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Der Irak-Krieg im Fernsehen: Eine Analyse der Fernsehberichterstattung des III. Irak-Krieges in Bild, Ton und Sprache

Magisterarbeit, 2006, 114 Seiten
Autor: Nicole Knuppertz
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 114
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 28  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V58263
ISBN (E-Book): 978-3-638-52508-4

Dateigröße: 782 KB
Anmerkungen :
42 seitiger Anhang! 42 seitiger Anhang!



Textauszug (computergeneriert)

Universität zu Köln

Der Irak-Krieg im Fernsehen: Eine Analyse der Fernsehberichterstattung des III. Irak-Krieges in Bild, Ton und Sprache

Nicole Knuppertz

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 1

1.1. Fragestellung ... 2
1.2. Vorgehensweise ... 3

2. Die Realität der Massenmedien ... 4

2.1. Vorbemerkung ... 4
2.2. System und Umwelt ... 4
2.3. Das System der Massenmedien ... 5
2.4. Die Nachricht im System der Massenmedien ... 8
2.4.1. Die Struktur von Nachrichten ... 9
2.4.2. The unmarked space ... 12
2.4.3. Die Narrationstheorie in den Nachrichten ... 14
2.5. Realität im System der Massenmedien ... 16

3. Untersuchungen zur Fragestellung ... 17

3.1. Vorbemerkung 18
3.2. Betrachteter Zeitraum 18
3.3. Art der Betrachtung 18
3.4. Gliederungskonzept 19

4. Der III. Irak-Krieg bei ARD Tagesschau & RTL Aktuell ... 20

4.1. Vorbemerkung 20
4.2. ARD Tagesschau 21
4.2.1. Die Präsentation des Irak-Kriegs bei ARD Tagesschau 22
4.3. Bilder des ‚echten’ Krieges? 24
4.4. Töne des Krieges 30
4.5. Worte des Krieges 31
4.5.1. Bilder & Worte 32
4.6. RTL Aktuell 34
4.6.1. Die Präsentation des Irak-Kriegs bei RTL Aktuell 35
4.7. Bilder des ‚echten’ Krieges? 37
4.8. Töne des Krieges 40
4.9. Worte des Krieges 41
4.9.1. Bilder & Worte 43

5. Gegenüberstellung von ARD Tagesschau & RTL Aktuell…. 44

5.1. Vorbemerkung 44
5.2. Übereinstimmungen 45
5.2.1. Angriff auf Journalistenhotel 46
5.2.2. Gefangene US-Soldaten 48
5.2.3. Der Fall Bagdads 50
5.3. Unterschiede 51
5.3.1. Die UNO 52
5.3.2 ‚Saving Private Lynch’ 53
5.3.3. Der Fall Ali Abbas 56

6. Zusammenfassung ... 57

6.1. Vorbemerkung ... 58
6.2. Resultate ... 58
6.3. Konstruktion von Realität bei ARD Tagesschau & RTL Aktuell? ... 60
6.4. Perspektiven ... 61
6.5. Fazit ... 62

7. Quellenverzeichnis ... 64

7.1. Primäre Quellen ... 64
7.2. Sekundär-Quellen & Links ... 64

8. Anhangverzeichnis ... 66

8.1. Anhang A: Die Realität der Massenmedien ... 68
8.2. Anhang B: Bilder & Tabellen bei ARD Tagesschau 69
8.3. Anhang C: Bilder & Tabellen bei RTL Aktuell 73
8.4. Anhang D: Bilder bei ARD Tagesschau & RTL Aktuell 75
8.5. Anhang E: Tabellen bei ARD Tagesschau & RTL Aktuell 80

 

 

1. Einleitung


"Das ist kein Reality-TV. Das ist Realität im Fernsehen. Das ist Fernsehen, das die Welt zeigt, wie sie wirklich ist."
- Chris Cramer, Chef von CNN International1

Chris Cramer sieht die Berichterstattung des III. Irak-Krieges2 als Demonstration der neuen Möglichkeiten des Fernsehens reale Geschehnisse in „Echtzeit“ wiederzugeben um so dem Zuschauer den Eindruck zu vermitteln, er könne das Kriegsgeschehen im Irak nicht nur live beobachten, sondern auch die wirkliche Welt und folglich den echten Krieg „miterleben“. Zugleich reflektiert sein Statement das grundlegende Paradoxon von Fernsehen und Realität. Denn das, „[w]as wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien”3. Wie soll es also möglich sein, dass das Fernsehen, das ansich eine Realität konstruiert, nun eine wirkliche Welt in die Welt transportiert ohne sie zu konstruieren?

