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Scholary Paper (Seminar), 2005, 41 Pages
Author: Nicole Neubert
Subject: Nursing / Foster Care Management / Social Services
Details
Year: 2005
Pages: 41
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53147-4
ISBN (Book): 978-3-640-17145-3
File size: 1780 KB
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Abstract
Das Thema gewalt von Pflegekräften gegenüber Pflegebedürftigen in Pflegeheimen wurde in der Vergangenheit stark disuktiert, um dieses heikle Thema aus dem Tabubereich herauszuholen, ihm eine Sprache zu geben und damit als ein bearbeitbares Problem bewusst zu machen. Mit dieser Veröffentlichung soll ein weiterer Beitrag dazu geleistet werden. Im diesem Zusammenhang werden hier Gründe und Ursachen von Aggression und Gewalt in der Pflege dargestellt sowie Vorschläge zum konstruktiven Umgang mit Aggressionen und Gewalt aufgezeigt, die im Rahmen der Selbstrefelxion des eigenen professionellen Handelns zum Nachdenken anregen sollen.
Excerpt (computer-generated)
Pflegemanagement /Sozialmanagement
Erfahrungen zu Aggression und Gewalt in der Pflege
eingereicht von:
Nicole Neubert
2005
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Definition Aggression
2.2 Definition Gewalt
3. Ausdrucksformen von Aggression und Gewalt in der Pflege
3.1 Erscheinungsbild von Aggression und Gewalt durch das Pflegepersonal
3.2 Erscheinungsbild von Aggression und Gewalt durch die Pflegebedürftigen
3.3 Aggressionsrituale
4. Gründe und Ursachen von Aggression und Gewalt in der Pflege
4.1 Pflegepersonal
4.1.1 Die Angst des Pflegepersonals
4.1.2 Rollenkonflikte
4.1.3 Helfersyndrom
4.1.4 BurnoutLi
4.2 Pflegebedürftige
4.2.1 Krankheitsängste
4.2.2 Rollenkonflikte
4.2.3 Erkrankungen
4.2.4 Nebenwirkungen durch Medikamente
5. Vorschläge zum konstruktiven Umgang mit Aggression und Gewalt
5.1 Umgang mit den Ursachen und Symptomen des Burnout
5.2 Empathie
5.3 Vorschläge zum konstruktiven Umgang mit Aggression und Gewalt durch den Pflegebedürftigen
5.3.1 Sinnvolle Handlungsweisen
5.3.2 Sinnvolle Handlungsweisen in einer akutbedrohlichen Situation
5.3.3 Nicht sinnvolle Handlungsweisen
5.3.4 Krisenintervention
5.4 Vorschläge zum konstruktiven Umgang mit Aggression und Gewalt durch das Pflegepersonal
5.4.1 Sinnvolle Verhaltensweisen des Pflegepersonals
5.4.2 Nicht sinnvolle Verhaltensweisen
5.4.3 Präventive Möglichkeiten
5.4.4 Freiheitseinschränkende Maßnahmen
5.5 Strukturelle Veränderungen in Pflegeeinrichtungen
5.5.1 Berufliche Zufriedenheit des Pflegepersonals
5.5.2 Erweiterung des Handlungsspielraums des Pflegepersonals
5.5.3 Erweiterung des Handlungsspielraums der Pflegebedürftigen
5.6 Gesellschaftliche Strukturveränderungen
6. Schlusswort
7. Anhang
Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Was ein Lächeln wert ist1
Ein Lächeln kostet nichts, es erzeug aber viel; es bereichert jene, die es bekommen, ohne denjenigen zu schaden, die es verschenken!
Die Erinnerung an ein Lächeln kann ewig bleiben! Niemand ist so reich, dass er es nicht doch noch gebrauchen könnte, und niemand ist so arm, dass es ihm nicht mehr helfen könnte!
Es lässt sich nicht kaufen – nicht leihen – nicht stehlen- nicht erzwingen, denn es hat erst dann seinen Wert von dem Moment an, wo es geschenkt wird!
