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Scholary Paper (Seminar), 2005, 17 Pages
Author: Sabrina Anton
Subject: Orientalism / Sinology - Japanology
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Ostasiatisches Seminar)
Tags: Sanuki, Fujiwara, Nagako, Literarische, Selbstzeugnisse, Mittelalter
Year: 2005
Pages: 17
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 3 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52618-0
File size: 200 KB
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Excerpt (computer-generated)
Freie Universität Berlin, Ostasiatisches Seminar – Japanologie
PS: Literarische Selbstzeugnisse im japanischen Mittelalter “Sanuki no suke nikki”
4. Fachsemester, SoSe2005
“Sanuki no suke nikki” von Fujiwara no Nagako
von: Sabrina Anton
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Sanuki no suke nikki - Das Werk 4
2.1 Die Autorin 4
2.2 Der Inhalt 7
3. Mittel der Selbstdarstellung 8
3.1 Form/Methodik 8
3.2 Technik der Selbstdarstellung 9
3.2.1 Direktes Selbstzeugnis 10
3.2.2 Indirektes Selbstzeugnis 11
4. Fazit 16
5. Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
Das Werk Sanuki no suke nikki, geschrieben von Fujiwara no Nagako, wird zur Tagebuchliteratur (nikki bungaku)1 des japanischen Mittelalters, hier der späten Heian- Zeit (794-1185), gezählt, doch hat es zum Hauptthema nicht primär, wie man vermuten würde, die Person und die Empfindungen der Autorin selbst, sondern eher den Kaiser Horikawa, über den ohne dieses Werk so gut wie keine Informationen bekannt wären.2 Doch gerade dies macht die Fragestellung dieser Arbeit interessant, die lautet: „Mit welchen Techniken schafft es Fujiwara no Nagako im Sanuki no suke nikki Selbstzeugnis abzulegen, obwohl das primäre Thema ihres Werkes Kaiser Horikawa ist?“. Denn obwohl Fujiwara no Nagako hauptsächlich über den Kaiser und die Erlebnisse im Zusammenhang mit ihm schreibt, kristallisiert sich doch auch der Charakter und die Art der Protagonistin3 heraus, was auch schon im Prolog ihres Buches deutlich wird, als sie schreibt: „It is an attempt to console myself that I am writing down these various memories as they come to my mind.“4 und gerade deshalb soll in dieser Arbeit dargestellt werden mit welchen Mitteln ihr dies gelingt. Dabei soll jedoch nicht die Frage behandelt werden, in wie fern dieses Tagebuch fiktional oder real ist, denn dies würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Dazu sollen hier in einem ersten Teil vorerst die Autorin und das Werk vorgestellt werden, um es in seinen historischen Rahmen einzuordnen. Es soll zuerst ein allgemeiner Überblick über das Werk gegeben werden, um damit im analysierenden zweiten Teil der Arbeit besser umgehen zu können. Im zweiten Teil soll dann mit Hilfe von Passagen aus dem Buch direkt am Text erarbeitet werden, mit welchen Techniken die Autorin es schafft sich selbst darzustellen.
Auf Grund dieses nahen Arbeitens am Text besteht die verwendete Literatur aus dem Werk selbst, und zwar in der Übersetzung von Jennifer Brewster unter dem Titel The Emperor Horikawa Diary, und der dazugehörigen Einleitung derselbigen Autorin. Diese Einleitung sowie Katô Shuichis Geschichte der japanischen Literatur und das Japan-Handbuch von Horst Hammitzsch5 dienen den erwähnten Hintergrundinformationen zu Autorin, Werk und Epoche.
2. Sanuki no suke nikki - Das Werk
Da es in dieser Arbeit darum geht, zu analysieren, wie die Autorin es schafft Selbstzeugnis abzulegen, obwohl sie nicht viel über sich direkt preisgibt, sollen hier erst einmal allgemeine Informationen zur Autorin angegeben werden, um sich mit der Person vertraut machen zu können und damit besser eventuelle indirekte Hinweise in bestimmten Textpassagen auf ihren Charakter und ihre Ambitionen erkennen und verstehen zu können.
