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Entwicklung eines Ernährungskonzeptes für Patienten mit Multiple Sklerose

Diploma Thesis, 2003, 176 Pages
Author: Birgit Brenncke
Subject: Nutritional Science

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2003
Pages: 176
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 66  Entries
Language: German
Archive No.: V58478
ISBN (E-book): 978-3-638-52658-6
ISBN (Book): 978-3-638-71974-2
File size: 628 KB

Abstract

Die Multiple Sklerose gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen des jungen Erwachsenenalters. Die Ätiologie der Krankheit ist unbekannt und auch bezüglich der Prognose und des Verlaufs existieren große Unterschiedlichkeiten. Die zunehmende Gewebezerstörung im Nervensystem tritt unvorhersehbar, meist anfangs in Schüben mit Remissionen auf, kann über Jahre hinweg anhalten und dann in eine chronisch fortschreitende Verlaufsform übergehen, welche bleibende Behinderungen mit sich bringt und sogar zur Bettlägerigkeit und zum frühen Tod führen kann. Die Krankheit bedeutet für den Betroffenen und seine Angehörigen einen schweren Einschnitt ins Leben, da zunächst die starre Vorstellung eines schicksalhaften, nicht vorhersehbaren Verlaufs Angst macht. Die vorliegende Arbeit, in der ein Ernährungskonzept für Patienten mit Multipler Sklerose erstellt wurde, verfolgt die Zielsetzung eine umfassende Informationszusammenstellung der aktuellen Ergebnisse über diese Krankheit und einem ernährungsphysiologischen Zusammenhang zu bieten. Das Konzept kann auch als Leitfaden für die Ernährungsberatung von Multiple-Sklerose-Patienten dienen. Im ersten Teil der Arbeit wird zunächst erklärt, welche Veränderungen die Krankheit im Körper veranlasst und welche Ergebnisse epidemiologische und neuropathologische Untersuchungen erzielt haben. Im zweiten Teil wird die Wirksamkeit der bekanntesten Multiple-Sklerose-Diäten kritisch hinterfragt und andere neuronale bzw. autoimmuninduzierte Krankheiten vorgestellt. Innerhalb des dritten Teils werden dann Möglichkeiten aufgezeigt, die Lebensqualität und das Wohlbefinden mittels einer bewussten Ernährungsweise zu verbessern. Da die Lebensumstände und Krankheitsverläufe der Patienten unterschiedlich sind, kann auf Basis eines Fragebogens die individuelle Situation ermittelt werden und daraufhin, durch den Verweis auf die relevanten Kapitel dieser Arbeit, eine persönliche Strategie entwickelt werden.


Excerpt (computer-generated)

Fachhochschule Münster

Entwicklung eines Ernährungskonzeptes für Patienten mit Multiple Sklerose

Birgit Brenncke

 

Inhaltsverzeichnis


0. Einleitung ... 7


Teil 1: Die Multiple Sklerose

1. Anatomie und Physiologie des Nervensystems ... 9

1.1. Das Nervensystem ... 9
1.2. Das Nervengewebe ... 12
1.3. Das Myelin ... 15
1.4. Das Prinzip der Erregungsleitung ... 16
1.5. Die Demyelinisierung ... 17
1.6. Aspekte der gestörten Erregungsleitung ... 18
1.7. Auswirkungen der Demyelinisierung ... 20

2. Darstellung der Erkenntnisse über die Multiple Sklerose ... 21

2.1. Epidemiologische Erkenntnisse ... 21
2.1.1. Geographische Verteilung ... 22
2.1.2. Demographische Verteilung ... 26
2.2. Pathogenese ... 29
2.2.1. Genetische Faktoren ... 30
2.2.2. Virale Faktoren ... 33
2.2.3. Stoffwechseltheorie ... 35

3. Neuropathologische Veränderungen ... 36

3.1. Entmarkungszonen (Plaques) ... 37
3.2. Makroskopische Charakteristika ... 37
3.3. Mikroskopische Charakteristika ... 39
3.4. Die Antigene des ZNS ... 40
3.5. Liquorveränderungen ... 40
3.6. Befunde von Liquoruntersuchungen ... 42

4. Klinische Symptomatik ... 43

4.1. Verlaufsformen ... 44
4.2. Motorik ... 46
4.3. Koordination ... 48
4.4. Sensorik ... 49
4.5. Erschöpfung und Schmerzen ... 51
4.6. Vegetative Störungen ... 54
4.7. Ophtalmologische Störungen ... 56
4.8. Weitere auftretende Veränderung ... 57
4.9. Auslöser für Schub und Remission ... 60


Teil 2: Darstellung von Ernährungsempfehlungen für die Multiple Sklerose und anderer Erkrankungen

5. Kritische Bezugnahme auf bisher angewandte Ernährungstherapien ... 62

5.1. Die Evers – Diät ... 64
5.2. Die Swank – Diät ... 66
5.3. Die Allergenfreie Diät ... 68
5.4. Die Fettarme Diät ... 69
5.5. Die Fruchzuckerarme Diät ... 69
5.6. Die Glutenfreie Diät ... 71

6. Vergleichende Darstellung anderer neuronaler bzw. autoimmuninduzierter Erkrankungen mit der MS unter Berücksichtigung der Ernährungsempfehlungen

6.1. Epilepsie ... 73
6.2. Morbus Parkinson ... 75
6.3. Morbus Alzheimer ... 77
6.4. Rheumatische Gelenkerkrankungen ... 79


Teil 3: Das Ernährungskonzept für Patienten mit Multiple Sklerose

7. Ernährung und Multiple Sklerose ... 82

7.1. Das soziale Umfeld und die ökonomische Situation ... 83
7.2. Feststellung des Ernährungszustandes ... 85
7.3. Einflussfaktoren auf den Energieverbrauch ... 89
7.4. Der Energie- und Nährstoffbedarf ... 91

8. Die Nahrungsbestandteile und die Nährstoffgruppen ... 92

8.1. Kohlenhydrate ... 92
8.2. Ballaststoffe ... 97
8.3. Fette ... 102
8.4. Proteine ... 110
8.5. Vitamine ... 116
8.5.1. Vitamin A ... 118
8.5.2. Vitamin D ... 120
8.5.3. Vitamin E ... 124
8.5.4. Vitamin K ... 127
8.5.5. Vitamin B1 ... 129
8.5.6. Vitamin B2 ... 132
8.5.7. Vitamin B6 ... 134
8.5.8. Vitamin B12 und Folsäure ... 136
8.5.9. Vitamin C ... 139
8.6. Mineralstoffe ... 142
8.6.1. Natrium ... 142
8.6.2. Kalium ... 143
8.6.3. Calcium ... 144
8.6.4. Magnesium ... 145
8.7. Spurenelemente ... 147
8.7.1. Eisen ... 147
8.7.2. Zink und Kupfer ... 148
8.7.3. Selen ... 150

9. Ernährung in speziellen Lebenssituationen ... 152

9.1. Schwangerschaft bei Multiple Sklerose-Patientinnen ... 152
9.2. Multiple Sklerose und Sport ... 155
9.3. Multiple Sklerose und Genussmittel ... 158

10. Ernährung bei Folgeerkrankungen der Multiple Sklerose ... 160

10.1. Kardiovaskulöse Störungen ... 160
10.2. Niereninsuffiziens ... 161
10.3. Osteoporose ... 163
10.4. Chronische Obstipation ... 165

11. Protokoll zur Ermittlung eines persönlichen Ernährungskonzeptes ... 167

11.1. Erklärung der Handhabung des Protokolls ... 167
11.2. Das Protokoll ... 168

12. Schlusswort ... 169

13. Literaturverzeichnis ... 171

 

 

0. Einleitung

Gold/ Rieckmann (2000, S. 12) geben an, dass ca. 1,2 Millionen Menschen weltweit an Multiple Sklerose erkranken und sie zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen des jungen Erwachsenenalters gehört. Die Ätiologie der Krankheit ist unbekannt und auch bezüglich der Prognose und des Verlaufs existiert eine große Spielbreite. Die zunehmende Gewebezerstörung im Nervensystem tritt unvorhersehbar, meist anfangs in Schüben mit Remissionen auf, kann über Jahre hinweg anhalten und dann in eine chronisch-fortschreitende Verlaufsform übergehen, welche bleibende Behinderungen mit sich bringt und sogar zur Bettlägerigkeit und zum frühen Tod führen kann.

