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Subtitle: Ist Agrobusiness ein Weg, Hunger und Armut zu lindern?
Scholary Paper (Seminar), 2005, 24 Pages
Author: Diplom-Kauffrau Melanie Herrmann
Subject: Geography / Earth Science - Economic Geography
Details
Institution/College: University of Mannheim (Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie)
Tags: Agrobusiness, Wirtschaft, Landwirtschaft, Wirtschaftsgeographie
Year: 2005
Pages: 24
Bibliography: ~ 21 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52412-4
ISBN (Book): 978-3-638-66579-7
File size: 471 KB
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Abstract
Der Bedarf an Nahrungsmitteln wächst stetig. Prognosen besagen, dass im Jahr 2050 über acht Millionen Menschen auf der Erde leben werden. Die Flächen für den Anbau von Lebensmitteln, Energie- und Rohstoffen schwinden mit jeder neu bebauten oder nicht landwirtschaftlich genutzten Fläche. Eine große Herausforderung der Zukunft und eine Chance für den Agrarsektor um den Nahrungsmittelbedarf zu sichern. Ist Agrobusiness ein Weg Hunger und Armut zu lindern? Was kann die Gentechnik zur Ertragssteigerung in der Landwirtschaft beitragen? Wer zählt zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern im Agrobusiness?
Excerpt (computer-generated)
Agrobusiness
von: Melanie Herrmann
Inhaltsverzeichnis
1 Der Begriff Agrobusiness 1
2 Problemstellungen im Kontext von Agrobusiness 3
3 Ein Beispiel für Agrobusiness – die Sojawirtschaft in Brasilien 4
3.1 Die Subventionierte Exportwirtschaft 4
3.2 Der Übergang zu einer privatwirtschaftlich gesteuerten Landwirtschaft 6
4 Agrobusiness in Verbindung mit der Gentechnik 11
4.1 Die Grüne Gentechnik 11
4.2 Nutzen von genmanipulierten Pflanzen 12
4.2.1 Gentechnologieeinsatz am Beispiel des Reisanbau 12
4.2.2 Goldener Reis – ein umstrittenes Projekt 14
4.3 Entwicklungen der Anbauflächen und Produktionserträge durch die Anwendung der Gentechnik in der Landwirtschaft 15
4.4 Genmanipulierte Nahrungsmittel für alle 17
5 Einstellung von Verbrauchern zur neuen Nahrung 18
Literaturverzeichnis 20
1 Der Begriff Agrobusiness
Der Begriff Agrobusiness oder Agribusiness bezeichnet einen „über den traditionellen Agrarsektor hinausgehenden, übergreifenden Produktionskomplex“1. Agrobusiness enthält dem folgend alle Wirtschaftsbereiche, die in Verbindung mit der Landwirtschaft stehen. „Das Agrobusiness ist als Ergebnis der fortschreitenden Arbeitsteilung zu sehen. Im Verlauf dieser Entwicklung hat sich das vielseitige Produktionsprogramm des hauswirtschaftlich- landwirtschaftlichen Betriebes durch Ausgliederung stark vereinfacht, der Landwirt wurde gleichzeitig auf die Rolle des Rohstofferzeugers reduziert.“2 Produzenten von Agrarprodukten können ihre Erzeugnisse nur direkt und regional selber an den Kunden verkaufen. Um die Produkte an die breite Masse von Konsumenten oder Handelsketten absetzen zu können, bedarf es bestimmter Voraussetzungen. Zum Beispiel muss Milch bevor sie durch einen Supermarkt verkauft werden kann und darf einem Prozess unterzogen werden, der sie von Keimen befreit und homogenisiert. So oder in ähnlicher Weise durchlaufen die Rohstoffe bestimmte Prozesse bevor sie in den Verkauf gelangen. „Ohne fachgerechte Homogenisierung, Stabilisierung und Konservierung und ohne Marketingstrategien bzw. moderne Vertriebslogistik, wie sie der Fachhandel und die großen Ladenketten erwarten“3, kann der Produzent nur einen kleinen Teil von potenziellen Endkunden erreichen. Die Produktionskette wird vom Ende her gesteuert. Am Ende bzw. in den nach gelagerten Stufen der Wertschöpfungskette der Landwirtschaft werden die höchsten Gewinne generiert. Vergleichsweise sind im Bereich der Rohstofferzeugung nur noch geringe Profite zu erwirtschaften. Es wir deutlich: „Verdient wird nicht in der Landwirtschaft, sondern an der Landwirtschaft. Die Profiteure sind eine Reihe von Unternehmen im vor- und nachgelagerten Bereich. Und das Geschäft mit Saatgut, Düngemittel, Pestiziden und Futtermitteln ebenso wie Weiterverarbeitung und der Groß- und Einzelhandel mit Lebensmittel.