogik grundlegend beeinflusst. Er ist keine Gründergestalt im traditionellen Sinn, sondern verstand sich als pädagogischer Berater. 1991 wurde diese Pädagogik weltweit als beste Pädagogik für die Erziehung von Kindern im Vorschulalter anerkannt (vgl. Dreier, 1993).

Malaguzzi wollte zusammenfügen, was sonst im Kindergarten getrennt war: Das Kind, seine Familie und die Umgebung. Die Reggiopädagogik stellt das Recht des Kindes auf Erziehung und Bildung in den Mittelpunkt, unabhängig von den körperlichen, sozialen oder gesellschaftlichen Voraussetzungen.

Die drei wichtigsten Grundsätze in dieser Pädagogik sind

1. die Erziehung zur Demokratie,
2. die Erziehung zur sozialen Gerechtigkeit und
3. die Erziehung zur Solidarität.

Die Reggiopädagogik ist eine mittlerweile international anerkannte Erziehungs- und Bildungsrichtung aus Italien. Ihre Einrichtungen in Reggio Emilia gehören zu den zehn besten Bildungseinrichtungen der Welt. Jedes Kind hat das Recht auf die eigene Ausbildung und Formung seines Selbst, d. h. nicht der Erwachsene formt sie. Das Kind hat die Freiheit sich alleine oder mit anderen in seinen täglichen Erfahrungen auszuprobieren, zu messen, zu festigen. Dies erfordert von den Erwachsenen Respekt und Wertschätzung des Kindes und seines Tuns. Erziehung soll durch Räume provozieren, soll Nahrung für die Sinne schaffen. Die Kinder sollen konstruktiv streiten lernen, sie sollen sich ihre Spiel- und Arbeitspartner frei wählen können.

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