Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Intermediate Examination Paper, 2004, 15 Pages
Author: Ines Jachomowski
Subject: Pedagogy - Science, Theory, Anthropology
Details
Institution/College: University of Rostock (Institut für Philosophie)
Tags: Wozu, Erziehung, Theorie, Erziehung, Kant, Rousseau, Bildungstheorien
Year: 2004
Pages: 15
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52611-1
ISBN (Book): 978-3-638-80258-1
File size: 187 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Diese Arbeit befaßt sich mit dem Themenkomplex der Erziehung bei Kant und Rousseau, wobei ihre beiden Schwerpunkte auf einem Vergleich zwischen den möglichen Zielen der Erziehung bei beiden Philosophen sowie auf der Auseinandersetzung mit dem Paradoxon der Erziehung – nämlich der Widersprüchlichkeit zwischen Zwang und Freiheit – liegen. Auf die Feinheiten der einzelnen Erziehungstheorien bzw. ihren jeweiligen Inhalten mit der praktischen Umsetzung wurde nicht eingegangen, da der theoretische Überbau wichtiger erschien. Ohne eine Theorie der Erziehung und damit verbunden eine anthropologische Idee ist Erziehung nicht möglich, denn vor der praktischen Anwendung kommt zuerst die Theorie, die die Praxis überhaupt erst möglich und durchführbar macht. Die Schwerpunkte dieser Arbeit wurden also hauptsächlich aus dem Grund gewählt, daß nicht etwa ein praktisches pädagogisches Kompendium nach Kants und Rousseaus Vorstellungen geliefert, sondern die Grundlagen eines solchen dargestellt werden sollten. Zunächst wird Kants Theorie dargestellt, um anschließend der Rousseaus gegenübergestellt zu werden.
Excerpt (computer-generated)
Wozu Erziehung? Über die Theorie der
Erziehung bei Kant und Rousseau
von: Ines Jachomowski
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Paradoxie der Erziehung – Kant über die Kunst der Erziehung 1
2.1. Aufgabe und Ziel von Erziehung 1
2.2. Das zentrale Problem von Erziehung – Zwang versus Freiheit 6
3. Rousseaus pädagogische Theorie als Wegbereiter von Kants Erziehungsbegriff 8
3.1. Aufgabe und Ziel der Erziehung 8
3.2. Über das Paradoxon der Erziehung bei Rousseau 11
4. Fazit 13
5. Anhang 14
5.1. Quellenverzeichnis
5.2. Literaturverzeichnis
5.3. Internetadressen
1. Einleitung
Diese Arbeit befaßt sich mit dem Themenkomplex der Erziehung bei Kant und Rousseau, wobei ihre beiden Schwerpunkte auf einem Vergleich zwischen den möglichen Zielen der Erziehung bei beiden Philosophen sowie auf der Auseinandersetzung mit dem Paradoxon der Erziehung – nämlich der Widersprüchlichkeit zwischen Zwang und Freiheit – liegen. Auf die Feinheiten der einzelnen Erziehungstheorien bzw. ihren jeweiligen Inhalten mit der praktischen Umsetzung wurde nicht eingegangen, da der theoretische Überbau wichtiger erschien. Ohne eine Theorie der Erziehung und damit verbunden eine anthropologische Idee ist Erziehung nicht möglich, denn vor der praktischen Anwendung kommt zuerst die Theorie, die die Praxis überhaupt erst möglich und durchführbar macht. Die Schwerpunkte dieser Arbeit wurden also hauptsächlich aus dem Grund gewählt, daß nicht etwa ein praktisches pädagogisches Kompendium nach Kants und Rousseaus Vorstellungen geliefert, sondern die Grundlagen eines solchen dargestellt werden sollten. Zunächst wird Kants Theorie dargestellt, um anschließend der Rousseaus gegenübergestellt zu werden. Sekundärliteratur wurde mit Ausnahme der beiden Kant-Biographien von Arnulf Zitelmann1 und Wolfgang Schlüter2 nicht zu Rate gezogen. Meine Hauptquelle zur pädagogischen Theorie Kants wurde nicht von Kant selbst geschrieben und herausgegeben. Sein Schüler Friedrich Theodor Rink faßte pädagogische Vorlesungen, die Kant als Professor an der Königsberger Universität hielt, zu einem Text zusammen und veröffentlichte diesen. Unter diesem Gesichtspunkt stellt sich natürlich die Frage, inwiefern dieser Text authentisch ist und wieviele Ideen nicht von Kant, sondern von Rink selbst stammen. In dieser Arbeit wird die Quelle jedoch als wie von Kant selbst verfaßt behandelt. Diese Arbeit wurde nach den Regeln der alten Rechtschreibung verfaßt.
