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Hauptseminararbeit, 2001, 19 Seiten
Autor: Oliver Kast
Fach: Amerikanistik - Linguistik
Details
Institution/Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Anglistik und Amerikanistik)
Tags: Ironie, Mittel, Indirektheit, Oscar, Wildes, Importance, Earnest, Indirektheit, Englischen
Jahr: 2001
Seiten: 19
Note: 2
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-13576-4
ISBN (Buch): 978-3-638-93971-3
Dateigröße: 210 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Ironie als eine Form der sprachlichen Indirektheit stellt ein linguistisches Phänomen dar, das heutzutage aus dem Alltag beinahe nicht mehr wegzudenken ist, ganz gleich, von welchen gesellschaftlichen Gruppen oder unterschiedlichen Altersstufen man nun ausgehen mag. Sie ist heute in der gesprochenen Alltags- wie auch in der Schriftsprache und oftmals auch in der Literatur ein allgegenwärtiges rhetorisches Stilmittel, um etwas oder jemanden auf subtile Art und Weise unter dem auffälligen Schein der eigenen Billigung der Lächerlichkeit preiszugeben. In dieser Arbeit soll nun zunächst der Begriff der Ironie definiert und analysiert, anschließend die beiden Ironiemodelle nach Grice und Leech erläutert und schließlich einige ironische Textstellen in Oscar Wildes Gesellschaftskomödie The Importance of Being Earnest -hauptsächlich nach Grice- näher untersucht werden, da gerade dieses 1895 entstandene Werk ein hohes Maß an Ironie und Farce verspricht. Der exzentrische Wilde, der von 1854-1900, also während der Regierungszeit Königin Viktorias (1837-1901) lebte, war ein führender Vertreter der ästhetischen Bewegung des L′art pour l′art, die eine Ästhetisierung sämtlicher Lebensbereiche zum Ziel hatte, und führte das ausschweifende Leben eines Dandys, der sich bewusst über die Normen der viktorianischen Ära hinwegzusetzen suchte. 1895, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, wurde er wegen homosexueller Praktiken zu zwei Jahren Zuchthaus mit Zwangsarbeit verurteilt, was seinen finanziellen und gesellschaftlichen Ruin sowie letztlich seinen psychischen Zusammenbruch zur Folge hatte. Nach seiner Entlassung emigrierte Wilde nach Paris, wo er am 30.11.1900 starb. In seinen geistreichen Satiren, zu denen auch The Importance of Being Earnest zählt, kritisierte er immer wieder die Prüderie, Engstirnigkeit sowie die übertriebene moralische Ernsthaftigkeit der englischen Gesellschaft in dieser Zeit, und versuchte so, die viktorianische Moralvorstellung auszuhöhlen. Das Stück wird im Allgemeinen als Wildes bestes Werk angesehen, in dem er voller Dialogwitz und Ironie v.a. die aristokratische Oberschicht der englischen Gesellschaft auf die Schippe nimmt.
Textauszug (computergeneriert)
Ironie als ein Mittel der sprachlichen Indirektheit dargestellt an Oscar Wildes The Importance of being Earnest
von Oliver Kast
Inhaltsverzeichnis
1.) Einführung: S. 3 - 4
- Allgemeines zur Ironie
- Vorgehensweise in der Arbeit
- Wilde als Autor mit gesellschaftskritischen/ ironischen Zügen
- Eignung von The Importance of Being Earnest, um Ironie zu analysieren
- Kurze Inhaltsangabe des Stücks
2.) Untersuchungen zur Ironie: S. 4 - 15
2.1) Allgemeine Begriffserläuterungen S. 4
a) Definitionsversuche
b) Begriffsabgrenzung
c) Gelingensbedingungen
2.2) Ironiemodelle S. 6
a) Grice: Ironie als konversationelle Implikatur
b) Leechs "Irony Principle" (IP)
2.3) Analyse einiger ironischer Textstellen aus The Importance of Being Earnest S. 9
- Hintergrund des jeweiligen Textabschnittes
- Äußerung der Ironie
- eigentlich beabsichtigter Sprechakt dabei
- Wirkung und Reaktion auf die daran beteiligten Personen
3.) Ausblick S. 15 - 16
- Zusammenfassung
- eigene Einschätzung
Literaturverzeichnis S. 16
1. Einführung
Ironie als eine Form der sprachlichen Indirektheit stellt ein linguistisches Phänomen dar, das heutzutage aus dem Alltag beinahe nicht mehr wegzudenken ist, ganz gleich, von welchen gesellschaftlichen Gruppen oder unterschiedlichen Altersstufen man nun ausgehen mag. Sie ist heute in der gesprochenen Alltags- wie auch in der Schriftsprache und oftmals auch in der Literatur ein allgegenwärtiges rhetorisches Stilmittel, um etwas oder jemanden auf subtile Art und Weise unter dem auffälligen Schein der eigenen Billigung der Lächerlichkeit preiszugeben.
