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Scholary Paper (Seminar), 2003, 21 Pages
Author: Marco Kienle
Subject: Economics / Business: Economic Policy
Details
Institution/College: Pforzheim University
Tags: Probleme, Inflationsmessung, Seminar
Year: 2003
Pages: 21
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 23 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-52625-8
ISBN (Book): 978-3-638-83753-8
File size: 135 KB
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Abstract
Das Problem der richtigen Inflationsmessung ist ein altes Thema der Wirtschaftswissenschaften, denn bereits Anfang des 18. Jahrhunderts wurden erste Abhandlungen dieser Thematik verfasst, welche sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts, aufgrund den katastrophalen Inflations- und Deflationsphasen, noch verstärkten. Während in Deutschland das Interesse an den Problemen der Inflationsmessung schließlich bis in die achtziger Jahre beinahe völlig erloschen war, findet diese Thematik erst in jüngster Zeit wieder größere Aufmerksamkeit. Dies liegt einerseits daran, dass eine Vielzahl amerikanischer Studien aufgezeigt haben, dass herkömmliche Methoden der Inflationsmessung zu einer erheblichen Überzeichnung des Preisanstiegs führen können und somit die veröffentlichten Inflationsraten nur mit Einschränkungen für wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen nutzbar machen. Andererseits zeigt sich, dass Notenbanken heute stärker als früher an dem Ziel der Preisstabilität ausgerichtet sind und die ermittelten Inflationsraten in einer ganzen Reihe von Ländern nicht mehr weit von Null entfernt sind, was zur Folge hat, dass das Problem der korrekten Messung der Inflation für die Geldpolitik eine noch größere Bedeutung hat. Grund warum man weltweit versucht Inflationen zu vermeiden ist, das durch Inflationen Geld entwertet wird und seine Wertaufbewahrungsfunktion verliert. Dadurch bringen Inflationen „Sand“ ins Getriebe der Märkte, da sie die Unsicherheit der Sparer und Investoren erhöhen. Dies hat zur Folge, dass diese, anstatt ihr Vermögen investierenden Unternehmen zu überlassen, eher versuchen ihr Geld in Sachwerten anzulegen, die als wertbeständig angesehen werden. Die Darstellung der auftretenden Probleme bei der Inflationsmessung ist Ziel der vorliegenden Arbeit.
Excerpt (computer-generated)
FACHHOCHSCHULE PFORZHEIM
Hochschule für Gestaltung, Technik und Wirtschaft
Seminar: VWL - Seminar, 6. Semester
Die Probleme der Inflationsmessung
von: Marco Kienle
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Begriff und Messung der Inflation
2.1 Der Inflationsbegriff
2.2 Messung der Inflation
3 Probleme der Inflationsmessung
3.1 Das Gütersubstitutionsproblem
3.2 Das Problem neuer Güter
3.3 Das Verkaufsstellensubstitutionsproblem
3.4 Das Qualitätsproblem
4 Fazit
5 Zusammenfassung
1 Problemstellung
Das Problem der richtigen Inflationsmessung ist ein altes Thema der Wirtschaftswissenschaften, denn bereits Anfang des 18. Jahrhunderts wurden erste Abhandlungen dieser Thematik verfasst, welche sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts, aufgrund den katastrophalen Inflations- und Deflationsphasen, noch verstärkten. Während in Deutschland das Interesse an den Problemen der Inflationsmessung schließlich bis in die achtziger Jahre beinahe völlig erloschen war, findet diese Thematik erst in jüngster Zeit wieder größere Aufmerksamkeit.1 Dies liegt einerseits daran, dass eine Vielzahl amerikanischer Studien aufgezeigt haben, dass herkömmliche Methoden der Inflationsmessung zu einer erheblichen Überzeichnung des Preisanstiegs führen können und somit die veröffentlichten Inflationsraten nur mit Einschränkungen für wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen nutzbar machen. Andererseits zeigt sich, dass Notenbanken heute stärker als früher an dem Ziel der Preisstabilität ausgerichtet sind und die ermittelten Inflationsraten in einer ganzen Reihe von Ländern nicht mehr weit von Null entfernt sind, was zur Folge hat, dass das Problem der korrekten Messung der Inflation für die Geldpolitik eine noch größere Bedeutung hat.2
