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Der Melusine-Stoff als immer wiederkehrendes Phänomen in der Literatur

Termpaper, 2006, 23 Pages
Author: Daniela Schmitt
Subject: German Studies - Comparative Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 23
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V58127
ISBN (E-book): 978-3-638-52406-3
ISBN (Book): 978-3-638-66276-5
File size: 227 KB

Abstract

Der Kern der Melusinen-Sage enthält ein uraltes, in vielen Kulturen anzutreffendes Motiv: es ist die Verbindung eines sterblichen Menschen mit einem überirdischen Wesen. Diese Verbindung ist in jeder Sage an ein Tabu geknüpft, welches den Menschen in seiner Unvollkommenheit von den unsterblichen, allwissenden Götterwesen deutlich abgrenzt. Wird dieses Tabu verletzt, folgt eine Trennung. Die folgende Hausarbeit beleuchtet die Figur der Melusine als ein immer wiederkehrender Stoff in der Literaturgeschichte. Zu Anfang dieser Arbeit wird die vorhandenen Melusineversionen chronologisch in einem Zeitstrahl geordnet, darauf folgend werden die im Zeitstrahl genannten Versionen der Melusine-Sage näher beleuchtet. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Lektüre Thüring von Ringoltingens geworfen, wobei hierbei die Besonderheiten der Geschlechterkonstellation und Melusines Nachkommen herausgestellt wird. Im Folgenden werden die späteren Versionen der Melusine-Sage bis ins 20. Jahrhundert vervollständigt. Im Anschluss daran wird der Stoff der Melusine nochmals diskutiert und die Ergebnisse werden in einer Schlussbetrachtung gesichert, wodurch klar ersichtlich wird, dass sich das Melusine-Motiv bis in die Gegenwart zwar veränderte, aber das Grundmotiv immer unveränderlich bestehen blieb.


Excerpt (computer-generated)

Universität Mannheim, Philosophische Fakultät Germanistische M
Hauptseminar: Ehe, Liebe, Familie, soziale Netzwerke 1450-1550
WS 2005/2006, 9. Fachsemester

Der Melusine-Stoff als immer wiederkehrendes
Phänomen in der Literatur

von: Daniela Schmitt

 


INHALT

1 EINLEITUNG  1

2 MELUSINE ALS IMMER WIEDERKEHRENDES MOTIV IN DER LITERATUR 3

2.1 ZEITSTRAHL  3
2.2 DER MELUSINE-STOFF AN HAND DES ZEITSTRAHLS  4

2.2.1 DAS MOTIV DER MAHRTENEHE 4
2.2.2 FRÜHERE MELUSINEVERSIONEN 5
2.2.3 THÜRING VON RINGOLTINGENS MELUSINE-VERSION 8

2.2.3.1 Geschlechterkonstruktionen der Melusine 10
2.2.3.2 Die Merkmale Melusines Söhne als Zeichen nichtmenschlicher Abstammung  14

2.2.4 SPÄTERE VERSIONEN DER MELUSINE  16

3 FAZIT  18

4 LITERATURVERZEICHNIS II

4.1 PRIMÄRQUELLE  II
4.2 FORSCHUNGSLITERATUR II



 

 

1 Einleitung

Thüring von Ringoltingen lässt bereits in seinem Prolog zu Melusine keinen Zweifel daran, dass die Hauptfigur seiner Erzählung nicht ganz menschlicher Natur ist. Die Geschichte handelt von einer Fee namens Melusine, so wie deren Familie, ihren Eltern, ihrem Mann und ihren Kindern. Melusines Mutter war ebenfalls eine Fee, deren sterblicher Mann nicht stark genug war, ein vereinbartes Tabu einzuhalten. Der Versuch Melusines und ihrer Schwester, diese Tat des Vaters zu sühnen, wird von der Mutter durch einen Fluch bestraft, dass sie sich fortan an jedem Samstag hüftab in einen Wurm verwandeln. Als Melusine einen Gatten findet, muss der ihr zusichern, sich stets an Samstagen von ihr fernzuhalten. Doch auch Melusines Gatte ist zu schwach, das vereinbarte Verbot einzuhalten. Melusine verschwindet daraufhin und hinterlässt zehn Söhne, die alle mit einem besonderen Merkmal am Leib gezeichnet sind, welche symbolisch für die übernatürliche Herkunft stehen.1

Der Kern der Melusinen-Sage enthält ein uraltes, in vielen Kulturen anzutreffendes Motiv: es ist die Verbindung eines sterblichen Menschen mit einem überirdischen Wesen. Diese Verbindung ist in jeder Sage an ein Tabu geknüpft, welches den Menschen in seiner Unvollkommenheit von den unsterblichen, allwissenden Götterwesen deutlich abgrenzt. Wird dieses Tabu verletzt, folgt eine Trennung.

Die folgende Hausarbeit beleuchtet die Figur der Melusine als ein immer wiederkehrender Stoff in der Literaturgeschichte. Zu Anfang dieser Arbeit werde ich die vorhandenen Melusineversionen chronologisch in einem Zeitstrahl ordnen, um im nächsten Schritt die im Zeitstrahl genannten Versionen der Melusine-Sage näher zu beleuchten. Besonderes Augenmerk werde ich hierbei auf die von uns bearbeitete Lektüre Thüring von Ringoltingens werfen, wobei ich hierbei die Besonderheiten der Geschlechterkonstellation und Melusines Nachkommen herausstellen werde. Im Folgenden vervollständige ich noch die späteren Versionen der Melusine-Sage bis ins 20. Jahrhundert. Im Anschluss daran wird der Stoff der Melusine nochmals diskutiert und die Ergebnisse werden in einer Schlussbetrachtung gesichert, wodurch klar ersichtlich wird, dass sich das Melusine-Motiv bis in die Gegenwart zwar veränderte, aber das Grundmotiv immer unveränderlich bestehen blieb.

2 Melusine als immer wiederkehrendes Motiv in der Literatur

2.1 Zeitstrahl

[Zeitstrahl in der Downloaddatei vorhanden]2 3

2.2 Der Melusine-Stoff an Hand des Zeitstrahls

Die literarischen Umsetzungen des Melusine-Stoffes vom 12. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert weisen zwar ähnliche Motivbestände und strukturelle Gemeinsamkeiten auf, entwickeln die Abhandlungen des Melusine-Stoffes jedoch in unterschiedlicher Weise oder blenden den Zusammenhang mit bestimmten Wissensbeständen wie Genealogie, Dämonologie, Naturkunde gänzlich aus. Dies geschieht, um die Geschichte neu zu arrangieren und zu kontextualisieren. Die Begegnung der Menschenwelt mit der Anderwelt, die alles außerhalb der begreifbaren Menschenwelt umfasst, wie auch die daraus resultierenden Konflikt-, Integrations- und Harmonisierungsabläufe stehen im narrativen Zentrum der Erzählung. Für die Menschenwelt ist ein Geflecht von sozialen Regeln, institutionellen Ordnungen und religiösen Vorgaben charakteristisch. Die Anderwelt wird durch einen Mangel an sozialen Bindungen und religiösem Heil als defizitär und erlösungsbedürftig beschrieben, zeichnet sich jedoch zugleich durch magische Gaben und Praktiken aus.4

2.2.1 Das Motiv der Mahrtenehe

[...]


1 Vgl. Störmer-Caysa, Uta (1999): S.239.

2 Frenzel, Elisabeth (2005): S.598f.

3 Ebd. S.598f.

4 Vgl. Keller, Beate (2001): S.13.


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