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Ökologische Probleme des zentralafrikanischen Raumes

Termpaper, 2005, 21 Pages
Author: Astrid Gruner
Subject: African Studies

Details

Event: Seminar: Geschichte Zentralafrikas nach 1900
Institution/College: University of Leipzig (Institut für Afrikanistik)
Tags: Probleme, Raumes, Seminar, Geschichte, Zentralafrikas
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 51  Entries
Language: German
Archive No.: V58659
ISBN (E-book): 978-3-638-52793-4

File size: 263 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig, Institut für Afrikanistik
Seminar: Geschichte Zentralafrikas nach 1900
SS 2005

Ökologische Probleme des zentralafrikanischen Raumes

von: Astrid Gruner

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. Bedeutung und Besonderheit des zentralafrikanischen Regenwaldes 2

3. Ursachen der Zerstörung des zentralafrikanischen Regenwaldes 3

3.1 Bushmeat 5

4. Folgen der Regenwaldzerstörung 7

5. Naturschutz versus Profitdenken – Status quo und Aussichten 9

5.1 Möglichkeiten und Schutzmaßnahmen 11

5.1.1 Demokratische Republik Kongo 12

6. Fazit 15

7. Tabellen 16

8. Karten 17

8.1 Satellitenbild von Afrika – Vegetationszonen 17
8.2 Zerstörung des tropischen Regenwaldes von 1940 bis heute 17

9. Literaturverzeichnis 18

 



 

1. Einleitung

Sich auf die Brust klopfende Gorillas, Schimpansen, die ohrenbetäubende Laute von sich geben und von Liane zu Liane schwingen, Waldelefanten, die sich ihren Weg durchs saftig grüne Dickicht bahnen, wunderschöne Pflanzen, einzigartige Kleintiere und auch etwas mystisches und die Angst vor dem Unbekannten, prägen unsere romantische Vorstellung vom Urwald. Übermittelt durch Abenteurer, Forscher und nicht zuletzt bildlich durch die Filme „Tarzan“ und „Das Dschungelbuch“. Doch leider sieht die Realität düster aus. Wo sich einst die Tiere des Waldes versammelten, steht heute kein Baum mehr, wo früher Tiere waren, sind sie kaum noch zu finden. Nicht die natürlichen Feinde sind dafür verantwortlich, sondern wir Menschen. Durch Abholzung nehmen wir den Tieren und Pflanzen den nötigen Lebensraum und gierige Wilderer sorgen dafür, dass immer mehr Tiere gejagt, getötet und gegessen werden und deren Einzelteile bei Trophäensammlern die Vitrine oder den Kamin schmücken. Über die Bedeutung des Regenwaldes, die Ursachen des Wald- und Tiersterbens, die lokalen und globalen Folgen sowie bereits unternommene und noch folgende Schutzmaßnahmen, soll diese Arbeit Aufschluss geben.

2. Bedeutung und Besonderheit des zentralafrikanischen Regenwaldes

Der zentralafrikanische Regenwald, das Kongobecken, erstreckt sich vorwiegend über Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Äquatorialguinea, Gabun und die Republik Kongo1. Kleine Randflächen sind auch in Uganda, Ruanda, Burundi und selbst noch in Tansania zu finden. Mit einer Fläche von 2,28 Millionen km² ist es nach dem Amazonas das zweitgrößte tropische Urwaldgebiet der Erde2, wobei allein die Demokratische Republik Kongo am gesamten afrikanischen Regenwald einen Anteil von 1,3 Millionen km² hat3. Schon in der Schule lernt man, dass der tropische Regenwald ein sehr komplexes, für das globale Klima wichtiges Ökosystem ist und daher empfindlicher als alle anderen Wälder. Dennoch werden jährlich ca. 90 000 km² allein im Kongobecken zerstört4. Die kontinuierliche und zunehmende Abholzung und der dadurch verursachte Waldschwund werden in den Tabellen 1 und 2, deren Ergebnisse zeitlich nur fünf Jahre auseinander liegen, deutlich gemacht.

Der zentralafrikanische Regenwald hat einen hohen und einzigartigen Artenreichtum mit mehr als 10 000 teils sehr seltenen Tierarten5, von denen es oftmals nur wenige Individuen einer Art pro Flächeneinheit gibt. So sind z. B. Bonobos, Gorillas und Waldelefanten nur hier zu finden. Doch auch die Flora ist mit über 600 Baumarten einzigartig. Am Beispiel der DRK soll der Artenreichtum einmal verdeutlicht werden, denn dort gibt es 409 Säugetierarten, 1086 Vogelarten, 216 Amphibienarten, 280 Reptilien, 48 Schmetterlingsarten, 10 000 Farngewächse (davon 3000 endemisch) und 414 epiphytische Orchideenarten6. Trotz allem gibt es bis heute noch unbekannte Pflanzen- und Tierarten, die erforscht werden müssen. Allerdings ist der Regenwald nicht nur Lebensgrundlage für die Tiere und Pflanzen, sondern auch für die dort lebenden Menschen, die sich den Gegebenheiten des Waldes angepasst haben. Sie beziehen von ihm Nüsse, Öle, Rattan, Beeren, Fische, Wild, Honig, Fasern, Süßstoffe, Harze, Arzneien und Trinkwasser7. Zu den besonderen Leistungen des Regenwaldes zählt vor allem die Kohlenstoffdioxidumwandlung, die rund ⅔ beträgt und für das regionale als auch das globale Klima von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Weiterhin zählen dazu der Wasserscheideschutz, der Erhalt der Wasserqualität und –versorgung, die Regulierung lokaler Klimaschwankungen, der Schutz vor Bodenerosion sowie die Bereitstellung von Holz und Holzmaterialien8. Die Zerstörung des Regenwaldes hat somit weit reichende Folgen.

3. Ursachen der Zerstörung des zentralafrikanischen Regenwaldes9

Der Beginn der Ausbeutung und Zerstörung der kostbaren Regenwälder begann nach der Berliner Konferenz 1885. Die Kolonialmächte, allen voran Belgien, erbeuteten alles was Geld brachte, ohne Rücksicht auf Verluste. Im Fall Belgisch-Kongo waren das zunächst Elfenbein und Gummi10, später kamen dann weitere Rohstoffe, Holz und andere Waldprodukte hinzu. Dass dies der Anfang einer bis heute andauernden Tropenwaldvernichtung sein sollte, hätte damals sicherlich niemand gedacht. In Anbetracht dessen und der gravierenden Geschehnisse in den letzten 40 Jahren, kann man vier Hauptgründe für die Vernichtung oder Dezimierung anführen:

1.) Kommerzielle Holzernte
2.) Umwandlung von Waldflächen in Agrarplantagen
3.) Ausbeutung von Bodenschätzen
4.) Jagd auf Urwaldfleisch („Bushmeat“)

Hauptgründe sind sie aufgrund ihres direkten Einfluss auf den Regenwald, hinzu kommen weitere, globale Ursachen. Da sich die Tropenwälder vorwiegend in Entwicklungsländern befinden, sind sie allgemein gültig für alle Tropenwälder der Erde. Politische und wirtschaftliche Instabilität haben Auswirkungen auf den Regenwald, dazu gehören eine verfehlte Agrarpolitik, die Verelendung der Kleinbauern, unterlassene Landreformen, Massenarmut, Korruption sowie eine hohe Staatsverschuldung und Inflation11. Außerdem gibt es ein exponentielles Bevölkerungswachstum in vielen Entwicklungsländern, das den Bedarf an zusätzlicher landwirtschaftlicher Produktionsfläche und weiteren Waldprodukten steigen lässt. Ein in den Industrie- und Entwicklungsländern unterschiedlich ausgeprägtes Problembewusstsein führt dann auch dazu, dass - meist kurzfristige - wirtschaftliche Aspekte/Erfolge dem Naturschutz vorangestellt werden und die verfügbare Zeit zur Problemlösung zu kurz ist. So kommt es, dass man Mineralvorkommen in Waldgebieten schonungslos erschließt, die tropischen Hölzer für den internationalen Handel nutzt und versucht, die Infrastruktur durch Straßen zu verbessern.

[...]


1 siehe Karte 8.1

2 http://www.regenwald.org/new/presseberichte/presscut_dr.php?show=71 (30.07.2005)

3 http://www.jungewelt.de/2004/03-16/009.php (30.07.2005)

4 http://www.regenwald.org/new/presseberichte/presscut_dr.php?show=71 (30.07.2005)

5 a.a.O.

6 Global Forest Watch: Wolfire, Deanna M./Brunner, Jake/Sizer, Nigel: Forests and the Democratic Republic of Congo. Opportunity in a Time of Crisis. Juni 1998

7 http://www.regenwaldschutz.de/hlz_ze4.shtml (04.08.2005)

8 World Resources Institut: Minnemeyer, Susan: An Analysis of Access into Central Africa’s Rainforests. 2002

9 siehe Karte 8.2

10 Global Forest Watch: Wolfire, Deanna M./Brunner, Jake/Sizer, Nigel: Forests and the Democratic Republic of Congo. Opportunity in a Time of Crisis. Juni 1998

11 Meyer-Peters; Henning: Schutz für den Regenwald. Ursachen der Zerstörung und Konzepte zur Rettung. Göttingen: Verlag Die Werkstatt, 1990, Seite 6-7


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