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Termpaper, 2002, 17 Pages
Author: Jonas Ole Langner
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: Martin Luther University (Germanistisches Institut)
Tags: Text-, Erzählstruktur, Christoph, Ransmayrs, Welt, Aspekte, Erzählens
Year: 2002
Pages: 17
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53100-9
File size: 154 KB
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Excerpt (computer-generated)
Martin-Luther-Universität, Germanistisches Institut
PS: Aspekte postmodernen Erzählens
Sommersemester 2002
Text- und Erzählstruktur in Christoph Ransmayrs
′Die letzte Welt′
von: Jonas Ole Langner
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung -3-
II. Text- und Erzählstruktur in Christoph Ransmayrs Die letzte Welt -4-
II.1 Ort und Zeit der Handlung -4-
II.2 Erzählsituationen -7-
II.3 Direkte und indirekte Rede -12-
II.4 Rückblenden und Episoden -14-
III. Aspekte der Postmoderne in Text- und Erzählstruktur von Christoph Ransmayrs Die letzte Welt -15-
IV. Bibliographie -17-
I. Einleitung
Christoph Ransmayrs 1988 erschienener Roman Die letzte Welt handelt von der Suche des Römers Cotta nach dem verbannten Naso, den Dichter Ovid, in Tomi. Vor allem aber sucht er dessen Werk Metamorphoses, das Naso vor seiner Verbannung verbrannte. Als das Gerücht aufkommt, Naso sei gestorben, möchte Cotta wissen, ob nicht vielleicht doch noch eine Abschrift dieses Werkes existiert und in Tomi aufzufinden ist. Die vorliegende Hausarbeit wird sich hauptsächlich mit der Text- und Erzählstruktur dieses Romans beschäftigen. Obwohl es sich bei diesem Werk um ein noch recht aktuelles handelt, gibt es schon eine große Bandbreite an Sekundärliteratur dazu, die sich zum einen mit dem gesamten Werk Ransmayrs beschäftigt oder nur mit der Letzten Welt. Im zweiten Fall werden zum Vergleich teilweise noch andere Romane, die zur Postmoderne gerechnet werden, in die Untersuchungen miteinbezogen. Bei Sekundärliteratur dieser Art steht meist auch das Wiederaufkommen von Mythen in der zeitgenössischen Literatur im Blickpunkt. Die Vielzahl an Aufsätzen und Büchern über Ransmayrs Roman zeigt dessen Bedeutung und gibt auch die Möglichkeit verschiedene Ansichten gegenüber zu stellen. Die größten Meinungsverschiedenheiten bestehen dabei zwischen Angela Fitz und Thomas Epple. Auffällig ist, dass fast alle auf die Unstimmigkeiten bei Ort und Zeit der Handlung hinweisen. Deshalb soll dieser Punkt auch in dieser Hausarbeit zunächst betrachtet werden.
Im Anschluss daran werden die unterschiedlichen Erzählsituationen in Die letzte Welt analysiert. Dies wird den Schwerpunkt der Arbeit bilden. Die nächsten beiden Kapitel befassen sich mit der Textstruktur des Romans. Dabei wird genauer auf den Gebrauch von direkter und indirekter Rede und die Einbindung von Rückblenden und Episoden eingegangen werden. Dass es sich bei der Letzten Welt um ein postmodernes Werk handelt, ist nicht ganz unumstritten. Deshalb werden im letzten Teil dieser Arbeit Aspekte in der Text- und Erzählstruktur des Romans betrachtet, die der Postmoderne zuzuordnen sind. Dabei wird auf eine ausführliche Definition des Begriffs ‘Postmoderne‘ verzichtet, da dies im Rahmen dieser Arbeit zu weit führen würde, zumal es keine richtige, von allen akzeptierte Begriffsbestimmung gibt.
II. Text und Erzählstruktur in Christoph Ransmayrs Die letzte Welt
II.1 Ort und Zeit der Handlung
Die Handlung in Christoph Ransmayrs Die letzte Welt spielt hauptsächlich in Tomi, in Rückblenden wird auch von Geschehnissen aus Rom berichtet. Im Gegensatz zu Rom ist Tomi, das wirklich existierte und dem heutigen, rumänischen Constanza1 entspricht, aber “[...] geographisch [nicht] wiederzufinden“.2 So liegt es in der Letzten Welt beispielsweise “[...]am Fuß der Steilküste [...]“3, während es in der Realität “[...] an einer völlig flachen Küste [...]“4 liegt. Hinzu kommt, dass sein Klima Schwankungen unterliegt.5 So wird zu Beginn des Romans das Ende eines zweijährigen Winters gefeiert (vgl. DW, 9), im Verlauf der Handlung werden dann aber tropische Temperaturen geschildert (vgl. DW, 119). Im Gegensatz zu Epple sieht Fitz in den klimatischen Veränderungen in Tomi, die Auswirkungen auf die Vegetation und das Stadtbild haben, aber keine apokalyptische Szenerie sondern eine “[...] Umstrukturierung [...], [die] nach mehreren Stufen [...] zu neuer Stabilität führt.“6 Die beiden Orte der Handlung stehen auch für gewisse Werte und Eigenschaften der Städte und ihrer Bewohner. Tomi symbolisiert die Peripherie im allgemeinen, Rom ist das Zentrum. “Rom steht als Metropole für Ordnung, rationale Organisation, Stabilität und Naturbeherrschung [...].“7 Tomi hingegen, das historisch gesehen damals am Rande des Römischen Reiches lag, verfügt über keinen “Verwaltungsapparat“8 oder andere “gesellschaftliche[...] Organisation[en]“9. Für Gehlhoff liegt der größte Unterschied zwischen Tomi und Rom darin, dass in Tomi der Mythos von Bedeutung ist, wohingegen in Rom die Vernunft diese Rolle einnimmt.10 Durch diese Gegenüberstellungen der beiden unterschiedlichen Städte entsteht letztendlich jedoch “[...] ein das Ganze umfassendes Bild [...].“11
[...]
1 Vgl. Epple, Thomas: Christoph Ransmayr. Die letzte Welt. München: Oldenbourg 1992 (Oldenbourg Interpretationen mit Unterrichtshilfen). S.12.
2 Ebd.
3 Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt. Frankfurt a. M.: fischer 2002. S. 8. – Im folgenden werden Zitate aus diesem Werk direkt im Text durch das Kürzel DW und die entsprechende Seitenzahl signalisiert.
4 Epple (1992), S. 12.
5 Fitz, Angela: „Wir blicken in ein ersonnenes Sehen.“ Wirklichkeits- und Selbstkonstruktion in zeitgenössischen Romanen. Sten Nadolny – Christoph Ransmayr. St. Ingbert: Röhrig 1998 (Saarbrücker Beiträge zur Literaturwissenschaft). S. 291.
6 Ebd., S. 295.
7 Epple (1992), S. 13.
8 Ebd., S. 14.
9 Ebd.
10 Vgl. Gehlhoff, Esther Felicitas: Wirklichkeit hat ihren eigenen Ort. Lesarten und Aspekte zum Verständnis des Romans Die letzte Welt von Christoph Ransmayr. Paderborn: Schöningh 1999 (Modellanalysen: Literatur). S.47.
11 Vollstedt, Barbara: Ovids „Metamorphoses“, „Tristia“ und „Epistulae ex Porto“ in Christoph Ransmayrs „Die letzte Welt“. Paderborn: Schöningh 1998. S. 102.
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