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Diplomarbeit, 2006, 64 Seiten
Autor: Kathrin Häfke
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Tags: Adipositas, Kindes-, Jugendalter
Jahr: 2006
Seiten: 64
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 29 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-52905-1
ISBN (Buch): 978-3-638-73831-6
Dateigröße: 305 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Inzwischen wurde seitens der Politik und Öffentlichkeit erkannt, welche große Herausforderung die Zahl der übergewichtigen und adipösen Kinder für unsere Gesellschaft darstellt. Laut der „International Obesity Taskforce“ sind 14 Millionen Kinder in Europa übergewichtig, drei Millionen davon fettsüchtig. Weltweit ist eins von zehn Kindern übergewichtig, insgesamt 155 Millionen, und 30-45 Millionen gelten als adipös. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat an Schulen Schokoriegel, Fastfood und gezuckerte Getränke aus den Kantinen und Automaten verbannt, um das Ausmaß der Fettsucht im Bundesstaat Kalifornien zu verringern. Durch das Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend wurde 2004 der Wettbewerb „Besser essen. Mehr bewegen“ ausgeschrieben, um bundesweit Projekte zu finanzieren, die der Therapie und Prävention der Adipositas dienen. Durch meine Tätigkeit in einer Beratungsstelle kann ich feststellen, dass viele Familien mit Kindern, deren Gewicht weit über der Norm liegt, dringend Hilfe suchen. Hier bemerkte ich auch, dass diese Kinder meist schon zahlreiche erfolglose Diätversuche erlebt hatten. Des Weiteren wurde oft von familiären und finanziellen Problemen berichtet. Von vielen Betroffenen wurde glaubhaft versichert, dass die betroffenen Kinder sich bewegen und außerdem die familiäre Ernährung meist ausgewogen gestaltet ist. Wie ist also das Auftreten von Adipositas zu erklären? Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Mit diesen Fragen möchte ich mich in meiner Diplomarbeit auseinandersetzen. Zunächst werde ich die Entstehung der Geschmackspräferenzen sowie das Hunger- und Sättigungsempfinden näher erläutern. Nachfolgend lege ich Diagnostik und Prävalenz sowie die Ätiologie und die Folgekrankheiten der Adipositas dar, um mich dann ausführlicher mit den psychischen Auffälligkeiten und der Komorbidität zu beschäftigen. Um gesellschaftliche Einflüsse zu verdeutlichen erläutere ich soziologische Untersuchungen, um mich dann näher mit der Selbstwahrnehmung sowie den Familienstrukturen auseinander zu setzen. Hiernach stelle ich die Möglichkeiten der Adipositastherapie vor. Abschließend werde ich mich mit den gewonnenen Erkenntnissen kritisch auseinandersetzen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Kassel
Adipositas im Kindes- und Jugendalter
Kathrin Häfke
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Entwicklung von Geschmackspräferenzen ... 4
3. Hunger- und Sättigungsempfinden ... 6
4. Adipositas ... 10
4.1 Diagnostik und Prävalenz ... 11
4.2 Ätiologie von Adipositas ... 16
4.2.1 Die Energiebilanz ... 17
4.2.2 Genetische Faktoren ... 18
4.2.3 Ernährungsverhalten ... 20
4.2.4 Fernsehkonsum ... 23
4.2.5 Persönlichkeitsmerkmale ... 25
4.2.6 Die Set-point Theorie ... 26
4.2.7 Die Theorie der Externalität ... 29
4.3 Adipositas-assoziierte Krankheiten ... 32
5. Psychische Auffälligkeiten und Komorbidität ... 33
5.1 Binge eating disorder ... 35
5.2 Night-Eating-Syndrom ... 37
5.3 Bulimia nervosa ... 37
6. Soziologische Untersuchungen ... 38
7. Selbstwahrnehmung ... 40
8. Die Familie ... 43
9. Die Adipositastherapie ... 48
9.1 Psychotherapie ... 51
9.2 Pharmakologische und chirurgische Adipositastherapie ... 55
9.3 Ernährungstherapie ... 55
9.4 Bewegungstherapie ... 56
9.5 Risiko einer Gewichtsabnahme ... 57
10. Schluss ... 58
Literatur ... 61
1. Einleitung 3
2. Entwicklung von Geschmackspräferenzen 4
3. Hunger- und Sättigungsempfinden 6
4. Adipositas 10
4.1 Diagnostik und Prävalenz 11
4.2 Ätiologie von Adipositas 16
4.2.1 Die Energiebilanz 17
4.2.2 Genetische Faktoren 18
4.2.3 Ernährungsverhalten 20
4.2.4 Fernsehkonsum 23
4.2.5 Persönlichkeitsmerkmale 25
4.2.6 Die Set-point Theorie 26
4.2.7 Die Theorie der Externalität 29
4.3 Adipositas-assoziierte Krankheiten 32
5. Psychische Auffälligkeiten und Komorbidität 33
5.1 Binge eating disorder 35
5.2 Night-Eating-Syndrom 37
5.3 Bulimia nervosa 37
6. Soziologische Untersuchungen 38
7. Selbstwahrnehmung 40
8. Die Familie 43
9. Die Adipositastherapie 48
9.1 Psychotherapie 51
9.2 Pharmakologische und chirurgische Adipositastherapie 55
9.3 Ernährungstherapie 55
9.4 Bewegungstherapie 56
9.5 Risiko einer Gewichtsabnahme 57
10. Schluss 58
Literatur 61
1. Einleitung
Inzwischen wurde seitens der Politik und Öffentlichkeit erkannt, welche große Herausforderung die Zahl der übergewichtigen und adipösen Kinder für unsere Gesellschaft darstellt. Laut der „International Obesity Taskforce“1 sind 14 Millionen Kinder in Europa übergewichtig, drei Millionen davon fettsüchtig. Weltweit ist eins von zehn Kindern übergewichtig, insgesamt 155 Millionen, und 30-45 Millionen gelten als adipös. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat an Schulen Schokoriegel, Fastfood und gezuckerte Getränke aus den Kantinen und Automaten verbannt, um das Ausmaß der Fettsucht im Bundesstaat Kalifornien zu verringern.2
Durch das Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend wurde 2004 der Wettbewerb „Besser essen. Mehr bewegen“ ausgeschrieben, um bundesweit Projekte zu finanzieren, die der Therapie und Prävention der Adipositas dienen. Durch meine Tätigkeit in einer Beratungsstelle kann ich feststellen, dass viele Familien mit Kindern, deren Gewicht weit über der Norm liegt, dringend Hilfe suchen. Hier bemerkte ich auch, dass diese Kinder meist schon zahlreiche erfolglose Diätversuche erlebt hatten. Des Weiteren wurde oft von familiären und finanziellen Problemen berichtet. Von vielen Betroffenen wurde glaubhaft versichert, dass die betroffenen Kinder sich bewegen und außerdem die familiäre Ernährung meist ausgewogen gestaltet ist. Wie ist also das Auftreten von Adipositas zu erklären? Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Mit diesen Fragen möchte ich mich in meiner Diplomarbeit auseinandersetzen. Zunächst werde ich die Entstehung der Geschmackspräferenzen sowie das Hunger- und Sättigungsempfinden näher erläutern. Nachfolgend lege ich Diagnostik und Prävalenz sowie die Ätiologie und die Folgekrankheiten der Adipositas dar, um mich dann ausführlicher mit den psychischen Auffälligkeiten und der Komorbidität zu beschäftigen. Um gesellschaftliche Einflüsse zu verdeutlichen erläutere ich soziologische Untersuchungen, um mich dann näher mit der Selbstwahrnehmung sowie den Familienstrukturen auseinander zu setzen. Hiernach stelle ich die Möglichkeiten der Adipositastherapie vor. Abschließend werde ich mich mit den gewonnenen Erkenntnissen kritisch auseinandersetzen.
2. Entwicklung von Geschmackspräferenzen
Zunächst möchte ich nun aufzeigen, wie sich Vorlieben bezüglich des Geschmacks bei jedem Einzelnen entwickeln. Bereits während der Schwangerschaft bilden sich Geschmackspräferenzen des Embryos. Durch die Nahrungsauswahl der Mutter, die den Geschmack des Fruchtwassers bedingt, welches der Fötus schluckt, erschmeckt dieser bereits süß, salzig oder sauer. Die Geschmackspräferenzen des Säuglings sind folglich nicht nur genetisch determiniert. Auffällig ist jedoch, dass alle Säuglinge den Süßgeschmack bevorzugen. Vermutlich ist diese Präferenz evolutionsbiologisch zu begründen, da süß schmeckende Früchte nicht giftig sind (vgl. DGE zit. in Petermann/Pudel 2003, S. 264; Wirth 1997, S. 88).
Im weiteren Verlauf werden Geschmackspräferenzen erlernt. Diesen Vorgang bezeichnet man als „mere exposure effect“. Insbesondere durch Beobachtung der Eltern und deren Nachahmung entwickelt das Kind Vorlieben. Durch den „mere exposure effect“ werden also Geschmackspräferenzen etabliert.
Das Prinzip der spezifisch-sensorischen Sättigung beschreibt die Tatsache, dass
„…eine Wiederholung gleichartiger sensorischer Eindrücke zu deren Abschwächung führ...“ (vgl. Reich/Cierpka 1997, S. 11).
Dieses Prinzip scheint dem „mere exposure effect“ entgegengesetzt zu sein, tatsächlich greifen diese Prinzipien jedoch ineinander. Die Präferenz für eine Speise wird durch den „mere exposure effect“ gefestigt, aber kurzfristig durch die spezifisch-sensorische Sättigung gemindert. Eine Leibspeise ist nur deswegen etwas besonderes, weil diese nur zu gewissen Anlässen, also selten, verzehrt wird. Die spezifisch-sensorische Sättigung dient wohl zur Regulation der Nahrungsauswahl, um eine gewisse Abwechslung des Speiseplanes und somit eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen zu gewährleisten (vgl. Reich/Cierpka 1997, S.11; Petermann/Pudel 2003, S. 75 f.).
Mütter, die ihre Kinder gesund ernähren und diesen ungesunde Nahrungsmittel wie Fast Food komplett vorenthalten, verhindern die Wirkung der spezifisch-sensorischen Sättigung und tragen somit ungewollt zu einer gesteigerten Präferenz bei. Dieses Phänomen ist auch bei den so genannten Luxuslebensmitteln zu beobachten, die aufgrund des hohen Preises nur zu besonderen Anlässen verzehrt werden. Diese erhalten ihre Attraktivität durch die hohe soziale Stellung, die Konsumenten dieser Nahrungsmittel attestiert wird (vgl. Pudel/Westenhöfer 1997, S. 42).
[...]
1 „ Eu childhood obesity out of control“, www.iotf.org
2 „Schwarzenegger verbietet Fast food“, www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,druck-375105,00.html
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