2.1 Die Autorin
Fujiwara no Nagako, im Werk Sanuki no Suke beziehungsweise Lady Sanuki genannt, war Stellvertretende Gesellschafterin (naishi no suke) im Kaiserpalast während der Regierungszeit des Kaisers Horikawa (1086-1107) und seines Sohnes Toba (1107- 1123).6 Acht Jahre war Fujiwara no Nagako im Dienste des Kaisers Horikawa. Sie war die jüngste Tochter des Fujiwara no Akitsuna, ein Poet und niederer Bürokrat, seinerseits der Enkel von Fujiwara no Michitsuna, dessen Mutter die Schreiberin des berühmten Kagerô nikki7 war. Akitsunas Mutter war die Dichterin Ben no menoto.8 Fujiwara no Nagako wurde jedoch nicht in die Stammbaumaufzeichnungen Sompi Bummyaku ihrer Familie aufgenommen. Dies resultierte wahrscheinlich daraus, dass sie ein sehr spätes Kind Akitsunas war. Ihr Geburtsdatum ist jedoch nicht bekannt, aber es wird vermutet, dass sie, genauso wie der Kaiser Horikawa 1079 geboren wurde. Diese Vermutung entstand, da sie im Werk vom Kindermädchen des Kaisers Toba als onmenotogo bezeichnet wird, was soviel bedeutet wie, dass sie zu der gleichen Zeit aufgezogen wurde, zu der ihre Mutter auch als Kindermädchen, ein anderes Kind aufzog, hier also das Kindermädchen Horikawas war.9 Solche Kinder hatten oft eine enge Verbindung zu einander, was auch die enge Beziehung zwischen Nagako und Horikawa erklären würde und damit auch, warum sie ihn und ihre Gefühle zu ihm zum primären Thema ihres Werkes gemacht hat.
[...]
1 „Das Tagebuch (nikki) ist vom 10. bis in unser Jhd. als ästhetisch gestaltete Mitteilung persönlicher Erfahrung und individuellen Erlebens ein reich differenzierter Bestandteil der japanischen Literaturgeschichte. Der in seiner gesamten Entwicklung hohe Anteil lyrischer Formen lässt in vielen Fällen die Grenze zur chronologisch geordneten Anthologie kaum noch erkennen; einige Texte gewinnen durch epische Geschlossenheit und nachlässigen Umgang mit zeitlichen Daten Erzählungscharakter[...].“; Hammitzsch, Horst (Hrsg.): Japan-Handbuch. Land und Leute, Kultur- und Geistesleben. Stuttgart 1990; S. 1084
2 Vgl. Brewster, Jennifer (Übers.): The Emperor Horikawa Diary. Honolulu 1977; S. 15
3 In der vorliegenden Arbeit wird der Einfachheit halber, ohne dies extra zu beweisen, davon ausgegangen, dass die Protagonistin Sanuki no Suke und die Autorin Fujiwara no Nagako auch tatsächlich dieselbe Person sind, da Fiktion schon in der Heian-Zeit in der japanischen Literatur abgelehnt wurde. Vgl. Hammitzsch 1990: S. 873/874
4 Brewster, Jennifer (Übers.): The Emperor Horikawa Diary. Honolulu 1977; S. 57
5 siehe Literaturverzeichnis
6 Vgl. Brewster 1977: S. vii
7 Das Kagerô nikki wurde etwa zwischen 974 und 978 verfasst. Der Name der Autorin ist unbekannt. Im Kagerô nikki geht es um die Psyche einer Frau, die trotz ungleicher Herkunft den großen Fürsten Fujiwara Kaneie (929-990) heiratet und einen Sohn namens Michitsuna gebiert. Ihr Mann stößt sie immer wieder zurück doch sie sehnt sich trotzdem nach ihm. Letzten Endes entdeckt sie, dass er sie betrügt und sie kann nichts mehr für ihn empfinden, bis schließlich ein Brief von ihm eintrifft der sie wieder hoffen lässt. Es ist ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Vgl. Katô, Shuichi: Geschichte der japanischen Literatur. Bern, München, Wien 1990; S.143f.
8 Vgl. Brewster 1977: S. 33
9 Vgl. Brewster 1977: S. 34
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