2. Die Paradoxie der Erziehung – Kant über die Kunst der Erziehung
2.1. Aufgabe und Ziel von Erziehung
Dieses Kapitel behandelt den theoretischen Überbau der pädagogischen Theorie Kants und ignoriert die praktischen Erläuterungen und Erziehungshinweise. Der Schwerpunkt liegt auf Kants Argumentation über das Warum, Wozu und Wohin (also auf den Gründen, den Aufgaben und den Zielen) der Erziehung.
Das berühmte Zitat aus Kants Schrift Was ist Aufklärung? „Sapere aude! Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“!3 kann nur für erwachsene, im Sinne von „erzogene“, Menschen gelten. Eine Andeutung dafür, daß dem so ist, macht Kant in derselben Schrift, nur einige Zeilen weiter: „Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen [...], dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben [...]“.4 Doch bevor ein Mensch überhaupt von irgendeiner „Leitung frei gesprochen“ werden kann, muß er sich zunächst einmal unter einer solchen befinden. Kants Ansicht nach gilt dies für Kinder „bis zu dem Zeitpunkt, da die Natur selbst dem Menschen bestimmt hat, sich selbst zu führen; da der Instinkt zum Geschlechte sich bei ihm entwickelt“5, denn bei Kindern muß ein „richtiger Verstand“ erst vorbereitet werden.6 Kinder müssen erst zu Menschen heran gezogen werden. Ein frisch geborenes Kind besitzt weder Verstand noch Vernunft, die es zum Denken benutzen könnte. Zunächst muß es tun, was die Erziehenden (als bereits Erzogene) ihm vorschreiben, da es selbst noch nicht in der Lage ist, zu beurteilen, was ihm gut tut und was nicht.7
Kant schreibt, daß „der Mensch [ist] das einzige Geschöpf“ sei, „das erzogen werden muß“.8 Ein Kind ist noch kein richtiger Mensch, da es noch nicht über eine eigene Vernunft und einen eigenen Verstand verfügt. Erst durch Erziehung lernt das Kind, seine Tierheit zu überwinden und zum eigenständig denkenden Menschen zu werden.9 Doch der Mensch ist auch kein richtiges Tier, denn dieses „ist schon alles durch seinen Instinkt“10, wobei Kant Instinkt als eine „fremde Vernunft, die alles für das Tier besorgt“, versteht.11 Wobei sich allerdings beim Lesen dieser Definition die Frage stellt, wessen Vernunft das Denken für das Tier übernimmt. Dank seines Instinktes muß das Tierkind im Gegensatz zum Menschenkind nicht lernen und deshalb auch nicht erzogen werden. Ein Mensch besitzt keinen Instinkt und muß aus diesem Grund lernen, für sich selbst zu denken. Dies können ihm nur andere Menschen beibringen, die dies bereits können: „Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht“.12 Die Erziehung besteht aus Wartung, Disziplin und Unterweisung (bzw. Bildung, was Kant synonym zu Unterweisung gebraucht). Wartung könnte man auch als Versorgung des Kindes, das selbst noch nicht für seine körperlichen Grundbedürfnisse wie Nahrung, Schutz etc. sorgen kann, bezeichnen. Kant umschreibt Wartung auch als „Vorsorge der Eltern, daß die Kinder keinen schädlichen Gebrauch von ihren Kräften machen“.13 Schließlich kann ein Kind seines fehlenden Verstandes wegen ihm zuträgliche von den ihm schädlichen Handlungen, Zuständen oder Geschehnissen nicht unterscheiden. Dies müssen die Erwachsenen für das Kind übernehmen. Durch die Disziplin sollen die Menschen den Gesetzen der Menschheit unterworfen werden. Nur durch sie kann die tierische Wildheit des Menschen bezähmt werden.14 Die „Bezähmung der Wildheit“15, Kant definiert Wildheit hier als „Unabhängigkeit von Gesetzen“16, ermöglicht erst das Zusammenleben der Individuen der Gattung Mensch als solche, denn: „Das Recht ist der Inbegriff der Bedingungen, unter denen die Willkür des einen mit der Willkür des anderen nach einem allgemeinen Gesetz der Freiheit vereinigt werden kann".17
[...]