Grund warum man weltweit versucht Inflationen zu vermeiden ist, das durch Inflationen Geld entwertet wird und seine Wertaufbewahrungsfunktion verliert. Dadurch bringen Inflationen „Sand“ ins Getriebe der Märkte, da sie die Unsicherheit der Sparer und Investoren erhöhen. Dies hat zur Folge, dass diese, anstatt ihr Vermögen investierenden Unternehmen zu überlassen, eher versuchen ihr Geld in Sachwerten anzulegen, die als wertbeständig angesehen werden.3
Als Indikator für die Beurteilung der Geldwertstabilität und als Inflationsmaßstab wird in Deutschland der Verbraucherpreisindex (VPI, früher: Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte) herangezogen. Dieser ist ein Laspeyres - Preisindex mit festem Basisjahr, d.h. die Indexwerte beziehen sich auf die Verbrauchsstrukturen des Jahres, das als Basisjahr festgelegt wird. In diesem Verbraucherpreisindex werden die Preisveränderungen von etwa 750 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen in einem sog. Warenkorb, welcher alle fünf Jahre aktualisiert wird, zusammengefasst.4 Allerdings zeigt sich in der Realität, dass die Fiktion eines derart konstanten Warenkorbs über fünf Jahre hinweg natürlich nicht gegeben ist. Denn in einer dynamischen Volkswirtschaft ändert sich ständig die Qualität der am Markt angebotenen Güter, neue Güter erscheinen und verdrängen alte. Gleiches gilt für Verkaufsstellen, hier erscheinen neue Vertriebsformen und schieben die Alten beiseite.5
Konsequenz hieraus ist, da der Laspeyres - Preisindex nur die reine Preisänderung nachweisen will, dass beispielsweise die aktuell am Markt angebotenen Güter, um die Qualitätsunterschiede zu den im aktuellen Warenkorb enthaltenen Güter und Dienstleistungen, bereinigt werden müssen. Außerdem muss man bei der Inflationsmessung auch die Probleme berücksichtigen, welche durch das Auftreten neuer Vertriebsformen, neuer Produkte sowie durch Gütersubstitution des Konsumenten aufgrund gestiegener Preise, entstehen.6 Die Darstellung dieser auftretenden Probleme bei der Inflationsmessung ist Ziel der vorliegenden Arbeit.
Im folgenden Abschnitt möchte ich zunächst den Inflationsbegriff definieren, um dann darzustellen wie in Deutschland Inflation gemessen wird. Der dritte Abschnitt widmet sich der Auseinandersetzung mit den Problemen der Inflationsmessung, wobei zunächst das Gütersubstitutionsproblem, dann das Problem neuer Güter schließlich das Verkaufsstellensubstitutionsproblem und abschließend das Qualitätsproblem angesprochen werden sollen. Anschließend möchte ich ein Fazit ziehen, indem ich die Höhe des Fehlers bei der Inflationsmessung auf die einzelnen Probleme aufteile und Möglichkeiten der Verbesserung eines Laspeyres - Index aufzeige. Zum Abschluss werden in der Zusammenfassung die dargelegten Probleme der Inflationsmessung kurz wiederholt.
2 Begriff und Messung der Inflation
2.1 Der Inflationsbegriff
[...]
1 vgl. Hoffmann 02 / 1998, S.1
2 vgl. Deutsche Bundesbank 1998, S. 53
3 vgl. Baßeler, Heinrich, Koch 1991, S. 623 ff.
4 vgl. http://www.destatis.de/basis/d/preis/vpinfo4.htm (02.10.2003)
5 vgl. Szenzenstein 05 / 1999, S. 44
6 vgl. Beck 2001, S. 273 f.
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