“ Dieses verdeutlicht ein Beispiel der ECO-News Deutschland in ihrem Artikel „Agrobusiness im Visier – Bauer und Zivilgesellschaft wehren sich gegen die Macht der Supermärkte“. „Sie geraten immer mehr unter den Preisdruck, der von Supermarktketten mit ihrer Marktmacht erzeugt und über die verarbeitenden Betriebe an die Bauern weitergegeben wird. Inzwischen teilen sich fünf große Supermarktketten einen Anteil von über 60 Prozent des deutschen Lebens- mittelmarktes – vor 20 Jahren waren es nur 26 Prozent.“4 Dieser Konzentrationstrend ist auch international zu beobachten. Beispielsweise belegt die Metro-Handelskette den fünften Rang der weltweit größten Lebensmittelhändler. An der Spitze steht die Handelskette WalMart. Kleine Produzenten haben oft keine Chance, da es ihnen kaum bis gar nicht möglich ist, regelmäßig entsprechende Mengen so anzuliefern wie es Einzelhandel und letztlich Kunde verlangen verlangt.5
„Der zur Beschreibung des Produktionssystems eigentlich wertneutrale Begriff Agrobusiness“ 6 ist auch ein Begriff für die Ausdehnung der „Vermarktung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch große private Unternehmen“7. Weiter wurde Agrobusiness durch internationale Nahrungsmittelkonzerne geprägt, „sodass er heute auch nicht mehr nur für das Produktionssystem, sondern auch für die Institution Verwendung findet, die das System kontrolliert und die Gewinne abzweigt“8. Unter dem Begriff des Agrobusiness wird daneben „die Gesamtheit aller für die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln ablaufenden Wirtschaftsprozesse“ 9 verstanden. In diesem Kontext wird besonders die Rolle der Agrobusinessunternehmen in Entwicklungsländern skeptisch betrachtet. Vor allem in wie weit sie wirklich Nutzen statt Schaden für die Bevölkerung mit sich bringt.
„In den USA beherrschen überbetriebliche Unternehmensformen in steigendem Maße den gesamten Produktions- und Vermarktungsprozess und schränken die Entscheidungsfreiheit des einzelnen Farmers, der den hohen Kapital- und Organisationsaufwand nicht mehr leisten kann, ein.“10 Finanziert und organisiert wird das ganze von Agribusinessfirmen. Die Produzenten werden hier durch Verträge gebunden und die „Produktionsstufen zentral koordiniert. Entsprechende Entwicklungen sind auch für Europa zu erwarten. Die europäische Landwirtschaftspolitik arbeitet dem Agrobusiness zu“11. Es geht hin zu „Einheitlichkeit, Lagerfähigkeit, große Stückzahlen“12, die bewiesenermaßen seit ihrer Umsetzung die Erträge pro Hektar wachsen lassen. „Dieser vermeintlichen Effektivität des Agrobusiness stehen Fragen der Ethik und der Umweltwirkungen von landwirt- schaftlicher Produktion kritisch gegenüber.“13 Die Landwirtschaft heute ist vom Agrobusiness geprägt. Die Erstellung der meisten unserer Lebensmittel bzw. deren Rohstoffe werden mit Hilfe von chemischen Düngemitteln, Pestiziden und bei Tieren durch die Verabreichung von Medikamenten zu beschleunigen versucht. Ertrag- und Profitsteigerung stehen an erster Stelle. Besonders Agrobusiness in Verbindung mit grüner Gentechnik findet viele Skeptiker in der Produktion von landwirtschaftlichen Rohstoffen sowie in den nach gelagerten Stufen bis hin zum Endkonsumenten. Es kann heute noch nicht wirklich abgeschätzt werden welche Auswirkungen und Risiken die Gentechnik nicht nur auf die Landwirtschaft, sondern auf das ganze Ökosystem haben kann. 14
2 Problemstellungen im Kontext von Agrobusiness
[...]
1 Heydenreich, Cornelia: Agrobusiness im Visier, in: Germanwatch, Blickpunkt Welthandel, Ausgabe 2, April 2004, S.6.
2 Ebd. S. 6.
3 Ebd. S. 6.
4 Heydenreich, Cornelia: Agrobusiness im Visier, S. 6.
5 Siehe Ebd. S. 6.
6 Siehe O. V.: Lexikon der Geographie, http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/geogr/191&show_price=nolinks, Stand 05.12.2004.
7 Siehe Baer, Dieter (Red.): Duden, Das Fremdwörterbuch, Mannheim 2000, S. 58.
8 Siehe O. V.: Lexikon der Geographie, http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/geogr/191&show_price=nolinks, Stand 05.12.2004.
9 Baer, Dieter (Red.): Duden, Das Fremdwörterbuch, Mannheim 2000, S. 58.
10 Siehe O. V.: Lexikon der Geographie, Stand 05.12.2004.
11 Ebd. Stand 05.12.2004.
12 O. V.: Lexikon der Geographie, Stand 05.12.2004.
13 Siehe O. V.: Lexikon der Geographie, Stand 05.12.2004.
14 Vgl. Cheryl, Long: IS agribusiness making food less nutritious?, http://www.findarticles.com/p/articles/mi_M1279/is_204/ai_n6129844/print, Stand 05.12.2004.
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