Die Krankheit bedeutet für den Betroffenen und seine Angehörigen einen schweren Einschnitt ins Leben, da zunächst oft die starre Vorstellung eines schicksalhaften Verlaufs Angst macht. Desweiteren müssen gegebenenfalls Hilfemaßnahmen getroffen werden, wodurch nicht nur das tägliche Leben in seinen Abläufen verändert wird, sondern auch psychische, soziale und finanzielle Belastungen entstehen können.

Verschiedene Untersuchungen (z.B. Zhang et al., 2001; Cantorna, 2000; Sandyk/ Awerbuch, 1993; Niino et al., 2002) haben sich mit der Fragestellung befasst, ob ein Zusammenhang zwischen Ernährungsfaktoren und der Multiplen Sklerose existiert.
Die SMSG (1986, S. 57) nennt als mögliche im Zusammenhang mit der Multiplen Sklerose stehende Faktoren: „....Mangelzustände, direkte toxische Auswirkungen, Überempfindlichkeitsreaktionen und Infektionserreger in der Nahrung.“ Dennoch konnte bis jetzt noch nicht nachgewiesen werden, dass es einen spezifischen Ernährungsfaktor gibt, der einen Einfluss auf den Krankheitsprozess hat. Insofern sollte die Ernährungsweise von Multiple Sklerose-Kranken sich nach den Empfehlungen für eine vollwertige, ausgewogene Kostform richten.

Die vorliegende Diplomarbeit, in der ein Ernährungskonzept für Patienten mit Multiple Sklerose erstellt worden ist, verfolgt mehrere Aufgaben:

  • Der erste Teil behandelt die Krankheit Multiple Sklerose. Es wird erklärt, welche Veränderungen die Krankheit im Körper veranlasst und zu welchen Ergebnissen epidemiologische und neuropathologische Untersuchungen gekommen sind. Eine Darstellung der klinischen Diagnostik dient dem Verständnis um die durch die Multiple Sklerose entstehenden körperlichen Symptome.
  • Der zweite Teil dient der Information und Aufklärung über das Prinzip und die Wirksamkeit von bekannten „Multiple Sklerose-Diäten“. Desweiteren werden andere neuronale bzw. autoimmuninduzierte Krankheiten und die jeweiligen Ernährungsmaßnahmen vorgestellt.
  • Innerhalb des dritten Teils werden Möglichkeiten aufgezeigt, die Lebens- qualität und das Wohlbefinden mittels einer bewußten Ernährungsweise zu verbessern. Da die Lebensumstände und Krankheitsverläufe der Patienten unterschiedlich sind, kann auf Basis eines Fragebogens die individuelle Situation ermittelt werden und daraufhin, durch den Verweis auf relevante Kapitel dieser Diplomarbeit, eine persönliche Strategie gefunden werden. Es werden in diesem dritten Teil nicht nur wichtige Nahrungsinhaltsstoffe, deren Bedeutung für die Gesundheit, Forschungsergebnisse, Zufuhrempfehlungen und Lebensmittel vorgestellt, sondern es wird zudem darauf hingewiesen, welche Rolle die Ernährung in speziellen Situationen und bei der Prävention von Nebenerkrankungen spielt.

Diese Arbeit verfolgt die Aufgabe eine umfassende Informationszusammen- stellung der aktuellen Erkenntnisse über die Multiple Sklerose und den Zusammenhang zu der Ernährung darzustellen. Das Konzept ist so aufgebaut, dass es vor allem auch ein Leitfaden für die Ernährungsberatung von Multiple Sklerose-Patienten sein kann.


Teil 1: Die Multiple Sklerose


1. Anatomie und Physiologie des Nervensystems

 

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