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Die Tücke des Objekts - Kasus im Deutschen

Scholary Paper (Seminar), 1998, 27 Pages
Author: Klaus Ludwig Hohn
Subject: German Studies - Linguistics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1998
Pages: 27
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V5878
ISBN (E-book): 978-3-638-13606-8

File size: 315 KB
Notes :
Inhaltlich leicht aktualisiert und an die neue Rechtschreibung angepasst im Juli 2002



Excerpt (computer-generated)

Katholische Universität Eichstätt
Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft

Proseminararbeit mit dem Thema:

,,Die Tücke des Objekts" -
Kasus im Deutschen

Verfasser:
Klaus Hohn
Lehramt Gymnasium Deutsch, Erdkunde
6. Fachsemester

Veranstaltung:

PS Morphologie des Neuhochdeutschen
Sommersemester 1998
Abgabetermin: 31.8.98

Inhaltlich leicht aktualisiert und an die 
neue Rechtschreibung angepasst im Juli 2002

Der Verfasser

Inhaltsübersicht

 
Vorbemerkung

1.

Die Begriffe ,,Kasus" und ,,Subjekt-Objekt"

1.1.

,,Kasus" - eine erste Klassifizierung

1.1.0.

Vorbemerkungen

1.1.1.

Nominativ

1.1.2.

Genitiv

1.1.3.

Dativ

1.1.4.

Akkusativ

1.2.

Die Begriffe ,,Subjekt" und ,,Objekt"

1.2.1.

Subjekt

1.2.2.

Objekt

2.

Die sematischen Funktionen des Kasus

2.1.

Nominativ

2.2.

Genitiv

2.3.

Dativ

2.4.

Akkusativ

3.

Die ontologischen Funktionen der Kasus

3.1.

Nominativ

3.2.

Genitiv

3.2.1.

beim Substantiv

3.2.2.

beim Adjektiv

3.2.3.

beim Verb

3.3.

Dativ

3.4.

Akkusativ

4.

Die Rolle des Dialekts in der Kasusverwendung

5.

Verzeichnis über benutzte und zitierte Literatur sowie Forschungsliteratur zur weiteren Vertiefung

Vorbemerkung

Der Titel dieses Essays ,,Die Tücke des Objekts - Kasus im Deutschen" beinhaltet schon die beiden Kernpunkte, welche hier näher beleuchtet werden sollen. Zum einen soll ein Einblick in den Zusammenhang zwischen Flexion und Kasus gegeben werden, zum anderen soll die Komplexität der verschiedenen Ergänzungen, die ein Subjekt in einem Satzgefüge mit sich führen kann aufgezeigt werden. Abschließend soll noch ein Verweis auf die dialektalen Aspekte im mündlichen Sprachgebrauch, insbesondere des ,,Problemfalls" Dativ gemacht werden.
Der Verfasser möchte gleich zu Beginn der Arbeit darauf hinweisen, da er sich des Umfangs der Thematik bewusst ist, dass er über eine Einführung und einen Überblick nicht hinaus kommen wird. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik würde dem Rahmen dieser Ausführungen bei weitem sprengen. Für eine Vertiefung steht eine Übersicht über Forschungsliteratur zur Verfügung, das wertvolle Anreize zur Weiterarbeit bieten kann. Ferner soll hingewiesen werden, dass der Verfasser sich keiner bestimmten Grammatik verschrieben sieht, sondern vielmehr sich den verschiedenen Theorien und Methoden der unterschiedlichen Grammatik-Schulen bedient.

1. Die Begriffe ,,Kasus" und ,,Subjekt - Objekt"
1.1. ,,Kasus" - eine erste Klassifizierung
1.1.0. Vorbemerkungen

Grundsätzlich gilt es festzuhalten, dass sich entsprechend dem flexematischen Verfahren Wörter in die Kategorien veränderlich und unveränderlich einteilen lassen. Der Hauptnachteil dieses Verfahrens ist darin zu sehen, dass viele Aspekte bei den nichtflektierbaren Wörtern, insbesondere den Partikeln, weitgehend unberücksichtigt bleiben. Doch dies stellt für die hier zu analysierende Thematik kein Problem dar. Denn die Untersuchung der Kasus und der Objektergänzungen steht nur im Zusammenhang mit flektierbaren Wortarten. Im wesentlichen bedeutet Flexion die regelmäßige Veränderung von Wörtern mit Hilfe von Endungen, zu welchen in bestimmten Fällen dann auch ein Umlaut treten kann. Die deutsche Sprache hat Flexeme für Kasus, Numerus, Genus, Person, Komparation und auch für Verbformen. Immer tritt ein Flexem an einen Wortstamm und erweitert oder verändert diesen zur Wortform:

Flexemkategorie
Wortstamm +
Flexem =
Wortform

Kasus Nominativ, Plural
Kasus Dativ
Singular

Mann

Mann

,,Uml."+ ,,-er"

-

(die) Männer

(dem) Mann

Kasus Genitiv,
Singular
Kasus Genitiv
Plural

Kahn

Kahn

-

,,Uml." + ,,-e"

(dem) Kahn

(der) Kähne

Tab.1: Flexionsbeispiele. (Quelle: eigener Entwurf)

Aus dieser kleinen Übersicht lässt sich bereits sehr deutlich ablesen, dass sich eine getrennte Behandlung von rein flexionsmorphologischen Elementen und der Kasusbestimmung nicht durchführen lässt. Denn Kähne kann sowohl Nominativ, Genitiv und Akkusativ Plural sein. Man muss zur Kasusbestimmung also die Umgebung des Wortes, also sein Vor- und Nachfeld zur Analyse mit heranziehen. Außerdem muss man nach den verschiedenen Flexionsklassen unterscheiden. Die Flexion von Nomina und Adjektiven erfolgt aber nach dem gleichen Prinzip. Es wird nach den vier Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ) und den beiden Numeri (Singular und Plural) flektiert. Die Kasus-Numerus-Flexion bezeichnet man dabei als Deklination. Numerus und Kasus werden meistens durch bestimmte Endungen markiert, wobei aber im Deutschen der Gegenwart die Kasusmarkierungen beim Nomen verlorengegangen sind. Viele Kasusendungen sind obendrein zusammengefallen. Die Funktion einer präzisen Kasusmarkierung übernimmt in diesen Fällen ein Adjektiv oder ,,vorausgehendes Determinativ" (Engel, 1988: 505). Am deutlichsten sind in der Gegenwartssprache Genitiv Singular und Dativ Plural markiert. Die Pluralmarkierung ist dagegen weitgehend eindeutig, nur wenige Substantive haben in Singular wie Plural analoge Formen.
Wie die Nomen, werden auch die Artikel dekliniert, wobei es zwischen dem bestimmten (der, die, das) und unbestimmten (ein, eine, ein) Artikel zu differenzieren gilt. Ebenso werden Adjektive nach Genus, Kasus und Numerus dekliniert, aber nur bei attributivem Gebrauch.

[...]


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