In dieser Arbeit soll nun zunächst der Begriff der Ironie definiert und analysiert, anschließend die beiden Ironiemodelle nach Grice und Leech erläutert und schließlich einige ironische Textstellen in Oscar Wildes Gesellschaftskomödie The Importance of Being Earnest -hauptsächlich nach Grice- näher untersucht werden, da gerade dieses 1895 entstandene Werk ein hohes Maß an Ironie und Farce verspricht.
Der exzentrische Wilde, der von 1854-1900, also während der Regierungszeit Königin Viktorias (1837-1901) lebte, war ein führender Vertreter der ästhetischen Bewegung des L′art pour l′art, die eine Ästhetisierung sämtlicher Lebensbereiche zum Ziel hatte, und führte das ausschweifende Leben eines Dandys, der sich bewusst über die Normen der viktorianischen Ära hinwegzusetzen suchte. 1895, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, wurde er wegen homosexueller Praktiken zu zwei Jahren Zuchthaus mit Zwangsarbeit verurteilt, was seinen finanziellen und gesellschaftlichen Ruin sowie letztlich seinen psychischen Zusammenbruch zur Folge hatte. Nach seiner Entlassung emigrierte Wilde nach Paris, wo er am 30.11.1900 starb.
In seinen geistreichen Satiren, zu denen auch The Importance of Being Earnest zählt, kritisierte er immer wieder die Prüderie, Engstirnigkeit sowie die übertriebene moralische Ernsthaftigkeit der englischen Gesellschaft in dieser Zeit, und versuchte so, die viktorianische Moralvorstellung auszuhöhlen. Das Stück wird im Allgemeinen als Wildes bestes Werk angesehen, in dem er voller Dialogwitz und Ironie v.a. die aristokratische Oberschicht der englischen Gesellschaft auf die Schippe nimmt. Hier zunächst eine kurze Inhaltsangabe:
Um Familienpflichten zu umgehen, hat Algernon (Algy) Moncrieff, ein aristokratischer Londoner Lebemann, Bunbury, einen angeblich kranken Verwandten erfunden, der ihn häufig aus der Stadt wegruft, da er ständig auf seine Hilfe angewiesen sei. Algernons Freund Jack Worthing, der auf dem Land außerhalb Londons wohnt, steht ihm da in nichts nach, denn auch er hat einen lasterhaften Bruder, den er Ernest nennt, ins Leben gerufen, um unter diesem Namen in London den Bonvivant zu spielen. Unter seinem Pseudonym macht er Algys Cousine Gwendolen Fairfax den Hof und ist, da das junge Mädchen eine Schwäche für den Vornamen Ernest hat, sogar bereit, sich für sie umtaufen zu lassen. Als Algernon dann allerdings eines Tages auf Jacks Landsitz auftaucht und sich ebenfalls als dessen Bruder Ernest ausgibt, um Cecily Cardew, Jacks Mündel, kennen zu lernen (in die er sich sogleich verliebt und um ihre Hand anhält), greift Verwirrung um sich. Schließlich muss erst eine schwarze alte Handtasche entdeckt werden, in der Jacks damalige kurzsichtige Kinderfrau Miss Prism (die jetzige Gouvernante Cecilys) diesen als Säugling versehentlich auf einem Londoner Bahnhof deponierte, ehe die beiden Freunde die Wahrheit hinter all den Täuschungen aufdecken können und Jacks bis dahin unbekannte Identität zu Tage tritt: Er stellt sich in Wirklichkeit als Algernons älterer Bruder heraus, der obendrein tatsächlich Ernest heißt- was ihm das Umgetauft werden erspart. Abschließend finden Jack und Gwendolen sowie Algernon und Cecily nach anfänglichen Schwierigkeiten als Paare zusammen.
2. Untersuchungen zur Ironie
2.1 Allgemeine Begriffserläuterungen
a) Definitionsversuche:
[...]
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