Das Paradoxon des Fernsehens besteht darin, dass reale Geschehnisse reflektiert werden, diese aber durch die Selektion von Informationen und Bildern eine bestimmte Perspektive auf die Welt erzeugen. Als die Amerikaner am 09. April 2003 Bagdad eroberten und als Beweis für die Einnahme der Stadt die Fernsehnachrichten den Fall der Saddam Statue übermittelten, wurde eine Gruppe euphorisch schreiender Iraker auf dem Paradise Platz im Zentrum Bagdads gezeigt, die den Fall der Saddam Statue als Befreiung bejubelten. Bilder des Kampfes um Bagdad wurden allerdings nicht übermittelt, da der Eindruck vermittelt werden sollte, dass die Iraker auf ihre Befreiung durch die USA widerstandslos gewartet hätten. Während die Nachrichten kolportierten, dass tausende Iraker die US-Soldaten erfreut willkommen hießen und bei dem Sturz der Saddam Statue amerikanische Hilfe in Anspruch nahmen, waren de facto nur einige hundert Menschen auf dem Platz zu sehen, von denen nicht klar war, ob sie Saddam-Anhänger waren oder nicht.

Diese Frage war für die Medien jedoch irrelevant, da es um die Übermittlung eines positiven Images für die USA ging. Aufgrund dessen wurde nur ein bestimmter Blickwinkel auf den Einmarsch der Amerikaner an den Zuschauer weitergegeben, denn „TV loves a good topple. [..] Whether the Berlin Wall or a political statue, these historic crumbles are among the most memorable television images of our age.“4
Wenn also nun davon ausgegangen wird, dass es dem Fernsehen nicht möglich ist, die Welt zu zeigen, "wie sie wirklich ist", müssen auch die Ereignisse des III. Irak-Krieges im Jahr 2003 durch das Massenmedium Fernsehen auf eine spezifische Weise konstruiert worden sein. Es ist nun die Frage zu stellen, auf welche Weise vor allem das Massenmedium Fernsehen die Geschehnisse des III. Irak-Krieges konstruiertt um überhaupt über den Krieg berichten zu können.


1.1. Fragestellung

Der Ansatz, dass die Massenmedien eine eigene Realität konstruieren, wurde vor allem von Niklas Luhmanns Theorie über die Realität der Massenmedien5 etabliert. Luhmanns Theorie geht davon aus, dass die Massenmedien in einem eigenen System operativ arbeiten und durch diese Operationen ein spezifisches System/Umwelt-Verhältis aufbauen, in dem Realität konstruiert wird. Die zentrale Frage, die im Laufe dieser Arbeit gestellt wird, reflektiert demnach das grundsätzliche Problem, dass Luhmann in der Fernsehberichterstattung erkennt:

  • Wie soll eine Unterscheidung zwischen der “wirklichen Welt” und “Reality-TV”6 aussehen, wenn dass, was gezeigt wird, einerseits die wirkliche Welt präsentiert, andererseits aber eine Realität konstruiert wird, von der der Zuschauer sein Wissen über die Welt bezieht?

Einerseits ist der Krieg als solcher ein reales Ereignis, andererseits wird durch die Übermittlung der Information über den Krieg ein spezifisches Bild des Krieges transportiert, dass nicht zwingend den realen Geschehnissen entsprechen muss. Im Laufe dieser Arbeit soll untersucht werden, auf welche Weise die Ereignisse des III. Irak-Krieges präsentiert werden und ob es möglich ist, Indikatoren für eine Konstruktion von Realität innerhalb der Präsentation des Irak-Kriegs zu finden. Demnach können die folgenden Fragen nicht ausser Acht gelassen werden: 1.) Ist ein Konstruktion von Realität durch den Vergleich von Nachrichtensendungen feststellbar? 2.) Welche Informationen wurden bei welchem Sender
übermittelt und welche Wirkung sollte mit der Übermittlung der Information erzielt werden?


1.2. Vorgehensweise

 

[...]


1 Hanfeld, Michael: Das ist echter, purer Journalismus. Der Entwurf eines Fernsehens, das Geschichte macht: Chris Cramer, Chef von CNN International, über seine Reporter im Krieg. In: FAZ, 24.03.2003, Nr. 70, S. 46.
2 Die Bezeichnungen des letzten Irak-Krieges im Jahr 2003 variiert stark in den Medien. Um den Term: III.Irak-Krieg eindeutig bezeichnen zu können, wurde die folgende Definierung durchgeführt:
- I. Irak-Krieg: 1980-1988 Irakisch-Iranischer Krieg (I. Golfkrieg),
- II. Irak-Krieg: 1990-91 Irakisch-Kuwaitischer Krieg (II.Golfkrieg)
- III. Irak-Krieg: 20.03.-01.05.2003 Irakisch-Amerikanischer Krieg (III. Golfkrieg)
3 Luhmann, Niklas: Die Realität der Massenmedien. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1996. S.9.
4 Ostrow, Joanne: Lasting Images. Tumbling statue immediately burns into memory. In: Denver Post, 10.04.2003, S. A-05.
5 Luhmann, Niklas: Die Realität der Massenmedien. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1996.
6 Vgl. Zitat: Chris Cramer. S.1.


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