1 Zitelmann, Arnulf: Nur daß ich ein Mensch sei. Die Lebensgeschichte des Immanuel Kant. Weinheim und Basel, 1996.
2 Schlüter, Wolfgang: Immanuel Kant. München, 1999.
3 Kant, Immanuel: Beantwortung der Frage Was ist Aufklärung? In: http://gutenberg.spiegel.de/kant/aufklae/aufkl001.htm mit Datum vom 6.09.2004.
4 Kant, Immanuel: Beantwortung der Frage Was ist Aufklärung? In: http://gutenberg.spiegel.de/kant/aufklae/aufkl001.htm mit Datum vom 6.09.2004.
5 Rink, Friedrich Theodor (Hrsg.): Immanuel Kant über Pädagogik. In: Vorländer, Karl (Hrsg.): Immanuel Kant. Sämtliche Werke. Band 8, Leipzig, 1922. S. 205.
6 Rink: Immanuel Kant über Pädagogik. S. 228.
7 Rink: Immanuel Kant über Pädagogik. S. 205.
8 Rink: Immanuel Kant über Pädagogik. S. 193.
9 Ebd.
10 Ebd.
11 Ebd.
12 Rink: Immanuel Kant über Pädagogik. S. 195.
13 Rink: Immanuel Kant über Pädagogik. S. 193.
14 Rink: Immanuel Kant über Pädagogik. S. 201.
15 Ebd.
16 Rink: Immanuel Kant über Pädagogik. S. 193.
17 Kant, Immanuel: Die Metaphysik der Sitten - Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Berlin 1922, Bd. 6. S. 230.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Leistungsmotivation - Erfolg oder Misserfolg in der Schule
Author: Syzane BerishaPsychology - Learning Psychology, Intelligence Research, 2000 Download as PDF-file for 6,99 EUR
§ 35a SGB VIII - Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
Author: Roland RaabeSocial Pedagogy / Social Work, 2007 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Pippi Langstrumpf - eine didaktische Analyse
Author: Wiebke BodenGerman - Pedagogy, Didactics, Literature Studies, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Recurring Images of Women in Oscar Wilde's Comedies
Author: Britta FokkenAmerican Studies - Literature, 2004 Download as PDF-file for 3,49 EUR
Eigenschaften und Lebensweisen des Naturmenschen laut Jean-Jacques Rousseau
Author: cand.paed Florian HeringPedagogy - Science, Theory, Anthropology, 2004 Download as PDF-file for 2,49 EUR
Gewalt und Medien: Wie groß ist die Wirkung von Medien auf Gewalt in der Schule wirklich?
Author: Daniel HänsgenPedagogy - School Pedagogics, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Wie entwickelt sich das Fähigkeitsselbstkonzept - ein Erklärungeversuch nach Ansätzen der traditionellen Entwicklungspsychologie
Author: Christian FritschPedagogy - Pedagogic Psychology, 2004 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Selbstkonzeptbildung in der Schule
Author: Benjamin AlthausPedagogy - Pedagogic Psychology, 2003 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Immanuel Kant: Über Pädagogik
Author: Joachim KlenkPedagogy - General, 2004 Download as PDF-file for 8,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: