Autor: Roman Damm
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre
Details
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Volkswirtschaftslehre)
Jahr: 2002
Seiten: 10
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 238 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-13609-9
Textauszug (computergeneriert)
Freie Universität Berlin
FB Wirtschaftswissenschaften
Institut für Volkswirtschaftslehre
FR Volkswirtschaftspolitik
E s s a y
Die offene Volkswirtschaft:
Geldpolitik als Wechselkurspolitik
Hausarbeit im WS 2001/02
Vorlesung: Stabilitätspolitik
Name: Roman Damm
Eingereicht am: 06.01.2002
Inhaltsverzeichnis
Die offene Volkswirtschaft 2
Geldpolitik unter Wechselkursbindung 4
Geldpolitik ohne Wechselkursbindung 7
Fazit 9
Literaturliste 10
Die offene Volkswirtschaft
Die klassischen Ziele der Wirtschaftspolitik in einer offenen Volkswirtswirtschaft sind internes und externes Gleichgewicht. Beide Ziele können nicht unabhängig voneinander erreicht werden. Zwischen externer Stabilisierung (Zahlungsbilanzgleichgewicht) und interner Stabilisierung (Aufrechterhaltung von Vollbeschäftigung) können Zielkonflikte auftreten.
Modelltheoretisch lassen sich Konflikte lösen, sofern die Ziele unabhängig sind und für jedes Ziel ein Instrument zur Verfügung steht (Tinbergens Theorem). Demgemäß hat die Wirtschaftspolitik ein zusätzliches Instrument einzusetzen und die Instrumente den Zielen effizient zuzuordnen.
Ausgehend von dieser These wurde von Robert A. Mundell in seiner Arbeit ,,The Appropriate Use of Monetary and Fiscal Policy for Internal and External Stability" die Idee vorgeschlagen, neben der Geldpolitik auch die Fiskalpolitik in die Betrachtung einzubeziehen und in einem ,,Policy Mix" beide Instrumente jeweils in solchen Kombinationen einzusetzen, daß gleichzeitig binnen- und außenwirtschaftliches Gleichgewicht erreicht werden. Er liefert hierzu ein einfaches makroökonomisches Modell und zeigt allgemein, daß die Rollenverteilung zwischen Geldpolitik und Fiskalpolitik dabei vom Währungsregime (feste oder flexible Wechselkurse) und den Annahmen über die Kapitalmobilität determiniert wird.
In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, daß mit der Wechselkurspolitik, die eine auf Wechselkursziele ausgerichtete Geldpolitik ist, ein weiteres Instrument zur Verfügung steht, um Zielkonflikte der genannten Art zu lösen.
Die Wechselkurspolitik kann die Geldpolitik wesentlich entlasten bzw. überhaupt erst die Voraussetzungen für einen zielgerechten Einsatz ihres Instrumentariums schaffen.
Indes hat die Wirtschaftspolitik zur Lösung von Zielkonflikten faktisch nicht den Freiheitsgrad, ein zusätzliches Instrument einzusetzen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Neben den politökonomischen Aspekten, die einer Rollenverteilung entgegenstehen und den Nebenwirkungen, die der Einsatz eines zusätzlichen Instruments hat, sind es vor allem die stabilitätspolitischen Bedingungen, die den wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum einschränken.
Der erste Bereich sind die partikulären Verteilungsinteressen. Insbesondere die durch das Grundrecht der Koalitionsfreiheit geschützten Tarifparteien am Arbeitsmarkt setzen der Stabilitätspolitik eine besonders wirksame Grenze.
Der zweite Bereich, der den stabilitätspolitischen Handlungsspielraum begrenzt, sind die ,,außenwirtschaftlichen Zwänge", unter denen die Wirtschaftspolitik steht. In einer offenen Volkswirtschaft kann die nationale Wirtschaftspolitik ihre Entscheidungen nicht ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Vorgänge in anderen Ländern treffen. Volkswirtschaften weisen außenwirtschaftliche Beziehungen auf, sind also offen.
Die außenwirtschaftlichen Beziehungen (internationaler Handels- und Kapitalverkehr) führen nun zu einer entsprechenden Verflechtung einer Volkswirtschaft mit dem Rest der Welt, d.h. die Märkte im Inland werden mit denen im Ausland verbunden.
Ein Land von der Art der Bundesrepublik Deutschland mit außenwirtschaftlichen Beziehungen und währungspolitischem Gewicht, dessen Geldpolitik in erster Linie für den europäischen Teil der Welt eine dominante Rolle spielt und dessen unabhängige Notenbank eine stabilitätsorientierte Geldpolitik (Geldmengenkonzept) verfolgt, hat außenwirtschaftliche Einflüsse und Probleme ihrer Geldpolitik zu beachten.
Eine neue Konzeption der Wirtschaftspolitik wies der Geldpolitik und damit der Bundesbank die Führungsrolle in der Stabilitätspolitik zu (,,Reassignment").1
In zunehmenden Maße gewann die Außenwirtschaft für die Geldpolitik neben ihrer binnenwirtschaftlichen Grundorientierung an Bedeutung.
Die Bundesrepublik Deutschland ist eine offene Volkswirtschaft mit internationaler Verflechtung. Das Ausmaß außenwirtschaftlicher Interdependenzen hat mit dem Europäischen Binnenmarkt sowie der verstärkten Integration der Kapitalmärkte zugenommen. Eine bedeutende Stufe wirtschaftlicher Integration wird jetzt durch die europäische Währungsunion erreicht. Mit der Einführung der einheitlichen Währung ist die Verantwortung für die Geldpolitik der gemeinschaftlichen Europäischen Zentralbank übertragen worden. Unter diesen Bedingungen ist die Geldpolitik auf das Ziel der externen Stabilisierung (Stabilisierung des Außenwerts der Währung) auszurichten und sie steht damit vor der Aufgabe, den souverän geführten geldpolitischen Kurs der Bundesbank beizubehalten.
Geldpolitik unter Wechselkursbindung
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: