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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 23 Pages
Author: Sebastian Hanelt
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Details
Institution/College: University of Göttingen (Seminar für Deutsche Philologie)
Tags: Lieder, Neidharts, Werke, Einzelautors, Neidharts, Lieder
Year: 2006
Pages: 23
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53134-4
ISBN (Book): 978-3-638-72482-1
File size: 141 KB
Bewertungskommentar: In der Anlage eine gute, hartnäckig argumentierende Arbeit mit manchen aufschlussreichen Beobachtungen. Sehr gute Literaturkenntnis. Beeinträchtigt wird sie allerdings durch mancherlei Flüchtigkeiten, vor allem aber durch Unbeholfenheiten im Ausdruck. Daher: 2-3.
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Abstract
Das Gesamtwerk des mittelalterlichen Liedautors Neidhart bietet eine beeindruckende Fülle an Texten. In verschiedenen Handschriften überliefert, die über eine große Zeitspanne verteilt entstanden, liegen unter diesem Autorennamen Texte aus der Zeit des Hochmittelalters vor. In vielen Fällen zusammen mit Melodien, häufig aber auch nur als Fragmente oder in Auszügen überliefert, entsteht insgesamt der Eindruck eines Sängers des Mittelalters, der nicht nur eine inhaltliche Vielfalt anbietet, sondern offensichtlich auch in seiner Zeit als Sänger gefragt war und gerne rezipiert wurde. Seit der Entdeckung des Autors Neidhart innerhalb der mediävistischen Forschungsdisziplin beschäftigt allerdings auch die Frage nach der Echtheit der einzelnen Werke die Forscher. Ausgehend von der vorliegenden Forschungsliteratur wird eine inhaltliche Analyse der Fassungsvarianten (Handschriften) von vier ausgewählten Liedern Neidharts vorgenommen. Diese liefert zusammen mit älteren Analysen aus der Literatur den Grundstock zur Klärung der Frage, ob von einem Einzelautor Neidhart oder von einem im Laufe des Mittelalters mehrfach überarbeiteten Gesamtwerk verschiedener Autoren auszugehen ist.
Excerpt (computer-generated)
Georg-August-Universität Göttingen
Philosophische Fakultät
Seminar für Deutsche Philologie
Hauptseminar „Neidharts Lieder“
Die Lieder Neidharts -
Werke eines Einzelautors?
eingereicht von:
Sebastian Hanelt
Lehramt Gymnasium:
Sport, Deutsch
10./7. Fachsemester
Sommersemester 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Die einzelnen Handschriften ... 2
3. Liedinterpretationen … 4
3.1. Beispiel Sommerlied 23 ... 4
3.2. Beispiel Winterlied 20 ... 8
3.3. Beispiel Winterlied 27 ...11
3.4. Beispiel Sommerlied 27 ...13
4. Zusammenführung der Interpretationsergebnisse und Fazit ... 16
Literaturverzeichnis ... 21
1. Einleitung
Das Gesamtwerk Neidharts bietet eine beeindruckende Fülle an Texten. In verschiedensten Handschriften überliefert, die über eine große Zeitspanne verteilt entstanden, liegen unter diesem Autorennamen Lieder aus der Zeit des Hochmittelalters vor. In vielen Fällen zusammen mit Melodien, häufig aber auch nur als Fragmente oder in Auszügen überliefert, entsteht insgesamt der Eindruck eines Sängers des Mittelalters, der nicht nur eine inhaltliche Vielfalt anbietet, sondern offensichtlich auch in seiner Zeit gefragt war und gerne rezipiert wurde. Seit der Entdeckung des Autors Neidhart innerhalb der mediävistischen Forschungsdisziplin beschäftigt allerdings auch die Frage nach der Echtheit der einzelnen Werke die Forscher. Moriz Haupts Aussage „was in R nicht steht das hat keine äussere gewähr der echtheit“1 dürfte wohl die meistzitierte Aussage in der Neidhartforschung sein und drückte lange Zeit zumindest aus, dass man bei Texten nach der Überlieferung der Handschrift R von Genuität, also von einem Original aus der Feder Neidharts ausgehen könne.2 Problematisch ist eine solche absolute Feststellung allemal, so dass seit Haupts Untersuchung immer wieder Diskussionen darüber entstanden und Forschungsarbeiten zum Thema Echtheit der Werke geschrieben wurden. Endgültig beantwortet ist die Frage jedoch bis heute nicht. Vielmehr steht fest, „daß in der Überlieferung mittelalterlicher Lyrik Textvarianten und Fassungsvarianten eher die Regel als die Ausnahme bilden.“3 Mit derartigen Fassungsvarianten beschäftigt sich diese Arbeit. Sie stellt die Liedfassungen nach den frühen Handschriften R und C der Fassung der Lieder gegenüber, die durch die späte Handschrift c belegt ist. Mittels der Interpretation der Lieder soll die Frage beantwortet werden, ob es sich bei den einzelnen Fassungen lediglich um verschiedene Liedvarianten in der Folge der zeitlichen Überlieferung handelt, ob also die Veränderung der Texte auf die mündliche Tradierung im Rahmen des ‚Liedgebrauchs’ zurückzuführen ist, oder ob vielmehr durch einen oder mehrere Autoren Liedteile neu hinzugefügt wurden, es sich also um Nachdichtungen handelt.
Der Aufbau der Arbeit folgt dabei diesem Inter-pretationsziel. Nach den Vorbemerkungen zu den einzelnen Handschriften folgteine knappe Auswahl der durch die Sekundärliteratur bereits benannten Merkmale der Liedveränderung in c. Diese Übersicht soll vor allem den Rahmen dessen vorgeben, was nach bisherigen Untersuchungen für die Handschrift kennzeichnend ist. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Analyse weniger ausgewählter Lieder zu verfälschten Ergebnissen führt. Die Interpretation der einzelnen Lieder in Kapitel 3 bildet daran anschließend den Grundstock für die abschließende Auswertung der Ergebnisse und Beantwortung der Fragestellung.
2. Die einzelnen Handschriften
Die Handschrift R entstand gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Sie gilt, wie in der Einleitung bereits angesprochen, seit Haupt als Synonym für Echtheit der Neidhart- Lieder. Diese Ansicht ist neueren Forschungen nach aber zumindest in dieser Pauschalität nicht haltbar. So weist Ingrid Bennewitz-Behr darauf hin, „daß Anordnung und Gestaltung der Neidhart-Sammlung R als Werk eines fachkundigen Redaktors/Schreibers zu gelten haben, der neben formalästhetischen auch inhaltliche Kriterien bei der Anlage der Handschrift berücksichtigte.“4 Allerdings ist davon auszugehen, dass diese Bearbeitungen durch einen Handschriftenautor nichts daran ändern, dass R dennoch eine ausgewogene Sammlung durch alle Merkmale des Neidhart Oeuvre bietet.5
[...]
1 Neidhart von Reuenthal, hrsg. von Moriz Haupt. Leipzig 1858, Einleitung S. IX.
2 Vgl. Die Lieder Neidharts, hrsg. von Edmund Wießner, fortgeführt von Hanns Fischer. 5. verb. Auflage von Paul Sappler. Mit einem Melodienanhang von Helmut Lomnitzer (ATB 44). Tübingen 1999, Einleitung S. XVII.
3 Edith Wenzel/ Horst Wenzel: Die Handschriften und der Autor – Neidharte oder Neidhart? In: Edition und Interpretation: neue Forschungsparadigmen zur mittelhochdeutschen Lyrik. Festschrift für Helmut Tervooren, hrsg. von Johannes Spicker in Zusammenarbeit mit Susanne Fritsch. Stuttgart 2000, S. 87-102, hier: S. 87.
4 Ingrid Bennewitz-Behr: Original und Rezeption. Funktions- und überlieferungsgeschichtliche Studien zur Neidhart-Sammlung R. Göppingen 1987 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik (GAG) 437), S. 160.
5 Vgl. Wenzel/Wenzel [Anm. 3], S. 93f.
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