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"Wir alle spielen Theater" - Wie die menschliche Tragödie gespielt wird

Hausarbeit, 2006, 12 Seiten
Autor: Anne Nickel
Fach: Soziologie - Klassiker, Grundlagen und Theorierichtungen

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 12
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V58676
ISBN (E-Book): 978-3-638-52809-2

Dateigröße: 169 KB


Textauszug (computergeneriert)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Soziologie
Grundkurs: Grundbegriffe und Theorien der Soziologie
Wintersemester 2005/2006, 2. Fachsemester

"Wir alle spielen Theater" –
Wie die menschliche Tragödie gespielt wird

von: Anne Nickel

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Begriffe 3

3. Goffmans Rollenbegriff 4

4. Das „dramaturgische“ Modell 5

4.1 Die Fassade 5
4.2 Dramatische Gestaltung 6
4.3 Idealisierung 6
4.4 Die Ausdruckskontrolle 6

5. Das Ensemble 7

6. Ort und ortsbestimmtes Verhalten 8

7. Kommunikation außerhalb der Rolle 8

8. Rollendistanz 9

9. Fazit 11

10. Literaturverzeichnis 12



 

 

1. Einleitung

Erving Goffman gehört zu den meistgelesenen Autoren in der Soziologie; von ihm stammen viele Konzepte, die in der Soziologie eine weite Verbreitung gefunden haben (vgl. Lenz 1991: 25). Diese Hausarbeit beschäftigt sich besonders mit Goffmans Werken „Wir alle spielen Theater“ und „ Interaktion“. In dem Buch „Wir alle spielen Theater“ schildert Goffman die Selbstdarstellung im Alltag in Analogie zum Bühnenschauspiel. Das Buch „Interaktion“ ist in zwei Abschnitte unterteilt; der erste Abschnitt beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Rollendistanz. Da Goffmans Ausführungen zu diesen Themen sehr umfangreich sind, soll im Rahmen dieser Hausarbeit versucht werden, das Wesentliche seiner Forschungen knapp und übersichtlich herauszustellen und mit nahe liegenden, übertragbaren Beispielen zu konkretisieren.

Zunächst sollen einige Begriffe erläutert werden, denen im thematischen Zusammenhang der vorliegenden Arbeit eine Schlüsselfunktion zukommt. Hierbei wird insbesondere auf die Skripten aus dem von mir besuchten Seminar „Grundbegriffe und Theorien der Soziologie“ zurückgegriffen. Im Anschluss daran soll aufgewiesen werden, was Goffman unter dem Begriff Rolle versteht und wie er ihn definiert. Im darauf folgenden Abschnitt wird Goffmans „dramaturgisches Modell“ (Vergleich der sozialen Welt mit dem Theater) genauer gekennzeichnet und erläutert. Danach konzentriert sich die Darstellung auf die Begriffe Ensemble sowie Ort und ortsbestimmtes Verhalten. In den letzten beiden Abschnitten dieser Hausarbeit soll es dann um Kommunikation außerhalb der Rolle und um das Phänomen der Rollendistanz gehen.

2. Begriffe

Interaktion ist ein weit verbreitetes Wort, welches aber ursprünglich keinen spezifisch auf Soziales verweisenden Sinn besitzt. Das Wort Interaktion bedeutet „Wechselwirkung“, es spielte übrigens schon in der Philosophie Kants eine große Rolle. Später wurde dieses Wort dann von dem Soziologen Georg Simmel aufgegriffen. Damals benutzte er es für einen Sachverhalt, den wir heute Sozialität nennen würden. Simmels amerikanische Schüler übersetzten schließlich das deutsche Wort Interaktion in interaction. Dieses Wort bezeichnet nunmehr jeden sozialen Kontakt und auch jede soziale Beziehung. Um schließlich einen engeren Fall sozialer Ordnung zu bestimmen, wurde dann die face to face interaction, also eine Interaktion von Angesicht zu Angesicht hinzugefügt.

Der Begriff Rolle hat seinen Ursprung in der Sprache des Theaters. Wenn man im übertragenen Sinn über Rollen spricht, lassen sich drei verschiedene Typen feststellen: die Berufsrollen, die Familienrollen und die Rollen für die Mitwirkung von Laien. Laienrollen sind die Rollen, die jeder ohne eine Voraussetzung wahrnehmen kann. Man hat es also immer mit verschiedenen Personen in ihren jeweiligen Rollen zu tun. So sind Rollen gleichsam Bündel verschiedener Verhaltenserwartungen. Rollendistanz ist ein Mittel, mit dem man einerseits die Rollen wahrnehmen und andererseits klarmachen kann, dass man als Person nicht nach Maßgabe dieser Rolle erwartet werden möchte. Häufig zeigt man durch Rollendistanz, dass man nicht freiwillig mitwirkt, sondern nur, weil es sozialen Druck gibt.

3. Goffmans Rollenbegriff

Erving Goffman definiert Rolle als einen sozialen Determinismus und eine Lehrmeinung über Sozialisation (vgl. Goffman 1973: 97). Das bedeutet also, dass der Rolleninhaber, wenn er eine Position einnimmt, das ganze Bündel von Verhaltensweisen annehmen muss, das die Rolle umfasst. So ist nach Goffman die Rolle die Grundeinheit der Sozialisation. Durch solche Rollen werden in Gesellschaften verschiedene Aufgaben zugewiesen und diverse Vorbereitungen getroffen, um deren Durchführung zu erzwingen. Jedes Individuum muss in seinem Rollenverhalten darauf achten, dass „die Eindrücke, die von ihm in die Situation eingebracht werden, mit den dieser Rolle zugeschriebenen Eigenschaften kompatibel sind“(Goffman 1973: 98). So sollte zum Beispiel eine Stewardess immer nett und freundlich zu den Gästen sein oder ein Richter sachlich und konsequent. Diese Eigenschaften, die einem zugewiesen und auch erwartet werden, bilden eine Positionsbezeichnung und geben dem Inhaber die Möglichkeit für ein Selbstbild und auch für das Bild, welches seine Rollenpartner von ihm haben werden.

4. Das „dramaturgische“ Modell

[...]


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