Wenn du einem Menschen begegnest, der dir das Lächeln, das Du auch verdienst, nicht gibt, dann sei großzügig – schenk’ ihm Deines! Denn niemand braucht das Lächeln dringender, als der, der dem anderen keines geben kann!
2. Begriffserklärung
2.1 Definition Aggression
Die wissenschaftlichen Definitionen von Aggressivität sind vielfältig und uneinheitlich. In allgemeinster Form wird unter Aggression ein körperliches oder verbales Handeln verstanden, welches mit der Absicht ausgeführt wird, zu verletzen oder zu zerstören. Dabei kann die zugrundeliegende Intention in eine direkte Aktion umgesetzt werden oder in sublimer (feinsinniger) Formerfolgen.
Schäffler et a2l definieren Aggressivität als Angriffsverhalten gegen Dinge, andere Menschen und/ oder die eigene Person (Autoaggression). Zillmann3 erweitert diese Begriffserklärung und definiert Aggression als eine Aktivität, bei der die handelnde Person versucht, einer anderen Person physischen oder psychischen Schaden zuzufügen, und das Opfer bestrebt ist, diese Behandlung zu vermeiden. In der weiteren Literaturrecherche wird Aggression als „schädigendes und destruktives Verhalten charakterisiert, das im sozialen Bereich auf der Grundlage einer Reihe von Faktoren als aggressiv definiert wird, von denen einige eher beim Beurteiler als beim Handelnden liegen.“ Erstmals wird hier darauf hingewiesen, dass die Beurteiler einer Situation bzw. einer Verhaltensweise aufgrund einer fehlenden Klassifikation aggressiven Verhaltens sehr unterschiedlicher Meinung darüber sein können, ob aggressives Verhalten vorliegt oder nicht.
Die Verhaltensforschung unterscheidet zwischen Aggression und Aggressivität, wobei unter Aggression ein Angriff auf ein anderes Lebewesen und unter Aggressivität die Bereitschaft zu kämpfen verstanden wird. Fast durchgängig ist der Begriff mit einer negativen Konnotation versehen.
2.2 Definition Gewalt
In den Sozialwissenschaften gibt es noch kein einheitliches Verständnis darüber, was unter Gewalt zu verstehen ist. Eng gefasste Begriffsbestimmungen, die Gewalt auf konkrete körperlich schädigende Handlungen reduzieren, stehen weit gefassten Ansätzen gegenüber, die auch verbal-emotionale Beschimpfungen, Vernachlässigung und Unterlassung sowie finanzielle Ausbeutung einbeziehen.
In der Gerontologie besteht hingegen mehr Einigkeit über die Definition dessen, was als Gewalt insbesondere gegen pflegebedürftige Menschen anzusehen ist: Sie umfasst jene Handlungen und Unterlassungen, die gravierende negative Auswirkungen auf die Lebenssituation und Befindlichkeit des Pflegebedürftigen haben.4
Das Spektrum der Gewalt innerhalb des Interaktionsprozesses Pflegekraft – Pflegebedürftiger reicht, so das BMFSFJ5, von Vernachlässigung und seelischer Misshandlung über Freiheitseinschränkung bis hin zur körperlichen Gewalt.
Wie in der oben genannten Definition bereits erkennbar, unterscheidet man zwischen personaler Gewalt, d.h. direkter Gewaltausübung und struktureller Gewalt, was soviel heißt wie indirekte, unsichtbare Gewaltausübung. Ist im ersten Fall die direkte Gewaltausübung, also die Tat an sich, die Ursache der Gewalt, geht man bei der indirekten Gewaltausübung von (Macht-) Verhältnissen als Ursache aus.
[...]
1 Heilberufe 8/2004
2 Schäffler et al (Hrsg.):Pflege heute. Lehrbuch und Atlas für Pflegeberufe (2000). München, Jena. Urban & Fischer. S.1271
3 www2.uni-wuppertal.de/FB3/psychologie/sozialpsych/zick/ HandoutAggression.pdf. 01.10.2004
4 vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (1996): Gewalt gegen Ältere zu Hause. Stuttgart, Berlin, Köln. Kohlhammer
5 vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2002): Vierter Bericht zur Lage der älteren Generation. Berlin. Kohlhammer
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